05.02.07

Versprengte Gedanken (schon wieder, aber diesmal nicht politisch)

Zum Warmwerden:
Creative Photos of ordinary things. Sehr interessant und faszinierend. Hier mal ein Beispiel.

bookarc.jpg

(via Aaron Williams)

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Neil Gaiman hat seinen Webelf eine Tagwolke erstellen lassen, die alle Wörter, die jemals in Neils Blog geschrieben wurden, gewichtet. Sie findet sich hier und als Linguist finde ich das ziemlich interessant. Zwar sind, wie zu erwarten ist, die Funktionswörter besonders häufig, aber man kann der Tagwolke auch ansehen, daß es in Neils Blog oft um Bücher und lesen und ähnliche Dinge geht. Hier findet sich eine etwas andere Version, die, so scheint es, nur noch Inhaltswörter enthält. Hier erfährt man zum Beispiel, daß Neil seinen Freund Dave McKean ungefähr genauso oft erwähnt wie sich selbst (abzüglich der Personalpronomen, natürlich). Und weil Neil all seine Leser in diesem Posting so nett darum bittet, verlinke ich auch noch einen weiteren Beitrag von ihm, in dem es unter anderem um Penn Jillette geht. Der Grund ist folgendes:

I'd like to ask a small favour of those of you who have read down this far. Would anyone reading this, anyone with a blog or a website that is, mind linking to the last post -- http://www.neilgaiman.com/journal/2007/02/and-in-time-it-took-to-say-that-neil.html -- with the link text Penn Jillette? Given Penn's recent rant about the power and ubiquity of this blog on his radio show, I'd like to mess with his head just a little and see if we can actually google-bomb it so that that entry shows in the top few entries if you google Penn's name.

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The Fat Cat Comes Back - Hoffentlich auch irgendwie in unser Fernsehprogramm.

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Bully seems to have had "the best National Gorilla Suit Day of them all." It really sounds (reads) like he had tons of fun on Wednesday.

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There will not be a Wonder Woman movie by Joss Whedon. Here's how it came to that.

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Der siebte Harry-Potter-Band ist für den 21.7. dieses Jahres angekündigt. btw: Weiß jemand, warum dieses Datum gewählt wurde und nicht das offensichtlich viel coolere zwei Wochen früher, also 07/07/07? Wie auch immer, diesmal möchte ich kein Spoiler-Risiko eingehen, indem ich wieder auf die deutsche Ausgabe warte. Stattdessen werde ich Freitag Nacht in der Mayerschen stehen, um mir gleich die englische Version zu kaufen. Um mich darauf vorzubereiten habe ich ein paar meiner noch nicht ganz verdienten Euros in ein Boxset der ersten sechs Bände investiert, um mich noch mal auf den neuesten Stand zu bringen und mich an die englische Terminologie zu gewöhnen.

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Ein USB-Hub in Form der Tardis. Wenn ich so etwas sehe, muß ich immer daran denken, daß ich vermutlich einen sehr guten Doctor-Who-Fan abgeben würde. Aber irgendwie bin ich dazu wohl auf der falschen Seite des Kanals geboren.
(via pjorge.com)

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Okay, jetzt gehe ich mir den Super Bowl anschauen. Mal sehen, wie lange ich durchhalte, bevor mir die Augen zufallen oder die Stimme der Vernunft mit ihren Anmerkungen, daß ich morgen arbeiten muß, durchkommt. Irgendwann werde ich jedenfalls das Sehen wohl an meinen HD-Recorder delegieren müssen und mir den Rest morgen anschauen.

Posted by kreetrapper at 00:02 in Langue, Langage, Parole | Comments (2)

27.01.07

Versprengte Gedanken

Da bin ich mal wieder. Ich will Euch gar nicht mit den Einzelheiten langweilen, warum ich in letzter Zeit schon wieder so spärlich poste, sondern fange stattdessen gleich mit der ersten Sprengung an:

Bei Wil Wheaton liest man, daß man in den USA immer weiter voranschreitet:

I read at Netscape earlier today that the Pentagon has new rules for detainee trials:

"The Pentagon has drafted a manual for upcoming detainee trials that would allow convicted terrorists to be imprisoned or put to death using hearsay evidence and coerced testimony"

Und in den Kommentaren erfährt man sogar noch Erschreckenderes: Bloggers Who Criticize Government May Face Prison

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Krasser Themenwechsel. Endlich gibt es Fernseher auch in angemessener Größe.

Der 108-Zoll-LCD-TV ist etwa 2,4 Meter breit und ca. 1,3 m hoch.

(via Steven Grant)

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Aus Anlaß des Lizenzwechsels zu Panini pimpt inzwischen sogar der Spiegel Vertigo-Comics. Und er hat natürlich recht. Serien wie Y - The Last Man oder Fables sind alles Lob wert, das man über sie verbreitet. Ebenfalls hervorragend, aber mit nicht ganz so starker Lobby ist die Serie Mit Mantel und Degen. Ich war schon lange nicht mehr dermaßen begeistert von einem neu-entdeckten Comic. Es handelt sich um eine Piratengeschichte, die mit jeder Menge Coolness und Witz daherkommt und erinnert daher natürlich sofort an Fluch der Karibik. Obendrauf haben die Autoren noch gepackt, daß einige der Protagonisten anthropomorphe Tiere sind. Die Welt wirkt ähnlich wie unsere zur großen Zeit des Piratentums, nur eben, daß sprechende, auf zwei Beinen gehende Tiere nichts Besonderes sind. Da neben einem Fuchs und einem Wolf (den beiden Helden) auch ein Hase eine wichtige Rolle spielt, gibt es so einige interessante Szenen, die sich aus den ungewöhnlichen Größenverhältnissen ergeben. Und als Bonus für mich ist der Wolf auch noch Spanier und streut immer wieder mal ein paar Brocken Spanisch ein. Sehr, sehr empfehlenswert. Mit das beste, was zur Zeit auf dem Markt ist. Bis jetzt gibt es sieben Bände, die alle auf Deutsch bei Carlsen erschienen sind. Ich habe bisher drei Bände gelesen und freue mich schon auf die nächsten vier, die alle bereits fein säuberlich auf meinem Noch-zu-lesen-Stapel liegen. Man muß sich das ja einteilen, weil es, wenn man sich den bisherigen Erscheinungsrhythmus ansieht, noch einige Jahre bis zum Erscheinen von Band 8 dauern kann.

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Ich werde mehr und mehr zum Fan der Münsterstraße. Als ich neulich abends dort mit ein paar Freunden etwas essen war, habe ich ein cooles neues Getränk entdeckt: Cockta. Es ist aufregend neu, schmeckt nicht übel und kommt aus Slowenien. Groovy!

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Der Trailer für den zweiten Fantastic-Four-Film, Rise of the Silver Surfer, sieht recht schick aus, trägt aber nicht dazu bei, meine Befürchtungen zu dämpfen, daß auch diese Fortsetzung ähnlich lieblos wie der erste Teil sein wird. Ich hoffe, ich werde eines Besseren belehrt.

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Gerade stolperte ich beim Surfen über diese Phrase: "nature abhors a vacuum". Und auch wenn ich die schon oft las, mußte ich diesmal doch stutzen. Physikalisch gesehen ergibt diese Phrase doch überhaupt keinen Sinn. Warum sollte die Natur das Vakuum verabscheuen, wenn sie doch zum allergrößten Teil daraus besteht? Vielleicht weiß ja einer meiner Leser, woher diese Redewendung kommt und kann den scheinbaren Widerspruch aufklären.

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Ich stolperte über die erwähnte Redewendung übrigens beim Lesen dieses Beitrags in John Scalzis Blog, eine Rezension des Buchs The God Delusion. Sicher recht interessant für all diejenigen Leser, die sich im letzten Sommer in diesem Blog so engagiert über Religiösität ausgetauscht haben. Ich fand es schön, daß ich nun über das unsichtbare rosafarbene Einhorn Bescheid weiß. Wie ein Kommentierender so schön sagt: The Whatever: Come for the Bacon on a Cat. Stay for Threads like This.

Zum Reinschnuppern in The Whatever lohnt sich das Best of 2006-Posting, durch das ich mich auch selbst gerade durchwühle.

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Außerdem: Auch wenn es mich normalerweise nicht sonderlich kümmert und ich schon bei dem Vor-Spiel-Krempel so gelangweilt war, daß ich den Fernseher ausschaltete, freue ich mich doch - und bin zudem sehr überrascht, daß der gute alte BVB heute tatsächlich die Bayern geschlagen hat. Ole, Ole, Ole, Oleee.

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Bonus Video: It was the Sixties. Everybody did drugs. Yes, everybody.

Posted by kreetrapper at 01:53 in When Will You Rage? | Comments (0)

02.01.07

Versprengte Gedanken

Meine Wil-Wheaton-Gruppe im studivz ist immer noch ein Platz, an dem man das Wüstengras vorbeiwehen sieht. Zum Jahresende hat der gute Wil ein Best-of-2006-Posting in seinem Blog verfaßt, das vielleicht doch noch den einen oder anderen von Euch von ihm überzeugen kann.

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Ich fände es zu dreist mich selbst zu nominieren (das hat schon letztes Jahr nicht geklappt), aber vielleicht möchte ja einer von meinen treuen Lesern dieses kuschelige Blog für einen Satin Pajama vorschlagen.

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Und noch etwas Schönes in diesem noch jungen Jahr. Wir feiern Vierzig Jahre LTB.

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Ich habe eine riesige Liste von Online-Proben bekannter Comics gefunden. Viel Vergnügen.

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Im linguistischen Online-Magazin Lingua Et Opinio formuliert Jan Georg Schneider eine Reihe sehr wohlüberlegter und linguistisch fundierter Anmerkungen zur populären Anglizismenkritik, denen ich mich vorbehaltlos anschließen möchte. Auf daß alle Welt es lese und dem unsäglichen vds die Mitglieder in Scharen weglaufen.

Von free-floatendem Kapital, Hardlinern und Instructions

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Ich werde das Gefühl nicht los, daß ich schon mal herausgefunden habe, welcher Superheld und welcher Superschurke ich bin, aber ich kann den passenden Eintrag nicht finden. Also poste ich es dem Gefühl zum Trotze. Spider-Man war ja klar, aber daß ich Magneto bin, hat mich schon überrascht. Ich wünschte, ich hätte es zu Doctor Doom gebracht. Andererseits hat der ja im Kino eine deutlich schlechtere Figur gemacht, also ist es vielleicht besser so.

Your results:
You are Spider-Man
Spider-Man
90%
Robin
60%
Superman
50%
Hulk
50%
Catwoman
30%
Green Lantern
25%
Supergirl
25%
Batman
25%
Iron Man
20%
The Flash
20%
Wonder Woman
5%
You are intelligent, witty,
a bit geeky and have great
power and responsibility.
Click here to take the "Which Superhero are you?" quiz...

Your results:
You are Magneto
Magneto
69%
Dr. Doom
67%
Apocalypse
67%
Mr. Freeze
57%
Lex Luthor
47%
The Joker
46%
Green Goblin
40%
Dark Phoenix
39%
Poison Ivy
38%
Riddler
36%
Venom
36%
Two-Face
36%
Mystique
32%
Juggernaut
32%
Catwoman
25%
Kingpin
25%
You fear the persecution of those that are different or underprivileged so much that you are willing to fight and hurt others for your cause.
Click here to take the "Which Super Villain are you?" quiz...
Posted by kreetrapper at 02:27 in Die neunte Kunst | Comments (5)

22.12.06

Die Wende

Es geht wieder aufwärts. Heute war der kürzeste Tag des Jahres (in Europa diesmal ausnahmsweise erst am 22.12.). Schon morgen wird es wieder etwas länger hell sein. So ein Glück.

Und wieder mal nur eine Menge von Links und Zeugs statt ordentlichem selbst-produziertem Inhalt:

Faszinierende Fotos. Auch wenn ich mir kaum vorstellen kann, daß die nicht digital bearbeitet worden sind.

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Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung zum Abschluß des Informatikjahres 2006 des BMBF im berliner congress centrum (bcc), 18.12.2006, hielt Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, der Leiter des DFKI, den Festvortrag über die "Semantische Wende in der Informatik".

Ein sehr interessanter Vortrag, der im Zusammenspiel von Semantik und Informatik die Vision eines semantischen Web 3.0 entwickelt. Logischerweise kommt der Computerlinguistik hier eine entscheidende Rolle zu. In den Worten des Professors:

Die Computerlinguistik, also das Studium der maschinellen Verarbeitung natürlicher Sprachen, bildet einer der Brücken zwischen der Informatik und der Geisteswissenschaft. Es ist nach meinem Wissen das einzige Fach, das sich aktiv und mit gleichem Recht am Jahr der Informatik beteiligt hat und am Jahr der Geisteswissenschaft beteiligen wird.

(via idw)

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Merry Christmas from Superman's brother. Ein wirklich übler Witz.

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Hier gibt es eine Reihe klassischer Arcade-Spiele direkt zum online Zocken. Darunter ewige Klassiker wie Frogger, Donkey Kong oder Pacman.

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Here's a list of the 50 Greatest Cartoons. And the best part. There's a link to an online version for every one of them. Go! Check it out!

(via the FPI-Blog)

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Die Linguisten schlagen zurück: Gesellschaft gegen den Erhaltung der deutschen Sprache.

Die Gesellschaft gegen den Erhaltung der deutschen Sprache ist Teil einer grossen Weltverschwörung in der sich die skrupelfreiesten Kapitalisten, versprengte Teile der Roten Khmer sowie Mitglieder der FDP vereint haben. Ihr Ziel ist die systematische und endgültige Errichtung der Herrschaft des Friedens und Glückseeligkeit, welcher bislang bekanntlich nur der ungehemmte Gebrauch der sogenannten deutschen Sprache entgegensteht. Da es sich um einen Geheimbund handelt, müssen die wahren Agierenden noch im Hintergrund bleiben, doch haben wir uns aus gegebenem Anlass entschlossen, jetzt endlich mit unserem

WISSENSCHAFTLICHEN BEIRAT

an die Öffentlichkeit zu treten, wo doch der Gegner, der Verein zur Wahrung der deutschen Sprache, mit diesem schrecklichen Schritt uns zuvorgekommen war.

Wir betonen:

Die Gründung wissenschaftlicher Beiräte gehört NICHT zu den Mitteln, mit denen wir kämpfen WOLLTEN, aber der Gegner lässt uns KEINE WAHL!

Posted by kreetrapper at 23:52 in Computer und Netzkultur | Comments (0)

20.12.06

Versprengte Gedanken

Die sympathischen Dortmunder Programmkinos Roxy und Camera haben finanzielle Probleme und könnten einer Schließung entgegensehen. Das wäre sehr sehr schade und ich rufe meine treue Leserschaft auf, ihr Möglichstes zu tun, um das zu verhindern. Also in nächster Zeit ruhig mal häufiger in diese Kinos gehen. Zum Beispiel in den neuen Film mit Helge Schneider (ab 11.1. im Kino).

Krass in seiner politisch unkorrekten Ehrlichkeit fand ich ein Zitat des Geschäftsführers Bernd Twardy in dem mir vorliegenden WAZ-Artikel, mit dem er den Kern des Problems klar erkannt zu haben scheint: "Die Leute werden immer dümmer."

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Mehr oder minder zufällig bin ich über diesen Online-Konjugator gestolpert, der verspricht, Verben in über 100 Sprachen konjugieren zu können. Sehr beeindruckend und für einen Lerner wie mich, der eh ständig online ist, auch sehr praktisch. Und auch die Jungs von LEO wissen offenbar, daß ich jetzt Spanisch lerne und bieten ihr Online-Wörterbuch inzwischen auch für die Kombination Deutsch-Spanisch an. Und wie ich gerade vom idw erfahre, gibt es inzwischen sogar noch ein weiteres Online-Nachschlagewerk für Deutsch-Spanisch: Beolingus. ¡Que bien!

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There's a new teaser for Shrek the third which looks promising. June, the 21st suddenly seems like a long time away.

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Wie Slashdot berichtet plant man wohl eine neue Zeichentrickserie, die im Star-Trek-Universum spielen soll. Allerdings in einer noch weiter entfernten Zukunft, die ziemlich düster aussieht.

The setting is the year 2528 and the Federation is a different place after suffering through a devastating war with the Romulans 60 years earlier. The war was sparked off after a surprise attack of dozens of 'Omega particle' detonations throughout the Federation creating vast areas which become impassible to warp travel and essentially cut off almost half the Federation from the rest. During the war the Klingon homeworld was occupied by the Romulans, all of Andoria was destroyed and the Vulcans, who were negotiating reunification with the Romulans, pulled out of the Federation.

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The Beat hat zwei ziemlich spaßige Videos von Michael Kupperman. Mir hat der Name nichts gesagt, aber ich fand die Cartoons wirklich witzig.

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Joe Barbera ist gestern im Alter von 95 Jahren gestorben. Barbera hat mit seinem bereits vor fünf Jahren von uns gegangenen Partner Bill Hanna einen der Klassiker des Zeichentrickfilms, Tom und Jerry, entwickelt. Aus ihrem gemeinsamen Zeichentrick-Studio Hanna Barbera kamen viele der Serien, mit denen ich aufgewachsen bin und die auch heute noch immer wieder irgendwo als Wiederholungen gezeigt werden, wie Scooby Doo, Yogi Bär, die Jetsons und natürlich Familie Feuerstein, die Serie, die erstmals halbstündige Zeichentrickepisoden in Form einer Sitcom zeigte, wie es sie heute zuhauf gibt. Ohne diese Vorläufer wären Sendungen wie die Simpsons oder South Park vermutlich gar nicht möglich gewesen. Mark Evanier hat in seinem Blog einen ausführlichen Nachruf geschrieben. In eben diesem Blog gibt es diese Woche auch jeden Tag einen klassischen Hanna-Barbera-Cartoon zu sehen, oft mit interessanten Anekdoten zur Produktion angereichert.

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Flix veröffentlicht auf seiner Seite weiterhin jeden Tag eine neue Folge seines Comic-Tagebuchs Heldentage. Der Comic von gestern war mal wieder besonders gelungen.

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Quasi zeitgleich haben sich sowohl die Tagesschau als auch Spiegel online gedacht, daß es höchste Zeit wäre, bedrohte Wörter zu retten. Ich weiß ja nicht, ob das wirklich so dringend notwendig ist. Und der beste Weg, um bedrohte Wörter zu retten, ist ja sowieso, sie extensiv und exzessiv zu benutzen. Ich habe zum Beispiel vor einigen Tagen das schöne Wort Backfisch für mich entdeckt und habe mir fest vorgenommen, das jetzt häufiger in Konversationen einfließen zu lassen. Und überhaupt, wer wirklich etwas für Sprache als Kulturgut tun will, sollte, bevor ans Retten von Wörtern geht, lieber die Gelegenheit nutzen, ganze Sprachen zu retten. Die haben es nötiger.

Posted by kreetrapper at 15:45 in So fast as Düorpm | Comments (0)

17.11.06

Neues aus der Forschung

Seit heute gibt es 111 Elemente.

Das Element 111, das schwerste chemische Element, wurde am Freitag, den 17. November 2006 an der GSI auf den Namen Roentgenium mit dem chemischen Symbol Rg getauft.

Der Name ist zwar einem der ganz großen gewidmet, klingt aber trotzdem mal wieder sehr, sehr unhandlich. Da lobe ich mir die guten alten Zeiten, wo die Elemente noch nicht nach Personen benannt wurden. Und wenn dann wenigstens nach einer schön einsilbigen Göttin, wie zum Beispiel Helium.

right_hook_v.gifUnd seit fast genau einem Jahr fliegt dieser Link (gefunden via Languagehat) schon bei mir rum, der jetzt thematisch zumindest einigermaßen paßt. Da hat man nämlich nach zwölf langen Jahren endlich mal wieder ein neues IPA-Symbol eingeführt, das Ihr jetzt hier links sehen könnt.

The symbol proposed by SIL represents the labiodental flap, a speech sound found in central and southeastern Africa. [...]

Dr. Olson encountered this speech sound when he was living among the Mono people of the Democratic Republic of the Congo. While studying Mono, he found very few publications discussing the labiodental flap, prompting him to publish his own research. Over seventy languages in Africa are reported to use the sound.

Posted by kreetrapper at 23:55 in Langue, Langage, Parole | Comments (0)

06.11.06

linguistischer Leckerbissen

Ein Schmankerl zum Genießen in der Mittagspause:

Mark Evanier zeigt das Intro von Familie Feuerstein auf Hebräisch.

Enjoy!

Posted by kreetrapper at 12:53 in Langue, Langage, Parole | Comments (0)

26.10.06

There is no noun...

...that can't be verbed. Eine meiner liebsten linguistischen Aussagen läßt wieder einmal ihre Muskeln spielen. Inzwischen "googeln" wir ja sogar schon im Deutschen ohne uns groß etwas dabei zu denken. Wie dieser Comic zeigt, ist die englischsprachige Welt schon wieder einen Schritt weiter. Zitat:

"I am so YouTubing this when I get home."

Wenn ich so etwas sehe, frohlockt das sprachwissenschaftliche Herz in meiner Brust. Sprache ist schon toll, oder?

Posted by kreetrapper at 14:18 in Langue, Langage, Parole | Comments (0)

01.08.06

Sprachpurismus in Persepolis

Okay, jemand hat mir diesen Artikel geschickt und das kann ich einfach nicht unkommentiert lassen.

Worum geht es?
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad will englische Fremdworte aus der persischen Sprache verbannen.

Also das altbekannte Spiel: Sprachpurismus. Eine Idiotie, die immer wieder mal auch im deutschsprachigen Raum um sich greift, was das ganze natürlich nicht besser macht. Mittlerweile sollte sich eigentlich überall herumgesprochen haben, daß Sprache organisch ist und sich nicht so einfach kontrollieren läßt. Ich bitte um Handzeichen, wer von Euch sagt unprovoziert sitt, hat das jemals getan oder denkt, daß er das in Zukunft tun wird? Ich gebe zu, daß ein autoritäres Regime, wie das in Teheran, vermutlich noch einigermaßen gute Chancen hat, aber mittelfristig wird das nicht funktionieren. Allein durch die Allgegenwart des Internet ist der Einfluß des Englischen momentan zu stark. Aber das macht nichts. Die lokale Sprache, sei es nun Deutsch oder Persisch, wird dadurch ja nicht verschwinden. Bisher ist noch keine Sprache durch derartige äußere Einflüsse ausgestorben und das wird aller Voraussicht nach auch in Zukunft nicht passieren.

Richtig schlimm wird der Artikel übrigens im letzten Absatz, den ich daher auch noch zitiere:

Die Regierung habe in den vergangenen Jahren schon häufiger versucht, englisches Vokabular aus dem Persischen zu entfernen. Die neu eingeführten persischen Worte sorgen bei den Iranern aber nicht selten für Heiterkeit: Der Helikopter heißt im Behörden-Persisch nun "Rotierflügel", und in einer Comedy-Serie im staatlichen Fernsehen wurde aus der Pizza ein "dehnbares Brot".

Traurig, daß neben den Persern auch die Leute, die diesen Artikel verfaßt haben, nicht schlau genug sind, um zu wissen, daß weder Helikopter noch Pizza englischen Ursprungs sind. Ein Armutszeugnis.

Posted by kreetrapper at 00:29 in Langue, Langage, Parole | Comments (2)

28.07.06

my favourite German English word

pvp20041107.gif


Ünited Stätes Toughens Image With Umlauts

WASHINGTON, DC—In a move designed to make the United States seem more "bad-assed and scary in a quasi-heavy-metal manner," Congress officially changed the nation's name to the Ünited Stätes of Ämerica Monday. "Much like Mötley Crüe and Motörhead, the Ünited Stätes is not to be messed with," said Sen. James Inhofe (R-OK). An upcoming redesign of the Ämerican flag will feature the new name in burnished silver wrought in a jagged, gothic font and bolted to a black background. A new national anthem is also in the works by composer Glenn Danzig, tentatively titled "Howl Of The She-Demon."


Ebenfalls sehr lesenswert ist dieses Language-Hat-Posting, von wo ich hierauf verwiesen wurde. Teaser:

An American professor has developed a theory that Germans are bad-tempered because pronouncing German sounds puts a frown on the face.

...weiterlesen


EDIT: Es lohnt sich, auch die Kommentare zu dem Language-Hat-Posting zu lesen. Da sind dann solche Leckerbissen dabei:

"No, it's the irrational noun declensions, along with Wagner's operas, which caused Hitler. Umlauts are cool."

"I think you mean 'Ümlauts are kühl.'"

Posted by kreetrapper at 00:56 in Langue, Langage, Parole | Comments (0)

12.07.06

Word of the day

JOEY: Hey, look, I don't need you getting all judgemental and condescending and pedantic.

ROSS: Toilet paper?

JOEY: Yeah.
(The One Where Eddie Won't Go)

Beim Lesen dieses taz-Artikels habe ich ein wundervolles neues Wort gelernt: "antichambrieren".
Mein erster Griff ging übrigens zum Fremdwörterduden. Das überrascht mich, jetzt wo ich darüber nachdenke, selbst ein wenig. Denn natürlich weiß auch die Wikipedia um die Bedeutung des Wortes..

Ich würde dieses wirklich sehr schöne Wort gern in meinen aktiven Wortschatz übernehmen, fürchte aber, daß die Gelegenheiten dafür sehr viel spärlicher gesäht seien werden als zum Beispiel für "wohlfeil". Und das benutze ich (leider) auch so gut wie niemals. Schade eigentlich.

Posted by kreetrapper at 00:48 in Langue, Langage, Parole | Comments (3)

09.07.06

Finale

Finale n. 'Schlußteil, Endspiel' (< *16. Jh., Form 17. Jh.). Entlehnt aus it. finale m., dieses aus l. finalis 'am Ende befindlich, die Grenzen betreffend', zu l. finis m./(f.) 'Ende'. Zunächst als Final entlehnt mit der Bedeutung 'Schlußbuchstabe', dann 'Ende eines Musikstücks'; im 20. jh. unter Einfluß des Englischen auch 'Endspiel' [...]

Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 23. Auflage.
De Gruyter. Berlin; New York. 1995

Posted by kreetrapper at 20:17 in Langue, Langage, Parole | Comments (3)

26.06.06

Language Hat on Swiss German

Nach wie vor schaue ich mehr oder minder regelmäßig in das Sprachblog Language Hat hinein. Meistens ist es dort zwar nicht sonderlich interessant, aber ab und zu findet sich dann eben doch ein sehr spannender Artikel. Diesmal zum Beispiel dieser, den ich hier in Auszügen zitiere:

SWISS GERMAN DRIVING OUT STANDARD?

"It's true we Swiss Germans are becoming more isolated," Marianne Junger, a 30-year-old English language instructor from Bern. "I would not marry outside my language group for example and most of us are reluctant to take jobs in other Swiss towns."

[...]

Standard German remains the written language for the federal government, banking, school instruction, newspapers and literature.

But now fewer Swiss Germans speak proper German and are increasingly turning to dialect even in written form. For young Swiss Germans dialect has become the language of text messaging, e-mail and even poetry and rap music...

Auch sehr interessant sind die Kommentare zum Artikel. Damit Ihr nicht wie ich alle 41 lesen und Euch durch eine seltsame Diskussion über die Latinisierung der Briten verwirren lassen müßt, zitiere ich den interessantesten hier ebenfalls komplett:


A Swiss providing some info. First on the aspect of closedness:

Paradoxically, the rise of Swiss German is due to *increased exposure* to the outside (English) world. While there has always been a fight (even civil wars, 1847 Sonderbundskrieg) between an open & urban vs. a self-sufficient & rural Switzerland (blue vs red), the country on the whole is certainly one of the most international existing:

1. Swiss are among the world's top travellers (driving 2-3 hours basically gets you out of the country to experience visibly different cultures (French, Italian, Germans, Austrians).

2. Extreme exposure to foreign media. Your basic cable channel subscription gives you 50 programmes in German, French, Italian, Spanish, Portuguese, Turkish and English. I know of no other country that offers this range on a general level (ie these programmes compete for scarce channel capacity and programmes without viewers are eliminated).

3. Foreign languages are hard to evade. Every sign is generally in four languages (German, French, Italian and English). Most museums are multilingual, cinema are OV with German and French subtitles and the range of films shown is phenomenal.

4. Good command of English which has replaced German as the language of business. While Swiss speakers are generally not as fluent as Scandinavians in English, they compensate with a knowledge of at least another foreign tongue.

Secondly, about Swiss German:

1. Swiss German does not exist per se but is actually a collection of different quite distinct dialects. If you enter your pronunciation of ten words (eg. 23 variants for "moon") to http://dialects.from.ch/ , it will place you correctly within a 20 mile zone within Switzerland. Even native speakers of one dialect have trouble comprehending other dialects. So, the different dialects still prosper. Each dialect also carries a heavy load of connotations (Ad executives better pick the dialect wisely.).

2. Swiss German has always been the language of choice for informal conversation (SMS and email are just modern examples for it). The informality leads to more creativity (and new words).

3. Reading SMS, email written in one dialect is quite bothersome for those not speaking that variant. So, apart from insider group communications, written communication is usually German/French or English.

4. Radio and TV have had the most impact on Swiss German: Formerly distinct quirky language communities (islands) suddenly became exposed to mainstream dialects. Starting in the mid-Eighties, commericial radio stations (apart from high-brow programmes) changed to broadcasting in Swiss German. The advent of commerical TV stations likewise led to much Swiss German on air, formerly quite disapproved behaviour.

5. Regional centres such as Zürich have imposed their dialect on an ever widening area as young graduates lose their distinctive (rural) dialects.

6. The wider use of Swiss German in private communication and English in public communication has led to a decline in the verbal capacity to speak standard German. Most Swiss German speakers are quite verbally challenged to speak fast and correct German -- which, given German tolerance, results in a further drive to either Swiss German or English.

7. As the different dialects are used only orally and the speakers never receive any grammar instruction in Swiss German, the language is evolving rapidly. Mixing Swiss German and English is quite popular and fascinating, eg "foodä" as a new verb means to eat fast-food, "gamä" to play console games, ...).

8. Most parents read aloud Ton their children the fairy tales or The little Prince in standard German. The Bernese etc translations are mostly an insider joke or nice present. Most classics (including Homer ... and Asterix) are now available in some dialect.

Conclusion: Swiss German is quite healthy, the weak point is the slow erosion of fluency in standard German.

Posted by kreetrapper at 00:38 in Langue, Langage, Parole | Comments (0)

19.04.06

It's highly addictive

chuzzle_medium.jpg
Heute wären es nur noch 42 Tage Rückbildung gewesen. Aber das kam mir irgendwie komisch vor, weil dann ja eigentlich noch 8 volle Wochen übrig blieben und es doch noch drei Feiertage gibt. Also habe ich noch mal nachgezählt und stellte mit Schrecken fest, daß es in Wirklichkeit noch 44 Tage sind. So ein Mist!

Seit der gute Dozent wieder aus dem Urlaub zurück ist, ist es aber wieder einigermaßen erträglich geworden. Aber obschon dieser Dozent wirklich Ahnung hat, nicht nur von der Materie, sondern auch davon, wie man diese vermittelt, bin ich mir inzwischen ziemlich sicher eine ideale Marktlücke entdeckt zu haben. "English Pronunciation for IT-Guys", ich stelle mir da ein- bis zweiwöchige Intensivkurse mit Kleinstgruppen vor, in denen die richtige Aussprache zentraler IT-Begriffe gelernt wird. Dann sind die Tage gezählt, in denen Menschen [ka∫e] und nicht [kæ∫] sagen, vermutlich in der irrigen Annahme, man müsse dieses englische Wort französisch aussprechen. Für Fortgeschrittene oder besonders Anspruchsvolle kann man ja noch etwas längere Kurse anbieten, in denen die kompletten Ausspracheregeln des Englischen lernt. - Ruhe auf den billigen Plätzen! Natürlich gibt es da Regeln.

Wäre ich nicht so lehrscheu, würde ich das selbst angehen, so kann ich nur hoffen, daß ein fähiger Anglist diese Idee aufgreift und die armen Teilnehmer zukünftiger IT-Schulungen davor bewahrt, genauso zu leiden, wie ich das tat und immer noch tue. Gott sei Dank ist wenigstens der Dozent weg, der immer "take" anstatt "tag" gesagt hat. Und das in einem Kurs über XML. The horror! The horror!

Momentan ist es mir übrigens auf der Rückbildung gar nicht langweilig. Das liegt zum einen daran, daß ich am kommenden Montag endlich die Microsoft-SQL-Prüfung nachholen werde, die ich aufgrund meiner langwierigen Krankheit verpaßte, und dafür noch die passenden 132 Fragen auswendig lernen muß. Microsoft hat nämlich nicht nur Ahnung davon, wie man sichere Betriebssysteme und Internetanwendungen baut, sondern weiß auch, daß es beim Lernen darauf ankommt, möglichst viel auswendig zu können. Wie mir von denen zugetragen wurde, die diese Prüfung schon gemacht haben, ist sie, wenn man die Fragen in- und auswendig kennt, was bei denen nach vier Wochen Lernens der Fall war, extrem einfach und in kürzester Zeit zu absolvieren. Und da es natürlich nicht in Frage kommt, das alles zu Hause in meiner Freizeit zu lernen, bin ich für den Rest der Woche auf der Rückbildung gut beschäftigt.

Diese neuentdeckte Emsigkeit, die sich natürlich direkt nach der Prüfung wieder in ihre Bestandteile auflösen wird, hat es allerdings nicht ganz leicht. Dummerweise hat mich nämlich eine gute Freundin mit einem extrem suchtgefährdenden Spiel angefixt: Chuzzle (nb: "chuzzle" erzielt beängstigende 664.000 GHits). Da das eine Windowsanwendung ist und die Webversion den InternetExploder benötigt, kann ich das Spiel leider nicht zu Hause spielen. Ich überlege allerdings mittlerweile ernsthaft, ob ich mir nicht wieder ein Dual-Boot-System bauen soll, um diesen Mißstand zu beheben. Auf der Rückbildung habe ich nun leider einen Windows-PC zur Verfügung. Wie ich feststellen mußte, läßt sich Chuzzle nicht auf dem von mir dort verwendeten Windows 2003 Server ausführen, aber über den InternetExploder geht es natürlich doch. Doch je länger ich spiele, desto mehr wünsche ich mir die anderen Spielmodi, die Möglichkeit von Highscorelisten und Pokalen und all die anderen tollen Gimmicks, die es nur in der Downloadversion gibt. Und immer wenn man verloren hat, schaut einen ein trauriges Chuzzle an, erzählt einem, wie gefährlich es doch im Internet ist - wegen der ganzen Viren und so - und bittet darum, daß man es herunterlädt und mit nach Hause nimmt. Das grenzt schon fast an seelische Grausamkeit, finde ich.

-- noch 44 Tage Rückbildung --

Posted by kreetrapper at 22:57 in It's my life | Comments (3)

09.04.06

Money shot

Ganz so viel Zeit wie noch letztes Jahr habe ich ja mittlerweile nicht mehr und so lese ich auch immer weniger Blogs, denn aus mir selbst unerklärlichen Gründen tendiere ich auf der "Fortbildung", wo ich ja nun beileibe genügend Zeit zum Surfen habe, eher dazu, Nachrichten und tagesaktuelle Dinge zu lesen. Im wesentlichen beschränke ich mich dabei auf die taz, die Zeit, manchmal Spiegel online und - als überzeugter Europäer - natürlich die tägliche Europa-Presseschau von europa-digital. Am Freitag hatte die Wikipedia, die ich als Startseite in meinem Browser eingestellt habe, übrigens einen sehr interessanten Artikel des Tages, Qualia. Aber das nur am Rande.

Denn am Wochenende schaue ich schon noch in manch ein Blog hinein, wenn es denn die Zeit erlaubt. Und da ich mich heute dank nerviger Kopfschmerzen, die mich seit dem Aufwachen begleiteten, zu nichts wirklich Produktivem aufraffen konnte, war die Zeit da. Und so stieß ich auf diesen Eintrag bei languagehat, in dem er auf ein wirklich schön 50-pence-Sondermünze hinweist, die im letzten Jahr zum 250. Jahrestag von Samuel Johnsons Dictionary of the English Language herausgegeben wurde. Ich bin versucht, die Bilder einfach hier hineinzukopieren, bin mir aber der rechtlichen Situation bei Flickr nicht bewußt. Ihr müßt also hierhin oder hierhin klicken, um Euch ein Photo der Münze anzusehen. Im ersten ist sie etwas besser getroffen. Languagehat verlinkt auch gleich noch den passenden Wikipedia-Artikel. Leider sind die Server momentan down, so daß ich nicht nachsehen kann, wie interessant das, was dort zu dieser Münze steht, ist. Aber erfahrungsgemäß ist die Wikipedia ja immer sehr lesbar, also kommt der Link auch bei mir rein.

Ich finde ja sowieso, daß man bei Geldstücken die einmalige Chance hat, den Menschen etwas beizubringen, weil das ja nun wirklich etwas ist, was jeder andauernd in der Hand hat. Gegenüber den alten Zwei-Mark-Stücken, auf denen ja jede Menge Bundeskanzler und sonstige Persönlichkeiten zu sehen waren, oder gar dem guten alten Zehn-Mark-Schein, auf dem man als Statistiker schön die Formel für die Glockenkurve spicken konnte, sind die Euromünzen und -scheine oft sehr einfallslos. Auf jedes Land, das sich Mühe gibt, wie z.B. Italien, auf deren Münzen man den Vitruvianischen Menschen oder Dante Alighieri bewundern, kommen mindestens zwei, die das überhaupt nicht tun, wie z.B. die Niederlande oder Belgien, die es für eine tolle Idee halten, auf ausnahmslos jede Münze ihr albernes Staatsoberhaupt zu prägen. Das muß anders werden. Was spricht denn dagegen, dort zum Beispiel berühmte Europäer oder berühmte Bauwerke oder ähnliches abzubilden. Dann kann wenigstens in ein paar Jahren jeder Karl den Großen oder Erasmus von Rotterdam erkennen, wenn er ihm auf der Straße begegnet. Vor meinem geistigen Auge sehe ich schon ein formschönes Sammelalbum, das zu jeder Münze den passenden Wikipedia-Artikel mit abdruckt. Daher schlage ich vor, die EZB (wegen der Scheine) und die angeschlossenen nationalen Geldinstitute mit E-Mails zu bombardieren.

Posted by kreetrapper at 22:19 in Europhorie | Comments (0)

07.04.06

Like a broken record

Vor einiger Zeit bin ich beim stundenlangen Herumsurfen (etwas, das ich inzwischen ja auf Geheiß des Arbeitsamtes mache, vermutlich weil ich aus der Statistik falle, solange ich in dieser "Fortbildung" bin) auf diesen interessanten Eintrag im Weblog Dave Ex Machina gestoßen. Er wirft die linguistisch interessante Frage auf, ob bestimmte Phrasen aussterben, weil sie keine Entsprechung mehr in der modernen Welt haben? Als Beispiel nennt er Dinge wie "I sound like a broken record" oder "I taped that show so I could watch it later". Ich habe recht lange darüber nachgedacht und mir sind eigentlich keine deutschen Phrasen eingefallen, die ähnliche Probleme verursachen. Die deutsche Entsprechung des letzten Satzes benutzt zum Beispiel das Wort "aufnehmen", das ja nichts über ein bestimmtes Medium aussagt. Ich habe mir also überlegt, er kann vielleicht recht mit seiner Vermutung haben, daß solche Phrasen aussterben, aber im Deutschen gibt es kaum passende Instanzen, an denen man das überprüfen könnte.

Aber heute ist mir doch noch etwas eingefallen, daß Daves These zumindest mittelfristig zu widerlegen scheint. Und zwar als ich in meinem aktuellen Buch an eine Stelle gelangte, in der Gaslampen oder so etwas ähnliches angezündet wurden. Der aufmerksame Leser ahnt vielleicht schon, auf welche Phrase ich hinaus will. "Ich habe das Licht brennen gelassen." Dieser Satz ist vielleicht im Vergleich mit der Variante "an gelassen" nicht unbedingt die präferierte Alternative - allein schon wegen der Länge. Aber der Satz ist jedenfalls nicht ausgestorben und wirkt auch überhaupt nicht seltsam, und das obwohl Lampen, in denen tatsächlich ein Feuer brennt, nicht mehr wirklich intensiv in Gebrauch sind. Es ist also anzunehmen, daß die Phrasen, um deren Existenz Dave sich sorgt, uns noch einige Zeit lang erhalten bleiben werden.

Und passend zur Linguistizität dieses Eintrags - und weil er noch etwas kurz scheint - verlinke ich noch Dictionaraoke:

Main Entry: dic-|tio-|nar-|a-|o-|ke
Pronunciation: 'dik-sh&-"ner-A-O-ke
Definition: Audio clips from online dictionaries sing the hits of yesterday and today. The fun of karaoke meets the word power of the dictionary.

-- now playing: Paul Murray - The Skye Boat Song --

Posted by kreetrapper at 21:30 in Langue, Langage, Parole | Comments (0)

02.04.06

We have lost

"Die umstrittene Rechtschreibreform von 1996 wird endgültig geändert." heißt es nun seit letztem Donnerstag. Jahrelang konnte man als Freund der "klassischen Schreibung" noch hoffen. Vor allem als im letzten Jahr der Rat für deutsche Rechtschreibung seine Arbeit aufnahm und die Regeln noch mal gründlich überarbeitete. Das hat den Vorteil, daß einige der bittersten Regeln aus den Bereichen Groß- und Kleinschreibung und Getrennt- und Zusammschreibung korrigiert (und wieder stärker der alten Rechtschreibung angepaßt) wurden. Der Nachteil ist natürlich, daß nun wieder mal alle Schulbücher neu gedruckt werden müssen und alle Menschen zum was-weiß-ich-wievielten Male neue Regeln lernen müssen. Wenn ich mir die Chronik der Geschehnisse vor Augen führe, keimt immer mehr der Verdacht in mir, daß dieser ganze Quatsch geschickter Lobbyarbeit der Schulbuchverlage zu verdanken ist. Denn das sind doch die einzigen, die offensichtlich von dem ganzen Hin und Her profitiert haben, weil nun wirklich jede Schule jedes Jahr neue Bücher anschaffen mußte, um den Kindern aktuelle Schreibung präsentieren zu können. Okay und die Wörterbuchverlage, vor allem natürlich die Jungs vom Duden, auch wenn ihr Werk nun nicht länger "maßgeblich in allen Zweifelsfällen" ist. Aber ich warte immer noch darauf, daß mir einer der beteiligten Politiker erklärt, was man sich bloß dabei gedacht hat. Die schleichende Anpassung der "korrekten" Schreibung an die vorherrschende durch die Jungs vom Duden-Verlag hat doch beinahe hundert Jahre lang hervorragend funktioniert und hätte das bestimmt auch noch weitere hundert Jahre lang. Und dann immer wieder dieses alberne Argument, daß man die Rechtschreibung vereinfachen wolle. Als ob es das vornehmliche Ziel einer allgemeinen Orthographie ist, einfach zu (erlernen zu) sein. Wenn man das wollte, hätte man ja auch gleich die Grammatik vereinfachen und z.B. die starken Verben abschaffen können. Die sind eh schon gefährdet genug. Das Ergebnis ist jedenfalls nun eines, das vieles zur Folge hat, aber mit Sicherheit nicht, daß die dummen Kinder von heute es einfacher haben. Bedenkt man zudem noch, wieviele Regeln auch nach der Korrektur immer noch übrig geblieben sind, die von der Form "Das wird soundso geschrieben. Es sei denn, Sie wollen es doch lieber so schreiben. Das ist dann auch okay." sind, dann bin ich mir fast sicher, daß frühestens die Generation, die jetzt gerade geboren wird, wieder einigermaßen sicher in ihrer Schreibung ist. Und das auch nur, wenn sofort alle Verlage und Zeitungen klein beigeben und die neuen Regeln übernehmen. Und das sehe ich ja noch nicht. Vermutlich wird es noch an die hundert Jahre dauern, bis sich dieses Chaos wieder gelegt hat. Herzlichen Glückwunsch hierzu an die Kultusministerkonferenz. Gut daß man im deutschen Schulsystem keine anderen und dringlicheren Sorgen hat. Sonst wäre das noch peinlicher geworden.

Die Konsequenzen?

Inzwischen sind viele Menschen schon so verunsichert, daß sie sich dubiosen selbsternannten Sprachschützern (O-Ton: "Wir sollten aufhören, uns für die deutsche Sprache zu genieren.") oder Deutschlehrern (Sick: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod: über zwei Millionen Exemplare verkauft; König: Rettet dem Dativ: null Exemplare verkauft) zuwenden.

-- now playing: Freundeskreis - Esperanto --

Posted by kreetrapper at 23:00 in Langue, Langage, Parole | Comments (12)

21.03.06

Was ist eigentlich Poesie?

Eigentlich wollte ich den Welttag der Poesie dadurch ehren, daß ich selbst etwas Lyrik schreibe und hierhin poste. Aber der Kuß der Muse hat mich heute leider nicht erreicht. Stattdessen, damit Ihr den Tag der Poesie nicht völlig ohne ebenjene verbringen müßt, verlinke ich diesen herausragenden Text von artbroken. Als Aufgabe für den Leser bleibt, ob es sich hierbei nun um Prosa handelt (wie artbroken selbst behauptet) oder vielleicht doch um Poesie (wie ich durch die Verlinkung in diesem Post impliziere). Was auch immer es ist, mir gefällt es ausnehmend gut und wie immer, wenn ich so etwas in seinem Livejournal lese, wünsche ich mir, daß ich selbst auch irgendwann in der Lage sein werde, solche Texte zu Papier (oder sagt man inzwischen "in Einsen und Nullen") zu bringen.

Okay, es ist noch reichlich Zeit übrig und ich nutze die Gelegenheit um einen Leserbrief eine linguistische Anfrage zu beantworten.

Captain Smollet schreibt:
Als Linguist könntest du dich der Frage widmen, warum "lohnenswert" ein unschöner und überflüssiger Hybrid aus "lohnend" und "wertvoll" ist.

Ich denke, daß alle drei Wörter ihre Existenzberechtigung haben - oder zumindest hatten. Schauen wir uns jedes Wort einzeln an:

  • wertvoll können in der Regel eigentlich nur Objekte sein, wobei der Begriff "Objekt" oftmals schon ziemlich weit gefaßt ist. Sind "wertvolle Erfahrungen" wirklich Objekte? Metaphorisch gesehen schon, würde ich sagen.
  • lohnend bezieht sich, im Gegensatz dazu, vornehmlich auf Aktionen, die vermutlich einen (monetären) Nutzen zeitigen werden. Ein Einbruch ist zum Beispiel lohnend, wenn man ihn in einem Juweliergeschäft ausübt, bei mir sähe das schon anders aus.
  • lohnenswert scheint auf den ersten Blick wirklich überflüssig, da die beiden obigen Begriffe ja eigentlich alle Lebensbereiche abzudecken scheinen. Ich glaube aber, daß hier (zumindest ursprünglich) die Perspektive eine andere ist. Im Gegensatz zu lohnenden Unterfangen, die quasi von selbst eine Art von Lohn für den Unterfangenden abwerfen, sind lohenswert solche Aktionen, die jemand anderem auf irgendeine Art und Weise helfen, so daß dieser angehalten sein könnte, den Agierenden zu entlohnen. Er muß das aber natürlich nicht machen. Vielleicht ist er geizig, oder arm, oder er hält das Getane eben nicht für des Entlohnens wert.

Schauen wir, gestählt durch dieses Hintergrundwissen, nun noch einmal meinen Satz an, auf den der Captain sich in seiner Frage bezieht:
Ebenfalls lohnenswert könnte es sein, darum zu wetten, wie lange es dauert, bis meine Kreativität durch das tägliche Schreiben so weit am Boden ist, daß ich durch meine gähnend langweiligen Beiträge auch noch die letzten Leser vergrault habe und mich selbst jedesmal in Agonie winde, bevor ich auf den "Veröffentlichen"-Button klicke.
Und wir stellen fest, daß ich hier wohl besser "lohnend" geschrieben hätte. Tja, eiskalt erwischt. Aber als Deskriptivist nehme ich das natürlich sofort zum Anlaß um zu behaupten, daß die oben von mir skizzierte Bedeutung von lohnenswert im Schwinden begriffen ist und das Wort für die meisten Sprecher nur noch eine schicke Angebervariante von lohnend ist. Zumindest bei mir war es wohl so.

Als erstes fiel mir übrigens an der Anfrage von Captain Smollet auf, daß ich "das Hybrid" sagen würde und nicht "der Hybrid". Ein Blick in meinen, schon etwas in die Jahre gekommenen, dafür aber frei von jeglichem Reformschwachsinn seienden Duden hilft mir da wenig. Er kennt das Wort überhaupt nicht. Nur "hybrid" und "Hybride". Wäre es nicht schon so spät, würde ich jetzt vermutlich noch weitersuchen, aber so wichtig ist es mir eigentlich auch nicht.

Posted by kreetrapper at 23:11 in Langue, Langage, Parole | Comments (0)

28.02.06

Carnevale


Karneval. [...] Entlehnt aus it.
carnevale[...]. Möglicherwise eine Lehnbildung mit it. carne f 'Fleisch' und it. levare 'wegnehmen' (de carne levare ieiunium, gekürzt zu carnelevare, carnelevarium, dann carnevale). Ursprünglich Bezeichnung des Tages vor der vorösterlichen Fastenzeit; dann Erweiterung des bezeichneten Zeitraumes.

Das sagt der kluge Herr Kluge (den es inzwischen sogar schon digital gibt - leider im proprietären Ein-Betriebssystem-Format) zu dem, was wir in diesen Tagen erlebten und was morgen glücklicherweise schon wieder vorbei ist.

Wenn das nicht die perfekte Gelegenheit für alle Christen ist, endlich - zumindest für einige Wochen - das glorreiche Leben eines Vegetariers zu führen. Als Anreiz (im Sinne einer negativen Verstärkung) kann dieses Video dienen, das ich mir aufgrund meines furchtbar schlecht konfigurierten Systems bisher nicht selbst ansehen konnte, das aber doch sehr deutliche Bilder enthalten soll (nichts für schwache Nerven).

Noch mal zurück zum Karneval. Man sollte ja meinen, daß dieser närrische Frohsinn nach Terminplan hier im "Herz Westfalens" nicht so ausgiebig zelebriert wird, aber leider ist dem nicht so. So mußte ich gestern auf dem Heimweg von meiner "Fortbildung" entsetzt feststellen, daß es wohl tatsächlich immer noch einen Rosenmontagszug in Dortmund gibt und - für mich in diesem Moment viel schlimmer - daß man die Straßenbahn einfach nicht mehr fahren läßt, weil sie dem Zug in die Quere käme. So bin ich ziemlich verärgert per pedes von der Innenstadt aus nach Hause gewandert und konnte so nicht nur nicht das hervorragende Buch, welches ich zur Zeit lese, endlich beenden, sondern es sieht momentan gar ein bißchen so aus, als habe ich mir unterwegs auch noch eine leichte Erkältung eingefangen. Wenigstens ist dann die Nase rot. Helau!

Posted by kreetrapper at 22:26 in It's my life | Comments (2)

19.02.06

Endlich wieder Linguistik

Die nächste Woche ist ziemlich voll. Morgen gehe ich wieder zu meiner "Fortbildung", nachdem mein Magen sich inzwischen ohne ärztliches Eingreifen, bzw. nur durch Androhen dessen wieder einigermaßen beruhigt zu haben scheint. Ich bin schon gespannt, wieviel ich verpaßt habe und wieviel Zeit es mich kosten wird, das aufzuholen - vermutlich beängstigend wenig.

Morgen oder übermorgen werde ich ein Heidengeld ausgeben, um den Gastrologen per Handy in einer Fortbildungspause anzurufen und mir erzählen zu lassen, was die Untersuchung meines Blutes ergeben hat (vermutlich nichts). Und dann muß ich mir gemeinsam mit dem Arzt überlegen, ob eine Magenspiegelung Sinn macht, wenn sich das Problem doch jetzt einigermaßen von selbst erledigt hat.

Und damit es nicht zu stressig wird mit all der "Fortbildung", habe ich mir von Mittwoch bis Freitag Urlaub genommen. Gut daß ich zufällig erfahren habe, daß das möglich ist. Und ich habe ja auch einen guten Grund. Ich werde in dieser Zeit nämlich die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft in Bielefeld besuchen. Und da das so nah ist, habe ich mir ein Auto geliehen und werde jeden Tag früh morgens hin- und abends wieder heimfahren. Diese Idee hatten wohl auch einige andere, denn es scheint ein bißchen so, als würde das gesamte Personal des linguistischen Institutes der RUB ebenfalls dort sein. Ich freue mich aber trotzdem schon sehr darauf, mich endlich mal wieder so richtig als Linguist zu fühlen. Da dies aber sehr zeitaufwendig ist, werde ich wohl in der nächsten Woche wenig bis gar nichts hierher schreiben. Dafür gibt es aber danach vermutlich einen ReiseErlebnisbericht.

-- now playing: New Model Army - The Collection --

Posted by kreetrapper at 21:28 in It's my life | Comments (1)

15.02.06

Linguistische Nabelschau & other stuff too

Ihr fragt Euch vielleicht, warum ich manchmal auf Englisch und manchmal auf Deutsch schreibe. So richtig erklären kann ich es auch nicht, fürchte ich. Es ist einfach so, daß mir bestimmte Gedanken in einer bestimmten Sprache einfallen. Und wenn der halbe Beitrag schon fertig in meinem Kopf ist, dann schreibe ich ihn eben in der Sprache, in der er sich mir anbietet. Wenn meine hehren Sprachlernpläne nicht nur solche bleiben, passiert mir das früher oder später hoffentlich auch noch in anderen Sprachen. Das wäre so cool.

Heute war ich in aller Hergottsfrühe beim Gastrologen, der mir nach einer Ultraschalluntersuchung schon mal versichern konnte, daß ich keine Gallensteine habe. Für das Blutabnehmen mußte ich mich in eine Schlange stellen, da ich nur einer von insgesamt fünf Patienten war, die das alle wollten, und nur jeweils einer in das entsprechende Zimmer paßte. Zwischenruf: "Warum gab es keine Stühle?" Das weiß wohl niemand. Das Ergebnis gibt es jedenfalls erst Anfang nächster Woche. Und dann muß ich mich wohl entscheiden, ob ich mir doch noch den Magen spiegeln lasse - wahrscheinlich schon, es sei denn die Schmerzen kommen nun doch nicht mehr wieder. Das würde mich aber schon wundern.

Nicht so sehr gewundert habe ich mich über die Geschichte mit meinem neu erworbenen Drucker. Der sollte ja angeblich spätestens am Freitag geliefert werden, ich sollte aber zur Sicherheit lieber vorher anrufen. Das tat ich natürlich nicht, sondern ging am Montag frohgemuts direkt zum PC-Spezialisten. Der Drucker war natürlich noch nicht da. Aber am Dienstag komme er ganz bestimmt, wurde mir versichert. Aber da müssen sie schon früher aufstehen, wenn sie denken, daß ich darauf hereinfalle. Stattdessen habe ich mich gestern totgestellt und erst heute Nachmittag dort angerufen. Die Geschichte, daß der Drucker tatsächlich schon gestern angekommen sei, aber erst so spät, daß man mich nicht mehr angerufen habe, damit ich mich nicht hetzen müsse, war schon ziemlich nett und ich habe so getan als glaubte ich sie. Aber der Drucker ist nun tatsächlich in meinem Besitz und jetzt muß ich nur noch den Mut aufbringen, ihn auszupacken und anzuschließen. Ein bißchen Glück ist ja immer mit dabei, wenn es darum geht, ob eine neue Hardwarekomponente reibungslos funktioniert. Den Spaß hebe ich mir für morgen auf. Nachdem ich meinen Arzttermin ja schon um sieben Uhr hatte und daher schon um halb sechs aufgestanden bin, habe ich vor, die günstige Gelegenheit zu ergreifen, früh ins Bett zu gehen und morgen wieder früh aufzustehen. Am Montag muß ich ja wieder bei meiner "Fortbildung" sein und da sollte ich meinen Tag-und-Nacht-Rhythmus langsam mal wieder daran angleichen.

Posted by kreetrapper at 23:33 in It's my life | Comments (0)

08.02.06

Vermengte Gedanken

Zwei Dinge, die mir schon länger im Kopf herumschwirren. Jetzt habe ich es aufgegeben, darauf zu warten, daß mir noch mehr solcher Fetzen zufliegen, die dann zusammen einen Eintrag von akzeptabler Länge ergäben. Mehr Mut zum Kurzbeitrag!

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Bin ich eigentlich der einzige, der bei der Werbung für die neue(?) MTV-Konzert-Sendung "Get alive" immer nur "Get a life!" versteht?

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Jedesmal, wenn ich mit der Straßenbahn die Kaiserstraße entlangfahre und nicht gerade in ein Buch vertieft bin, fällt mir auf, daß ich das Möbelgeschäft dort vermisse. Hauptsächlich wegen der "erschwinglichen Massivholzmöbel", die immer im Schaufenster angepriesen wurden. "Erschwinglich" ist meiner Meinung nach eines der schönsten deutschen Wörter. Ich muß mir mal angewöhnen, das häufiger zu verwenden.

Posted by kreetrapper at 00:58 in It's my life | Comments (2)

25.12.05

Heilig?

Gestern in meinem Rewe gesehen:
"Unsere Öffnungszeiten an Heilig Abend und Silvester"

In dem Moment als ich es sah, war ich mir sicher, daß das falsch ist. Genauso wie zum Beispiel "Würfel Zucker". Aber mit der Zeit bin ich mir immer unsicherer geworden und auch Google liefert erschreckend viele Treffer für "Heilig Abend", auch wenn es gleichzeitig vorschlägt "Meinten Sie vielleicht HeiligAbend?"

Und wie so oft, frage ich nun also Euch, meine treuen Leser. Kennt Ihr "Heilig Abend"? Wißt Ihr Genaueres über die Verwendung? Ist die Getrenntschreibung womöglich eine regionale Variante, in der das Wort in einer früheren Entwicklungsphase stehen geblieben ist?

Posted by kreetrapper at 00:40 in Langue, Langage, Parole | Comments (17)

24.10.05

Verstreute Gedanken

Früher fand ich das Glockenspielhaus ziemlich cool. Inzwischen läuft es bei mir definitiv unter Lärmbelästigung. Und da es direkt an der Straßenbahnhaltestelle ist, kann man dem Lärm auch nicht ausweichen. Blöd das.

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Was mich so richtig ankotzt ist ja auch die Werbung auf der Straßenbahn. Zumindest die, die sich über die Fenster erstreckt und einem den Spaß an einem Fensterplatz verleidet. Ich finde, daß man für derart minderwertige Plätze eigentlich einen Fahrpreisrabbat bekommen müßte.

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Was ich hingegen ziemlich gut finde - gegen den aktuellen Trend und gegen das Prinzip des von mir sehr geschätzten Linux/Unix - ist das Konzept des Handys als eierlegende Wollmilchsau, also im wesentlichen mit den Funktionen Telefon, Fotoapparat und MP3-Player. Es ist doch eigentlich sehr praktisch, nur noch ein Gerät mit sich herumtragen zu müssen, das alle diese Funktionen auf einmal erfüllt. Problematisch wird es nur, wenn es mal Probleme gibt, da man dann keine der Funktionen mehr nutzen kann. Aber mit einer ordentlichen Ausfallsicherheit ausgestattet wäre das schon eine gute Idee.

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Gerade fiel mir aus irgendeinem Grund der Text von "Help" ein und ich überlege nun hier in aller Öffentlichkeit ob und vor allem inwieweit man die Unterscheidung zwischen "somebody" und "anybody" auf die deutschen Begriffe "jemand" und "irgendjemand" abbilden kann, und ob das dann mit den anderen Indefinitpronomen ähnlich geht. Wir alle wissen ja "Bei Frage und Verneinung tritt 'any' in Erscheinung." Und eben diese beiden Bereiche wirken doch mit "irgendjemand" natürlicher als nur mit "jemand", finde ich.

"I need somebody."
"Ich brauche jemanden."

"Is there anybody out there?"
"Ist irgendjemand da draußen?"

"I don't need just anybody."
"Ich brauche nicht irgendjemanden. [sondern einen Klempner]"

Was denken denn meine Leser so dazu? Es wäre doch schön, wenn die langen Diskussionen auf dieser Seite nicht nur über Politik geführt würden, sondern auch mal über Linguistik.

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Die Fantastischen Vier veröffentlich jetzt schon das 4. Live-/Best-Of-Album. Von den letzten sechs Alben waren nur zwei normale Studioalben mit komplett neuen Titeln. Ich finde das doch irgendwie besorgniserregend, auch wenn Viel von extrem hoher Qualität war. Wenn es also nicht an fehlender künstlerischer Inspiration liegt, dann liegt der Verdacht nahe, daß hier die treue Fangemeinde mal wieder um den einen oder anderen Euro erleichtert werden soll. Wenn man dann auch noch daran denkt, daß sich die Vier seit neuestem auch an die Werbung verkauft haben, muß zumindest ich doch noch mal ernsthaft über das Ausmaß meines Fantums nachdenken.

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Wir feiern 20 Jahre Calvin & Hobbes - oder, wenn wir pessimistisch sind - den zehnten Jahrestag des Endes dieses Strips. Dieser Washington-Post-Artikel erklärt, warum das einerseits schade ist, andererseits aber wohl kaum anders möglich war. Jetzt gibt es jedenfalls endlich eine gut gemachte Gesamtausgabe, etwas, das ich schon jahrelang suche (das beste, was ich fand waren die drei fetten Bände The Essential Calvin and Hobbes, The Authoritative Calvin and Hobbes und The Indispensable Calvin and Hobbes). Sie kostet 150 Dollar, ein fairer Preis für 10 Jahre voll guter bis brillianter Comic Strips. Wenn ich jetzt nur das Geld dafür hätte.

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Der Deppenapostroph scheint nicht mehr in zu sein. Stattdessen sieht man immer häufiger - fast möchte ich schon sagen, "wohin man schaut" - das Deppenleerzeichen. Jüngstes prominentes Beispiel ist der Signal Iduna Park - eine Umbenennung, die auch mir, dem Fußball am Arsch vorbeigeht, die Tränen in die Augen treibt.

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Auf Eurosport wird jetzt scheinbar regelmäßig Wrestling übertragen (ganz genau kann man das nicht sagen, weil weder Videotext noch Webseite des Senders besonders großzügig mit Informationen umgehen). Zwar handelt es sich nicht um die allseits bekannte und beliebte WWE (ehemals F), aber immerhin um das next-best-thing: TNA. Ich habe es am letzten Wochenende geschaut und war ganz angetan. Die Kämpfe sind unterhaltsam und die beiden Moderatoren, Christian und Harry, wenn ich es richtig verstanden habe, sind ziemlich witzig. Es fehlt einem zwar ein wenig Carsten "Das war die beste Großveranstaltung, die ich je gesehen habe" Schäfer, aber der hat ja mit den Jahren sowieso ein wenig nachgelassen. Mein Tip: Schaut mal rein! Die nächste Sendung ist, wenn ich mich recht erinnere, am kommenden Freitag.

.......

Jetzt ist es wohl endgültig so weit. Die NBA ist im deutschen Free-TV nicht mehr zu sehen. Im letzten Jahr sah es ja auch erst so aus, bevor das DSF sich nach den ersten paar Saisonwochen doch noch erbarmt hat, also gebe ich die Hoffnung noch nicht ganz auf Trotzdem finde ich es ziemlich blöd - und irgendwie leitkulturmäßig - daß im Fußball jedes auch noch so viertklassige Fünftligaspiel übertragen wird, aber man in Deutschland nicht so populäre Sportarten kaum noch geboten bekommt. Und wieder ein Kerbe mehr in dem Brett mit Gründen für's Auswandern.

Posted by kreetrapper at 23:15 in It's my life | Comments (0)

20.09.05

Neues Blutbad

Das aktuelle Blutbad ist da. Mit dem Aufholen hapert es noch ein bißchen, ich bin aber frohen Mutes.

Weil ich keinen anderen Platz dafür finden konnte, hier noch ein linguistischer Kommentar zur Wahl

Wieder einmal fällt mir der linguistische Schatten auf, den die "dunkle deutsche Vergangenheit" bis in die heutige Zeit wirft. Wie sonst ist es zu erklären, daß die Parteien, die anderswo eindeutig und problemlos als "rechts" bezeichnet würden, hier als "die Bürgerlichen" firmieren?

Posted by kreetrapper at 00:54 in Gemetzel | Comments (0)

18.09.05

typisch deutsch?

Deutschland ist in Wirklichkeit längst in der Multikulturalität angekommen. Zumindest muß man als außenstehender Beobachter der Basketball-EM zu diesem Schluß kommen. Man vergleiche nur die Namen der italienischen Nationalmannschaft mit denen der deutschen Nationalmannschaft. Für Italien treten Leute an, die Calabria, Marconato oder Mancinelli heißen. Doch im deutschen Team ist der Prozentsatz typischer deutscher Namen verschwindend gering.

Mithat Demirel
Robert Garret
Demond Greene
Marco Pesic
Denis Wucherer
Pascal Roller
Misan Nikagbatse
Sven Schultze
Stephen Arigbabu
Patrick Femerling
Dirk Nowitzki
Robert Maras

Und Ademola Okulaja konnte ja bekanntermaßen leider nicht an der EM teilnehmen.

Posted by kreetrapper at 22:36 in Langue, Langage, Parole | Comments (0)

07.09.05

Broca + Wernicke = ?

Der idw hat mir gestern diese ziemlich interessante Pressemitteilung der Universität zu Köln zugetragen, die ich hiermit in die Welt hinausposaune und somit meinem Ruf als Linkblogger, der keinen eigenen Content produziert, mehr als gerecht werde.

Kopfrechenschwäche durch Sprachstörung

Menschen die unter der Sprachstörung Aphasie leiden sind oft schwach im Kopfrechnen. Dabei fällt ihnen die Addition noch am leichtesten, gefolgt von der Subtraktion, die Multiplikation bereitet die meisten Schwierigkeiten. Im Gegensatz zum Kopfrechnen sind die Leistungen im schriftlichen Rechnen überraschenderweise wenig beeinträchtigt. Dies geht aus einer Studie hervor, die Dr. Amina Elsner aus dem Zentrum für Neurologie und Psychiatrie der Universität zu Köln durchführte. Die Ergebnisse dürften unter anderem für Linguisten von großem Interesse sein.

Es besteht eine Wechselbeziehung von gestörter Zahlenverarbeitung mit Störungen in der Verarbeitung von Sprache, was darauf hindeutet, dass für beide die gleichen kognitiven Mechanismen genutzt werden könnten. Die Einschränkungen in einzelnen Modalitäten der Sprache (Verständnis, Lesen, Schreiben etc.) korrelieren mit entsprechenden Aufgaben der Zahlenverarbeitung.

Unter einer Aphasie versteht die Medizin eine erworbene, also nicht angeborene, Beeinträchtigung des Umgangs mit Sprache. Sie wird durch eine zentrale Hirnschädigung hervorgerufen und kann sich in allen Modalitäten des Sprechens und der Sprachverarbeitung zeigen. Für die Untersuchung von Zahlenverarbeitungs- und Rechenstörungen spielt die Aphasie eine wichtige Rolle, weil eine Beeinträchtigung des Rechnens und der Zahlenverarbeitung oft gleichzeitig mit einer Sprachstörung auftritt.

Dr. Elsners Studie basiert auf einem neuartigen standardisierten, normierten und modellbasierten Testverfahren mit insgesamt 80 Probanden. Die Arbeit bewertet die Leistungsuntersuchungen in der Verarbeitung unterschiedlicher Zahlencodes, wie z.B. Zahlwörter oder arabischer Zahlen, erstmals getrennt. Dabei stellte sich heraus, dass bei Aphasie-Patienten die Fähigkeit zur Verarbeitung von Zahlwörtern jeweils deutlich schlechter erhalten ist als die zur Verarbeitung arabischer Ziffern.

Die Einschränkungen unter denen Aphasiker im Umgang mit Zahlen leiden, korrelieren mit dem Schweregrad der Sprachstörung. Im Bereich der Zahlenverarbeitung bestehen beim Vergleich und beim Lesen von Zahlen die wenigsten Probleme. Tendenziell sind bei Aphasie-Kranken die Leistungen der Zahlenverarbeitung allerdings stärker beeinträchtigt, als die Leistungen im Rechnen. Die meisten Schwierigkeiten bestehen beim schriftlichen Transkodieren; auch das Schreiben von Zahlen nach Diktat bereitet Aphasikern Probleme.

Posted by kreetrapper at 01:54 in Langue, Langage, Parole | Comments (2)

26.08.05

Selbsterkenntnis, Rat-Con, BCB-News

Ich habe gestern eine Diplomarbeit für jemanden korrekturgelesen und dabei festgestellt, daß es mir beim Korrekturlesen mitunter sehr schwer fällt, nicht bestimmte Formulierungen, die ich so niemals verwenden würde, einfach abzuändern. Und das, obwohl die betreffenden Formulierungen in der Regel, rein objektiv betrachtet, völlig in Ordnung sind. Der Drang läßt aber glücklicherweise mit zunehmender Korrekturzeit nach. Und ich habe dabei wieder einmal feststellen müssen, daß diese Arbeit mir sehr gut liegt. Wenn ich jetzt bloß noch jemanden fände, der mir das glaubt und mich deswegen einstellt.

Für alle Rollenspielfreunde im Raum Dortmund möchte ich in beinahe letzter Minute darauf hinweisen, daß am kommenden Wochenende mal wieder der Ratcon im Fritz Henßler Haus stattfinden wird. Das ganze ist zwar als allgemeiner Con angekündigt, ist aber in Wirklichkeit eine reine FanPro-Veranstaltung, also mithin das gefundene Fressen für alle DSA- und Shadowrun-Freunde. Und wenn man nur spielen möchte, findet man sicherlich auch Runden für andere Systeme. Die Zeiten des berüchtigten Vampire-LARP scheinen jedoch vorbei zu sein, wenn man dem (vorläufigen) Programm im Internet glauben darf.

Der BILD-Comic-Bibliothek werde ich mich vermutlich morgen, spätestens aber am Samstag wieder widmen. Das hängt ein wenig davon ab, wie zügig und reibungslos ich meine diversen morgigen Termine und Vorhaben auf die Reihe bekomme.

Posted by kreetrapper at 00:23 in It's my life | Comments (0)

15.08.05

Things look Grimm

grimm_poster.jpg

Der gute alte Jacob drehte sich vermutlich im Grabe herum, wüßte er um Terry Gilliams neuen Film:

The Brothers Grimm

Man beachte die Tagline: Eliminating Evil Since 1812

Offenbar sind die beiden verdienten Germanisten (man möchte fast sagen die Urväter der Germanistik) in diesem Film als Trickbetrüger und Monsterjäger unterwegs. Die Hauptrollen werden von Matt "Die Bourne-Identität" Damon und Heath "Ritter aus Leidenschaft" Ledger übernommen.

Hier ist die offizielle Seite des Films, von der ich auch das hier abgebildete Poster geklaut habe, und hier ist der imdb-Eintrag. Der Film kommt voraussichtlich am 6. Oktober in die deutschen Kinos. Ich weiß nicht recht, ob ich nun weinen oder lachen soll. Erst mal abwarten. Es könnte ja sein, daß es ein ganz unterhaltsamer Film wird. Immerhin ist Terry Gilliam bekannt dafür, ziemlich gute Filme zu machen. Man denke nur an Twelve Monkeys. Man wird halt den inneren Germanisten während des Kinobesuchs ausschalten müssen.

Posted by kreetrapper at 23:48 in Film & TV | Comments (0)

01.08.05

August der Orthographie

Willkommen im August 2005.
Heute wird die allseits diskutierte und vielerorts gefürchtete neue deutsche Rechtschreibung verbindlich.
Außer natürlich bei mir zu Hause in NRW und im Pisa-Gewinner-Bundesland Bayern.
Das wird sicher noch lustig - lächerlich ist es ja schon länger.

Posted by kreetrapper at 02:38 in Langue, Langage, Parole | Comments (0)

17.07.05

Divided by a common language

Ein Bonmot, das ich immer gern verwende, um auf die Unterschiede zwischen amerikanischem und britischen Englisch hinzuweisen, das aber mit ein bißchen Glück bald auch innerhalb Deutschlands zutreffen könnte. Am 1. August soll ja die berüchtigte neue deutsche Rechtschreibung endlich verbindlich werden. Und das, obwohl der Rat für deutsche Rechtschreibung momentan immer noch an einigen Teilbereichen (insbesondere der vielgescholtenen Getrennt- und Zusammenschreibung) herumdoktert. Wikinews meldet nun, knapp zwei Wochen vor dem Datum, folgendes:

Bayern und Nordrhein-Westfalen setzen Rechtschreibreform aus

Und zwar angeblich solange bis der Rat einen für alle Seiten akzteptablen Kompromißvorschlag erarbeitet hat. Das ist ja zur Abwechslung mal eine durchaus sinnvolle Idee in diesem ganzen Wahnwitz. Man muß sich allerdings doch fragen, was die Kultusministerkonferenz zuvor geritten hat, daß sie beschlossen haben, eine Rechtschreibung verbindlich zu machen, die überhaupt nicht alle Teilaspekte der Sprache abdeckt. Wenn dieses Thema für die nicht-deutsch-sprechende Welt nicht so unwichtig wäre, hätte die Regierung sich damit mal wieder gründlich auf der Weltbühne lächerlich gemacht. Ein Glück, daß niemand guckt.

Posted by kreetrapper at 14:05 in Langue, Langage, Parole | Comments (0)

21.05.05

Mai, der Monat für Linguisten

Solange wir noch Mai haben, muß ich endlich auch mal diese Arbeit von James D. McCawley hier posten.

DATES IN THE MONTH OF MAY THAT ARE OF INTEREST TO LINGUISTS

By Jim McCawley

May 2, 1919. Baudouin de Courtenay concedes defeat in his bid for the presidency of Poland.
May 3, 1955. Mouton & Co. discover how American libraries order books and scheme to cash in by starting several series of books on limericks. The person given charge of this project mishears and starts several series of books on linguistics. No one ever notices the mistake.
May 5, 1403. The Great English Vowel Shift begins. Giles of Tottenham calls for ale at his favorite pub and is perplexed when the barmaid tells him that the fishmonger is next door.
May 6, 1939. The University of Chicago trades Leonard Bloomfield to Yale University for two janitors and an undisclosed number of concrete gargoyles.
May 7, 1966. r-less pronunciation is observed in eight kindergarten pupils in Secaucus, N.J. The governor of New Jersey stations national guardsmen along the banks of the Hudson.
May 9, 1917. N. Ja. Marr discovers ROSH, the missing link for Japhetic unity.
May 11, 1032. Holy Roman Emperor Conrad II orders isoglosses erected across northern Germany as defense against Viking intruders.
May 12, 1965. Sydney Lamb announces discovery of the hypersememic stratum, setting off a wave of selling on the NYSE.
May 13. Vowel Day. (Public holiday in Kabardian Autonomous Region). The ceremonial vowel is pronounced by all Kabardians as a symbol of brotherhood with all speakers of human languages.
May 14, 519 B.C. Birth of Panini.
May 15, 1964. J. Katz and J. Fodor are separated in 5-hour surgery from which neither recovers.
May 17, 1966. J. R. Ross tells a clean joke.
May 18, 1941. Quang Phuc Dong is captured by the Japanese and interned for the duration of hostilities.
May 19. Diphthong Day. (Public holiday in Australia)
May 20, 473 B.C. Publisher returns to Panini a manuscript entitled Saptadhyayi with a note requesting the addition of a chapter on phonology. Panini begins struggling to meet the publisher's deadline.
May 21, 1962. First mention of The Sound Pattern of English as ‘in press’.
May 23, 38,471 B.C. God creates language.
May 26, 1945. Zellig Harris applies his newly formulated discovery procedures and discovers [t].
May 27, 1969. George Lakoff discovers the global rule. Supermarkets in Cambridge, Mass. are struck by frenzied buying of canned goods.
May 29, 1962. Angular brackets are discovered. Classes at M.I.T. are dismissed and much Latvian plum brandy is consumed.
May 30, 1939. Charles F. Hockett finishes composing the music for the Linguistic Society of America's anthem, ‘Can You Hear the Difference?’
May 31, 1951. Chomsky discovers Affix-hopping and is reprimanded by his father for discovering rules on shabas.

Einige Kommentare und Erklärungen um die Entstehung gibt es im Language Log, aber auch dort werden die Anspielungen nicht erklärt. Auch ich verstehe die meisten leider nicht, was vermutlich auch mal wieder einiges über die Qualität meines Studiums aussagt. Ebenfalls unterhaltsam (und sehr viel verständlicher ist diese Arbeit von McCawley, die er unter Pseudonym publizierte:

ENGLISH SENTENCES WITHOUT OVERT GRAMMATICAL SUBJECTS
by Quang Phuc Dong
South Hanoi Institute of Technology

Hier finden sich bildschöne Beispielsätze wie z.B. die folgenden:

(34) *Fuck any irregular verb.
but
(35) Fuck seven old ladies by midnight or I'll take away your teddy-bear.
(36) Fuck any old lady you see.
(37) *Fuck each irregular verb.

(41) Fuck my sister on the sofa.
(42) *Fuck communism on the sofa.

Lesenswert.

Posted by kreetrapper at 02:05 in Langue, Langage, Parole | Comments (0)

03.05.05

Persistent Illusions als Inspiration für die Wissenschaft

Mehrfach habe ich mich hier (und hier) über die Unzulänglichkeit der deutschen Titel von Filmen aus englischsprachigen Ländern ausgelassen. Jetzt hat endlich die Wissenschaft den Ball aufgenommen und ein gewisser Christoph Schubert hat eine Arbeit zum Thema unter dem Titel "Die Appellwirkung englischer Filmtitel und ihrer deutschen Neutitel: Techniken interkulturellen Transfers" veröffentlicht. Der idw weiß mehr.

Posted by kreetrapper at 00:12 in Langue, Langage, Parole | Comments (0)

30.04.05

By far the most fun I had in a long time

Stephen Tanner wrote a trailer for Chomsky: The Motion Picture

Warning: Even I did not get every joke. Not even a lot, I suppose. But still...

Tanner's own disclaimer comes at the end:

MOST OF THE JOKES IN THIS POST WERE BOTH OBSCURE AND TENUOUS.
THEREFORE, WE ARE PROVIDING PHONE "HUMOR TECH-SUPPORT".

((ring))((ring))((ring))((ring))*click*

This is 1-800-KIB-OLUV. If you do not understand an acronym,
press 1 now. If you are having trouble with a running gag, press 2.
If you need support on pre-1993 jokes, press 3. Harry Claude Cat's
posts are Not Funny, so if you are calling about them, please hang up
now.

Woody Allen: And if I wanted a girl to explain Chomsky to me?
Woman: It'd cost you.

(via languagehat)

Posted by kreetrapper at 23:57 in Langue, Langage, Parole | Comments (0)

15.04.05

Wikipedia-Schmankerl

Als ich in der Wikipedia (seit neuestem auch offline zu haben) etwas über Isländisch nachschauen wollte, bin ich auf dieses linguistische Schmankerl gestoßen:

Halsbandsittich in vielen Sprachen, eine komparative Studie zur Bildung des Namens eines eher unbedeutenden Vogels und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu beobachten sind.

Da lacht das Linguistenherz. :-)

Posted by kreetrapper at 00:08 in Langue, Langage, Parole | Comments (0) | TrackBack

31.03.05

Schuster, bleib bei deinen Leisten

Kaum stellt extra3 mal die Verrücktheit eines Mathematikers, die nun auch schon über ein Jahr alt ist, vor, schon findet sich der Quatsch nur wenig später auch auf dieser unserer Seite. Vielleicht sogar nur, damit noch ein weiterer März-Beitrag zu Buche schlägt. Wer weiß das schon. Ein gewisses Maß an Relevanz gewinnt die Sache dadurch, daß sich diesmal ein RUB-Professor zum Deppen macht, und nicht wie sonst üblich ein Dortmunder Statist. Gleich bleibt jedoch, daß eine Veränderung der guten alten deutschen Sprache, die sich ja nun auch schon über tausend Jahre (in diversen Formen) bewährt hat, als dringend erforderlich dargestellt wird. Und mal wieder aus unberufenem Munde. "Warum können all diese Mathematiker und Statistiker nicht bei ihren Einzelbuchstaben bleiben?" möchte die gequälte Linguistenseele aufschreien.

Nun ja, der gute Mann hat jedenfalls die phänomenale Entdeckung gemacht, daß wir Deutschen die Zahlen ganz anders bilden als alle anderen (das sind in der Regel natürlich nur Engländer oder Franzosen), und zwar verkehrt herum. Das muß natürlich im Zuge der Internationalisierung angeglichen werden. Und flugs war ein passender Verein gegründet: der Förderverein Zwanzig-Eins. Im Netz finden sich Kommentare dazu zum Beispiel unter dieser Überschrift: Wie Mathematiker sich in der Öffentlichkeit lächerlich machen. Vielleicht sollten wir Linguisten mal beginnen, uns Gedanken über den Sinn und Zweck von irrationalen und imaginären Zahlen machen. Die rationale Beschäftigung mit irrationalen Zahlen müßte doch für ein erstklassiges Paradoxon gut sein, oder?

Posted by kreetrapper at 23:44 in Langue, Langage, Parole | Comments (0) | TrackBack

29.03.05

stiefmütterlich behandelt

Das sprachwissenschaftliche Wissen zukünftiger Deutschlehrer ist erschreckend mangelhaft. Das trifft ja generell auf eine unangenehm große Zahl von Menschen zu, denen in der Schule nicht mal grundlegende Grammatikkenntnisse vermittelt werden (siehe dazu auch mein zweites Posting überhaupt) Schön, daß endlich etwas gegen diese unerträglichen Zustände unternommen wird. Noch schöner, daß es im mir genealogisch verbundenen Vechta geschieht. Das ganze Elend mitsamt Silberstreif findet sich in der Zeit.

Posted by kreetrapper at 03:07 in Langue, Langage, Parole | Comments (0)

19.02.05

alter Titel - neu ergänzt

Ganz zu Beginn dieses blogs habe ich mich mit der Übersetzung von Filmtiteln beschäftigt. Ich schloß besagten Beitrag mit diesen Worten:

Es scheint also, daß an der Übersetzungsfront Besserung in Sicht ist. Es bleibt nur zu wünschen, daß diese Originaltreue auch auf's Fernsehprogramm übergreift, wo man immer noch oft zumindest mit dümmlichen Titelergänzungen vom Schlage "Jäger der Finsternis" bedacht wird.

Ein knappes Jahr später muß ich feststellen, daß es bei den Titeln von TV-Serien immer noch sehr düster aussieht. Wieder auf dieses Thema gebracht hat mich Petite Anglaise, die kürzlich in ihrem blog beklagte, daß es in Frankreich, dem Land der Sprachpuristen, nicht annähernd so bitter zugeht. Vielmehr laufen dort viele aktuelle Serien-Highlights (damit meine ich Serien, die zumindest sehr populär sind) unter dem Originaltitel. Pur und ohne Untertitel. Dies wird von der Autorin begrüßt, da die simple Struktur der Titel einheimischer Serien (offensichtlich wird nicht nur hierzulande fest mit der Dummheit der Fernsehzuschauer gerechnet) bei einer Übersetzung Schlimmes erwarten ließe. So stellt sie sich beispielsweise die französischen Titel zweier Serien vor:

Nip/Tuck - Les Docteurs Troy et McNamara: chirurgiens esthétiques
Six Feet Under - La famille Fisher: entrepreneurs de pompes funèbres

Ein guter Grund also, für eine erneute Bestandsaufnahme der Praxis bei der Übertragung von Serientiteln ins Deutsche. Ich nehme für diese Untersuchung natürlich nicht in Anspruch, daß sie umfassend ist. Vielmehr nehme ich mir einfach ein aktuelles Fernsehprogramm zur Hand. Hier also die Serien, geordnet nach Sendern.


vox
Six Feet Under - Gestorben wird immer
The District - Einsatz in Washington
Medical Detectives - Geheimnisse der Gerichtsmedizin
Cold Case - Kein Opfer ist je vergessen
Spurlos verschwunden - Without a Trace
Criminal Intent - Verbrechen im Visier
Crossing Jordan - Pathologin mit Profil
CSI - Den Tätern auf der Spur (Im Original: CSI: Crime Scene Investigation)
Profiler
Boston Public
CSI: Miami


sat1
J.A.G. - Im Auftrag der Ehre
Baywatch


Pro7/Kabel 1
The Shield - Gesetz der Gewalt
Charmed - Zauberhafte Hexen
Relic Hunter - Die Schatzjägerin
Angel - Jäger der Finsternis
Alias - Die Agentin
Nip/Tuck - Schönheit hat ihren Preis
Seven Days - Das Tor zur Zeit
Outer Limits - Die unbekannte Dimension
Beastmaster - Herr der Wildnis
O.C., California (Im Original: The O.C.)
Buffy - Im Bann der Dämonen (Im Original: Buffy, the Vampire Slayer)
Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI (Im Original: X-Files)
Emergency Room - Die Notaufnahme (Im Original: ER)


RTL/RTL2
The Agency - Im Fadenkreuz der CIA
Hercules (Im Original: Hercules - The Legendary Journeys)
Xena (Im Original: Xena - Warrior Princess)
Smallville


Vor dem tatsächlichen Nachschlagen hatte ich vermutet, daß dieses Verhalten sich nur bei bestimmten Sendern findet, die sich bei der Übernahme einer Serie ja den deutschen Titel ausdenken. Aber tatsächlich erstreckt es sich auf nahezu alle Sender, die aktuelle amerikanische Serien im Programm haben. Was sich unterscheidet ist allerdings die Quote der Ergänzungen. So finden sich bei ProSieben ausschließlich ergänzte Titel. Als mögliche Ausnahme kann höchstens O.C., California gelten und eventuell Buffy, die im Original ebenfalls einen Untertitel hat. Bei VOX ist das Verhältnis immer noch 8:3, bei RTL hingegen kann man fast den umgekehrten Trend beobachten. Hier gibt es nur eine ergänzte Serie, aber dafür zwei, denen der im Original vorhandene Untertitel weggekürzt wurde. Ein Verhalten, das umso auffälliger wird, wenn man sieht, daß RTL, ebenso wie in noch stärkerem Umfang Sat1, selbst Serien produziert, die einen Untertitel beinhalten.

RTL
Hinter Gittern - Der Frauenknast
Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei

SAT1
Hausmeister Krause - Ordnung muss sein
Broti & Pacek - Irgendwas ist immer
alphateam - Die Lebensretter im OP
Helicops - Einsatz über Berlin

Und das Phänomen ist hier keineswegs auf klassische Serien begrenzt, wie dieses Beispiel zeigt:

Genial daneben - Die Comedy-Arena


Interessant ist auch, daß das Phänomen "Titelergänzung" sich auf die 45-minütigen Serien zu beschränken scheint, während man es bei den kürzeren Formaten - im wesentlichen Sitcoms - nicht beobachten kann. Hier wird oft der Originaltitel in all seiner prägnanten Kürze übernommen (Friends; Frasier; Seinfeld; Becker; King of Queens).

Es stellt sich mir nun die Frage, was die Sender sich davon versprechen, kurze, prägnante und damit in gewisser Weise auch coole Titel durch diese ständigen Ergänzungen zu verunstalten. Soll dem dummen Durchschnittsdeutschen (den die Sender ja als Zuschauer anzunehmen scheinen - wie sonst lassen sich Formate wie Die Burg erklären) damit der englischsprachige Titel erklärt werden? Das wäre zumindest die einzige Erklärung, die mir einfällt. Und das Beibehalten des Originaltitels erklärt sich vermutlich aus leichterer transatlantischer Vermarktung. Aber warum trifft all dies auf kurze Formate wie Sitcoms nicht zu? Warum heißt es nicht "Friends - Freunde für's Leben" oder "Becker - Ein Arzt geht seinen Weg"? Ich stehe hier vor einem Rätsel. Vielleicht weiß einer meiner zahlreichen Leser weiter.

Posted by kreetrapper at 23:58 in Langue, Langage, Parole | Comments (0) | TrackBack

13.02.05

2005 - Aus Sicht des Linguisten

Dieses Jahr ist wieder einmal reich an Veranstaltungen, die dem Linguisten in mir das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Die Anwesenheit Chomskys in Berlin habe ich ja bereits einmal erwähnt. Ich besitze die völlige Dreistigkeit eine Mail des Fachschaftsrates Linguistik meiner alten alma mater (oder um die von mir präferierte Terminologie zu benutzen: "the hellhole I barely escaped from") zu diesem Thema nahezu komplett zu zitieren:

An unserem Institut gibt es - ihr habt die Plakate gesehen - eine
Herbstschule, die sich der Computerlinguistik widmet:

http://www.linguistics.rub.de/FallSchool/

Überrascht alle und kommt in Scharen - allzubald wird es diese
Veranstaltung nicht mehr in unserer Nähe geben!

In Köln gibt es vom 23. bis zum 25. Februar die Jahrestagung der DGfS.
Wegen der örtlichen Nähe absolut lohnenswert:

http://www.dgfs.de/cgi-bin/koeln2005.pl

Und, nochmal, die Ankündigung des Symposiums in Berlin, dass sich mit
der minimalistischen Sprachdefinition als ein Zusammenspiel von
Schnittstellen und Rekursion auseinandersetzt:

http://www.zas.gwz-berlin.de/events/symposium/

Im Mai wird es außerdem wieder mal die GGS (= Generative Grammatik des
Südens) geben, soweit ich weiß in Tübingen. Sobald mehr feststeht,
werdet ihr wieder informiert. Ansonsten schaut einfach unregelmäßig
vorbei auf

http://www.ggs-tagung.de

Da ich mir (mehr oder weniger) feierlich geschworen habe, keinen Fuß mehr in besagtes Institut zu setzen, kommt ein Besuch der ersten Veranstaltung natürlich für mich nicht in Frage - außerdem kostet das ganz schön viel Geld. Aber die anderen drei Tagungen reizen mich schon irgendwie. Die Jahrestagung der DGfS ist allerdings sehr zeitnah und ich bezweifle ernsthaft, ob ich mich beizeiten dazu aufraffen kann - vor allem, da man sich dafür anmelden muß. Wenn allerdings jemand von Euch Interesse hätte, mich zu begleiten...

Posted by kreetrapper at 23:34 in Langue, Langage, Parole | Comments (0) | TrackBack

01.02.05

Linguistischer Humbug

Durch die tägliche EU-Presseschau der sehr informativen Webseite Europa digital bin ich auf diesen Artikel aus der Welt am Sonntag aufmerksam geworden. In diesem Artikel wird beschrieben, wie sich Ökonomen des Centre for Economic Policy Research (CEPR), [...] in der Studie "Disenfranchisement in Linguistically Diverse Societies" der eurokratischen Sprachverwirrung angenommen [haben] und [...] zu dem Ergebnis [kommen]: Drei Sprachen reichen.

Der aufmerksame Leser wird sofort stutzig. Ökonomen? Sollten das nicht lieber Linguisten machen?

Das Ergebnis der Studie bestätigt diese erste Vermutung sofort. Das Vorgehen der Forscher wird wie folgt beschrieben:

Die Wissenschaftler nahmen den Grad der Verwandtschaft zwischen den EU-Sprachen, um eine Kombination zu finden, die möglichst nah an möglichst vielen Europäern liegt.

An diesem Punkt dachte ich mir: Keine schlechte Idee. Ich weiß leider noch sehr wenig über die linguistischen Verhältnisse in den neuen Mitgliedsstaaten, vermute aber, daß man mit jeweils einer germanischen, einer romanischen und einer slawischen Sprache für ziemlich viele Europäer diese Voraussetzung erfüllen würde. Also zum Beispiel Deutsch, Italienisch und Polnisch. Dies wäre jeweils die Sprache mit der größten Sprecherzahl, wenn man bedenkt, daß Englisch keine echte germanische Sprache, sondern ein Bastard aus Angelsächsisch und Französisch ist, und daß Französisch aufgrund seiner abstrusen Orthographie (bzw. Phonem-Graphem-Korrespondenz) nicht gerade ein Paradebeispiel für eine romanische Sprache ist. Diese Kombination läßt aber natürlich solche Sprachen außer acht, die keinem der drei Zweige angehören - wie zum Beispiel Griechisch.

Ich war also gespannt, welche drei Sprachen denn nun die richtigen sein sollen. Das Ergebnis: englisch, deutsch und französisch. Als Neumitglied der Union käme ich mir nach diesem Ergebnis aber gehörig verarscht vor. Besonders deutlich wird, wie offensichtlich die Entscheidung nach politischen Gesichtspunkten gefallen sein muß, wenn man an meinen Satz im letzten Absatz zurückdenkt. Wenn Deutsch und Französisch gesprochen werden, brauchen wir nun wirklich kein Englisch mehr.

Und die Moral von der Geschicht'? Schuster bleib bei deinen Leisten. Oder: Don't send an economist to do a linguists work!

Posted by kreetrapper at 00:32 in Langue, Langage, Parole | Comments (0) | TrackBack

03.01.05

Guru-Zeit

Altgediente Linguisten werden sich vielleicht erinnern, daß unser aller Godfather Noam Chomsky im letzten Jahr auf Deutschlandtournee war - wenn auch nur als Globalisierungskritiker und Vorzeigelinker und nicht als Linguist. Leider habe ich damals zu spät davon erfahren und die Gelegenheit verstreichen lassen. Doch jetzt kommt ein weiterer Großmeister zu Besuch (sogar direkt an meine Alma mater). Diesmal allerdings jemand, der vornehmlich für Germanisten von Interesse sein dürfte:

Das Germanistische Institut lädt ein zu einem
Gastvortrag
von Prof. Dr. Peter Eisenberg (Universität Potsdam)

Thema des Vortrags:
Die Suffixhierarchie im Deutschen

Der Vortrag findet statt:
Donnerstag, 13.1.2005
um 18:30h s.t.
in GB 5/160

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen!

Mich verwundert ein wenig, daß der gute Peter nicht einmal einen Hörsaal zugeteilt bekommt. Das könnte spaßig werden.

Posted by kreetrapper at 21:21 in Langue, Langage, Parole | Comments (0) | TrackBack

14.12.04

Back - with a vengeance

Hallo zusammen. Ich bin wieder da. Im unangenehm kalten Deutschland sogar schon seit letztem Donnerstag, und jetzt endlich auch wieder hier bei meinem schmählich vernachlässigten Weblog.

Einen ausführlichen Bericht meiner Erlebnisse in Schottland wird es auf jeden Fall noch vor Weihnachten auf diesen Seiten geben. Solange könntet Ihr Euch beispielsweise damit die Zeit vertreiben, eins der ambitioniertesten Comic-Epen überhaupt kennenzulernen. Gestern habe ich endlich den letzten Band der deutschen Version in Händen halten dürfen. Die Rede ist von Bone.

bone.jpg

Bone erzählt die Geschichte von Fone Bone (Foto) und seinen Cousins Phoney und Smiley, die ihre Heimat Boneville verlassen müssen und in eine Welt voller Abenteuer und Gefahren hineinstolpern. Sie treffen auf ihrer Reise mißtrauische Dorfbewohner, hinterlistige Rattenmonster und sogar Drachen und eine echte Prinzessin. Die Grundidee ist durchaus Herr der Ringe-kompatibel, kleine unbedeutende Bones/Hobbits retten die Welt. Aber Smith schafft hier eine Fantasywelt, die sich dank vieler erfrischender Ideen und (zumindest am Anfang) einer erfreulichen Unbeschwertheit angenehm vom üblichen Elfen-Zwerge-Orks-Einheitsbrei abhebt. Bone ist einer der ganzen großen Würfe der letzten Jahre und wurde mit Preisen geradezu überhäuft und von den guten Menschen von Carlsen auch recht schnell auf den deutschen Markt gebracht.

Geht am besten sofort aus dem Haus (oder zu Bookzilla) und holt Euch den ersten Band. Wer das Englische nicht scheut, kann sich auch gleich die volle Keule geben und die einbändige Gesamtausgabe kaufen. Oder man gehört zu den Genießern und gönnt sich nach und nach die ab Januar erscheinende Farbversion.

Und wo ich schon dabei bin, gute Ratschläge zu erteilen: Diesen Monat ist der zweite Teil des hervorragenden Persepolis endlich auf Deutsch bei Edition Moderne erschienen. Ich bin noch nicht dazu gekommen, es zu lesen, aber wenn es nur halb so gut ist wie der erste Teil, ist es immer noch empfehlenswert. Falls Ihr also noch etwas auf Euren Wunschzettel schreiben wollt...

Etwas sehr Interessantes gibt es auch nächstes Jahr, nämlich einen Gastvortrag beim Germanistischen Institut meiner ehemaligen Alma Mater: Die Entwicklung der Komposition im Frühneuhochdeutschen. Der Vortrag ist für den 5. Januar, 14 Uhr c.t. angesetzt. Und bei der Gelegenheit mußte ich fast schockiert feststellen, daß die Eumel vom Germanistischen Institut nach zahllosen Jahren endlich ihre Webseite aufgemotzt haben. Unglaublich.


PS: Folgender Nachtrag zur Weihnachtsbaumfrage erreichte mich vor einigen Tagen:

Ich muss euch korregieren! Die Schausteller stellen das Ding zwar auf, es gibt allerdings einen beträchtlichen städtischen Zuschuss. Um wie viel es sich genau handelt werde ich auf Wunsch nachreichen, ich meine es wären 170.000 EUR. Die Stadt zahlt davon die Hälfte.

Posted by kreetrapper at 21:51 in Die neunte Kunst | Comments (0) | TrackBack

16.10.04

Zur Rettung des Artikels

"Die Namen von Ländern sind im Deutschen in der Regel artikellos." Da ich es in letzter Zeit immer häufiger gesehen habe, möchte ich hier aber noch mal öffentlich eine Lanze dafür brechen, daß manche Ländernamen eben doch einen Artikel haben.

Immer häufiger liest man Sätze wie "Neue Anschläge in Irak." oder "Wir berichten aus Iran." Wäre ich bereits tot, drehte ich mich dabei im Grabe herum. Es ist einfach furchtbar, diese armen Staaten, die ja schon gebeutelt genug sind, nun auch noch ihrer rechtmäßigen Artikel zu berauben. Gerechterweise findet sich zwar auch oft der Hinweis auf die "anstehenden Präsidentschaftswahlen in USA", aber selbst die (merkt ihr was?) Vereinigten Staaten haben das nicht verdient. Es schreibt doch auch niemand, daß der gute Herr Tell "aus Schweiz" komme. Und warum tut das niemand? Weil es ganz genauso falsch ist.

Im Gegensatz zu z.B. den romanischen Sprachen, in denen alle Länder mit Artikel verwendet werden, gibt es im Deutschen doch nur eine Handvoll davon. Es kann ja wohl von einem gestandenen Reporter nicht zuviel verlangt sein, sich diese paar Staaten zu merken. Ein kleiner Tip noch: Die Empfehlung der EU-Kommission über die Aufnahme von Beitrittsgesprächen wurde nicht "in Türkei" bejubelt.

Posted by kreetrapper at 02:26 in Langue, Langage, Parole | Comments (0) | TrackBack

23.08.04

Kurzes Reform-Update

Auch die englischsprachige (linguistisch interessierte) Welt nimmt den momentanen Aufruhr bezüglich der Rechtschreibreform und des "Zurückruderns" diverser namhafter Verlage zur Kenntnis. Eine Übersicht über einen Großteil der Artikel findet sich im Language Log.

Interessant ist, daß auch namhafte Linguisten sich dazu geäußert haben. So sagt Wolfgang Sternefeld beispielsweise in der Stuttgarter Zeitung folgendes:

Vieles am neuen Regelwerk sei "vom linguistischen Standpunkt aus wenig sinnvoll" und werde sich in der Praxis nicht durchsetzen, sagte der Universitätsprofessor am Samstag. "Wer am wenigsten damit zurecht kommt, sind die Lehrer. Sie haben einfach keine Kompetenz bei der Rechtschreibung."

"Meine Prognose ist: Stillschweigend wird die Reform zu einem großen Teil wieder zurückgenommen - einfach durch die Praxis", sagte Sternefeld. Nur das Vernünftige werde sich durchsetzen.

Auch Martin Haspelmath hat sich geäußert, allerdings schon zu Beginn der Reform.

In my view, linguists have indeed failed -- they have not accompanied the reform with a broad public-relations offensive, explaining to the public why certain ways of spelling are better than others, and why the alternative (never changing anything, as in English spelling) would have desastrous effects.

Offenbar war schon damals das größte Problem der Reform erkennbar: Mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung. Daß trotzdem nichts unternommen wurde, um die Leute auf der Straße von der Sinnhaftigkeit der Reform zu überzeugen, führt uns in die jetztige verfahrene Situation.

.......

Die Titanic geht inzwischen in ihrem News-Beitrag vom 6.8. noch einen Schritt weiter als Springer und Co.

TITANICK kehrt zurück zur ganz, ganz alten Rechtschreybung
Sie habent eyn Eynsehen: Der Spiegel-Verlag und Springer kehren zurück zur alten Rechtschreybung. Doch TITANICK gehet noch eyn Schrittleyn weyter und schreybet ab dem heutiglichen Tage im würklich klassischen Teutsch. Bitte schnallet Ihro Gnaden sich an für den Witze, wou Neidhart zum Artzte kümmet und das Häsigline zur Frouwe saget, dies seye ja auch gar keyne Mohrrübe.

.......

Scott Martens schreibt in A Fistful of Euros den Befürwortern der Reform nach dem Stift, zeigt aber als einziger auf, wer das ganze schließlich wirklich entscheiden wird:

As for the German reform, the major German newspapers don't matter. There is only one person whose opinions count. Somewhere in the bowels of Microsoft is a middle level employee whose job title is something like "German localisation manager for Word." Microsoft currently offers a choice of the two spelling dictionaries for Word, but he or she either will decide or has already decided which of the two is going to be the default setting. Once that has happened, the battle is over. And I'll bet that whoever that person is, they've already decided that no one ever got fired for complying with the government spelling reform.

Posted by kreetrapper at 00:44 in Langue, Langage, Parole | Comments (0) | TrackBack

22.08.04

Sapir-Whorf hypothesis back in business

Oder zumindest hat dieser Spiegel-Artikel, den ich bereits in meinem letzten Posting verlinkte, das Thema wieder aktuell gemacht. Dort heißt es:

Eins, zwei, viele: Beim Zählen nehmen es die Mitglieder des Pirahã-Stammes im Amazonas-Gebiet nicht so genau. Selbst "eins" bedeutet bei den etwa 200 isoliert lebenden Stammesangehörigen nur so viel wie "ungefähr eins" - auf jeden Fall nicht viel. Und genau diese sprachliche Ungenauigkeit wirkt sich auf das Denken und die Wahrnehmungsfähigkeit der Pirahã aus, wie der US-Forscher Peter Gordon nun entdeckt hat.

Die Linguistengemeinschaft regt sich nun stark über die beängstigende, an Unrichtigkeit grenzende Ungenauigkeit dieses Artikel (bzw. eigentlich des englischsprachigen Äquivalents) auf. Zurecht, wenn man bedenkt, daß zum einen in besagtem Spiegel-Artikel die Sapir-Whorf-Hypothese, um die es ja eigentlich geht, namentlich gar nicht erwähnt wird und die Unwichtigkeit der Zahlen im Pirahã sogar als "Wahrnehmungsstörung" bezeichnet wird.

Zuerst bin ich über diesen Language Hat-Beitrag gestolpert, der auf eine ausführlichere Behandlung im Language Log verweist. Das Language Log kann ich, nachdem ich es nach Urzeiten mal wieder besucht habe, im allgemeinen nur jedem Sprachinteressierten ans Herz legen. Hier findet sich auch ein weiterer Artikel, der durch eine geschickte Analogie aufzeigt, wie offensichtlich der Fehler ist, den der Zeitungsartikel macht.

No, what bothers me about the Pirahã counting discussion is that I'm not convinced that language is relevant at all, in the sense of playing a causal role in the Pirahã's lack of counting ability.

Here's an analogy. Suppose that there's an isolated group -- call them the Nerdahã -- who just aren't interested in throwing things. [...] Because of their complete lack of interest in throwing, the Nerdahã language is completely lacking in throwing vocabulary.

Now an American psycholinguist comes to visit the Nerdahã. Her field linguist guide, who has been working among the Nerdahã for decades, mentions their lack of ball sports and their lack of throwing vocabulary, and the psycholinguist realizes that this is a marvelous opportunity to evaluate not only the Sapir-Whorf hypothesis, but also the idea that throwing is a human instinct, an innate module which may even have played a key causal role in the evolution of the hominid line. So she tests the throwing skills of the Nerdahã.

Well, you can figure out the rest for yourself. At a target distance of one or two feet, the Nerdahã do okay. As the target gets further away, projectiles start flying off in random directions at variable but generally low rates of speed. "Sheesh", says the psycholinguist to herself, "Whorf was right! Language does determine cognitive capacity. These people have only two words for throwing, and as a result, they can't throw for spit!"

There's something wrong with this story, don't you agree?

Und schließlich gibt es noch diesen wunderbaren Artikel über Benjamin Lee Whorf selbst - oder vielmehr über seine linguistischen Beiträge - der etwas weiter geht als der doch recht kurze Wikipedia-Artikel.

Posted by kreetrapper at 22:57 in Langue, Langage, Parole | Comments (0) | TrackBack

21.08.04

Der Untergang des Abendlandes...

...wurde erst mal verschoben.

Der lautstarke Ausstieg aus der Rechtschreibreform ist nun schon beinahe zwei Wochen alt. Ein wahllos herausgegriffener Artikel aus dem Online-Angebot des Spiegels über die Sapir-Whorf-Hypothese, läßt bisher noch keine Rückkehr zur klassischen Rechtschreibung erkennen. Und nach kurzer Suche findet man folgendes Interview mit den "Verantwortlichen", in denen von sofortiger Rückkehr zur alten Schreibung gar nicht die Rede ist. Die entscheidenden Zitate:

Interviewer: Wann wollen Sie diese Idee in die Tat umsetzen?

Aust (Spiegel): Wir haben keinen Zeitplan erstellt.

Interviewer: Ab wann soll die "SZ" wieder in der altbewährten Rechtschreibung erscheinen?

Kilz (Süddeutsche Zeitung): Ich glaube nicht, daß wir jetzt ein Datum nennen sollten oder irgendwelche Details einer zukünftigen Rechtschreibung.

Sehr interessant ist es auch, den beiden Streitparteien bei ihrem hin und her zuzusehen.

Bei der Süddeutschen Zeitung heißt es, die Fehler haben zugenommen:

Rechtschreibschwächen, die überwunden werden sollten, haben zugenommen. Sinnentstellende Getrenntschreibung, kuriose Zeilentrennungen sowie eine verwirrende Groß- und Kleinschreibung haben ein Gefühl der Unsicherheit erzeugt. Es besteht die Gefahr, dass die Orthografie generell nicht mehr ernst genommen wird.

Im neuesten Duden-Newsletter (Die Aktualität der Archivierung läßt leider stark zu wünschen übrig, weshalb dieser Link noch nicht die gewünschte Ausgabe hervorzaubert) liest man das Gegenteil.

Ein Bruch mit der Schreibtradition fand nicht statt. Zum "keiser im bot" kam es nicht, die "filosofie" blieb eine Ente. Für Schüler und Lehrer geht die Sache auf, hört man.

Hüben wie drüben wird mit Behauptungen um sich geworfen, denen es leider an jeglicher faktischen Untermauerung ermangelt. Ein, bis auf wenige Entgleisungen, recht gelungener Artikel zum Thema von Dieter Zimmer findet sich in der Zeit.

Nach fünf Jahren Praxis liegen die Schwächen heute noch klarer zutage. Sie liegen in den alten Unsicherheitszonen Fremdwort, groß/klein, getrennt/zusammen, in denen sich ständig verschiedene Logiken gegenseitig durchkreuzen, sodass es wirklich befriedigende - jedem intuitiv einleuchtende - Lösungen gar nicht geben kann. Hier bestanden schon früher die größten Unsicherheiten, hier bestehen sie immer noch.

...

Hier hat die Reform nichts erleichtert, sondern nur bekräftigt, dass man Deutsch nur richtig schreiben kann, wenn man bei jedem Zweifel im Wörterbuch nachschlägt.

...

Die größte Schwäche der Reformschreibung aber besteht darin, dass sie an einigen Stellen tut, was keine Orthografie tun darf: jemanden zwingen, zu schreiben, was er gar nicht meint. Die Rede ist von der starken Vermehrung der Getrenntschreibung. Sie zerreißt Begriffe wie sogenannt, umweltschonend, vielversprechend, wohlverdient in ihre Bestandteile, die einzeln jedoch meist etwas anderes bedeuten, und scheint sie damit aus der Sprache zu tilgen - ein Unding.

Es gibt einen Korrekturvorschlag der Rechtschreibkommission, der von der Kultusministerkonferenz akzeptiert wurde und bis zum nächsten Jahr in die Wörterbücher eingearbeitet sein soll. In vielen Fällen erlaubt er neben den neuen Getrennt- und Großschreibungen auch wieder die alten Schreibweisen, lässt das Unentscheidbare also praktisch unentschieden. Damit verringert er de facto den Abstand zwischen Neu und Alt und durchlöchert die unhandhabbaren neuen Regeln weiter, aus denen die lebensfremden Groß- und Getrenntschreibungen hervorgingen, lässt sie jedoch als beständige Gefahrenquelle weiter bestehen.

Außerdem findet sich hier ein unterhaltsamer Seitenhieb auf die Reformgegner.

Denselben Anspruch einer objektiven Bestandsaufnahme hat dieser Artikel von Gustav Seibt in der Süddeutschen Zeitung. Leider versagt er miserabel. Schon als er Kants Kritik der reinen Vernunft als zu den "Höchstleistungen einer Sprachtradition" gehörend bezeichnet, wird man stutzig. Und im weiteren Verlauf zeigt auch die Sprache dieses Artikels, daß Herr Seibt sich eben jenen Kant offenbar zum sprachlichen Vorbild auserkoren hat. Wie jeder, der schon einmal Kant gelesen hat, weiß, ist dies der Klarheit nicht gerade förderlich. Und die Höchstleistungen einer deutschen Sprachtradition suchen wir, die wir syntaktisch einwandfreie und parsbare Sätze bevorzugen, dann doch lieber woanders. Hier mal ein paar Zitate zur Veranschaulichung der sprachlichen Auswüchse und erschreckend mangelnden Objektivität. Menschen, die Nonchalance und Kasuistik in einem Satz verwenden, sollten am besten gar nicht erst von ihren Lyriklesungen weggeholt werden.

Der Beschluss zur Reform sei formal korrekt zustande gekommen, und es dürfe nicht sein, dass ein paar, wie immer mächtige, Verlage nun der Nation die Rechtschreibregeln diktierten. Dieser Gemeinwohlgesichtspunkt wird zusätzlich gern noch mit einem Schuss pädagogisch-humanitären Salböls versetzt: Chaos drohe für die Kinder, die seit mehreren Jahren ¸¸problemlos" eine dankenswert vereinfachte Rechtschreibung (vor allem entschlackte Kommaregelungen) erlernten. Schafft Rechtschreibsicherheit für unsere Kleinen!

Der Streit um die Rechtschreibung ist einer um richtig oder falsch, gemessen an einem Höchstmaß sprachlicher Möglichkeiten. Wem das zu anspruchsvoll klingt, der mache sich klar: Leichtfertige Ermäßigung von Ansprüchen schadet am Ende immer am meisten jenen, denen Bildung nicht durch soziale Herkunft frühzeitig und fast selbstverständlich zugänglich ist. Sie zementiert bildungssoziologische Klassenbarrieren, die nirgendwo so hoch liegen wie in Deutschland.

Das Kriterium der Angemessenheit einer Orthographie - verstanden als Regelwerk, welches den Reichtum den Sprache nicht verleugnet, sondern ihn so leicht wie möglich handzuhaben erlaubt -, liegt ungefähr gleich weit weg von der Kasuistik der Pedanten wie von jener Politiker-Nonchalance, die sagt: Gegessen wird jetzt, was auf den Tisch kommt, denn wir haben es so beschlossen.

Und wo ich schon mal dabei bin, mich aufzuregen, muß ich auch noch einmal die nervige Angewohnheit der Süddeutschen erwähnen, nahezu alle online verfügbaren Artikel auf mehrere Dateien aufzuteilen. Wieder und wieder frage ich mich, welchen Nutzen das haben mag, außer den, Leute wie mich zu nerven, die offline gehen, nachdem die Seite komplett geladen ist und dann beim Lesen merken, daß sie doch wieder online sein sollten.

Posted by kreetrapper at 00:39 in Langue, Langage, Parole | Comments (0) | TrackBack

09.08.04

NRS - Nicht mit uns

Die Gegenreform rollt an. Nachdem sich lange Zeit nur die Frankfurter Allgemeine Zeitung einsam gegen die Rechtschreibreform gestemmt hat und viele Zeitungen, wie z. B. die Zeit sich ihre private Mischung aus alter und neuer Reschtschreibung gebastelt hatten, haben sich nun der Axel Springer-Verlag (also im wesentlichen BILD) und der Spiegel zusammengetan und all ihre Publikationen wieder auf die alte Schreibung umgestellt. Die Süddeutsche Zeitung folgt ihnen dichtauf. Im direkten Fahrwasser dieser Entscheidung Um aus der taz vom Samstag zu zitieren:

Ziel dieser Maßnahme sei die Wiederherstellung einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung, kündigten beide Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung am Freitag an. [...] Weiter: "Aus Verantwortung für die nachfolgenden Generationen empfehlen wir auch anderen die Beendigung der staatlich verordneten Legasthenie und die Rückkehr zur klassischen deutschen Rechtschreibung."

Daniel Bax sagt in einem Kommentar in derselben Ausgabe gar, daß dieses Vorgehen "ein populistischer, antidemokratischer Reflex" sei. Das mag hier zwar zutreffen, aber wenn man Meinungsumfragen glauben darf, entspricht dies dem Willen des Volkes. Einige werden sich erinnern, daß eine Volksabstimmung in Schleswig-Holstein, die sich deutlich gegen die Reform aussprach, geflissentlich ignoriert wurde. Auch jetzt weist die KMK-Präsidentin Doris Ahnen die Möglichkeit einer solche Abstimmung auf bundesweiter Ebene weit von sich, so daß man sich fragen muß, ob dies nicht noch viel undemokratischer ist. Ansonsten ergeht sich die taz größtenteils in teilweise absurder Kritik der erwachenden Gegenreform, wie z.B. hier:

Der Autor dieser Zeilen aber fragt schüchtern: warum? Keiner schrieb Goethe vor, wie er zu schreiben habe. Noch Thomas Mann schrieb, wie er wollte, und Einstein, das Genie schlechthin, war Legastheniker. Wieso sollen die Worte zwischen Etsch und Belt über einen alldeutschen Leisten geschlagen werden? Vielfalt ist das Wunder der Sprache. Unregelmäßigkeiten sind ihre schönsten Blüten. Wildwuchs zeigt ihr Leben an. Vermutlich war der "Duden", gleichviel in welcher Version, von Beginn an ein sprachfeindliches Unternehmen. Ein bisschen Anarchie könnte nicht schaden.

In anderen Artikeln wird die vorbildliche Einfachheit der spanischen und italienischen Orthographie mit ihrer nahezu eineindeutigen Phonem-Graphem-Zuordnung als Vorbild dafür genannt, wie man es machen kann. Daß eine solche radikale Reform, wenn sie auch wünschenswert wäre, niemals durchzusetzen ist, kann man sich schnell ausrechnen, wenn man sieht, welch vehementer Protest dieser Reform bereits entgegenschlägt, die doch nur einen Bruchteil der Wörter wirklich betrifft. Aus Angst vor einem Aufschrei in der Öffentlichkeit hat man ja damals bereits den Traum von einer gemäßigten Kleinschreibung aufgegeben. Deutschland blieb weiterhin das einzige Land, in dem Substantive groß geschrieben werden. Diese Angst ist, meiner Meinung nach, auch das Kernproblem der ganzen Misere. Die taz bringt dies sehr schön auf den Punkt, wenn sie die Rechtschreibreform mit den Sozialreformen der Bundesregierung vergleicht. "Aus Angst vor Protesten haben sie manch eine unlogische Regel nur durch eine neue unlogische Regel ersetzt, statt der Logik überall den Weg zu bahnen - und haben dadurch, nicht anders als Rot-grün in der Sozialpolitik, den Protest herausgefordert." Die Schlußfolgerung "Die Rettung liegt jetzt nur in einer echten Radikalreform" kann ich allerdings nicht ganz teilen und ich glaube auch kaum, daß die Kultusministerkonferenz den Mut besitzt eine solche Radikalreform in die Wege zu leiten. Eine zwar schmerzliche, aber dennoch möglicherweise gangbare Lösung, wäre die endgültige Rückkehr zur alten Schreibung. Damit wären dann allerdings die Milliarden von Euro, die in dieses Vorhaben geflossen sind, definitiv in den Sand gesetzt. Und auch die Schüler der letzten Jahre würden sich natürlich verarscht vorkommen. Trotzdem kann es so nicht weitergehen. Die Rechtschreibreform, zumindest in dieser Form, war ein kapitaler Fehler und ich kann nicht glauben, daß sie ihr Ziel, die Erlernung der Orthographie zu vereinfachen, erreicht hat oder es in der absehbaren Zukunft erreichen wird. Die Zwischenstaatliche Kommission für deutsche Rechtschreibung hat zwischenzeitlich ja selbst eingesehen, daß einige ihrer Regelungen wohl nicht zur Gänze durchdacht waren und immer wieder nachgebessert. Auch die Existenz zahlreicher Parallelschreibungen sorgt nur für unnötige Verwirrung. Es war schon immer das, meiner Meinung nach, größte Problem der Reform, daß sich ihr nicht alle Printmedien gebeugt haben und daß natürlich weiterhin und auch auf durchaus lange Zeit hin noch Texte in der alten Schreibung existieren. Gute Rechtschreibung ist (auch) das Ergebnis immerwährender Konditionierung. Je häufiger man ein Wort in richtiger Schreibung liest, desto mehr ist man geneigt, es auch selbst richtig zu schreiben. Dieser Konditionierung hat die Existenz mehrerer "richtiger" Schreibweisen ein Ende bereitet und ohne sie wird die Textproduktion zur Qual, da man sich immer wieder fragen muß, ob man es denn nun so oder so schreibt. Rechtschreibung ist von einem unterbewußten zu einem bewußten Prozeß geworden und viele Menschen, die früher sehr sicher in der Rechtschreibung waren (wie z.B. auch der Schreiber dieser Zeilen), haben darunter zu leiden. Ich persönlich bin gar nicht generell gegen alle Neuregelungen. Die ss/ß-Schreibung war beispielsweise eine wunderbare Neuerung. Nichtsdestotrotz muß etwas getan werden, und zwar schnell, wenn wir nicht zu den guten alten Zeiten des vorletzten Jahrhunderts zurückkehren wollen, in denen jeder schreiben konnte, wie es ihm beliebte und nicht einmal eine einzelne Person konsequent bei einer einheitlichen Schreibung geblieben ist, sondern heute so und morgen eben doch lieber wieder anders schrieben.

Da das Thema wieder sehr aktuell ist (und eine willkommene Füllung für's Sommerloch) gibt es Netzressourcen zuhauf. Hier sind einige davon - bis jetzt sind übrigens weder die Spiegel- noch die SZ-Artikel in alter Rechtschreibung:

Der letztjährige Kompromißvorschlag von Peter Eisenberg ist scheinbar nicht online erhältlich. Es gibt aber eine kurze Stellungnahme von ihm dazu.

Der neueste Bericht der Zwischenstaatlichen Kommission ist als ebenfalls online verfügbar.

Der Verein für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege bietet eine sehr aufgeräumte Webpräsenz und mag als erster Anlaufpunkt weiterer Forschungen dienen.

Der Zwiebelfisch listet in seiner neuesten Kolumne leider nur die Änderungen auf, und kommentiert diesen Schritt nicht. Ich meine, aus seinen früheren Kolumnen herausgelesen zu haben, daß er die reformierte Schreibung begrüßt hat und vermute daher, daß er seine Meinung auf redaktionellen Wunsch außen vor gelassen hat.

Beim Spiegel finden sich außerdem einige Leserbriefe, die zeigen, daß sich an diesem Thema die Geister scheiden.

Viele Artikel zum Thema gibt es bei der Süddeutschen Zeitung.

Der den neuen ist-Zustand beschreibende Artikel titelt Reform auf der Kippe.
Einer der ersten Artikel zum Thema - kein Wunder, wenn man selbst das Thema ist - beschreibt, wie die Verlage Die Karre aus dem Graben ziehen wollen.
Die Kultusministerkonferenz in Gestalt ihrer Präsidentin Doris Ahnen spricht sich gegen eine Volksabstimmung aus.
Offenbar sind weiterhin 12 Bundesländer gegen eine Rückkehr zur alten Schreibung.
Ein anfangs fast schon philosophisch anmutender, aber sehr intelligenter Kommentar von Thomas Steinfeld spricht von einem "Akt der Vernunft", wobei unklar bleibt, ob der das Vorgehen von Spiegel, Bild und Süddeutscher meint oder eher hofft, daß es einen solchen bald in der Politik geben sollte.
Ein unterhaltsamer Kommentar von Bernd Graff heißt Zurruek ien dat zukunpft.
Es gibt eine schöne Übersicht über die Geschichte der Rechtschreibreform.
Auch im Forum wird wild diskutiert.

Posted by kreetrapper at 17:54 in Langue, Langage, Parole | Comments (0) | TrackBack

24.07.04

Etymologische Spielerei

Ich bin endlich dazu gekommen, das Etymologie-Quiz auszuprobieren, das der Language Hat schon vor einer Woche verlinkt hat.

In this etymology game you'll be presented with 10 randomly selected etymology (word origin) or word definition puzzles to solve; in each case the word or phrase is highlighted in bold, and a number of possible answers will be presented. You need to choose the correct answer to score a point for that question. Beware! The false answers will often also seem quite plausible, and some of the true answers are hard to believe, but we have documentation!

Ich hatte 7 von 10 richtig. Nicht schlecht für einen Nicht-Muttersprachler (Language Hat hatte auch nur 8 richtige). Ich hatte allerdings das Glück, daß einfache Wörter wie robot oder poltergeist dran kamen.

Posted by kreetrapper at 10:52 in Langue, Langage, Parole | Comments (0) | TrackBack

21.07.04

Völkerverständigung

Wir sind offenbar mitten im Sommerloch, denn einmal mehr ist jemand auf die Idee gekommen, eine Weltsprache zu entwickeln.
Dieses "internationale Kommunikationssystem" nennt sich Kod und sein Erfinder der Unternehmer Johann Vielberth, der "schon Vieles gestemmt [hat] in seinen 72 Lebensjahren" und "sich [...]dem Gemeinwohl verpflichtet" fühlt, ist hellauf davon begeistert. Doch auch wenn eine Reihe von Linguisten daran arbeiten, sehe ich keine besonders vielversprechende Zukunft für diese Sprache. Vor allem deswegen, weil sie keine eigene Grammatik besitzt und auch weil es nicht leicht sein dürfte, alle Welt von einem völlig neuartigen Schriftsystem zu überzeugen.

Es ist keine neu entwickelte Sprache, sondern die Summe der wesentlichsten Gemeinsamkeiten von 15 Sprachen, die weltweit von 4,8 Milliarden der insgesamt 6,3 Milliarden Menschen gesprochen werden. Um diese Art der Verständigung nutzen zu können, muss ein eigens entwickelter Wortschatz erlernt werden, der für den Alltag mit 8000 Begriffen auskommt.
Kod hat allerdings eines nicht: eine eigene Grammatik. Wer sich in dem neuen Sprachsystem verständlich machen will, benutzt die Grammatik seiner Muttersprache.
Dazu gibt es eine bisher nicht da gewesene Schrift, die mit ihren vielen Rechtecken auf den ersten Blick ein wenig dem Hebräischen ähnelt.

Da bleiben wir doch lieber bei Esperanto oder Interlingua. Da weiß man, was man hat.

Posted by kreetrapper at 02:02 in Langue, Langage, Parole | Comments (1) | TrackBack

22.06.04

Sprachen lernen leicht gemacht

Gestern hat der idw eine interessante Pressemitteilung der TU Karlsruhe verschickt. Dort haben sie nämlich ein innovatives Konzept zum Deutsch-Lernen entwickelt. Motto: "Wie bringt man das Unmögliche in den Bereich des Möglichen? Wie bringt man 60 Anfängern aus 30 Ländern in acht Wochen alltagstaugliches Deutsch bei?" Den Linguisten freut dabei, daß [n]eu[...] beim konzentrisch-bedeutungsbasierten Ansatz vor allem die konsequente Umsetzung von vorliegenden Forschungsergebnissen aus verschiedenen Bereichen der angewandten und theoretischen Linguistik [ist], die bisher weitgehend unterblieben ist." Ein schönes Beispiel ist die typisch deutsche Rechtsköpfigkeit, die überraschend viele Sprachbereiche umfaßt:

ein grundlegendes Phänomen des Deutschen, das "vom Ende her Aufbauen", das die Lerner normalerweise als wirre Ansammlung von 17 disparaten Einzelphänomenen schlucken müssen. Das fängt damit an, dass unsere Zahlen "verkehrt herum" funktionieren (siebenundvierzig - nicht vierzigundsieben) und endet bei Regeln für die Wortstellung im Satz. Dr. Gunde Kurtz hat das Phänomen "Coca-Cola-Effekt" getauft, da man allerorten eine Coca bestellt, hier aber eine Cola, was durch genau diejenigen Sprachmechanismen bedingt ist, die dafür verantwortlich sind, dass wir nicht "Ich aufmache die Tür" sagen, sondern "Ich mache die Tür auf", nicht "Können verstehen Sie das?", sondern "Können Sie das verstehen?" und dass Kuhmilch ein Getränk und kein Tier, eine Milchkuh ein Tier und kein Getränk ist.

Der ein oder andere mag nun einwerfen: "Schon toll, aber ich spreche bereits Deutsch." Kein Problem. Völlig unabhängig davon berichtet der idw auch über das Projekt EuroCom beim Hessischen Telemedia Technologie Kompetenz Center (httc), das sich mit dem Erlernen romanischer Sprachen befaßt. Das Versprechen:

Nach nur 20 Stunden intensivem Training auf den EuroCom-Online-Seiten ist das Lesen einer spanischen, italienischen oder rumänischen Tageszeitung möglich.

Leider hat die Sache einen kleinen Haken für Menschen wie mich, denn

Vorraussetzung ist lediglich das Beherrschen einer romanischen Transfersprache, in Deutschland meist französisch, als am weitesten verbreiteter romanischer Sprache.

Posted by kreetrapper at 15:36 in Langue, Langage, Parole | Comments (2) | TrackBack

13.05.04

Eine Milliarde = 1 billion ?

Für alle unter uns, die sich schon immer mit den Unterschieden zwischen englischem und deutschem Zahlsystem herumgeschlagen haben, gab es vor einiger Zeit zwei aufschlußreiche Einträge in Neil Gaimans Journal:

Der erste:

I finally figured out (with the help of the mammoth OED) the difference between British and US billions, trillions and quadrillions, and thought I would post it here in case there's anyone else who's been scratching his or head about it for ages...

In order of magnitude, it's million, billion (bi=there's two of them), trillion (tri=there's three of them), quadrillion (Quad = there's four of them).

The British decided the unit was the six zeroes after the initial 1.

So 1,000000 is a million. A UK billion is two sets of six zeroes -- 1,000000,000000. A UK trillion, three sets of six zeroes -- 1,000000,000000,000000. (A UK quadrillion would be one followed by 24 zeroes.)

The US (and France, for some reason) decided that the unit was the three zeroes between the commas. So even though a million starts with two of them -- 1,000,000, -- a US billion simply adds a three zero unit to a million and becomes 1,000,000,000 and a US trillion adds another and is 1,000,000,000,000, while the quadrillion would add another 000 unit to give you 1,000,000,000,000,000 -- one followed by 15 zeroes.

Probably you've known this forever, or, even more probably you didn't even know the British counted big numbers differently to the rest of the world and do not care that they do, but it's something I've been puzzling over since I was a boy, and finally understanding it made me happy.

Der zweite ergänzend dazu:

Lots of people have written to let me know that the French use Billion in the British way, as explained in yesterday's posting; several of you have pointed out that even the BBC don't use the British Way all the time, and this was probably the most complete and informative post on the subject.


Hi Neil,

Thanks for the little math/language lesson yesterday, I wasn't aware that there was a difference between British and American English. Being only familiar with the American English way of counting big numbers I thought the difference was between English and other languages. Because contrary to what you say, in French we use the same system as in British English with the addition of -ard words. This seems to be also the case in German, Italian and Spanish (without the -ard words in the case of Spanish). In French we use:

1,000,000 - million
1,000,000,000 - milliard
1,000,000,000,000 - billion
1,000,000,000,000,000 - billiard
1,000,000,000,000,000,000 - trillion
1,000,000,000,000,000,000,000 - trilliard

Your confusion may come from the fact that both systems were invented in French, but now we only use the so-called British system. For more fun with big numbers you can turn to Asian languages where names are given to numbers with a multiple of four zeros rather than three. Examples (in
Japanese): 10,000 - man, 100,000,000 - oku and 1,000,000,000,000 - chou. A few links where I found some of those info:
http://www.askoxford.com/asktheexperts/faq/aboutwords/billion
http://encyclopedia.thefreedictionary.com/English%20language%20numerals
http://encyclopedia.thefreedictionary.com/Myriad
http://spanish.about.com/cs/forbeginners/a/cardinalnum_beg_2.htm
http://german.about.com/library/blzahlen.htm

Cheers
-Lionel.

Posted by kreetrapper at 01:48 in Langue, Langage, Parole | Comments (0) | TrackBack

10.04.04

Grammar Gods and Pronounciation Heroes

Sowohl der language hat als auch Semantic Compositions verlinken einen Grammatiktest. Nachdem ich bei der Präpositionsübung von Transblawg nur 17 von 33 Präposition gewußt (oder richtig geraten) habe, bin ich mit recht niedrigen Erwartungen darangegangen. Umso schöner ist das Ergebnis:


You are a GRAMMAR GOD!

If your mission in life is not already to
preserve the English tongue, it should be.
Congratulations and thank you!

.......

There's a great page on Hou tu pranownse Inglish by Mark Rosenfelder.

He begins with admitting that "Everybody agrees that English spelling is horrible" and later on states that "English spelling may be a nightmare, but it does have rules, and by those rules, ghoti [the classical example for proving that English spelling is a mess] can only be pronounced like goatee. " For this purpose he has found 56 rules which help to predict how a written word is pronounced correctly "over 85% of the time".

I haven't had the patience yet to read through all these rules, but in the end 85% correct predictions are not that much - at least that's what my corpus linguistics professor always told me. And the author gives his own grain of salt at the end:

I doubt that this page will convince anyone that English spelling is a good system. There's too many oddities.

Vowel combinations are a mess-- often the best you can do is give the two most likely sounds (realm, reap), and even those will be overruled in the fairly frequent cases where two vowels really adjoin (reality).

There's too many quirky rules that derive from odd sound changes. We may not be able to get away from the Romance c/g softening or the Great Vowel Shift, but does our spelling need to preserve old forms of feign or walk?

There was a period when busybodies did their best to make English look like Latin. This was bad enough when we distorted perfectly good French loans like dette into debt, but we're also stuck with false etymologies like island (in place of the older, and regular, iland).

And the modern custom of borrowing instead of adapting spellings, though nice for etymology, plays havoc with the orthography, especially as we start to borrow from more exotic languages and forget where they're from. I've heard well-meaning idiots pronouncing a Russian z as ts, as if it were German; and people like to pronounce words like Sarajevo as if they were Spanish.

.......

Some random links courtesy of Neil Gaiman's Journal

The Geek Hierarchy shows all the complexity of geekiness in a nice chart.

Some weirdos have built a Thorax Cake. It's kinda disgusting, but in a cool sense.

Posted by kreetrapper at 02:38 in Langue, Langage, Parole | Comments (4) | TrackBack

29.03.04

Ic eom fiscere

Ymb þisne dæg ymb Wala ceastre in Suð-Waziristan provinciam in Pakistane Pakistanes fyrd fohte wið beorgweargum ond Bin Ladenes heafodþegne, ond neah in Afghnistane Americisce fuhton wið Talibaniscum.

Das ist der Eintrag für den 19. März 2004 in der NEW ANGLO-SAXON CHRONICLE 2004 AD. Genau. Es gibt tatsächlich Leute, die sich die Mühe machen, tagesaktuelle Geschehnisse auf Altenglisch aufzuschreiben. Andererseits, da es sogar ganze Weblogs auf Klingonisch gibt, verwundert auch das nicht mehr wirklich. Ich freue mich jedenfalls darüber, denn im Gegensatz zu Klingonisch, habe ich in Altenglisch zumindest rudimentäre Kenntnisse. Ich habe Altenglisch im letzten Semester bei Luuk Houwen gelernt, einem der wenigen Dozenten in der Bochumer Anglistik (und wahrscheinlich der Bochumer Universität generell), die es schaffen, die Freude an ihrem Fachgebiet an die Studenten zu vermitteln. Schon da kamen immer wieder Vergleiche zwischen den Angelsachsen und den Klingonen auf und so ist es nur gerecht, daß es sowohl für Altenglisch als auch für Klingonisch eine Gruppe todesmutiger Sprachfreunde gibt, die versuchen die Bibel in diese Sprache zu übersetzen. Besonders beeindruckend ist die Tatsache, daß mitunter tatsächlich auf den (griehischen und hebräischen) Originaltext zurückgegriffen wird. Der Linguist in mir kann hiervor nur den Hut ziehen.
Und wer kann schon einer Sprache wiederstehen, in der es Wörter wie þrÿðswÿð gibt?

Eine gute Seite zum Weiterstöbern für diejenigen, die jetzt neugierig geworden sind, ist Awritan on Englisc.

Jetzt warten wir ja eigentlich alle nur noch darauf, daß Microsoft die Gelegenheit erkennt und Windows auch mit einer altenglischen oder klingonischen Benutzeroberfläche ausstattet. Es würde zu den momentanen Bemühungen um "linguistic diversity" passen, da zur Zeit daran gearbeitet wird, Windows nach Walisisch, Tamilisch und in weitere große Minderheitensprachen zu übersetzen. Ich wüßte ja auch zu gern, welche Gruppe größer ist: Sprecher von Klingonisch oder von Altenglisch. Only time will tell.

Posted by kreetrapper at 02:37 in Langue, Langage, Parole | Comments (0)

24.03.04

Tour de blog

Synchronicity all over again. Ich komme gerade von meiner Lesegruppe und wir haben uns wieder bis weit über die Schmerzgrenze hinaus an griechischen Tragödien und Epen verlustiert. Dann komme ich heim und sehe, daß der Language Hat zur Abwechslung mal einen dummen Witz erzählt. Und als ich kurz durch die Kommentare scrolle finde ich folgenden Lexikoneintrag:

Hermione[hurmI´unE] Pronunciation Key, in Greek mythology, the only daughter of Helen and Menelaus. When Helen eloped with Paris, Hermione was abandoned to the care of Clytemnestra. She later married Neoptolemus, the son of Achilles. In Euripides' Andromache, she is carried off by Orestes who marries her after he has contrived the murder of Neoptolemus at Delphi.

Weird.

Außerdem verweist das blog auf einen Präpositionstest von Transblawg. Ich habe bis jetzt noch nicht die Muße dazu gefunden, aber da jetzt auch die Lösungen gepostet wurden, sollte ich das demnächst wirklich mal ausprobieren. Bin schon gespannt, ob sich 4 Jahre Englischstudium irgendwie bezahlt machen. Dabei fällt mir noch ein, daß ich mit Opera immer Probleme mit den Links in den Einträgen von Transblawg habe. Hat da jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht oder ist das mal wieder eins von meinen Spezialproblemen, auf denen mein Vater nicht müde wird herumzureiten?

Dann gibt es ein neues Weblog eines Romanisten: Romanika. Da ich mich ja gerade besonders gern mit Spanisch beschäftige, werde ich da wohl demnächst häufiger mal vorbeischauen. Auch wenn da viel mit Sprachvergleichen hantiert wird, die ich als Nicht-Romanist kaum nachvollziehen kann. Aber ab und an dürfte etwas dabei sein, was mich auch interessiert.

Seiten wie dieser Japanisch-Tutor oder Bücher wie das über "Ein regelbasiertes Verfahren zur maschinellen Graphem-nach-Phonem-Umsetzung von Eigennamen in der Sprachsynthese", das ich gerade für eine Hausarbeit über Eigennamen lese, bringen mir ein wenig der Freude an Sprache(n) zurück, wegen derer ich damals mit meinem Studium angefangen habe. Wenn das deutsche Bildungssystem besser wäre, würde ich gern noch weiter in dieser Richtung studieren. But alas...

Posted by kreetrapper at 02:05 in Computer und Netzkultur | Comments (0)

21.03.04

Immer, wenn sie Krimis schrieb

Wie ich feststellen mußte, sind wir Deutschen inzwischen auch schon im Ausland für unsere gelungenen Synchronisationen und Übersetzungen von Film-Titeln berüchtigt. Der Language Hat spricht das Thema zwar nur anläßlich einer Stelle in Lost in Translation (den ich auch schon für Blutiges Gemetzel rezensiert habe) kurz an, aber er verlinkt netterweise auf ein anderes blog, das dieses Thema ausführlicher behandelt.

Das betreffende "Weblog on German-English legal translation" zeigt übrigens, daß die Grenze bei der Themenspezialisierung für Weblogs noch lange nicht erreicht ist. Dort ist ebenfalls ein nettes Essay im pdf-Format verlinkt, das zeigt, daß sich offenbar auch Leute wissenschaftlich mit diesem Problem auseinandersetzen. Regelmäßigen Kinogängern wird allerdings auch schon aufgefallen sein, was David Steinsaltz am Ende seines Essays schreibt. "The large majority of current films run either under their original English titles, or under fairly literal translations." Eine kurze (und völlig unrepräsentative) Korpusanalyse des aktuellen Programms des Cine-Star Dortmund bestätigt dies:

Das Programm umfaßt 25 Filme, davon sind 19 im Original englischsprachig. 10 mal wird der Originaltitel beibehalten, davon allerdings einmal um einen bestimmten Artikel bereinigt (The Last Samurai), einmal leicht ergänzt (Unterwegs nach Cold Mountain) und einmal mit einem dieser berüchtigten Untertitel (Out of Time - Sein Gegner ist die Zeit).
Von den neun übersetzten Titeln, sind wiederum 5 sehr nah am Original, zweimal wird der Originaltitel durch einen anderen englischen Titel ersetzt (The Rundown -> Welcome to the Jungle; Spy Kids 3-D: Game Over -> Mission 3D) und nur zweimal weicht der deutsche Titel stark vom Originaltitel ab. Dies sind allerdings IMHO beides Fälle, in denen dies verzeihbar ist, da einmal die englische Redewendung Something's gotta give im Deutschen keine Entsprechung hat und das andere Mal lediglich eine Ortsbezeichnung aus Spirit: Stallion of the Cimarron, die dem deutschen Durchschnittszuschauer nichts sagt, getilgt wurde.

Es scheint also, daß an der Übersetzungsfront Besserung in Sicht ist. Es bleibt nur zu wünschen, daß diese Originaltreue auch auf's Fernsehprogramm übergreift, wo man immer noch oft zumindest mit dümmlichen Titelergänzungen vom Schlage "Jäger der Finsternis" bedacht wird.

Posted by kreetrapper at 23:37 in Langue, Langage, Parole | Comments (2)

17.03.04

Von Fürwörtern und Bindewörtern

Da ging ich heute ganz friedlich zu einer Veranstaltung an der Universität Dortmund, die vollmundig damit geworben hat, einen Crash-Kurs in neuer Rechtschreibung zu veranstalten. Und die ersten Worte der Seminarleiterin sind, daß sie sich mit den komplizierteren Themen wie Getrennt- und Zusammenschreibung oder Groß- und Kleinschreibung nicht beschäftigen wird, weil sie die selbst nicht so ganz durchschaut. Schon da hätte ich fluchtartig den Raum verlassen sollen, denn dieser Ankündigung sollten Ausführungen über Kommasetzung folgen, die nahezu gar keinen Bezug zur Rechtschreibreform erkennen ließen und zudem mit wissenschaftlichen Begriffen wie Fürwort oder Bindewort gespickt waren. Ein paar Mal mußte ich mich sogar einschalten, um allzu grobe Fehler zu berichtigen - beispielsweise das spontan zum Relativpronomen erklärte jene. Kurz und gut: Es war grauenhaft und es stellt sich mir nicht nur die Frage, warum das Ganze derart falsch etikettiert war, sondern vor allem, warum an der Uni Stoff behandelt werden muß, der dem Durchschnittsschüler eigentlich schon in der Mittelstufe vermittelt werden sollte (Bei mir war es die achte Klasse). Und vor allem: Warum sich ausgerechnet solche Leute zum Rechtschreibexperten berufen sehen, die nicht einmal das Wissen eines sprachwissenschaftlichen Grundkurses intus haben. Wie ich erfuhr, hatte ich es dort vermutlich mit Philosophen oder Pädagogen zu tun. Ein weiterer trauriger Beweis dafür, daß immer noch viel zu viele Leute glauben, Ahnung von der deutschen Sprache zu haben, nur weil sie diese zufällig von Geburt an sprechen. Wie man an diesem Beispiel wieder einmal sehen kann, ein mehr als fataler Irrtum.

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Aber es gibt auch weniger frustrierende Neuigkeiten. Kalifornische Wissenschaftler haben mit einem Hochleistungsteleskop etwas entdeckt, das möglicherweise der zehnte Planet unseres Sonnensystems sein könnte. Sedna zieht seine Bahn am äußersten Rande des Sonnensystems und ist etwas kleiner und sehr viel weiter von der Sonne entfernt als Pluto, der ja auch noch nicht so wahnsinnig lange entdeckt ist. Mehr Infos direkt von der Quelle gibt es hier.

Posted by kreetrapper at 01:46 in Langue, Langage, Parole | Comments (1)