05.12.06

Die üblichen Verdächtigen

Bayern legt Pläne für Verbot von "Killerspielen" vor

Computer-"Killerspiele" könnten zumindest bei labilen Menschen die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung herabsenken, so die Überzeugung des bayerischen Innenministers.

Bei labilen Menschen können das vermutlich auch noch ganz andere Sachen. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber: nicht die "Killerspiele" (für mich schon jetzt Unwort des Jahres) sind dafür verantwortlich, daß Menschen plötzlich austicken. Besonders schön ist der nächste Satz, der getreu dem Motto folgt "Wenn dein einziges Werkzeug ein Hammer ist, sieht alles wie ein Nagel aus":

Dagegen müsse vorgegangen werden - am besten durch ein Verbot.

Verbieten ist immer eine tolle Sache. Vielleicht sollte man am besten auch gleich Amokläufe verbieten. Wie wir in der letzten Woche gelernt haben, ist Diebstahl ja inzwischen nicht mehr so bedingungslos verboten, wenn man bereit ist, sich zumindest von einem Teil der Beute wieder zu trennen. Das titelgebende Grundprinzip von "Grand Theft Auto" sollte also nicht unter die neue Gesetzgebung fallen.

Nach den Vorschlägen Becksteins könnten Herstellung, Vertrieb, Kauf und Nutzung menschenverachtender Computerspiele mit bis zu einem Jahr Haft bestraft werden.

Eine tolle Idee.

Zumindest einige Parteien wehren sich noch gegen diesen Wahnsinn, denn wie auch im verlinkten Artikel selbst steht:

Empirische Nachweise für diese "monokausalen und linearen Zusammenhänge" [gibt] es in der Forschung nicht

Posted by kreetrapper at 05.12.06 23:44 in When Will You Rage?
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