Wenn ich im Auto unterwegs bin, höre ich immer wieder gern WDR5, denn dort muß man sich weder mit dem auseinandersetzen, was die Jugend von heute so unter "Musik" versteht, noch wird man mit Moderatoren konfrontiert, die denken, sie seien witzig. Stattdessen erfährt man immer wieder interessante Dinge aus Politik, Wissenschaft oder Kultur. So habe ich zum Beispiel erfahren, daß in den nächsten Wochen eine aufwendige Hörspielversion von Karl Mays Orientzyklus um Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd Al Gossarah (Ha. Auswendig aufgeschrieben!) auf WDR5 laufen wird. Den ersten Teil habe ich am letzte Sonntag leider nicht hören können, weil ich den neuen Pokertisch einweihen mußte und auch am kommenden Sonntag dürfte es eng werden. Aber die restlichen Folgen werde ich mir nicht entgehen lassen. Ein bißchen hatte ich ja gehofft, daß man die einzelnen Episoden nach der Erstsendung als Podcast angeboten bekommt, aber dem ist leider nicht so. Egal. Die Sendetermine findet man hier.
Und noch etwas, das ich (auch) auf WDR5 gehört habe. Vor einigen Wochen hörte ich die Wissenschaftssendung Leonardo (die man sich übrigens hier als Podcast abonnieren kann). Dort stolperte ich zum dritten mal über das Buch Physik der Superhelden von James Kakalios (nachdem ich es in Freiburg in einem Zweitausendeins-Geschäft gesehen hatte und im sehr schönen Podcast The Bookcast ebenfalls einen Beitrag darüber hörte). Selten habe ich ein Buch gefunden, bei dem ich mich so sehr als das Zielpublikum fühlte. Es ist dies nämlich ein Buch, das die Superkräfte und sonstigen Unglaublichkeiten der bekannten Superheldencomics unter die physikalische Lupe nimmt. Die Frage ist, wenn man die unrealistische Prämisse annimmt (daß z.B. ein Mann schneller als der Schall laufen kann), folgen dann die dargestellten Großtaten (z.B. über das Wasser laufen zu können) physikalisch korrekt. Der Autor ist selbst Physik-Dozent und hat diese Herangehensweise genutzt, um seinen Studenten die grundlegenden physikalischen Gesetzmäßigkeiten beizubringen, ohne sie zu sehr zu langweilen.
Wie gesagt, das ideale Buch für mich, der ich ja nicht nur Comic-Fan, sondern außerdem ein Science-Nerd bin. Wenn es nur nicht so teuer wäre. 30 Euro sind schon ziemlich viel für ein Buch.
Oh, gerade sehe ich, daß die englische Ausgabe bei amazon nur 12 Euro kostet. Das ist schon deutlich akzeptabler. Ab auf die Weihnachtsgeschenkliste damit.