17.06.05

Wie er wurde, was er ist

Nie waren die Zeiten für comicbegeisterte Kinogänger besser als heute. Die Welle der Comic-Verfilmungen, die vor gar nicht allzulanger Zeit mit dem ersten Blade-Film losgetreten wurde, rollt weiterhin mit ungebremster Wucht über uns hinweg. Und ein Ende ist, wenn man den Ankündigungen der Filmstudios Glauben schenken darf, vorerst noch nicht abzusehen. Inzwischen gibt es bereits so viele Comic-Verfilmungen, daß man sich als Fan den Luxus leisten kann, extrem schlechte Vertreter wie Catwoman oder Elektra einfach auszulassen. Der nächste gute Film kommt bestimmt. Ein solcher ist Batman Begins. Ich gehe soweit, zu behaupten, daß sich an diesem Film alle weiteren Superheldenverfilmungen messen lassen müssen. Die Namen Christopher "Memento" Nolan und Christian "The Machinist" Bale haben gehalten, was sie versprochen haben. Der einzige Kritikpunkt gleich mal vorweg: Die Kampfszenen sind sehr unübersichtlich geschnitten, zu schnell und zu nah. Alles andere ist als Pluspunkt zu vermerken. Zwar behandelt der Film wieder einmal die sattsam bekannte Entstehungsgeschichte Batmans, aber diesmal wird hierbei in die Tiefe gegangen, was auch in einer gewissen Breite resultiert. Bis zum ersten Mal das Batmankostüm angelegt wird, ist der Film schon halb vorbei. Dafür bekommt man aber ein sehr detailliertes Bild von Bruce Waynes Psyche geliefert. Der Gegner Batmans ist sehr geschickt ausgewählt worden. Zur Abwechslung ist es diesmal kein geistegestörter Psychopath - obwohl auch ein solcher vorkommt - sondern jemand mit klaren Zielen, die man zwar nicht teilen muß, die aber bis zu einem gewissen Grad verständlich sind. Ganz ähnlich wie bei Magneto. Fazit: Ein in allen Punkten hervorragender Film. Ein Muß für alle, die sich auch nur ansatzweise für dieses Genre interessieren.

Posted by kreetrapper at 17.06.05 02:54 in Rasende Rezis
Comments

Naja...

der größte Kritikpunkt ist wohl, dass es sich nur allzu deutlich um einen Hollywood-Film handelt. Endlose Kämpfereien, Autoraserei mit viel Krach und Flammen aber ohne ernsthaften Personenschaden, eine peinliche Liebesgeschichte (zur Geigenmusik sinngemäß "vielleicht können wir zusammen sein, wenn Gotham City Batman nicht mehr brauch"...). Passt vermutlich ganz gut zur Serie, aber mehr als einen Film pro Jahr dieser Machart brauchen wir nicht zu sehen. Besser gefielen uns z.B. X-Men und Punisher. Vom Macher von Memento hatten wir mehr erwartet.

Posted by: Vlado & Benno at 06.07.05 23:00

Die Liebesgeschichtenkritik lasse ich gelten. Entsprechenderweise hat man Katie Holmes auch nicht für die Fortsetzung verpflichtet. Aber daß X-Men besser war, sehe ich nicht. Die Kämpfe sind hier für einen Superheldenfilm doch sehr eingeschränkt und vor allem gibt es kaum unglaubwürdige Superschurken (vielleicht hätte man sich sogar Scarecrow noch sparen sollen).
Wenn das Eure Kritik ist, solltet Ihr jedenfalls dem Herrgott danken, daß Ihr "Krieg der Welten" nicht gesehen habt. Rezi demnächst an dieser Stelle.

Posted by: kreetrapper at 06.07.05 23:08
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