25.02.07

Da geht mir doch ein Licht auf

Thomas Kühn schreib in einem Kommentar, daß man, wenn man den Klimaschutz ernst nimmt, nicht umhin kommt, die Atomkraftwerke länger laufen zu lassen. Ich habe natürlich nicht den kompletten Durchblick, denke aber, daß dies zu einem großen Teil eine Frage des nötigen Willens ist - also letztlich die Frage, wieviel Geld man bereit ist, in regenerative Energien zu investieren. Wenn es wahr ist, was der dritte Teil des Weltklimaberichts der UN sagt, daß nur noch ein sehr kleines Zeitfenster von 13 Jahren bleibt, um das Allerschlimmste zu verhindern, dann sollte man spätestens jetzt aufhören noch länger daherzuschwafeln oder gar - wie die Bundesregierung - den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Autoindustrie höher zu bewerten als eine lebenswerte Umwelt. Wie kurzsichtig kann man eigentlich sein?

Australien scheint mit seinem neuesten Vorstoß ein idealer Ideengeber für alle Welt zu sein (man darf dabei natürlich nicht vergessen, daß dieses Land das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnet hat). Das Problem ist natürlich wieder einmal, daß man sich in der Politik an Dingen aufhält, die besonders augenfällig sind. Ein Verbot traditioneller Glühbirnen zugunsten der Energiesparlampen ist schnell beschlossen und man kann dann stolz behaupten, daß man nicht tatenlos zuschaut, während das Klima so vor sich hin wandelt. Schon hört man aberwitzige Hochrechnungen, daß allein in Deutschland zwei ganze Atomkraftwerke auf diese Weise eingespart werden könnten. (was sagt Herr Kühn denn dazu?) Ich bin weit davon entfernt, gegen ein solches Verbot zu sein, sehe aber die Gefahr, daß man es dann einfach dabei beläßt. Dabei muß man nur einmal überlegen, welche Energiesparpotentiale sich noch so in deutschen Haushalten finden. Wieso werden nicht konsequent die elektronischen Geräte gefördert, die einen möglichst geringen Stromverbrauch aufweisen? Man könnte hier regulierende Abgaben einführen, die zum Beispiel solche Geräte verteuern, die man nur auf Standby aber nicht komplett ausschalten kann. Es gibt so viele Möglichkeiten über die Glühbirne hinaus.

Was nicht heißen soll, daß die Verdrängung der traditionellen Glühbirnen keine gute Idee ist. Ich springe - wie so oft - reichlich spät auf den Zug auf und werde nächste Woche loslaufen, um mir Energiesparlampen zu kaufen und damit mit meinem Geld die Welt zu verändern. Stellt Euch einfach vor, wie eine Glühbirne über meinem Kopf erscheint.

...

Passend zum Thema hier noch etwas, das ich in Cecilia's Blog (das leider keine Permalinks hat) gefunden habe:

Richard Branson, of the Virgin Group (which owns Virgin Atlantic Airways, among other things), has announced a $25 million prize for an invention that removes significant amounts of greenhouse gases from the atmosphere.

Eine gute Idee, die man neben dem drastischen Herunterfahren des weltweiten CO2-Ausstoßes auf jeden Fall verfolgen sollte. Hauptsache, es kommt niemand auf die Idee, es stattdessen zu tun. Hier findet sich die offizielle Wettbewerbsseite der Virgin Earth Challenge.

Posted by kreetrapper at 25.02.07 23:44 in When Will You Rage?
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