Die Tagesschau war sich heute mal wieder nicht zu schade, schamlos für den nachfolgenden Film zu werben. Man hatte sogar extra den Bundesinnenminister angeheuert, damit er eine passende Pressekonferenz gab, über die man dann - sozusagen als Alibinachricht - berichten konnte. Es hat sich vermutlich herumgesprochen. Einige von Euch sitzen vielleicht sogar gerade vor dem Fernseher. In einem Wahnsinnstempo hat es die Fußball-WM von einem realen Ereignis zu einem Kinofilm gebracht. Und ebenfalls wahnsinnig schnell - und wie man hört zum Unmut einiger Kinobetreiber - hat es dieser Film ins Fernsehen geschafft. Die WM ist gerade einmal fünf Monate vorbei. Aber vermutlich denken die Verantwortlichen, daß sie den Film schnell zeigen müssen, bevor sich niemand mehr an die Euphorie erinnert, die im Sommer durch dieses Land waberte wie ein Blob.
Ich habe den Film schon vor einigen Wochen im Kino gesehen - nicht ahnend, daß ich das jetzt auch umsonst hätte haben können. Aber ich schweife ab. Ich bin mit recht schlimmen Erwartungen an den Film herangegangen, war doch die Gefahr recht groß, daß mit schleimtriefendem Patriotismus nur so um sich geschmissen werden würde. Und damit hatte ich schon im Sommer so meine Probleme. Doch der Film ist tatsächlich fast komplett schleimfrei und wenn man bedenkt, worum es geht, ist allein das schon mal eine Leistung, die es zu würdigen gilt. Ich muß sagen, daß selbst ich als nur sehr halbherziger Fußballfan (also eigentlich war ich nur während des einen WM-Monats Fan) und als jemand, der aus Prinzip immer die Gegner der Deutschen angefeuert hat, den Film trotzdem sehr gelungen und sehenswert fand. Man bekommt einen netten Blick hinter die Kulissen der Mannschaft und kann miterleben, wie all der Fan-Taumel während der WM auf die Hauptakteure gewirkt hat. Nur den extrem schmalzigen Xavier Naidoo hätte man wirklich rauslassen sollen.
Aus Anlaß des offiziellen Abschluß der WM (lies: wenn ich das jetzt nicht endlich poste, kann ich endgültig überhaupt nichts mehr mit dem bereits Geschriebenen anfangen kann) folgt hier noch eine persönliche Nachbetrachtung der WM.
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Wie die meisten von Euch wissen, stand ich dem Phänomen Fußball ja immer sehr skeptisch gegenüber. Als Dortmunder hat man vermutlich auch kaum eine Wahl, außer Fußball entweder zu lieben oder zu hassen. Ich habe mich dann für letzteres entschieden, auch weil mich die schreiende (im wahrsten Sinne des Wortes) Dummheit des durchschnittlichen Fans, den man ja zwangsweise ab und zu auf den Straßen oder in der Bahn trifft, so sehr ankotzt. Und zudem fand ich, als alter Basketballfan, Fußball an sich auch immer relativ langweilig. Oftmals bestehen Spiele nur aus taktischem Geplänkel und gehen dann am Ende 0:0 aus. Und auch wenn die WM ihr Möglichstes getan hat, diesem Ruf gerecht zu werden, hat es mich dann doch irgendwie gepackt und ich habe so gut wie alle Spiele gesehen (soweit das meine Rückbildung zuließ, versteht sich).
Zu den Spielen an sich habe ich ja schon einiges gesagt. Da gibt es jedenfalls noch einiges an Optimierungsbedarf. Irgendwo im Netz haben die Leute die seltsamsten Ideen produziert, um beispielsweise ein Elfmeterschießen in entscheidenden Spielen zu vermeiden. Vielleicht wäre es eine gute Idee irgendwo eine Crazy-League aufzumachen, in der einige der vielversprechendsten Vorschläge mal unter realistischen Bedingungen ausprobiert werden können. Mir gefiel zum Beispiel die Idee, nach Ablauf der Verlängerung alle fünf Minuten einen Spieler jedes Teams vom Platz zu nehmen, solange bis ein Tor erzielt wird. Dann zahlt es sich vielleicht aus, wenn der Torwart auch mit dem Ball umgehen kann wie mein Freund Ricardo.
Aber genug davon, ich wollte eigentlich mehr den Blick von der Straße ins Auge fassen. Denn diese WM war eben nicht irgendwo, sondern sozusagen direkt vor meiner Haustür. Und auch wenn ich, aus verständlichen Gründen, kein Spiel live angesehen habe, hat man das doch die ganze Zeit über gespürt. Und nicht nur wegen der albernen Ansagen am Bahnhof, die einen in der "FIFA-WM-Stadt Dortmund" willkommen hießen.
Mir jedenfalls hat der WM-Monat sehr gut gefallen. Die ganze Stadt hat sich anders angefühlt. Mehr wie eine echte Weltstadt - ein Status, den Dortmund zwar immer anstrebt, aber im Normalfall einfach nicht so richtig erreichen will. Vermutlich weil sie eben doch noch einen Tick zu klein ist. Und das mit der Ruhrstadt scheint sich ja auch irgendwie nicht durchzusetzen. In diesen paar Wochen war das anders. Überall traf man interessante Ausländer auf den Straßen. Besonders natürlich an den Tagen, an denen Spiele hier in Dortmund stattfanden. Und an diesen Tagen war auch immer eine ausgelassene Partystimmung überall in der Stadt. Ich war auch angenehm überrascht davon, wie nett und freundlich und vor allem unnervig diese ganzen Leute waren. Ich hatte ja im Vorfeld eher ein ungutes Gefühl. Nicht weil Tausende von Menschen hierherkommen würden, sondern weil es Tausende von Fußball-Fans seien würden. Und mit denen habe ich ja, wie bereits erwähnt, bisher nicht so besonders gute Erfahrungen gemacht. Aber es hat sich gezeigt, daß diese nervigen, dummen Fans entweder auf die Bundesliga beschränkt sind oder im internationalen Maßstab zumindest eine zu vernachlässigende Minderheit bilden. Ich habe während der ganzen Zeit nur eine Handvoll dieser lauten und deppigen Fans gesehen und das ist wirklich wenig, wenn man bedenkt, daß ich doch an den meisten Tagen irgendwie in der Stadt war oder zumindest (dank Rückbildung) dort vorbeikam.
Ich war jedenfalls angenehm überrascht von der WM - hatte ich doch in den vorangehenden Monaten und Jahren schon die kühnsten Pläne geschmiedet, wo ich diese furchtbaren 30 Tage verbringen könnte, um meine Ruhe vor all dem zu haben - und vielleicht war es auch diese angenehme Atmosphäre allüberall, die mich plötzlich vorübergehend zum Fußballfan mutieren ließ, der sich alle Spiele live anschaute und zu allen strittigen Entscheidungen eine Meinung hatte. Ich habe mich kaum wiedererkannt. Da muß ich mich also ausnahmsweise mal dem Innenminister anschließen und eine uneingeschränkt positive Bilanz ziehen. Es war eine schöne Zeit.
(Momentan lade ich gerade ein paar Fotos von der WM auf flickr hoch. Wenn ich damit fertig bin, setze ich den Link hier rein.)
[EDIT: hier sind die Fotos]
Inzwischen habe ich mir die Anthologie von Comics aus dem Ruhrgebiet aufRuhr gekauft. Seit der Band vor kurzem erschienen ist, hat er sich bereits in den lokalen Buchhandlungen und der Bahnhofsbuchhandlung erschreckend breit gemacht, und es hat mich einige Überwindung gekostet, mit dem Kauf zu warten, bis ich gestern wieder im Comic-Haus war. Sonst wäre ja mein Stamm-Comic-Laden-Besitzer enttäuscht von mir gewesen. Und da zumindest ein Leser dieses Blogs ebenfalls mit dem Gedanken spielt, sich den Comic zu kaufen, macht es sogar zum ersten Mal tatsächlich einen Sinn, ihn hier zu rezensieren. Also: los geht's.
Der Band ist vor allem eine Anthologie und hat mit dem üblichen Problem dieser Veröffentlichungsform zu kämpfen. Nicht alle Beiträge sind gleich gut. Oder selbst wenn sie das sind, treffen nicht alle zwangsläufig den Geschmack des Lesers. Wer hier eifrig mitliest, weiß zum Glück schon so ungefähr, wie mein Geschmack in Sachen Comics gestrickt ist, und kann das beim Lesen der Rezension berücksichtigen. Bevor ich zu den einzelnen Beiträgen komme, erst einmal ein paar allgemeine Gedanken. Mit 14 Euro ist der Band etwas teuer. Zum Vergleich, Donjon kostet nur 12 Euro und erreicht mit Sicherheit nicht solche Massen von Lesern (wenn die Auslage in der Mayerschen ein Indikator dafür ist, wieviele Exemplare man zu verkaufen erwartet, jedenfalls). Aber aufRuhr liegt als Hardcover vor und ist auch ansonsten schön aufgemacht, also geht das schon in Ordnung.
Die allerletzte Seite ist Werbung für ein anderes Produkt des Verlages und so dachte ich eine ganze Zeit lang, es gebe kein Inhaltsverzeichnis. Das gibt es aber zum Glück doch und auch die erwarteten Künstlerbiographien, die zu so einer Anthologie eigentlich unbedingt dazugehören, sind am Ende des Bandes zu finden. Für das Vorwort hat man die Lokalgröße Fritz Eckenga gewinnen können. Leider hat man ihm das fertige Produkt wohl vorher nicht zu lesen gegeben. Denn viele der Beiträge schwelgen geradezu in den mit dem "Pott" assoziierten Klischees, von denen Eckenga im Vorwort behauptet, daß sie hier vermieden werden. Da geht es dann um die alten Industriestandorte, um die Leute, die früher dort gearbeitet haben und auch die obligatorische Pommesbude darf nicht fehlen. Letzteres finde ich noch in Ordnung, aber das Ruhrgebiet als Standort der deutschen Schwerindustrie ist für mich Vergangenheit. Ich lebe jetzt auch schon beinahe dreißig Jahre hier und diese Reminiszenzen spiegeln in keinster Weise meine Lebenswirklichkeit wieder. Ich bin damit aufgewachsen, daß die letzten Reste der industriellen Herrlichkeit langsam aber sicher die Tore schließen; in ihrer vollen Pracht habe ich die schon gar nicht mehr erlebt. Aber viele Beiträge in aufRuhr heben genau auf diese vollindustrialisierte Nostalgie ab. Das gefällt mir nicht und wird meiner Meinung nach auch der tatsächlichen Situation nicht wirklich gerecht. Als ich den Band halb durch hatte, war ich schon drauf und dran ihn als Fehlkauf abzustempeln, aber in der zweiten Hälfte kommen dann tatsächlich auch noch Beiträge, in denen es nicht nur um diese klassischen Ruhrgebietsklischees geht. Und einige von denen gefallen mir sogar richtig gut. Hier findet sich dann auch endlich die versprochene Vielfalt wieder, aber natürlich greift auch hier das oben bereits angesprochene Gesetz der Anthologie: Einige Beiträge sind gut - ein bis zwei sogar an der Grenze zu sehr gut - aber andere sind dafür eben nicht so richtig gut. Aber wenn man nur diese zweite Hälfte betrachtet, hat man es schon mit überdurchschnittlicher Qualität zu tun. Vielleicht waren aber auch nach der Lektüre der ersten Hälfte meine Erwartungen schon etwas niedriger.
Alles in allem jedenfalls eher eine durchwachsene Sache, die ich nicht bedingungslos empfehlen kann. Ungefähr die Hälfte des Bandes schwelgt in Industrie-Nostalgie, zumeist auch noch in künstlerisch wertvollen, düsteren Bildern, etwas für das ich sowieso eher nicht zu haben bin (aus ähnlichen Gründen habe ich auch das hochgelobte Jimmy Corrigan niemals zuende gelesen). Die andere Hälfte ist ganz okay bis gut und gäbe es sie allein zu kaufen, würde ich den Erwerb vermutlich empfehlen. So bleibt allerdings eigentlich nur der Lokalpatriotismus als richtig überzeugendes Argument übrig.
Tja, da habe ich mir wieder eine Überschrift eingebrockt, die nicht so recht zu dem passen will, was ich schreiben werde. Aber sie ist einfach zu schön, als daß ich sie aufgeben möchte, und daher strecke ich mich jetzt eben wie blöd, um die Kurve doch noch zu kriegen.
Alte Liebe rostet nicht, sagt der Volksmund und tatsächlich habe ich vor einigen Wochen eine alte Liebe neu für mich entdeckt. Mittlerweile besitze ich die ersten vier Buffy-Staffeln und habe begonnen, die alle mal wieder von Anfang an zu sehen. Und schon nach wenigen Folgen sind all die alten, vergessenen Gefühle für die süße und wunderschöne Willow wieder in mir erwacht. Ein bißchen Angst habe ich vor der sechsten Staffel, aber bis dahin ist es ja noch ein weiter Weg (und weitere 60 Euro).
Nun aber zu den Rezis. Da die hier noch nie besondere Begeisterungsstürme ausgelöst haben und es mir mittlerweile auch kaum noch Spaß macht, sie zu schreiben, lasse ich das ab jetzt sein. Man muß ja wissen, was das Publikum verlangt und das sind wohl zum einen heiße politische oder religiöse Fragen und zum anderen Anlässe für abstruseste Diskussionen (wobei das ja inzwischen wieder vorbei zu sein scheint). Ab und an, wenn es mich überkommt, werde ich vermutlich auch in Zukunft noch die ein oder andere Rezi dazwischen schieben, aber der Gesamtheitsanspruch von einst gilt auf keinen Fall mehr. Wie auch immer, hier also der letzte große Rezischwung. Zum Teil mehr oder minder aktuelle Filme, zu denen ich gern meinen Senf abgeben möchte, zum anderen die vom alten Konzept übrig gebliebenen Bruchstücke.
Diesmal dabei:
Mark Millar / J.G. Jones - Wanted
Wesley ist ein echter Versager. Sein Boss schubst ihn nach Belieben herum, seine Freundin schläft mit seinem besten Freund. Volles Programm also. Aber eines Tages kommt jemand zu ihm und gibt ihm die Kontrolle über sein Schicksal in die Hand. Sein Vater, den er niemals kennengelernt hat, war Mitglied einer geheimen Bruderschaft von Superverbrechern. Und mit dessen Tod erbt Wesley seine Stelle in der Bruderschaft, und wie er bald erfährt, hat er auch die dazu passenden Superkräfte geerbt. Das ist das Konzept von Wanted,
Die Geschichte spielt in einem klassischen Superheldenuniversum, aber natürlich mit einem millartypischen Twist. Die Superhelden haben die alles entscheidende Schlacht gegen die Superschurken verloren und die Superschurken ziehen inzwischen im Untergrund die Fäden. Der Protagonist ist ein Allerweltsversager, der plötzlich herausfindet, daß er ebenfalls Teil der fiesen Superschurken-Bruderschaft sein darf. Kid in a candy store. Besonders schön formuliert es diese Onlinerezension:
"Wanted reads kind of like the Harry Potter story, except that instead of finding out that he's a boy wizard, Harry finds out that he's a complete bastard. And he likes it."
Der Rezensent sagt zwar, daß ihm Leute, die daran Spaß haben, Angst machen würden, aber der ist wohl ein Weichei. Mir hat es gefallen. Eine klassische Allmachtsphantasie zum Abreagieren. Und das Ende ist auch noch mal ein ganz netter Bonus.
Al Gore stellt sich mit den Worten vor "Ich war einmal der nächste Präident der Vereinigten Staaten". Inzwischen hat er seine Wahlniederlage gut verdaut und tourt mit einem neuen alten Programm durch die Welt: Globale Erwärmung. Der Film ist eigentlich nur ein auf Zelluloid gebannter Vortrag, den Gore so vermutlich schon in aller Welt gehalten hat und das auch weiterhin tun wird, bis man endlich auf ihn hört. Viel was in dem Film gesagt wird, wußte ich schon, aber ich fand ihn trotzdem recht interessant und gerade für Menschen, die sich noch nicht so sehr mit dem Thema beschäftigt haben, bietet er sicherlich einen guten Einstieg. Ich habe mich natürlich besonders über einen kleinen Ausschnitt aus Futurama (which, by the way, is coming back) gefreut. Und wo ich gerade dabei bin, es gibt auch einen Futurama-Trailer für diesen Film.
Ich bin das Risiko eingegangen, meine schönen Kindheitserinnerungen zu zerstören, und habe mir dieses Remake tatsächlich angesehen. Und die Erinnerungen sind intakt geblieben, denn der Film war keine furchtbare Enttäuschung. Allerdings auch keine Offenbarung. Ich fand ihn ganz nett, aber für meinen Geschmack plätscherte er einfach so dahin und hat mich an keinem Punkt so richtig gefesselt. Ich kann aber auch nicht sagen, woran das jetzt genau gelegen hat. Naja, ganz nett eben.
Netter Animationsfilm über ein Haus, das plötzlich lebendig wird und anfängt, Menschen zu fressen. Das ist wieder einer dieser Filme, bei denen die Schauspieler erst gefilmt werden und dann die Animationen quasi drübergelegt werden. Sieht schon deutlich weniger seltsam aus, als damals bei Polarexpress (von dem ich allerdings nur den Trailer sah). Das wird wohl die Zukunft sein. Ich freue mich schon auf Beowulf, der ja von Neil Gaiman mitgeschrieben wurde und ebenfalls diese Technik einsetzen wird.
Jason Statham bleibt seinem Rollenimage nach den beiden Transporter-Filmen treu und spielt wieder einen beinharten Typen. Diesmal allerdings mit dem Dreh, daß er zu Beginn des Films vergiftet wurde und nun darauf aus ist, sich zu retten - und natürlich sich zu rächen. Der Clou des Films ist, daß die Wirkung des Gifts verlangsamt wird, solange das Opfer unter dem Einfluß von Adrenalin steht. Eine willkommene Entschuldigung für pausenlose Action. Endlich mal ein Film, der keine Sekunde langweilig wird. Die erste richtig langsame, ruhige Szene ist eigentlich die letzte. Witzig und durchaus sehenswert.
Der Protagonist ist das Sprachrohr der Tabakindustrie und wir begleiten ihn eine Zeit lang bei seiner Lobby-Arbeit. Ein sehr lustiger und sehenswerter Film.
Ein (vielleicht sogar "der") Ruhrgebietsfilm, der nicht nur mit jeder Menge Lokalkolorit aufwarten kann, sondern auch mit skurrilen Charakteren und einer seltsamen Prämisse. Sehr sehenswert, besonders für Dortmunder/Ruhrgebietler.
Pirates of the Carribean: Dead Man's Chest
Eine nette Fortsetzung, mit den zu erwartenden Einschränkungen. 1) Es ist eben eine Fortsetzung und die Grundidee ist nicht mehr ganz so frisch wie beim ersten Teil. 2) Es ist eigentlich nur ein halber Film, der erst nächstes Jahr mit dem dritten Teil so richtig abgeschlossen wird.
Nach ewigen Zeiten und zwei Realverfilmungen, die ich als echter Fan natürlich nicht gesehen habe, gab es in diesem Jahr endlich wieder einen gezeichneten Asterix-Film. Er orientiert sich, wie fast alle Asterix-Filme, an einem Album (diesmal Asterix und die Normannen). Der Film nimmt sich zwar einige Freiheiten und wird aufgrund der späten Geburt vermutlich nie den Kultstatus der früheren Filme erreichen, aber er ist erfreulicherweise doch ganz gut geworden, so daß man als Fan nicht weinen muß. Fazit: Ganz nett und auch für den Fan empfehlenswert.
Fast and the Furious: Tokyo Drift
Frauen und Autos. Vor allem letzteres. Ich habe die ersten beide Film der Serie nicht gesehen, fand diesen aber sehr unterhaltsam. Man muß natürlich das Gehirn am Eingang abgeben, etwas, das das Publikum deutlich reflektierte. Einige (okay: viele) der Zuschauer hätte man problemlos als Komparsen mitspielen lassen können, ohne daß es aufgefallen wäre oder sie sich auch nur hätten umziehen müssen.
Peter Milligan / Mike Allred - X-Force 116-129, X-Statix 1-25, Doop/Wolverine 1-2, Dead Girl 1-5
Die Zeit von Milligan bei dieser Serie ist sicherlich ein Highlight unter den Mutantencomics der letzten Jahre gewesen. Und kürzlich hatte ich endlich alle Ausgaben zusammen, um es auch zu lesen. Milligan nutzt die Gelegenheit um ein ganz neues Team ins Marvel Universum zu bringen. Das Konzept sind Mutanten als Medienstars, die nur ab und zu eben Heldentaten vollbringen müssen, um ihren Marktwert zu halten. Eine sehr zynische und ebenso unterhaltsame Herangehensweise. Eine Szene als Appetitanreger.
[Ein Serienkiller bringt scheinbar wahllos Menschen um. Eine Fernsehreporterin interviewt einen Politiker zum Thema]
Reporter: Who will the random killer cut down next? Will it be me? Or you?
Sitting next to me is a man who just might be able to provide some answers: The Most Hated Man in America... the man who should be protecting us but is clearly not up to the job... Secretary of Homeland Defense Ed Wolfman.
So. Fifty-six deaths. Gallons of red blood on your hands. And no leads. What do you have to say, Mister Wolfman?
Wolfman: I...I really tried.
Reporter: So did Adolf Hitler. If you can't cut it, do us all a favor, baby.
Wolfman: All right. I'll resign. I'll go home and shoot myself.
Reporter: Please look into the camera when you humiliate yourself, Mister Wolfman.
(aus X-Statix # 15)
Majane Satrapi - Huhn mit Pflaumen
Ich war begeistert von Persepolis, mochte aber Satrapis letzten Comic Sticheleien nicht so besonders. Dieser ist hingegen wieder sehr gut, wir begegnen Nasser Ali Khan, einem begnadeten Tar-Spieler. Als seine Frau sein Instrument im Streit zerbricht, beschließt er sich hinzulegen und zu sterben. Und das ist es eigentlich schon. Satrapi gelingt es sehr gut, uns mitzunehmen in den Kopf ihres Protagonisten, und der Comic macht daher auch ein wenig traurig. Lesenswert ist er aber trotzdem.
Brian K. Vaughan/Adrian Alphona - Runaways: Pride & Joy
Ein Teen-Drama in einem Superhelden-Universum. Die Serie ist trotz - oder gerade wegen - dieser ungewöhnlichen Prämisse recht erfolgreich. Jedenfalls so erfolgreich, daß sie immer noch läuft. Und nach Ex Machina und Y - The Last Man hat mich dies endgültig zu einem Fan von Brian Vaughan gemacht. Trotz des etwas ungewöhnlichen, mangaesken Digest-Formats lesenswert.
Kim scheint in der Indie-Comic-Szene schon länger eine Größe zu sein. Und nach diesem sehr schönen Comic zu urteilen, ist er das völlig zu recht. Viele seiner Comics hat er auf seiner Webseite kostenlos online gestellt. So auch diesen (natürlich im englischen Original). Die Geschichte ist nicht besonders aufregend, sondern eine schöne Alltagserzählung mit zwei sehr lebendigen Hauptcharakteren. Lesenswert.
Was soll man dazu groß sagen? Es ist halt Don Rosa, der meiner Meinung nach beste Entenzeichner und vor allem -autor überhaupt. Da kann man ja eigentlich nichts falsch machen. Es scheint, als wolle Egmont-Ehapa nach und nach alle Rosa-Geschichten in der Hall-of-Fame-Reihe neu veröffentlichen. Da mir das Format sehr sympathisch ist und ich die meisten dieser Comics glücklicherweise noch nicht habe, ist mir das sehr recht. Die Kommentare zu jeder Geschichte von Rosa höchstselbst sind da ein angenehmer Bonus. Fazit: Kaufen!
Der durch die längeren Geschichten Held und Sag was bekannte Flix schreibt in seiner Freizeit auch One-Panel-Gags. Und die sind auch durchaus sehr lustig. Ist natürlich nicht auf dem Niveau eines Joscha Sauer, aber schon recht unterhaltsam.
Judd Winick & diverse Zeichner - Outsiders Monster Edition 2
Die Monstereditionen sind eine feine Sache. Zu einem vergleichsweise günstigen Preis bekommt man gleich einen ganzen Stapel an Material. Diese enthält zum Beispiel 12 Originalhefte, so daß man nicht so schnell zum Ende kommt. Und das ist auch gut so, denn der gute Herr Winick schreibt wieder einmal hervorragende Superheldengeschichten. Ähnlich gut wie der erste Outsiders-Band, natürlich nur, solange man Spaß an Superhelden hat.
Darwyn Cooke - DC: Neue Horizonte (1 & 2)
Eine hübsche Elseworld-Geschichte, in der es den Superhelden im Silver-Age, also den Fünfzigern, genauso geht wie allen anderen Amerikanern. Sie werden als Gefahr und als potentielle Terroristen (ach ne, damals hieß das ja noch "Kommunisten") gesehen, es sei denn, sie arbeiten für die Regierung. Von diesem Punkt aus entwickelt sich eine interessante Geschichte über Jahre hinweg. Die tragenden Figuren sind der Martian Manhunter, Green Lantern und der Flash, aber auch viele andere Helden haben ihre Zeit im Rampenlicht. Darwyn Cooke liefert eine runde, gut durchdachte Geschichte ab, die trotz des recht ordentlichen Umfangs niemals ausufernd wird. Lesenswert.
Der jüngste Roman von Neil, meinem erklärten Lieblingsautoren, hat ganz schön lange auf sich warten lassen. Vor allem für Leute wie mich, die in seinem blog (jetzt im schicken neuen Design) schon seit Jahren die Entstehung beobachtet haben. Vielleicht liegt es daran, aber ich war doch ein wenig enttäuscht davon. Es ist ein gutes Buch, keine Frage, aber mir fehlte ein wenig dieser Hauch von Magie, den ich mit Neils Schreiben verbinde. Es gibt zwar auch in Anansi Boys einige solche Stellen, aber sie sind recht spärlich gesäht, vor allem in der ersten Hälfte. Dabei fällt mir ein: Es gibt nun endlich die endgültige Sandman-Ausgabe, Absolute Sandman und der großartige Wil Wheaton hört nicht auf darüber zu schreiben. Captain Smollett kann bestätigen, daß ich bereits auf der Spielemesse sehr gezuckt habe, mir den Band zu kaufen. Wie man am sehr viel günstigeren Amazon-Preis sieht (auf der Spielemesse wollte man 100 Euro dafür haben) war es schon mal kein Fehler, daß ich das gelassen habe. Aber ich sehne mich doch sehr danach. Vielleicht möchte mir ja einer meiner Leser als Dank für all die schönen und interessanten Blogeinträge den Band schenken.
André Franquin - Schwarze Gedanken
Lange war dieses Spätwerk (oder doch zumindest später als seine Arbeit an Spirou & Fantasio) von Franquin nicht auf Deutsch verfügbar. Als ich vor mehreren Jahren zum ersten Mal davon erfuhr, hieß es, eine Neuauflage in Deutschland stehe kurz bevor. Und schließlich kam es auch dazu und ich habe sie gleich gekauft. Der Humor ist wie die Zeichnungen sehr, sehr schwarz und mehr als einmal bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Ich erkenne an, daß das künstlerisch sehr gut ist, bin aber nach wie vor nicht sicher, ob es mir gefällt. Es ist schon ziemlich deprimierend und erschreckend.
Dupuy-Berberian - Monsieur Jean: Freunde in der Not
Monsieur Jean ist eine längere Reihe und dieser Band (der irgendwie nicht so richtig in die Reihe zu gehören scheint) wirkt sehr vielversprechend. Es geht eigentlich um nichts, außer einen typischen Großstädter mit seinen Freunden, seinen Problemen und seinen Psychosen. Aber es liest sich ziemlich unterhaltsam.
Geoff Johns/Ethan van Sciver - Green Lantern: Wiedergeburt
Jahrelang hat man bei DC der Versuchung widerstehen können, aber jetzt ist man ihr doch erlegen. Die größte Green Lantern aller Zeiten ist zurück: Hal Jordan streift den Mantel des Spectre ab und legt den Ring wieder an. Viel mehr leistet dieser Band auch nicht. Er tut das aber auf eine sehr unterhaltsame und die Nostalgier voll ausreizende Weise und mehr kann man ja bei so einer Grundidee auch nicht erwarten. Nett.
Ich sah gerade The Fast and the Furious: Tokyo Drift (ja, wegen der Autos und der Frauen ;-) und wurde wieder mal in meiner Meinung bestärkt, daß ich wirklich kein bißchen japanische Kultur in meinem Leben brauche. Man lese dazu auch meinen morgigen Wurf.
Rasende Rezi: Wer in diesen Film geht, hat ganz bestimmte Vorstellungen und Erwartungen. Und die werden alle erfüllt. Beängstigend fand ich allerdings eines. Das Kino war bis zum letzten Platz gefüllt. Und zu einem überwältigenden Anteil von Leuten, die auch gut als Komparsen in den Film gepaßt hätten. Interessant wäre vermutlich danach ein Besuch am Ostwall gewesen.
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Erschreckend (und wenn man nicht bereits völlig dem Zynismus verfallen ist auch noch enttäuschend) ist, daß das ZDF dem Rücktritt Klinsmanns tatsächlich zwei Sondersendungen widmet. Und das an einem Tag, an dem Israel die Lust auf einen Angriffskrieg nicht länger unterdrücken kann. Ich weiß, daß es so einfach nicht ist, aber die israelische Regierung hat mit dieser Strategie kein Maß bewiesen. Fast denkt man, da sei Herr Bush persönlich am Werk. Währenddessen gefällt sich die Achse des Bösen dabei ihre beste Asterix-Nummer in der Hansestadt Stralsund aufzuführen. Reagieren kann man dann ja immer noch irgendwann einmal. Naja, Hauptsache die Frage nach dem Bundestrainer ist geklärt. Bis zur EM sind es auch nur noch zwei kurze Jahre.
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Die Hitze und meine angeschlagene Psyche wirken sich negativ auf mein Schlafverhalten aus. In den letzten beiden Tagen ging es zwar einigermaßen, aber in der Regel bin ich zur Zeit insbesondere nachmittags müde und insbesondere nachts/morgens nicht so richtig müde. Das mag den nicht mehr gar so regelmäßigen Update-Rhythmus erklären, entschuldigen soll es ihn gar nicht.
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I love online video storage.
Viele von Euch haben vielleicht gedacht, ich hätte das Konzept der Rasenden Rezis in aller Stille unter den Tisch fallen lassen. Das wäre vielleicht auch schlauer gewesen, denn meine Rezi-Datei, in der ich alle Objekte stehen habe, die noch einer Rezension harren, wächst eher an, als daß sie kleiner wird. Doch wer mich kennt, weiß, daß ich mich schon oft dagegen entschieden habe, das zu tun, was schlau wäre. So auch diesmal. Der Vorteil für Euch ist, daß es weiterhin mehr oder weniger gehaltvolle Rezensionen zu allen Comics, Büchern und Filmen gibt, die ich konsumiere. Ich habe nicht zu allem wirklich viel zu sagen, aber eine Meinung und Empfehlung spreche ich eigentlich fast immer aus. Der Vorteil für mich ist, daß ich den Überblick behalte, welche Filme ich schon gesehen habe. Heute mit dabei:
Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe: Weißes Gold vom Matterhorn
Wie die ganze Reihe ziemlich lesbar aber noch lange nicht überragend. Und wieder einmal fehlt die Angabe des Zeichners im Impressum.
Peter Puck - Immer Ärger mit Rudi
Genial. Die ab und an in der Comixene veröffentlichen Einseiter um den obercoolen Rudi fand ich schon immer ziemlich amüsant, aber trotzdem wäre ich von selbst nie auf die Idee gekommen, nach einer Sammlung zu suchen. Dieses Album ist eine solche Sammlung von Einseitern und ich bin überaus froh, daß der Comic-Händler meines Vertrauens es mir aufgeschwatzt empfohlen hat. Der Humor basiert im wesentlichen auf der extremen Coolness der Hauptfigur und den diversen Mißgeschicken, die ihm immer wieder passieren. Andererseits gibt es aber auch eine außergewöhnlich große Menge von Metahumor, in dem auf den Comic selbst referiert wird und in solchen Geschichten kann auch der Autor Peter Puck selbst mitunter auftauchen. Sehr erfolgreich hat Puck auch die Technik des künstlerischen Zitats perfektioniert. Und er zitiert nicht nur die Werke anderer Comic-Künstler, wie z.B. Peyo oder Uderzo, sondern auch klassische Malerei, wie z.B. Spitzwegs armen Poeten. Alles in allem sehr unterhaltsam, mitunter sehr textlastig, extrem intelligent und experimentierfreudig. Sollte man besitzen. Ich freue mich schon auf die Neuveröffentlichung der bisherigen 6 Alben, die alle out of print sind und in nächster Zeit in der Ehapa Comic Collection erscheinen sollen. Eine kleine Kostprobe kann man hier im Rahmen der lobenswerten Spiegel-online-Serie "Neue deutsche Comics" finden.
Brian K. Vaughan/Pia Guerra/Goran Sudžuka - Y: The Last Man: Girl on Girl
Wieder mal ein sehr gutes Kapitel aus Vaughans Geschichte um den letzten Mann der Welt.
Das erste Heft kann man sich hier in pdf-Form herunterladen, um mal unverbindlich in die Serie hineinzuschnuppern.
David Lapham - Daredevil vs Punisher: Means and Ends
David Lapham ist eigentlich eine alte Indie-Sau und durch die phasenweise sehr genialen Stray Bullets bekannt geworden. Aber seit neuestem scheint er allen Hochmut über Bord geworfen haben und schreibt und zeichnet jetzt auch Superhelden. In den deutschen Batman-Heften erscheint momentan eine Geschichte von ihm, die mir bisher überhaupt nicht gefällt. Leider hatte ich diese Marvel-Miniserie von ihm schon bestellt, bevor ich das wußte. Und, "Zum Glück", muß ich sagen. Denn im Gegensatz zur Holzhammerlebensphilosophie bei Batman ist dies eine Geschichte, die den beiden Titelcharakteren vollkommen gerecht wird. Der Punisher und Daredevil sind vielen vermutlich durch ihre Filmadaptionen bekannt. Sie vertreten sehr unterschiedliche Moralvorstellungen, und Lapham gelingt es, beide Sichtweisen überzeugend darzustellen, ohne daß eine als die eindeutig bessere hingestellt wird. Und das bis zum (natürlich bitteren) Ende. Sehr gelungen, sehr empfehlenswert.
Izwischen ist auch das entsprechende Tradepaperback erschienen.
Peter David/Larry Stroman - X-Factor Visionaries Vol. 1
Die ersten fünf Ausgaben von Davids legendärem X-Factor, endlich wieder problemlos erhältlich - und, wsa für ein Zufall, passend zum Beginn einer neuen von David geschriebenen X-Factor-Serie. Mir gefällt das sehr gut, vor allem, weil Peter David meiner Meinung nach zu den witzigsten Comic-Autoren überhaupt zählt, was er hier mal wieder bravourös unter Beweis stellt.
Mal wieder eines dieser hoffnungsvollen deutschen Nachwuchstalente, und mal wieder eine Diplomarbeit. Und auch dies ist gar nicht mal so schlecht. Eine Beziehungskiste unter drei Freunden, und das beste ist, daß sie so gezeichnet sind, daß man nie sicher sein kann, wer Männlein und wer Weiblein ist. Faszinierend.
Joscha Sauer - Nichtweihnachten
Der Macher von Nicht Lustig hat ein Weihnachtsspecial zusammengestellt. Wie immer eben doch sehr lustig, viele der Cartoons kann man inzwischen auch auf seiner Webseite anschauen.
Jeffrey Brown / James Kochalka - Conversation # 2
Zwei Comic-Schaffende führen eine philosophische Diskussion innerhalb eines Comics. Auch beim zweiten Mal noch eine sehr interessante Idee.
Michael Chabon - Das letzte Rätsel
Vorsicht! Der Klappentext und auch die eine Rezension, die ich las, verraten meiner Meinung nach etwas zuviel über dieses Buch. Ich las den Klappentext jedenfalls nicht und habe mich sehr daran erfreut, alle Schlußfolgerungen selbst ziehen zu müssen. Das Buch ist eine Art Hommage auf den klassischen Detektivroman und viel mehr sollte man eigentlich auch nicht verraten. Es ist jedenfalls hervorragend, ganz wie man es vom Pulitzerpreisträger Chabon erwarten kann.
Comics Prose - Short Stories by Comics Writers
Wie so viele Anthologien durchwachsen. Mehr muß man dazu eigentlich nicht sagen. Missable.
So ein Glück, kann man da nur sagen. Wo kämen wir denn da hin, wenn auf einem Thriller plötzlich draufstünde, daß er nur ausgedacht ist? Hinterher schreiben sie noch auf Erdnußpackungen drauf, daß sie Nüsse enthalten könnten, oder auf Zigarretten, daß man davon Krebs bekommen kann.
Ich habe inzwischen den Film gesehen, der hierzulande scheußlicherweise "The Da Vinci Code - Sakrileg" heißen muß, weil Lübbe es für eine gute Idee hielt, den Titel für die deutsche Ausgabe des Romans völlig frei zu erfinden - meines Erachtens eine Unsitte. Für die rasende Rezi beginne ich mit dem Buch, daß ich letztes Jahr aufgrund des geradezu abstrus großen Hypes auch las - wie ungefähr 80% der Erdbevölkerung.
Dan Browns wohl berühmtestes Buch ist genau so, wie man es sich vorstellt: ein lupenreiner Thriller mit anhängiger Verschwörungstheorie. Ganz im Gegensatz zum Schwarm, dem anderen großen Bestseller der letzten Jahre, ist der Da Vinci Code aber sehr spannend geschrieben und hat praktisch keine überflüssigen Längen. Brown schreibt flüssig und souverän und machte es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen, weil man sich eigentlich immer gespannt fragt, wie es nun weitergehen wird. Und wie es sich für einen Thriller gehört, gibt es natürlich jede Menge überraschender Wendungen. Also rundum empfehlenswert. So angefixt habe ich mir dann gleich noch ein Buch von Dan Brown gekauft, und zwar Angels and Demons (für die deutschen Leser: Illuminati). Und das war leider ein Fehler, denn dieses Buch hat nicht nur den gleichen Protagonisten wie der Da Vinci Code, sondern auch den gleichen Aufbau - und auch sonst gleichen sich die beiden Bücher viel zu sehr. Man kann richtig sehen, wie Brown alle guten Ideen aus dem zuerst geschriebenen Angels and Demons genommen hat, sie noch etwas aufpolierte und dann daraus den Da Vinci Code zusammengebastelt hat. Und deshalb sollte man die Bücher am besten nicht direkt hintereinander lesen. Und schon gar nicht in dieser Reihenfolge. Einzeln gesehen sind allerdings beide Bücher durchaus empfehlenswert. Der Da Vinci Code meiner Meinung nach noch ein bißchen mehr als Angels and Demons, aber das mag auch einfach nur an meiner Lesereihenfolge liegen.
Die Verfilmung ist ebenfalls durchaus sehenswert, aber im Vergleich nicht so gelungen wie das Buch. Das liegt vermutlich zum Großteil nicht an der Handlung, sondern an der Unmenge von Fakten, die immer wieder auf den Leser/Zuschauer einprasseln, und auch einprasseln müssen, weil es ja nun mal eine Verschwörungstheorie ist. Und die sind bekanntermaßen ziemlich komplex. Wer das nicht glaubt, dem empfehle ich mal das Focaultsche Pendel zu lesen. Deshalb ist der Film zwar durchaus rund und auch spannend und unterhaltsam, aber einige Aspekte fallen einfach weg oder werden zumindest verkürzt. Und das Gefühl der Raffung ist vergleichbar mit dem in den Harry-Potter-Filmen. Und das obwohl der Film gute zweieinhalb Stunden dauert. Aber der Vorteil dieser Raffung ist, daß man die Länge überhaupt nicht bemerkt, weil immer irgendwas passiert und eigentlich niemals Langeweile aufkommt. An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal Dan Brown dafür danken, daß er auf die so oft obligatorische Liebesgeschichte verzichtet hat, und Dank auch an die für den Film Verantwortlichen, daß sie nicht noch nachträglich eine eingebaut haben.
Völlig unverständlich ist übrigens, warum sich einige Kirchenvertreter so über diesen Film (bzw. das Buch) aufregen mußten. Es handelt sich hier schließlich offensichtlich um ein fiktionales Werk, und die Kirche käme vermutlich sehr viel übler weg, wenn man einen Film über all die realen Dinge drehte, die sie im Mittelalter so verbrochen hat.
Ebenfalls übrigens: Vermutlich im Zuge des Da-Vinci-Hypes hat der Carlsen-Verlag die hervorragende Miniserie Revelation von Paul Jenkins und Humberto Ramos unter dem Titel Die Offenbarung in Deutschland herausgebracht. Auch hier geht es um üble Machenschaften, Verschwörungen und die gute, alte katholische Kirche ist mittendrin. Und ebenfalls ein cooler britischer Kommissar. Noch etwas mehr zum Inhalt kann man zum Beispiel hier lesen.
-- now playing: Jens Lekmann - Oh, You're so silent, Jens --
-- noch 21 Tage Rückbildung --
Früher bin ich ja sehr häufig ins Kino gegangen. In letzter Zeit war die Auswahl an sehenswerten Filmen aber ziemlich begrenzt - und meine Auswahl an willigen Begleitern ebenfalls. Zu den letzten drei Filmen, die ich sah, liefere ich am Ende des Postings rasende Rezis. Zuvor jedoch noch ein paar andere Gedanken rund ums Kino. Da die Kommentarfrequenz meiner Leserschar in letzter Zeit erfreulich zugenommen hat, traue ich mich, mal wieder eine Frage in die Runde zu stellen. Ich habe das Gerücht aufgeschnappt, daß es dem Cinestar finanziell nicht besonders gut gehe und das Kino eventuell demnächst sogar schließen müsse. Hat jemand von Euch ähnliches gehört oder weiß gar genaueres?
Bei meinem letzten Kinobesuch habe ich einen ersten Teaser für Superman Returns gesehen und meine Vorfreude auf den Film ist danach stark gesunken. Ich weiß natürlich nicht, wie repräsentativ die ausgewählten Szenen für den tatsächlichen Film sind und Bryan Singer hat sich ja mit den ersten beiden X-Men-Filmen einen ansehnlichen Ruf bei mir erarbeitet, aber trotzdem bin ich was Superman angeht momentan eher skeptisch. Die Szenen, die man sah, lassen befürchten, daß man sich wieder lang und ausführlich mit der Entstehungsgeschichte des Mannes aus Stahl auseinandersetzen will. Und das hängt zumindest mir als Comic-Leser ja so was von zu den Ohren raus. Naja, bis August ist es ja noch einige Zeit hin. Vielleicht kann meine Skepsis bis dahin durch einen längeren Trailer besänftigt werden.
Bei meinem vorletzten Kinobesuch sah ich ebenfalls einen Trailer. Und zwar für Date Movie. Offenbar hat der riesige - und mir vollkommen unverständliche - Erfolg von Scary Movie, wovon es ja inzwischen schon einen vierten Teil gibt, jemanden auf die Idee gebracht, daß man dieses hemmungslose Ideenrecycling auch noch mit anderen Genres machen könnte. In diesem Fall die (mehr oder weniger) klassische Romantic Comedy. Ich denke ja nach wie vor, daß es nicht nötig und nur schwer möglich ist, einen Film, der schon lustig ist, noch mal zu veralbern, aber das hat ja bei Scary Movie und Scream (der ja auch schon teilweise lustig war) schon niemanden gestört. Mein Begleiter hat es sehr schön auf den Punkt gebracht: "Ich möchte keinen Film sehen, bei dem man 10 andere Filme gesehen haben muß, um ihn zu verstehen." Eben. Ich auch nicht. Einen Stich versetzt es mir allerdings, daß die bezaubernde Alyson Hannigan sich für so einen Schund hergibt. Ach Alyson, we'll always have Buffy.
Im Mai laufen, im Gegensatz zu den dünnen Monaten zuvor, überraschend viele Filme an, die man sich durchaus ansehen kann und die ich daher zu sehen vorhabe. Seit letzter Woche läuft bereits Mission Impossible 3. Es ist zwar schon einige Zeit her, aber ich kann mich erinnern, den zweiten Teil damals ganz unterhaltsam gefunden zu haben. Man darf halt nur nicht zu viel erwarten.
Gestern lief Asterix und die Wikinger an, nach ewigen Zeiten endlich wieder ein richtiger Asterixfilm, nämlich als Zeichentrick. In einer tragenden Rolle wird Smudo von den Fantastischen Vieren zu hören sein. Ich bin gespannt.
Nächste Woche geht es dann weiter mit der ziemlich gehypten Verfilmung des extrem gehypten Bestsellers von Dan Brown: Der Da-Vinci-Code - oder wie er in Deutschland aufgrund der unnötigen Kreativität bei der "Übersetzung" von Buchtiteln heißen muß: The Da Vinci Code - Sakrileg. Da möchte man doch am liebsten gleich schreiend Amok laufen oder den Kopf rhythmisch gegen die Wand schlagen. Ich habe das Buch letztes Jahr dann auch endlich mal gelesen und fand es zwar nicht überragend, aber doch sehr unterhaltsam und spannend. Wenn der Film das auch schafft, wäre ich schon zufrieden. Und immerhin spielt die süße Audrey Tautou die Hauptrolle
Und in der letzten Maiwoche kommt dann auch noch X-Men 3, in Deutschland mit dem recht unbeholfenen Untertitel Der letzte Widerstand, dabei hat Stephen King doch schon eine bessere Übersetzung vorgegeben. Die gute Nachricht: Man hat die komplette Besetzung der ersten beiden Filme zusammentrommeln können. Außerdem bekommen wir Kelsey "Frasier" Grammer als Beast dazu. Der Regisseur, der oben erwähnte Bryan Singer, hat sich allerdings lieber mit dem Stählernen beschäftigt, so daß Brett Ratner einspringen mußte. Der A.V. Club meint aber, daß das vielleicht gar nicht so schlimm wird:
Why it might be worth seeing anyway: Ratner's most infuriating trait, his inability to create a distinct directorial style, might serve him well here. The trailer makes this look like one of Bryan Singer's X-Men films. If Ratner apes those well enough, it might be okay.
Okay, nun zu den versprochenen Rezis. Da ich schon ganz schön viel schrieb und es auch schon ganz schön spät ist, werden sie vermutlich nur kurz. Ich rezensiere die Filme in umgekehrter Reihenfolge meines Sie-Sehens. Das ist zwar völlig unerheblich und interessiert außer mir vermutlich niemanden, aber was soll's. Das hier interessiert ja jetzt vermutlich auch niemanden. Ich kann mir gut vorstellen, daß viele nur die ersten paar Worte dieses Absatzes lesen und dann gleich zum nächsten Absatz mit der ersten Rezension springen. Manchmal kann man die Augen auch nur schwer davon abhalten, gleich weiterzueilen. Vor allem, da der nächste Absatz mit so einem verlockenden fetten Schrifttyp beginnt. Ich bin Euch also nicht böse, wenn Ihr diesen ganzen Quatsch hier überspringt und Euch nicht die Mühe macht, es zu lesen. Eigentlich steht hier ja auch überhaupt nichts Wichtiges oder auch nur Interessantes oder Unterhaltsames. Seien wir doch einmal ehrlich und sehen den Tatsachen ins nackte Auge! Wenn ich diesen Absatz komplett weggelassen hätte, hätte das doch auch niemanden gestört. Und der ganze Beitrag wäre dadurch vermutlich besser lesbar geworden, und wirkte nicht so zerfasert. Tja, aber jetzt ist es zu spät. So kann's gehen.
Good Night and good luck
George Clooney wird mal wieder seiner Rolle als Linker gerecht und bringt uns einen Film über die McCarthy-Ära. Der Film folgt einer politischen Fernsehsendung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Hexenjagd des Senators auf (angebliche) Kommunisten kritisch zu beleuchten. Good Night... hat natürlich eine begrüßenswerte Aussage und ist zudem in schickem Schwarz-Weiß gehalten, zwei unbestreitbare Pluspunkte. Seine Schwachstelle ist, daß er sich nicht entscheiden kann, ob er nun ein Spielfilm oder eine Dokumentation sein will. Letztlich hat das alles mehr von einer Dokumentation, es fehlt ein klarer Spannungsbogen und einige Details wirken so, als seien sie nur der Vollständigkeit halber eingefügt worden und nicht, weil die Story es so verlangt hat. Entsprechend fragt man sich dann während des Films, was diese Szenen wohl im Gesamtkontext des Films zu bedeuten haben, nur um am Ende zu merken, daß die Antwort "eigentlich gar nichts" lautet. Versteht mich nicht falsch, der Film ist trotzdem interessant und vor allem von hohem ästhetischen Wert. Aber so richtig umwerfend ist er nicht.
Inside Man
Jetzt habe ich auch endlich meinen ersten Spike-Lee-Joint gesehen. Und ich fand den Film sehr gelungen. Eine wirklich interessante und originelle Variation des klassischen Themas Bankraub. Interessante, lebendige Charaktere; ein gutes, originelles Drehbuch. Was will man mehr?
V wie Vendetta
Alan Moore, der Autor des diesem Film zugrunde liegenden Graphic Novels (Go, buy it! It's great art!), hat im Vorfeld einige Turbulenzen verursacht, weil er seinen Namen um jeden Preis aus allem heraushalten wollte, d.h. er wollte nicht im Zusammenhang mit diesem Film erwähnt werden, und die Credits zeigen auch nur den Namen seines Mitautoren und Zeichners David Lloyd. Aber so ganz kann ich immer noch nicht verstehen, warum er das unbedingt wollte. Diese Adaption ist doch recht nah an der Vorlage und dieser auf jeden Fall treu; kein Vergleich mit den nicht so gelungenen Filmen From Hell oder Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen, die ebenfalls auf Werken Moores basieren, und bei denen man so ein Verhalten seinerseits gut verstehen kann.
Die nahe Zukunft, in der der Film spielt, mußte natürlich an die heutigen gesellschaftlichen Probleme angepaßt werden. Das 1997 des Comics ist eben (zum Glück) nicht so eingetreten. Und daß die Bevölkerung aus Angst vor Vogelgrippen und terroristischen Bedrohungen Schutz bei einem starken Staat/Führer sucht, ist so unwahrscheinlich leider nicht. Die Filmemacher haben auch der Versuchung widerstanden, die Handlung nach Amerika zu verlegen. Gut, denn diese Geschichte funktioniert nur in England, allein schon wegen der Guy-Fawkes-Maske des Protagonisten, die er - mein Kompliment an die fehlende Eitelkeit von Hugo Weaving - auch tatsächlich wie in der Vorlage, während des ganzen Films nicht abnimmt. Was soll ich noch groß sagen? Es ist ein Film über eines der momentan aktuellsten politischen Themen: das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit. Es ist ein wenig verwunderlich, daß ein Film, dessen Protagonist ganz klar ein Terrorist ist, im Mainstream der heutigen Zeit zu finden ist. Aber es ist eine schöne Überraschung.
Übrigens, eine ziemlich spaßige Parodie des Trailers (und eigentlich auch fast des ganzen Films) findet man hier.
-- noch 28 Tage Rückbildung --
"Je mehr sich unsere Bekanntschaft mit guten Büchern vergrössert, desto geringer wird der Kreis von Menschen, an deren Umgang wir Geschmack finden."
(Ludwig Feuerbach, Abälard und Heloise)
Ich hoffe, Ihr hattet alle einen schönen Welttag des Buches und habt die Tatsache, daß er heuer auf einen Sonntag fiel, dazu genutzt es Euch mit einem guten Buch gemütlich zu machen. Ich hatte das ja eigentlich auch vor, habe aber heute nachmittag festgestellt, daß ich wohl die falschen Fragen für die morgige Prüfung gelernt hatte und mußte dann noch einen weiteren Stapel von 105 Fragen durchsehen. Das war leider nicht so entspannend wie ich mir den Tag erhofft hatte.
Aber in den Tagen zuvor habe ich versucht, mir das obige Zitat zu eigen zu machen. Mein Gedanke: wenn das stimmt, dann sind Bücher doch die besseren Menschen und so habe ich in letzter Zeit viel gelesen, um meine quälende Einsamkeit zu bekämpfen. Ich habe dabei gelernt, daß das sogar einigermaßen funktioniert, aber nur mit den richtigen Büchern. Inspiriert durch eine Freundin habe ich in letzter Zeit eher Sachbücher gelesen, zum Beispiel das bereits einmal erwähnte Wir brauchen keinen Gott von Michel Onfray. Und dazu passend hatte ich auch bereits Nietzsches Anti-Christ auf meinem To-Read-Pile. Aber einem Impuls folgend habe ich stattdessen doch lieber zuerst einen noch ungelesenen Roman aus meinem Regal gezogen. Der letzte Roman, den ich las, war Schätzings Schwarm - ein Buch, das meiner Meinung nach maßloß überschätzt wird und an den besten Stellen Mittelmaß erreicht. Und davor hatte ich Carl Hiaasens Basket Case gelesen, das zwar recht unterhaltsam war, aber doch eher zu seinen schwächeren Büchern gehört. Das hatte mich ein bißchen am Roman als solchen zweifeln lassen. Doch dann kam endlich mal wieder ein richtig gutes Buch meines Weges, das heißt, eigentlich gleich drei: Philip Pullmans Fantasy-Trilogie His Dark Materials. Inzwischen bin ich bereits weit im dritten Band und es gefällt mir immer noch sehr gut. Wenn es doch mehr solcher Bücher gäbe. Zwischendurch habe ich übrigens auch noch alle drei Planetary-Sammelbände gelesen - den dritten zum ersten Mal. Das ist ebenfalls ganz großes Kino. Wer braucht da schon noch Freunde?
Carl Hiaasen - Basket Case
Hiaasen, im Hauptberuf Journalist beim Miami Herald, hat sich darauf spezialisiert, Krimis zu schreiben, die nicht nur in Süd-Florida spielen, sondern auch das absurde Flair dieser Gegend auf sehr gelungene und komische Weise einfangen. Von den Büchern, die ich bereits gelesen habe, gehört dieses hier zu den Schwächeren, weil der Absurditätsgrad sich in Grenzen hält. Es ist aber immer noch ein sehr gut geschriebener und lesenswerter Krimi. Und ab und zu scheint auch ein wenig des typischen Florida-Flairs hindurch. Zum Beispiel hier:
A disagreement over lane-changing etiquette has resulted in two motorists pulling semiautomatics and inconsiderately shooting at each other in the diamond lane of the interstate. The traffic jam is epic
Frank Schätzing - Der Schwarm
War vor einiger Zeit ein enormer Bestseller und ist es vermutlich auch jetzt noch. Zum Höhepunkt des Hypes habe ich den Autoren in irgendeiner Talkshow gesehen und fand ihn in seiner arroganten, selbstgefälligen Art auf Anhieb unsympathisch, ein Urteil, das ich bis heute nicht revidieren mußte. Vielleicht hat mich diese persönliche Antipathie also in meiner Beurteilung des Buchs beeinflußt. Ich fand es ziemlich schlecht, und das aus mehreren Gründen. Erst einmal braucht es sehr lange, bis der eigentliche Plot so richtig Fahrt aufnimmt. Das geschieht so ab Seite 400. Dann ist kein einziger Protagonist wirklich sympathisch, mir jedenfalls nicht, und das hilft mir nicht gerade bei der Identifikation. Wie soll ich um ihr Leben zittern, wenn sie mir bestenfalls egal sind und ich einigen sogar den Tod gönne? Des weiteren, man ahnt es schon aufgrund der vierstelligen Seitenzahl, ist der Roman stellenweise sehr langatmig und als einer der Handlungsträger sich auch noch auf eine Art Soul-Searchin begibt, um mit sich und seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen, hätte ich das Buch beinahe unausgelesen weggelegt, etwas das ich eigentlich niemals tue. Vielleicht am auffälligsten, zumindest wenn man wie ich den Blick für solche Details hat, ist die simple, teilweise sogar unbeholfen wirkende Sprache, derer sich Schätzig bedient. Das fängt damit an, daß alle Personen immer nur beim Nachnamen genannt werden. In einem militärischen Kontext wäre das ja okay, aber der ist größtenteils nicht gegeben. Auch der Erzähler selbst referiert auf seine Protagonisten so und am schlimmsten fand ich eine Stelle, in der jemand an seine Geliebte denkt, und dabei ihren Nachnamen verwendet. Die nur mäßige Sprache zeigt sich in Phrasen wie "Perfekte Schwärze umgibt sie", was nicht nur holperig und klischeehaft bis zum Geht-nicht-mehr ist, sondern auch noch ein offensichtlicher Anglizismus. Und immer wieder stolpert man über seltsame Wörter, deren Sinn sich zwar erschließt, die man aber im allgemeinen nicht der deutschen Sprache zurechnen würde, und die man so sicherlich so schnell nicht wiedersehen wird. Beispiele wären "camouflieren", "ich reporte", "gefeuert, gehimmelt, abserviert", "nomadisieren", "hummelten... die Generatoren". Und das sind nur einige Beispiele. Das einzige, was meiner Meinung nach eindeutig auf der Plus-Seite zu verbuchen ist, ist die Tatsache, daß der Autor ganz offensichtlich eine Menge Zeit und Arbeit in die Recherche der biologischen und physikalischen Grundlagen gesteckt hat. Das alles ist so detailverliebt und, soweit ich das beurteilen kann, auch korrekt dargestellt, daß man vor dieser Fleißleistung Schätzings nur den Hut ziehen kann. Alles in allem bin ich aber von diesem Buch sehr enttäuscht und kann es eigentlich guten Gewissens niemandem empfehlen.
Michael Onfray - Wir brauchen keinen Gott. Warum man jetzt Atheist sein muß.
Als jemandem, der Religion im allgemeinen sehr skeptisch gegenüber, besonders seit sie in letzter Zeit wieder stärker in den gesellschaftlichen Fokus gerückt ist, sind mir Onfrays Thesen grundsätzlich sympathisch. Trotzdem kann mich das Buch nicht restlos überzeugen. Dazu wirkt es zu unstrukturiert. Viele Argumente werden immer wieder von neuem aufgegriffen, gehen aber oft nicht richtig in die Tiefe. Und obwohl Onfray die Heiligen Schriften (Talmud, Bibel, Koran) - zurecht wie ich finde - als Quelle von Fakten nicht anerkennt, nutzt er doch immer wieder Zitate hieraus, um zu argumentieren. Das kann natürlich nicht gut gehen. Fazit: Ein ganz guter Einstiegspunkt in die Thematik, aber auf keinen Fall erschöpfend. Außerdem ist das Buch alles, nur nicht objektiv, etwas, das man nicht aus den Augen verlieren sollte.
Warren Ellis/ John Cassady - Planetary Vol. 1: All over the World and other stories
Warren Ellis/ John Cassady - Planetary Vol. 2: The fourth man
Warren Ellis/ John Cassady - Planetary Vol. 3: Leaving the 20th century
Sehr beeindruckend. Planetary ist eine Gruppierung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Mysterien des Universums zu erforschen. Zum Glück leben sie in einem klassischen Superhelden-Universum, in dem es reihenweise Aliens, Metawesen, Monster und verrückte Unfälle mit Strahlung oder anderen Dimensionen gibt. Es ist übrigens das Wildstorm-Universum, in dem z.B. auch Authority spielt. Crossover gibt es aber kaum. Ellis nutzt die ersten beiden Bände, um seine Protagonisten durch eine Reihe bekannter Genres zu schicken, da gibt es Geheimgesellschaften, den klassischen Monsterfilm mit Riesenameisen oder eine Chinese-Ghost-Story. Jede dieser Episoden ist in einem Kapitel (in der Originalveröffentlichungsweise also in einem Heft) abgeschlossen und hat ein spezielles zum jeweiligen Genre passendes Cover (die alle auch in den Sammelbänden abgedruckt sind). Gleichzeitig zieht sich jedoch eine Nebenhandlung wie ein roter Faden durch alle Kapitel. Wer steckt hinter Planetary und seinen drei Agenten? Wer ist der geheimnisvolle vierte Mann und was ist sein Plan? Dieser Nebenplot rückt zum Ende des zweiten Bandes in den Vordergrund, und umso ärgerlicher war es, daß mehrere Jahre bis zum Erscheinen des dritten Bandes vergingen. Jetzt kann man nur hoffen, daß es diesmal schneller weiter geht, denn dies ist wirklich mal wieder eine Serie, die zeigt, zu welchen erzählerischen Leistungen Warren Ellis fähig ist. Fazit: Sehr empfehlenswert! Das erste Heft kann man hier online probelesen.
Heute konnte ich mich mal wieder zu überhaupt nichts aufraffen. Also wähle ich den Weg des geringsten Widerstandes und lade einfach einen Berg Rezis hier ab. Diesmal mit dabei:
Ehapa hat sich entschlossen, auch den weniger prominenten Disney-Charakteren eine Plattform zu geben. Den Anfang macht Supergoof. Schon ganz witzig, aber ich denke doch, daß es bessere Supergoof-Geschichten als diese geben muß. Dadurch daß man hier besonderen Wert auf die chronolgisch ersten Abenteuer legt, wird viel Potential verschenkt. Schade.
Steve Englehart/George Pérez - Avengers: The Serpent Crown
Wie man sieht, gab es für die ruhmreichen Rächer auch einmal Zeiten, wo es noch einfach Spaß gemacht hat, ihre Abenteuer zu verfolgen. Die Ära Englehart ist zeitlich etwas vor den hervorragenden Roger-Stern-Ausgaben anzusiedeln und versetzt einen in eine Zeit zurück, in der man die Leser noch nicht durch immer neue umwälzende Veränderungen und Schockeffekte zu locken versuchte. Das waren noch Zeiten.
Brad Meltzer/Rags Morales - Identity Crisis
Die vielgehypte und ob des zentralen Schockeffektes vielgescholtene DC-Serie des Jahres liest sich eigentlich recht unterhaltsam. Man muß eben nur davon absehen können, daß hier die grausame Realität Einzug in die bisher relativ heile Comic-Welt hält. Und davon, daß sich einige der sogenannten Helden hier doch sehr viel böser verhalten, als man es ihnen zugetraut hätte. Diese Geschichte wäre besser in einer Elseworld aufgehoben gewesen.
Die tollsten Geschichten von Donald Duck Spezial 6: Daniel Branca
Branca schreibt seine Geschichten leider nicht selbst und bei Disney-Comics fällt es mir schwer, die Qualitätsunterschiede bei den Zeichnern zu sehen. Die Geschichten sind also, je nach Autor, mal mehr und mal weniger gut.
Eigentlich eine Romantic Comedy wie viele, aber ich habe irgendwie eine Schwäche für diesen Film. Die Charaktere sind irgendwie besonders sympathisch und nicht ganz so klischeehaft wie es sonst häufig der Fall ist. Und ich kann in diesem Film sogar Julia Roberts ertragen, die sonst die Tendenz hat. mir auf die Nerven zu gehen.
very talkative
very introspective
very Auster
very good
Tru Calling - The Complete Series
Ich weiß auch nicht so recht, warum ich mir diese Serie zugelegt habe. Sie hat zwar eine interessante Grundidee und zeigt besonders zum Ende der ersten Staffel und in den paar Folgen der zweiten gute Ansätze, daraus auch was zu machen, aber das bleibt leider in den Ansätzen stecken. Trotzdem, deutlich schlechter als Smallville mit seinen viel zu häufigen Monster-of-the-week-Episoden ist diese Serie auch nicht, auch wenn natürlich ein interessanter Schauspieler vom Schlage eines Michael Rosenbaum fehlt.
Im Englischen ist die Laut-Buchstaben-Zuordnung nicht gerade einfach. Außerdem wimmelt es dort geradezu vor Fremdwörtern oder zumindest von Wörtern, die aus irgendwelchen anderen Sprachen übernommen wurden. Auf den Punkt gebracht bedeutet das in etwa folgendes:
"The problem with defending the purity of the English language is
that English is about as pure as a cribhouse whore. We don't just
borrow words; on occasion, English has pursued other languages
down alleyways to beat them unconscious and rifle their pockets
for new vocabulary." (James Nicoll)
Und aus diesem Grund hat sich in Amerika der Buchstabierwettbewerb (Spelling Bee) entwickelt. Etwas, das bei uns fast völlig unbekannt ist, in den USA werden hingegen sogar nationale Meisterschaften ausge- und live im Fernsehen übertragen. Spellbound ist eine Dokumentation, die einige Kinder auf ihrem Weg ins Finale und vor allem im Verlauf des Finales begleitet und einem das Konzept des Spelling Bee so näher bringt. Sehr interessant und, dank der geschickt ausgewählten, sehr unterschiedlichen Kinder, auch sehr unterhaltsam. Fazit: Sehenswert.
Grant Morrison/ Duncan Fegredo - Kid Eternity
Grant Morrison gehört zu den wenigen Menschen, bei denen ich eindeutig zugeben muß, daß sie schlauer sind als ich. Das merke ich immer wieder, wenn ich etwas von ihm lese und feststellen muß, daß ich Mühe habe all dem problemlos zu folgen. Morrisons Comics wirken meist bewußtseinserweiternd auf mich, dieser hier auf jeden Fall. Die Szenen sind auf unnachahmliche Art und Weise aneinandergereiht, nicht chronologisch. Das kann ja jeder. Vielmehr wird ihre genaue Abfolge erst dann völlig klar, wenn man den Comic bis zum Schluß gelesen hat. Umso schwerer fällt es mir zu glauben, daß diese Geschichte ursprünglich in drei Einzelheften veröffentlicht wurde. Bei den meisten Sammelbänden dieser Art kann man die Kapitelgrenzen problemlos ausmachen, aber hier schien mir das völlig unmöglich. Die Geschichte fließt nahtlos und hat keinerlei offensichtliche Aktwechsel.
Worum es geht? Die Geschichte dreht sich um Himmel und Hölle, Tod und Wiedergeburt, all the good stuff eben. Und die stimmungsvollen Zeichnungen von Fegredo passen ideal zum fast schon psychedelischen Stil, den Morrison hier wieder mal vollkommen ungehemmt auslebt. Faszinierend.
Für diese Sorte Film habe ich die Rasenden Rezis eigentlich erfunden. Ich schreibe diese paar Zeilen nämlich nur, damit ich mich von den Argumenten "Film aus GB" und "Julia Ormond" (which I loved in Smilla's Sense of Snow) nicht dazu verleiten lasse, diesen doch eher mittelmäßigen Thriller aus Versehen noch ein drittes Mal zu sehen. Denn jetzt kann ich ja hier nachschauen und feststellen, daß ich ihn bereits sah und nicht so toll fand. Gedächtnis war gestern, heute gibt es Blogs.
Weil ich nicht die rechte Inspiration habe, gibt es heute mal wieder ein paar der verschimmelten Rezis, die sich im letzten halben Jahr angesammelt haben. Have a lot of fun! Mit dabei:
Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe: Auf den Spuren der Königin von Saba
Wie die ganze Reihe ziemlich lesbar aber noch lange nicht überragend. Und wieder einmal fehlt die Angabe des Zeichners im Impressum.
Manu Larcenet - Der alltägliche Kampf 2: Belanglosigkeiten
Der erste Band dieser Reihe hat sich mir deutlich stärker als herausragend ins Gedächtnis geheftet. Bei diesem muß ich hingegen den Comic noch einmal herauskramen, um meine Erinnerung aufzufrischen. Aber der Band ist eigentlich ähnlich gut und ergreifend wie der erste. Es liegt also wohl nur daran, daß es eben eine Fortsetzung ist. Aber eine sehr gute. Immer noch sehr lesenswert.
Andreas C. Knigge - Alles über Comics
Knigge liefert mit Alles über Comics eine wirklich umfassende Geschichte des Mediums auf über 400 Seiten ab. Ich wage zu behaupten, daß dieses Buch auf lange Zeit als Standardwerk der Comic-Sekundärliteratur gehandelt werden wird. Im ersten Kapitel trägt er erst einmal seiner Nationalität Rechnung und handelt hier lediglich die deutsche Comic-Geschichte ab. Dies ist auf relativ knappem Raum möglich, da der Einfluß Deutschlands auf die weltweite Comic-Landschaft sehr gering war und immer noch ist. Besonders schön an diesem Kapitel ist, daß der Autor als einer der Mitbegründer der Comixene und erster Chefredakteur der Comic-Abteilung des Carlsen-Verlages die interessantesten Kapitel dieser deutschen Comic-Geschichte an vorderster Front miterlebt und teilweise auch selbst gestaltet hat. So mischen sich zwischen die gut recherchierten Fakten auch immer wieder unterhaltsame und erhellende persönliche Anekdoten.
In den weiteren Kapiteln rollt er dann die Geschichte des Comics mit einem weltweiten Skopus auf. Er beginnt mit den gut 30.000 Jahre alten Höhlenmalereien, die man in Frankreich und Spanien gefunden hat und arbeitet sich sehr sorgfältig und so weit es geht strikt chronologisch bis in die Jetztzeit. Das erste dieser "weltweiten Kapitel" war für meinen Geschmack etwas zu zäh, da wir es hier technisch noch nicht wirklich mit Comics zu tun haben und sich das ganze daher oftmals wie eine kunsthistorische Abhandlung liest - was es in gewissem Sinne ja auch ist. Die eigentliche Geschichte des Comics, darin sind sich die meisten Experten einig, beginnt mit den amerikanischen Zeitungsstrips, genauer mit Richard F. Outcaults Yellow Kid im Jahre 1895. Ab hier wird es dann sehr interessant und oft fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen (okay, da es ein solch schwerer Wälzer ist, hatte ich es die meiste Zeit sowieso nicht in der Hand, sondern vor mir liegen). Knigge geht auch hier weiter streng chronologisch vor und springt in unregelmäßigen Abständen zwischen den drei großen Zentren der Comic-Kunst Nordamerika, (West-)Europa und Japan hin und her. Der ganze Band ist, soweit ich das beurteilen kann, hervorragend recherchiert - ein Umstand, den Knigge auch durch eine extensive Literaturliste am Ende des Bandes zu untermauern sucht. Außerdem, und das macht dies zu einem außergewöhnlichen Buch, liest es sich sehr flüssig, oft sogar spannend - soweit man in diesem Fall davon sprechen kann - und ist generell sehr lesefreundlich konzipiert. Dem Thema angemessen finden sich natürlich zahlreiche Abbildungen; für den Haupttext weniger Wichtiges lagert Knigge in Anmerkungen aus, die sich an fast jedem Seitenrand finden und zu jedem wichtigen Akteur werden bei der ersten Erwähnung die Lebensdaten angegeben, oft sogar eine etwas längere Anmerkung, so daß man das Buch, nachdem man es ausgelesen hat, mit Hilfe des ausführlichen Index auch als Nachschlagewerk benutzen kann.
Nur zwei winzige Details sind mir an diesem Buch negativ aufgefallen, die ich aber natürlich nicht unerwähnt lassen will. Zum einen scheint Knigge, die Funktionsweise des einem Zitat nachgestellten "(sic!)" nicht völlig verstanden zu haben, da er davon recht häufig Gebrauch macht, zumeist an Stellen, an denen es sich mir beim besten Willen nicht erschließen will, warum. Zum anderen kann er manchmal der Versuchung nicht widerstehen den Bildungsbürger heraushängen zu lassen, indem er völlig entlegene Fremdwörter verwendet. Aber dies beschränkt sich glücklicherweise auf ein paar Handvoll von Stellen, die in der Masse an Text beinahe völlig untergehen.
Fournier - Spirou & Fantasio: Kodo der Tyrann / Spirou & Fantasio: Nichts als Bohnen
Die Alben der Spirou-Serie sind in der Regel abgeschlossene Geschichten. Dies ist einer der seltenen Fälle eines Zweiteilers, aber die Geschichte, in der unsere Helden einen waschechten Diktator stürzen wirkt trotz der doppelten Länge nicht langatmig. Nett. Wie man sieht, muß ich immer noch einige Alben aufholen, bis ich bei den aktuellen Neuerscheinungen angekommen bin.
Hergé - Tim und Struppi: Die Zigarren des Pharaos
Es macht Spaß, sich Album für Album durch das Frühwerk des vielleicht einflußreichsten europäischen Comic-Zeichners zu lesen. Dies ist das dritte Album, und auch wenn das ursprünglich 1934 veröffentlichte Werk hier nur in einer überarbeiteten Version von 1955 vorliegt kann man doch recht gut die Entwicklung von Hergés erzählerischen Fertigkeiten verfolgen. Zum ersten Mal findet sich hier nicht eine Reihe von lose zusammenhängenden Episoden an interessanten Orten wie noch im vorhergehenden Album Tim in Amerika, sondern es ergibt sich eine kohärente Geschichte, auch wenn der Spannungsbogen noch ein wenig episodischen Charakter hat. Faszinierend, ein bißchen kommt man sich vor wie ein Historiker, und in gewisser Weise ist das ja auch der Fall; ist doch Hergés Werk kunsthistorisch von nicht unerheblicher Bedeutung. Ich kann die sukzessive Lektüre der Tim und Struppi-Alben aus diesem Grunde nur empfehlen. Wer sich noch nicht sicher ist, ob dies die richtige Lektüre für ihn ist, kann auch erst einmal mit Hilfe der Bild-Comic-Bibliothek extrem preisgünstig in die Serie hineinschnuppern, allerdings in leicht reduzierter Größe. Er enthält die Alben "Die sieben Kristallkugeln", "Der Sonnentempel" und "Der Fall Bienlein" und kostet nur 5 Euro.
Kim Johnson/John Byrne/Mark Farmer - Superman: True Brit
"Was wäre, wenn Superman in Großbritannien aufgewachsen wäre?" Eine Komödie, stellenweise auch lustig, aber nichts Besonderes und ich kann mich mit den etwas albernen Zeichnungen nicht anfreunden. Missable.
Judd Winick/Geoff Johns u.a. - Outsiders Monster Edition 1
Seit Winick exklusiv für DC arbeitet habe ich kaum noch etwas von ihm gelesen. Das hier um eine aus den Teen Titans erwachsende neue Outsiders-Gruppierung gefällt mir sehr gut und ich freue mich schon auf den nächsten Band.
Peter David u.a. - The Incredible Hulk: Tempest Fugit
So kennen wir David. Kaum schreibt er eine Hulk-Story, schon wimmelt es wieder nur so vor alternativen Persönlichkeiten, Geisteskrankheiten und natürlich ist auch Doc Samson, der superstarke Psychologe wieder mit dabei. Besonders beängstigend finde ich, auch wenn das eigentlich nicht hierher gehört, daß David dieses Thema auch in der gerade neu gestarteten X-Factor-Serie mit dem Multiple Man wieder aufgreift. Und auch Captain Marvel hat ja irgendwie davon gehandelt, daß zwei Leute sich einen Körper teilen. Ob der gute Peter David am Ende selbst unter einer Persönlichkeitsspaltung leidet?
Daniel Clowes - Wie ein samtener Handschuh in eisernen Fesseln
Das ist mir zu sehr Art for Art's sake. Ich verstehe das ganze einfach nicht, ganz ähnlich wie das so hochgelobte Jimmy Corrigan, das ich noch nicht einmal zu ende lesen konnte. Vielleicht kann es mir ja jemand erklären, aber ich glaube, das ist einfach nichts für mich.
Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe: Der Regengott von Uxmal
Ein weiterer Band in der Reihe, welche die von Adolf Kabatek geschriebenen Dagobert-Abenteuer wieder auflegt. Diesmal der chronologisch erste dieser Bände. Das Vorwort ist sehr informativ geraten, leider erfährt man den Namen des Zeichners diesmal nicht einmal dort. Eine Praxis, die bei Disney-Comics leider größtenteils zum Alltag gehört. Ich verurteile diese Geringschätzung der Künstler zutiefst. Davon abgesehen gefällt mir dieser Band der Reihe allerdings bisher am besten. Die Geschichte um eine verschollene Maya-Stadt ist spannend erzählt und steht natürlich in der Tradition der klassischen Duck-Abenteuer aus der Feder von Carl Barks oder Don Rosa. Sicher nicht die schlechtesten Vorbilder.

Remember Wil Wheaton? (hint: it's the guy on the left) You probably saw him in Stand by me, but knowing my clientele of readers I would bet that most of you think of Ensign Wesley Crusher when I mention his name. Well, he's not Wesley anymore. In the last few years he has turned into one of the best known bloggers and internet people and he even got not one, but two real books out of it. Both books are more or less compiled from entrys on his blog on Wil Wheaton dot Net (currently in Exile as the page is being redesigned). The Blog itself is usually very readable although for my taste there has been too much poker and too few soul-searching in the last few months. But maybe that's just me. Anyways, if you don't like to read large chunks of text on the screen, you should probably check out Dancing Barefoot or Just A Geek.
But, there is an interesting alternative to just buying and reading the book. One of these books is already available as an audio-book, very well read by Wil himself, and for the second one there are similar plans - although no schedule has been announced. If you are still not sure whether you will like this or not, you could just go and listen to some of it. In 2004 Wil was at Gnomedex 4.0 and read from his books. This reading has been put online for you to listen to online or to download as two huge mp3-files (it amounts to almost two hours). And if you're really broadband there is also a video available.
Additionally, Wil has started to podcast, which is regrettably not made on a regular basis yet. But the existing eight episodes are worth checking out.
And when you are done listening to all this stuff, you can just go here and buy the really cool "Just A Geek - Teh Audiobook", which comes on nine CDs or in the form of an mp3-download. I listened to this on my way to "work" for as long as it lasted and enjoyed it tremendously. Wil is witty and funny and really has an interesting and compelling story to tell that happens to be his own. And he doesn't go easy on himself either. He is ready to admit his faults and his insecurities which I find very interesting and it's worthwile to read it. I, for my part, like to listen to him read his book, because he is so damn good at this. This comes as no surprise if you consider that the is not only an "ordinary" actor but he also works in voice acting (e.g. for Grand Theft Auto or Teen Titans) and this shows. He knows how to do this and that makes it fun to listen to him.
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Und weil's gerade so schön paßt, folgt hier eben noch die Rasende Rezi von Stand By Me. Der Film ist eine sehr schön erzählte Geschichte über Freundschaft und über Abenteuer, die von den vier ausgefeilten Charakteren lebt. Und diese werden immerhin von Wil Wheaton, River Phoenix, Corey Feldman und Jerry O'Connell gespielt, denen es gelingt, daß die Charaktere sehr glaubhaft wirken. Fazit: Es war eben doch nicht alles schlecht in den Achtzigern.
Den Punkt, wo es lächerlich gewesen wäre, habe ich nun schon meilenweit hinter mir gelassen. Deshalb muß ich jetzt endlich mal eine Reihe der tausenden von ausstehenden Rezensionen abarbeiten. [Und ich muß außerdem zugeben, daß ich heute nicht so wahnsinnig viel Zeit habe und daher hierauf zurückgreife, wo die meisten der Rezis schon geschrieben sind] Entsprechend sind sie oft extrem kurz, aber wenigstens bleibe ich meinem Mission-Statement treu, jedes Buch, jeden Comic und jeden Film, den ich konsumiere, hier auch zu rezensieren. Da sich inzwischen so viel angesammelt hat, kann ich mir den Luxus erlauben, zu gruppieren. Heute also nur Filmrezensionen. Da meine ständigen Amazon-Links noch keinerlei Wirkung gezeitigt haben, und ich sowieso schon viel zu viel schreiben muß, spare ich mir die Arbeit damit. Also, auf geht's. So jung kommen wir nie wieder zusammen.
Diesmal dabei:
Well, that was... different.
Die Art des Filmes hat mir sehr gut gefallen. Ruhige lange Takes, die sich bewußt viel Zeit lassen. Und dafür, daß es sich thematisch um einen Thriller handelt wirkt das alles zumeist sehr unaufgeregt. Mal abgesehen von den Szenen, wo es ein Charakter nicht mehr aushält und einen Wutausbruch bekommt. Aber auch in diesen Szenen bleiben die Personen emotional glaubhaft. Die Art der Kameraführung spiegelt sich auch in der Beziehung des Films zu seinen Figuren wieder. Wir beobachten diese Menschen von außen, wissen aber eigentlich nicht, was in ihnen vorgeht. Ganz so wie im wirklichen Leben - und mitunter ähnlich frustrierend. Frustrierend ist auch das entscheidende Stichwort. Während ich den Film gesehen habe, fand ich ihn die ganze Zeit über gelungen, meist sogar sehr gelungen - besonders eine Szene, die ich aus Spoilergründen nicht näher beschreiben kann; aber wenn Ihr die seht, wißt Ihr welche ich meinte. Aber in stillen Momenten überlege ich immer noch, ob das Ende mir diesen positiven Eindruck zunichte gemacht hat. Vielleicht kann mir einer meiner treuen Leser, der diesen Film ebenfalls sah, dabei helfen, herauszufinden, ob das nun ein sehr guter Film war oder nicht. Ich bin mir immer noch etwas unschlüssig.
It's about Vampires. And Werewolves. And the two groups fighting an age-old battle against each other. It's about trust; and betrayal; and deception. And love. It's always about love. In short: I didn't really get this film. The only redeeming feature it had was Kate Beckinsale who not only is pretty cute, but also has this sweet British accent. Stil: missable.
A nice cartoon about the film can be found here.
Ich bin ja, was Woody-Allen-Filme angeht noch ziemlich unbedarft. Was mir mitunter sogar, für mich überraschend, als "Du magst doch Woody Allen nicht" ausgelegt wird. Aber so ist es nicht. Ich bin kein Fan, aber auch kein Feind, sondern habe vielmehr überhaupt keine spezifische Meinung dazu gehabt. Bis jetzt. Match Point, so wurde mir gesagt, ist kein typischer Woody-Allen-Film. Zum einen, weil er nicht selbst darin mitspielt, zum anderen, weil er nicht in New York spielt. Aber natürlich geht es wie, so wurde mir zugetragen, eigentlich immer um Beziehungen. Der Film ist meiner unmaßgeblichen Meinung nach sehr gelungen. Sogar mir als filmisch wenig versiertem Laien fällt die handwerkliche Perfektion auf, sowohl was die Kameraführung betrifft, als auch die musikalische Untermalung der Szenen. Der Film spielt in der Londoner High Society und dies findet nur folgerichtig darin Ausdruck, daß die Filmmusik fast nur aus Opernmaterial besteht. Klassisch. Die Charaktere sind alle überzeugend konzipiert und dargestellt und ihre Beziehungen, wie auch der Verlauf der Handlung, erinnerten mich stark an eine griechische Tragödie. Eingefangen wird dies besonders gut in einem Zitat von Sophokles gegen Ende des Films: "Nicht geboren zu werden ist vielleicht der größte Segen von allen."
Fazit: Ein sowohl beeindruckender als auch bedrückender Film. Sehr sehenswert.
Ganz lustig, aber nichts besonderes. Viel mehr kann man da kaum zu sagen. Das Ende ist in gewisser Weise schon ziemlich zynisch. Zumindest für Menschen, denen so eine ähnliche Geschichte tatsächlich passiert ist. Und das sind dieser Tage vermutlich nicht wenige.
Im Prinzip kann man diesen Film wie folgt beschreiben: Lock, Stock & Two Smoking Barrels im Ruhrgebiet. Also ganz amüsant, bisweilen sogar abstrus und alles in allem ziemlich unterhaltsam.
Mich stört an diesem Film besonders der Anfang, da es sich um eine dieser klassischen Verwechslungen handelt, wie man sie in jeder schlechten Sitcom findet. Eine versehentliche Verwechslung findet statt und die einzige Person, die es bemerkt ist zu dämlich, es zu sagen. Ab dem Zeitpunkt, an dem die Krankenschwester den Eltern dann doch sagt, daß ihr Kind vertauscht wurde, beginnt der Film sehbar zu werden. Ab da ist er dann auch eine ganz nette Geschichte über Familie und über das Verhältnis der Österreicher zu türkischen Immigranten (kein sehr schönes). Ganz nett, eben, aber nicht viel mehr.
Ein seltsamer Film und ich weiß nicht so recht, ob ich das gut oder schlecht finde. Auf der DVD-Hülle wird er in Großbuchstaben als "KULT" angepriesen, was ja in der Regel ein schlechtes Zeichen ist. Tatsache ist, daß ich den Film beim ersten Sehen nicht völlig verstanden habe. Zum Ende hin beginnt einiges Sinn zu ergeben, aber bei weitem nicht alles. Also habe ich mir danach den Audikommentar angehört, in dem der Regisseur persönlich erklärt, wie er sich das alles gedacht hat. Und auch wenn er der Regisseur ist, bin ich mir nicht wirklich sicher, ob er recht hat. Vielleicht haben wir hier eher einen klassischen Fall vom Tod des Autors, in dem das vollendete Werk eine ganz andere Aussage hat, als ursprünglich beabsichtigt war. Ich fand den Film jedenfalls sehr verwirrend. Es geht um Schizophrenie, imaginäre Riesenhasen und eventuell auch um Zeitreisen, vielleicht aber auch nicht. Alles sehr seltsam.
Mochtet Ihr den ersten Teil? Fandet Ihr Blade ziemlich cool und habt Euch trotzdem insgeheim gefragt, ob es nicht vielleicht noch cooler geht? Dann ist dies der Film für Euch. Der zweite Transporter-Film verzichtet konsequent auf das ganze überflüssige Beiwerk, das bei fast allen übrigen Actionfilmen immer so nervt. Zum Beispiel gibt es keine Liebesgeschichte. Und der Protagonist ist ebenfalls herrlich eindimensional und ohne überflüssige Tiefe. Dieser Film legt die Meßlatte für Coolness sehr, sehr hoch.
Oh je. Ich hätte ja nicht gedacht, daß man noch so deutlich unter das Niveau von American Pie (der immerhin Willow als redeeming feature hatte) sinken kann. Okay, ich gebe zu, daß ich bei dieser Aussage die Existenz von Scary Movie (der eigentlich schon mit dem ersten Teil den Tiefpunkt erreicht hatte und dann mit jedem Teil noch weiter sank) verdränge. Jedenfalls ist dieser Film was die Witze angeht wirklich ziemlich weit unten und mit seinem langweiligen Standard-Plot lockt er auch niemanden hinter dem Ofen hervor. Spätestens nach dem dritten erfolgreichen Punisher-Film wird Thomas Jane vermutlich versuchen, alle Kopien hiervon aufzukaufen, um weniger erpressbar zu sein. Fazit: Unter allen Umständen vermeiden.
Category: They already said it better starring The Beat
It's a little remarkable that as loved by the critics as A HISTORY OF VIOLENCE is, some regular moviegoers have been outraged and found it “horrible.” On the way to the movie, we ran into a good pal whose movie going taste we usually don't share. He was complaining about how slow the first half hour of the movie was, a complaint echoed in several other message board movie reviews.
That comment has us flabbergasted. The movie begins with a very slow, quiet (and to us, intriguing) scene between two men which ends in a scene of carnage and horror that sets off the rest of the movie. And how are we supposed to understand how Tom Stall's life changes if we don't know how it was before? We guess movie audiences are addicted to “thriller” pacing in which, within 10 minutes the hero is off on a spaceship to Arcturus to fight the Rock. From where we sit, A HISTORY OF VIOLENCE is only 97 minutes long and there isn't a single wasted moment in it.
Oh, oh, ich habe gestern nichts geschrieben. Als Erklärung, wenn auch nicht Entschuldigung, mag dienen, daß ich relativ lange im Kino war um Walk The Line zu sehen. Das heißt ich war zu meiner präferierten Blog-Zeit nicht zu Hause, bzw. ich war dann hinterher schon zu Hause, hatte aber noch andere Dinge zu regeln und wollte dann doch nicht zu spät ins Bett gehen.
Walk The Line ist, was mich überrascht hat (zwar nur ein wenig aber doch immerhin), eigentlich im wesentlichen eine Liebesgeschichte. Aus dem Mittelmaß heraus hebt den Film das Spiel der beiden Hauptdarsteller und natürlich die hervorragende Musik. Alle Lieder werden von Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon selbst gesungen und die beiden stellen sich dabei ziemlich gut an. Fazit: ein guter Film, aber nur für Menschen, die mit Johnny Cashs Musik etwas anfangen können.
Ach ja, und ich habe schon eine Reihe von Beiträgen in Rohform fertig, so daß die Chancen gut stehen, daß ich den verpaßten Tag durch mehr Output morgen wettmache. Den Vormittag plane ich allerdings bei den Saturday Morning Physics zuzubringen.
Heute war ich mal wieder im Kino. Und ich war - wie so oft - spät dran, da sich offenbar alle Leute, die ich kenne, immer heimlich verabreden, um mich dann alle am selben Tag anzurufen. Ehrlich, da kommen manchmal tagelang überhaupt keine Anrufe, und dann denkt sich scheinbar plötzlich jeder "Hey, es ist Sonntag, ich hab eigentlich nichts zu tun. Ruf ich doch den Alex mal wieder an." Jedenfalls war ich ob meiner Zeitnot der irrigen Annahme verfallen, daß ich Zeit sparen könnte, wenn ich mit dem Auto zum Kino führe. Dem ist leider nicht so. Denn offenbar haben sich alle Leute, die mich heute nicht angerufen haben, gedacht "Ach, es ist Sonntag, ich hab eigentlich nichts zu tun. Geh ich doch mal in die Stadt, den Weihnachtsmarkt angucken." Anders kann ich mir die Menschenmassen nicht erklären, die auf den Straßen herumwuselten, den Verkehr behinderten, alle Parkplätze in der kompletten Nordstadt belegten und den Bahnhof verstopften (da traf ich meine Begleitung).
Ich sah übrigens L'auberge Espagnole - Wiedersehen in St. Petersburg und liefere hier zu Euer aller Überraschung mal sofort die Rasende Rezi mit.
Es drängt sich natürlich der Vergleich mit dem exzellenten ersten Teil auf. Viele Dinge sind gleich geblieben. Zum Beispiel die Tatsache, daß in vielen verschiedenen Sprachen geredet wird (die in der Version, die ich sah, wieder alle mit Ausnahme des Erzähler-Voiceovers untertitelt waren). Statt Spanisch spricht man diesmal - der Titel läßt es erahnen - Russisch. Leider ist die Vielsprachigkeit diesmal kein dermaßen integraler Bestandteil der Handlung wie im ersten Teil. Auch die interessanten Schnitte, Zeitrafferaufnahmen und ähnliche Spielereien finden sich wieder. Und Xavier und sein turbulentes Liebesleben sind wieder einmal die Hauptperson. Es gibt aber auch eine Reihe von Unterschieden. Zum einen scheint mir diese Fortsetzung weniger konzentriert als der erste Teil. Wo letzterer seinen Schwerpunkt eindeutig auf der "spanischen Herberge" und den Geschehnissen dort hatte, hat dieser mehrere Schwerpunkte. Er spielt an vielen, vielleicht zu vielen Orten und etwas, das ich mal die erste Hälfte nennen möchte, dient der eigentlichen Handlung lediglich zur Verortung derselben in der psychisch-sozialen Landschaft des Protagonisten. Auch schade fand ich, daß die meisten der liebgewonnenen WG-Bewohner aus dem ersten Teil praktisch komplett aus der eigentlichen Handlung herausfallen und eigentlich nur Gastauftritte absolvieren. All dem zum Trotze ist der Film aber wieder sehr schön und sehr unterhaltsam geworden. Auch wenn ich der dort verbreiteten Philosophie in Sachen Liebe ja so gar nicht zustimmen kann.
Da wollte ich letzten Donnerstag, pünktlich zum Kinostart, Sin City sehen, eine Comic-Verfilmung, die bei ihrem US-Release vor vier Monaten sehr viel positive Presse bekam, und mußte feststellen, daß das gar nicht so einfach werden würde. So liest sich die entsprechende Meldung bei Welt am Draht:
Wie eben bekannt wurde, ist es jetzt leider amtlich, dass viele Kinos (Cinemaxx, UCI Kinowelt, [Cinestar]...) Sin City nicht zeigen werden, da ihnen die Verleihmieten zu hoch sind. Sie weigern sich, normale Gebühren für Filme zu zahlen, bei denen die DVD-Auswertung nur wenige Monate später beginnt - bei Sin City bereits Anfang Dezember - und die US-DVD kurz nach dem deutschen Kinostart erscheint. Aktuell ist dies gerade auch bei Herbie der Fall, und vor einem Jahr war's so bei Hellboy.
Also ging ich am Freitag mit F. und S.* ins Cineworld in Lünen, ein Kino, das, abgesehen von seiner für mich nicht besonders günstigen Lage, eigentlich ziemlich optimal ist. Die Kinosäle (zumindest, der in dem wir waren) sind ähnlich groß wie im Cinestar (wenn nicht noch größer) und sehen nigelnagelneu aus. Es gibt eine gemütliche Lounge, wie überhaupt das ganze Kino sehr viel gemütlicher wirkt als die kalte Innenausstattung des Cinestar. Und das beste ist, meiner Meinung nach, daß hier konsequent auf Werbung verzichtet wird - der Betreiber gleicht das durch leicht höhere Preise wieder aus.
Zum Film selbst: Sin City ist vielleicht der Comic-Film überhaupt. Es handelt sich nämlich nicht nur um die Verfilmung eines Stoffes, der ursprünglich in Comic-Form existierte, sondern der Film ist in einer Art produziert worden, die tatsächlich wie ein Comic wirkt. Viele Szenen wirken als seien sie eins zu eins aus der Comic-Vorlage übernommen worden. Und wie man in einem Spiegel-Interview mit Frank Miller, dem Schöpfer und Co-Regisseur von Sin City lesen kann, wurde nicht einmal ein Storyboard für den Film entworfen. Die Comic-Vorlage selbst hat diese Funktion übernommen. In eben diesem Interview erklärt Miller auch die Filmtechnik:
Miller: Wir haben den gesamten Film mit High Definition Kameras vor so genannten Green Screens gedreht, grünen Wänden also, vor denen die Schauspieler in einer nackten Kulisse ihre Szenen spielten. Diese Technik hat es uns ermöglicht, anschließend am Computer animierte Hintergründe einzubauen. Der Film ist komplett in Farbe gedreht worden, die Schwarzweiß-Schattierungen sowie die 3D-Effekte wurden anschließend digital erzeugt.
Und schon kennt man eine weitere Besonderheit dieses Films. Wie die Comics ist der Film prinzipiell schwarzweiß. Aber ebenfalls wie in den Comics findet man immer wieder kleine farbliche Akzente, meistens leuchtendes Rot, das zum Beispiel die Lippen einer verführerischen Frau akzentuiert.
Wie das Schwarzweiß schon nahelegt, wurde Millers Sin City vom Film noir inspiriert. Hier wie dort sind die Kerle beinhart und die Frauen zumeist umwerfend schön. Und natürlich gibt es jede Menge exzessiver Gewalt, die man dank fehlender Jugendfreigabe auch meist sehr explizit zu sehen bekommt. All dies gibt dem Film eine angenehme Konsequenz und man spürt durch und durch die künstlerische Gesamtvision, die durch Millers konsequentes Involviertsein in den gesamten Produktionsprozess tatsächlich überlebt hat. Etwas was bisher kaum eine Comic-Verfilmung von sich behaupten konnte.
Sin City ist ein Episodenfilm. Die einzelnen Geschichten sind ganz flüchtig miteinander verwoben, ein wenig wie in Pulp Fiction, aber deutlich unauffälliger. Das bedeutet, daß drei Comics nahezu eins zu eins für den Film adaptiert wurden; That Yellow Bastard, The Hard Good-Bye und The Big Fat Kill, von denen die letztere Geschichte bei weitem die schwächste ist, etwas das mir schon in der Comic-Version aufgefallen ist. Es gibt ungefähr sieben Comics, ich besitze zwei davon; witzigerweise allerdings zwei der drei, die hier verfilmt wurden.
Die starken Geschichten und die innovative Drehtechnik werden schließlich noch durch bekannte und erfahrene Schauspieler ergänzt. Selten kommen so viele große Namen für einen einzigen Film zusammen. Die Hauptcharaktere der drei einzelnen Episoden werden beispielsweise von Mickey Rourke, Bruce Willis und Josh Hartnett Clive Owen verkörpert (Josh Hartnett kann man dann vermutlich in Teil 2 in einer tragenderen Rolle erwarten).
Ich muß sagen, daß Sin City ein wirklich herausragender Film ist. Und für einen Comic-Fan ist es ein wahres Fest.
Für alle, die nach dem Genuß des Films Blut geleckt haben, gibt es nicht nur die gute Nachricht, daß ein zweiter und dritter Teil bereits geplant sind. Man kann sich in der Zwischenzeit aber auch den Comics zuwenden. Passend zum Filmstart hat Dark Horse alle Titel in einer schicken Neuedition herausgebracht. Wer lieber auf Deutsch liest, wird auch nicht im Regen stehen gelassen. Cross Cult, der in den letzten Jahren schon hervorragend aufgemachte deutsche Ausgaben von Hellboy auf den Markt gebracht hat, hat sich auch Frank Millers Sin City angenommen. Bisher sind drei Bände erschienen, alle wie die Hellboy-Ausgaben im schicken A5-Hardcover. Und die restlichen vier Bände sind für die kommenden Monate ebenfalls angekündigt. Viel Spaß beim Lesen.
PS: Inzwischen haben sich Buena Vista und die großen Kinoketten geeinigt, so daß der Film inzwischen auch in fast allen Kinos laufen sollte.
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*Ich ringe immer noch mit dem Problem, daß ich ab und zu auch Sachen mit Freunden zusammen erlebe, deren Namen aber aus Datenschutzgründen hier nicht so einfach erwähnen möchte. Um mir dieses Problem zu erleichtern, könnt Ihr mir gern einen Freibrief ausstellen, daß Euch das bei Eurem (Vor-)Namen egal ist und ich ihn ruhig verwenden kann.
Und hier nun der vorerst letzte Teil des riesigen Rezibatzens. Diesmal mit
Frank Cho - Liberty Meadows. Book 3: Summer of Love (bei amazon.de kaufen)
Das Vorwort von David Mandel (wer auch immer das sein mag) spricht an, worum es in diesem Comic geht: Babes. Aber davon abgesehen ist Liberty Meadows ein ziemlich lustiger Comic-Strip über das "Liberty Meadows Animal Sanctuary" und seine Bewohner, die natürlich alle sprechen können. Das Highlight in diesem dritten Sammelband ist sicher die Geschichte um die böse Brandy, die aus einer Parallelwelt kommt, auch wenn mir persönlich, die Einzelgags etwas besser gefallen als die längeren Geschichten. Und im Hintergrund schwebt natürlich immer noch Franks unerfüllte Liebe für Brandy, die davon noch gar nichts ahnt. Man sieht, "Monkey Boy" Cho reiht nicht nur einfach einen Gag an den nächsten, sondern erzählt auch längere Geschichten und hat sogar eine sich ständig fortentwickelnde Backstory. Aber in der Hauptsache geht es um Babes.
The Muppet Movie (imdb / bei amazon.de kaufen)
Die Ursprungsgeschichte der Muppet Show. Irgendwie zumindest. Kermit beschließt, seinen Sumpf zu verlassen und ein Star zu werden und trifft auf der Reise nach Hollywood all die Leute, mit denen er später die Show aufzieht. Am Ende (das man hier ruhig verraten kann, schließlich ist es ein Prequel) bekommt die Truppe einen "Standard Rich and Famous Contract" und macht sich an die Arbeit. Ein bezaubernder kleiner Film für alle Freunde der Muppets. Man merkt es an der hohen Qualität, daß hier noch Jim Henson persönlich seine Finger im Spiel hatte (oder besser: die Fäden zog).
Hall of Fame # 5: Paul Murry (bei amazon.de kaufen)
Endlich mal ein Hall-of-Fame-Band, in dem es nicht vornehmlich um Enten geht. Paul Murry ist eher berühmt für seine Mausgeschichten und hat z.B. das schwarze Phantom erfunden, das in diesem Band aber leider nur einen einseitigen Gastauftritt hat. Auch wird meiner Meinung nach zu viel wert auf die frühen Jahre Murrys gelegt, in denen er alles mögliches gezeichnet hat; vom kleinen bösen Wolf bis zu "Gevatter Hase". Aber zum Glück gibt es eine ganze Reihe klassischer 24-seitiger Micky-Maus-Abenteuergeschichten, was den Band im großen und ganzen doch recht lesenswert macht. Aber ich habe das Gefühl mit einer etwas weniger repräsentativen Auswahl an Material hätte der Band noch um einiges besser werden können.
Lewis Trondheim - Die Fabelhaften (bei amazon.de kaufen)
Lewis Trondheim liefert hier wieder eine Sammlung seiner bitterbösen bis absurden Kurzgeschichten. Jede ist exakt eine Seite oder 13 Panels lang. Und die meisten davon strotzen geradezu vor der der Absurdität und Bizarrheit, die diesen Teil von Trondheims Werk auszeichnet, der mit sehr simplen Zeichnungen auskommt und gerade dadurch einen erstaunlichen Effekt erzielt. Man vergleiche z.B. auch "Apokalyptische Schöpfungen". Leider trifft auch einen Ausnahmekünstler wie Trondheim der Fluch aller Kurzgeschichtensammlungen: Die Qualität variiert. Der Großteil ist zwar sehr gut bis genial, aber einige Geschichten wollen einfach nicht so recht zünden. Vielleicht verstehe ich sie auch einfach nur nicht. Jedenfalls trübt diese Handvoll Ausfälle den positiven Gesamteindruck ein wenig. Trotzdem ein sehr empfehlenswerter Band.
Agenten sterben einsam (imdb / bei amazon.de kaufen)
Eine Handvoll britischer Agenten wollen einen amerikanischen General aus den Händen der Nazis befreien. Ein sehr gut gemachter Agententhriller, der streckenweise sehr ruhig und bedächtig daherkommt und somit von der Stimmung her einen recht deutlichen Gegensatz zum schnellen, lauten Agentenfilm Marke "James Bond" bietet. Die Story ist dem Genre angemessen voller Geheimnisse, Bluffs und Verräter, aber es gibt auch zünftige Action. Besonders gegen Ende. Einer der Agenten wird von einem unglaublich jungen Clint Eastwood gespielt, was für mich einen weiteren Pluspunkt darstellt. Mein Problem war, daß ein Großteil der Handlung in einem deutschen Schloß spielt und ich immer damit gerechnet habe, daß Indy hinter einer Ecke hervorspringt. Muß an meiner schäbigen Sozialisation liegen.
Tötet Smoochy (imdb / bei amazon.de kaufen)
Eine spaßige Mediensatire um eine Kindersendung. Als der Star des Kinderfernsehen Rainbow Randolph wegen einer Korruptionsaffäre gehen muß, sucht der Sender einen neuen Sympathieträger, der eine blütenweiße Weste hat. Dieser findet sich in Sheldon Mopes und dessen Alter Ego Smoochy, einem violetten Nashorn. Sheldon ist ein unglaublicher Gutmensch, der Sojawürstchen ißt und sich auch schnell gegen jedwedes Merchandising um seine Person sperrt. Gleichzeitig versucht Randolph seinen alten Job wiederzubekommen und auch ein paar Mafiosi möchten Smoochy für ihrer Zwecke einspannen. Ein interessantes Konzept, das mit Edward Norton, Robin Williams und Danny DeVito exzellent besetzt ist.
Asterix bei den Briten (imdb / bei amazon.de kaufen)
Mein liebster Asterix-Film. Die Zeichentrickfilme um den kleinen Gallier sind ja alle ziemlich gelungen und nur ab und an ist einmal ein Ausreißer dabei. Trotzdem ist dies mein Lieblingsfilm aus der Reihe - dicht gefolgt von Asterix und Cleopatra, vielleicht auch weil Uderzo und Goscinny hier besonders schön mit den britischen Klischees spielen. Das fängt schon bei der Invasion der Römer an, bei der die britischen Kämpfer jeden Tag um 5 eine Teepause einlegen. Fazit: Sehr sehenswert, aber da Sat1 diese Filme schon solange ich denken kann in regelmäßigen Abständen immer wieder zeigt, weiß das vermutlich inzwischen sowieso schon jeder.
Kopf über Wasser (imdb / bei amazon.de kaufen)
Ein Film, den ich immer wieder sehe und es immer wieder vergesse. Diese Rezi soll dazu beitragen, daß ich mich beim nächsten Mal daran erinnern kann. Harvey Keitel und Cameron Diaz spielen ein Ehepaar, das auf einer abgelegenen Insel wohnt. Während der Mann mit dem Nachbarn auf einer Bootstour ist, taucht plötzlich ihr Ex-Geliebter auf, bleibt über Nacht und stirbt überraschend. Ihr Versuch die Leiche verschwinden zu lassen ist der Beginn einer schwarzen Komödie, die immer wieder neue Überraschungen und ein furioses Ende bietet. Fazit: Sehenswert.
Botschafter der Angst (imdb / bei amazon.de kaufen)
Raymond Shaw kehrt als gefeierter Held aus dem Koreakrieg zurück und erfährt, daß sein Stiefvater, den er überhaupt nicht leiden kann, als Präsident kandidiert. Shaws Kriegskamerad Bennett Marco hat in der Zwischenzeit schreckliche Alpträume, in denen Shaw jemanden umbringt und in denen einige Personen Englisch sprechen und untertitelt werden (was völlig unerkärlich, sehr unschön und vermutlich die Schuld von arte ist). Es stellt sich heraus, daß Shaw von den bösen Kommunisten(TM) zu einer Killermaschine umprogrammiert worden ist. Ein interessanter politischer Thriller, der zudem noch fast ohne die heutzutage obligatorischen Action-Sequenzen auskommt. Das kürzlich unter dem Originaltitel "The Manchurian Candidate" veröffentlichte Remake war vermutlich weniger subtil.
Is was, Doc? (imbd / bei amazon.de kaufen)
Eine dieser Screwball-Komödien, die nur funktionieren, weil beinahe alle Beteiligten sich dümmer verhalten als die Polizei erlaubt. Mir liegt dieses Genre einfach nicht, und besonders unsympathisch war mir die weibliche Hauptrolle, die sich eine Unverschämtheit nach der anderen leistet und am Ende auch noch den Kerl abbekommt. Eine Gesellschaft, die solche Rollenmodelle stellt, braucht sich nicht zu wundern, wenn sie über kurz oder lang zusammenbricht. (Mit meiner ablehnenden Meinung scheine ich allerdings ziemlich allein zu stehen. So kann man den Film demnächst auch als Teil der SZ-Cinemathek erwerben.
Monster's Ball (imdb / bei amazon.de kaufen)
Letztlich nur eine Beziehungsgeschichte mit leichten Untertönen der Themen Todesstrafe und Rassismus. Was an dem Film so oscarwürdig war, will sich mir jedenfalls nicht erschließen. Die Charaktere und ihre Lebenssituationen mögen ja durchaus realistisch dargestellt sein, aber interessant fand ich das trotzdem bis zum Schluß nicht.
28 Tage (imdb / bei amazon.de kaufen)
Trotz der Namen Sandra Bullock und Viggo "Aragorn" Mortensen ist dieser Film keine Romantic Comedy - eine Tatsache, die mich doch ziemlich überrascht hat. Es handelt sich vielmehr um die Geschichte einer Alkoholikerin/Drogenabhängigen, die nach einem Vorfall in ein Reha-Programm gesteckt wird. Ein größtenteils sehr ernster Film mit nur einigen wenigen komischen und romantischen Elementen. Aber für dieses Thema ist der Film dann fast schon wieder etwas zu seicht, immerhin sind die Patienten die meiste Zeit über zwar etwas grummelig aber eigentlich doch ganz gut drauf. Fazit: Muß man nicht gesehen haben.
Dies ist der vorletzte Teil des riesigen Rezibatzens. Diesmal mit
Warren Ellis/Mike Wolfer - Stranger Kisses (bei Speed Comics kaufen)
Der Combat-Magier William Gravel ist wieder da. Ich habe allerdings den Vorgänger nicht gelesen, was aber kaum ins Gewicht fällt. Man merkt recht schnell, daß der Protagonist ein übler Motherfucker ist (die ganz pfiffigen haben das schon vermutet als sie den Namen des Autoren sahen) und dementsprechend ist er dem Gangsterkartell, in dessen Angelegenheiten er hineingezogen wird, auch haushoch überlegen und nietet sie alle um. Nicht sehr gehaltvoll, erinnert an einen soliden Actionfilm.
Sky Captain and the World of Tomorrow (imdb / bei amazon.de kaufen)
Science Fiction, wie man sie sich am Anfang des 20. Jahrhunderts vorgestellt haben muß. Großartig. Schon der Angriff der Riesenroboter zu Beginn hat diesem Film einen Platz in der Nähe meines Herzens gesichert. Und auch sonst ist diese Mischung aus Indiana-Jones-artigem Pulp und Science Fiction sehr sehenswert und ebenso innovativ. Natürlich ist der Gegner des Helden ein wahnsinniger Wissenschaftler und es geht um nichts Geringeres als das Schicksal der gesamten Menschheit. Und das alles ist hervorragend umgesetzt, so daß das Flair dieses speziellen Subgenres perfekt eingefangen wird. Wie ich schon sagte: einfach großartig. Es gibt nicht viele derartige Filme, leider.
Finding Neverland (imdb / bei amazon.de kaufen)
"It's magical!" heißt es einmal in diesem Film, und das ist eigentlich auch eine gute Zusammenfassung des Films selbst. Es ist die Geschichte des Erfinders von Peter Pan, daher auch der Titel. Dem deutschen Titel "Wenn Träume fliegen lernen" ist es eigentlich auch ganz gut gelungen, die Atmosphäre des Films einzufangen, aber ihm geht natürlich die explizite Peter-Pan-Anspielung ab. Aber ich schweife ab. Der Film hat auf mich einen ähnlichen Eindruck gemacht wie der Peter-Pan-Stoff selbst. Es ist eine bitter-süße Geschichte, eine Erzählung von Träumen, von Wünschen, aber auch von den Tragödien des wirklichen Lebens. Und mit dem hervorragenden Johnny Depp ist die Hauptrolle dieses phantasievollen, manchmal melancholischen Meisterwerkes natürlich in sehr guten Händen. Fazit: ein exzellenter Film, der demzufolge natürlich an der Kinokasse gefloppt ist.
7 Zwerge - Männer allein im Wald (imdb / bei amazon.de kaufen)
Ich weiß auch nicht, was mich geritten hat, diesen Film auszuleihen. Ich brauchte zwar noch einen weiteren Film (neben den beiden zuvor rezensierten) um die Sommeraktion meiner Videothek auszunutzen, aber das ist eigentlich keine Entschuldigung. Okay, ich war halt neugierig, warum ein Film mit so einem schwachen Konzept so erfolgreich ist. Tja, viel schlauer bin ich jetzt auch nicht. Aber es muß wohl etwas mit der großen Anzahl an dummen Menschen hierzulande zu tun haben. Es ist die allseits bekannte Schneewittchen-Geschichte, in die eine Reihe schwacher bis erbärmlicher Witze eingestreut. Die Qualität des Humors weiß nicht zu überzeugen und die Story wartet auch nur mit kleinsten Änderungen gegenüber der Vorlage auf. Ganz schön traurig, daß so ein Film wochenlang die Kinocharts anführte.
Hilfe, ich habe ein Date! (imdb / bei amazon.de kaufen)
Wer kennt das Szenario nicht? Stanley traut sich nach Monaten endlich seine hübsche Kollegin zu einem Date einzuladen. Der Rest der Firma freut sich wie blöd und feiert eine Party, auf der sie den Verlauf des Dates akribisch (per Telefon) verfolgen und Wetten darauf abschließen wie es ausgeht. Sehr gut gefiel mir Ben Affleck in der Rolle von Stanleys bestem Freund, der in diesen Wetten die Bank übernimmt. Nicht so gut gefiel mir der Date-Teil selbst, denn für Stanley und seine Angebetete beginnt recht schnell alles schiefzugehen, da Stanley aus Versehen einen Obdachlosen anfährt, der den beiden von da an nicht mehr von der Seite weicht. Ich finde ja, die "nerviger Typ, den man nicht mehr los wird"-Nummer ist definitiv zu abgenutzt, um nur eine Sitcom-Folge zu tragen - geschweige denn einen kompletten Film. Wenn man anders als ich darüber denkt, ist der Film wohl ganz okay. Er setzt das altbackene Konzept zumindest recht verläßlich um. Aber auch nicht mehr.
Quiet Earth - Das letzte Experiment (imdb / bei amazon.de kaufen)
Zac wacht eines Tages auf und ist der einzige Mensch auf der Welt. Der Film ist extrem konsequent und liefert bestimmt eine halbe Stunde, in der er tatsächlich allein bleibt, alles ausprobiert, das ihm vorher nicht möglich war. langsam wahnsinnig wird und in der es vor allem keine Dialoge gibt. Ganz ohne Sprache bleibt dieser Teil des Films zwar nicht, da Zac einige verzweifelte Botschaften über das Radio sendet, aber trotzdem ist das eine sehr mutige Entscheidung des Filmteams. Schließlich trifft er dann doch noch andere Überlebende und sie versuchen herauszufinden, was geschehen ist. Der Film hat eine sehr düstere Grundstimmung und die Charaktere sind die ganze Zeit über kurz vor dem Wahnsinn. Für meinen Geschmack kommt die Handlung etwas zu kurz, vor allem zu Beginn. Aber weniger plotfixierte Cineasten können an diesem Film durchaus ihre Freude haben.
Georges Abolin/Olivier Pont - Jenseits der Zeit (bei amazon.de kaufen)
Abolin und Pont gelingt hier eine phantastische Geschichte, die in wunderschön anzusehende Bilder verpackt ist. Das Phantastische beschränkt sich allerdings lediglich darauf, daß zwischen vier Personen eine unerklärliche Verbindung zu bestehen scheint. Das Buch ist in zwei Kapitel aufgeteilt, von denen das erste von der Kindheit der Protagonisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einem kleinen italienischen Fischerdorf berichtet. Im zweiten Kapitel treffen die Freunde sich nach Jahren der Trennung wieder und unternehmen eine Expedition in den südamerikanischen Dschungel. Die Geschichte baut sehr stark auf die Interaktion der vier Protagonisten untereinander und darauf, wie deren Beziehungen sich im Laufe der Zeit und unter dem Einfluß verschiedener Ereignisse entwickeln. Gleichzeitig gibt es das phantastische Element, das im Laufe der Erzählung immer mehr in den Vordergrund zu rücken beginnt. Und dazu ist das ganze in sehr schönen, stimmungsvollen Bildern festgehalten. Alles in allem sehr lesenswert und mal etwas anderes.
Joscha Sauer - Nichtlustig 3 (bei amazon.de kaufen)
Es gibt wieder eine nicht-virtuelle Kollektion eines der lustigsten Webcomics. Den Besuch der Seite kann ich nach wie vor nur jedem ans Herz legen. Diese Sammlung ermöglicht aber nicht nur das offline-Lesen, sondern enthält auch wieder eine längere Geschichte, die man nur hier lesen kann. Der Star ist diesmal der Pudel des Todes, aber natürlich trifft man auch die Yetis, die zeitreisenden Wissenschaftler und Herrn Riebmann wieder. Außerdem hat Joscha Sauer zusammen mit Ralph Ruthe und Flix einen detaillierten und anekdotenreichen Audiokommentar für dieses Buch produziert, den man sich auf seiner Webseite herunterladen kann.
Schrei, wenn Du kannst (imdb / bei amazon.de kaufen)
Vor einiger Zeit hat Scream das Genre des Slasher-Horrors durch einige erfrischende Ideen neu belebt. Dieser Film ist kein Scream, sondern ein Vertreter des Genres wie er generischer und langweiliger nicht sein könnte. Auch David "Angel" Boreanaz kann da nichts mehr herausreißen. Bezeichnend für die Trashigkeit des Films ist sicher auch der deutsche Titel. Vermutlich war der Originaltitel "Valentine" (da die Handlung am Valentinstag spielt) den Verantwortlichen nicht marktschreierisch genug. Aber dazu habe ich mich ja nun wirklich schon oft genug ausgelassen.
Space Cowboys (imdb / bei amazon.de kaufen)
Ein Haufen Rentner will es noch mal wissen und fliegt ins All. Das klappt aber nur, weil ein veralteter Satellit repariert werden muß, den nur einer von ihnen bedienen kann. Eine abstruse Prämisse, die aber durch starke Charaktere (unter anderem Clint Eastwood und Thommy Lee Jones) einen recht unterhaltsamen Film produziert. Fazit: Ganz nett.
In den letzten Wochen habe ich mich endlich einmal genüßlich dem Stapel mit noch zu lesenden Comics gewidmet, der sich seit einigen Monaten angesammelt hatte. Und es sind ein paar echte Perlen dabei gewesen. Hier sind die Rasenden Rezis von
Und eine weitere Comic-Rezension hat es sogar bis ins Gemetzel geschafft:
Peter David/ Pablo Raimondi - Madrox: Multiple Choice
Lewis Trondheim - Herrn Hases haarsträubende Abenteuer: Wie das Leben so spielt (bei amazon.de kaufen)
Lewis Trondheim ist der vielleicht beste noch lebende europäische Comic-Schaffende. Oft sind seine Werke auf die ein oder andere Art phantastisch, wie z.B. Donjon oder Die Fabelhaften. Die Reihe um Herrn Hase versucht hingegen den normalen Alltag darzustellen, der oft noch viel interessanter und phantastischer sein kann als alles, was man sich so ausdenkt. Der einzige Abstrich von diesem realistischen Ansatz sind die Figuren, die im Funny-Stil gezeichnet sind. Trotzdem sind die Themen oftmals sehr ernst. So auch in diesem neuen und leider auch letzten Band der Reihe. Trondheim zieht hier mal wieder alle Register und liefert eine Geschichte ab, die einerseits sehr nah am wirklichen Leben ist, andererseits aber auch immer wieder ins Absurde abzudriften beginnt. Fazit: Ein neues Meisterwerk von einem der großen zeitgenössischen Comic-Künstler. Sehr empfehlenswert.
Steve Englehart/Marshall Rogers et al. - Batman: Strange Apparitions (bei amazon.de kaufen)
Solider 70er Jahre Batman. Nicht schlecht, aber auch nichts besonderes.
Tom Beland - True Story, Swear To God: This one goes to 11 (bei amazon.de kaufen)
Wundervoll. Die bewegende, aber auch immer wieder lustige Romanze vom Tom Beland und seiner Frau Lily ist mal wieder ein Beweis dafür, was mit dem Medium Comic alles möglich ist. Wer mich kennt, weiß, daß ich eigentlich ja ein ganz bitterer Romantiker bin. Eine Eigenschaft, die dieser Comic mal wieder zum Vorschein gebracht hat. Laura von Bloggity-Blog-Blog-Blog ist derart hingerissen hiervon, daß sie wann immer möglich in den höchsten Tönen davon schwärmt und ich kann ihr das gar nicht verdenken.
Beland beschreibt in dieser Comic-Serie den Verlauf seiner Beziehung zu seiner Frau Lily, die in Puerto Rico wohnt. Im ersten Sammelband True Story, Swear to God: Chances Are geht es darum, wie die beiden sich kennenlernen und ineinander verlieben. Hier nun geht es im wesentlichen um die Frage, ob man zusammenziehen sollte und wenn ja wo. Klingt nicht besonders aufregend, ist aber so hinreißend umgesetzt, daß ich es noch mal ausdrücklich empfehlen möchte. Insbesondere setzt es sich wohltuend von den viel zu ernsten, psychologisch wertvollen Biographien a la Blankets ab. Hier macht das Lesen immer Spaß, auch wenn es mal um weniger erfeuliche Dinge geht, etwas das viele der "ernsteren" Comic-Biographien nicht gelingt.
Neben dieser fortlaufenden Geschichte (die man auch in Einzelheften verfolgen kann), zeichnet Beland auch klassische Strips, von denen man einige auf seiner Webseite probelesen kann. Und auch diese kann (und sollte) man in gesammelter Form erstehen: True Story, Swear to God: 100 Stories
Avengers: Kang Time and Time Again (bei amazon.de kaufen)
Endlich gibt es wieder eine Sammlung klassischer Rächer-Geschichten. Und diesmal sogar thematisch zusammengehalten von einem meiner Lieblingsschurken, dem Zeitreisenden Kang. Mit Geschichten von Stan Lee, Roy Thomas und dem hervorragenden Roger Stern kann man hier eigentlich nicht viel falsch machen. Besonders die letzte, etwas längere Geschichte, in der verschiedene Versionen Kangs gegeneinander kämpfen (das Leid des Zeitreisenden) von ebenjenem Roger Stern ist sehr zu empfehlen.
Aaron Williams - The Nodwick Chronicles II: Of Gods and Henchmen (bei amazon.de kaufen)
Irgendwann hatte ich diese Serie einmal probegelesen und für schlecht befunden. Ich kann mich aber nicht mehr erinnern, warum. Nachdem ich schon seit einiger Zeit sehr gern ps238, die andere Serie von Aaron Williams, lese und beide Serien unermüdlich auf Bloggity-Blog-Blog-Blog promotet werden, habe ich es nun noch einmal probiert und diesen Band recht günstig gebraucht im Auenland mitgenommen. Und er gefällt mir. Es dreht sich um eine typische Fantasy-Rollenspiel-Gruppe mit mächtigem Magier, dummen, starkem Kämpfer und einer weisen und grundguten Heilerin. Und eben Nodwick, einem kleinem unbedeutenden Henchman, der immer alle Drecksaufgaben (wie z.B. nach versteckten Fallen zu suchen) erledigen muß, gleichzeitig aber auch der Protagonist ist. Die Häufigkeit der Tode Nodwicks zugrundegelegt, kann man davon ausgehen, daß dies eine D&D-Welt ist. Das ganze ist sehr unterhaltsam, aber vermutlich nur für Rollenspieler, da man schon wissen muß, welche Klischees hier gerade gekonnt parodiert werden. Ein guter Comic, der eine echte Marktlücke füllt. Einige Einseiter kann man auch online probelesen.
Craig Thompson - Blankets (bei amazon.de kaufen)
Blankets scheint so eine Art Konsens-Comic zu sein. Allerorten wird er mit Preisen überhäuft und alle Welt scheint ihn so richtig gelungen zu finden. Mit Ausnahme von mir. Mir ist das ganze irgendwie zu gewollt künstlerisch, zu symbolschwanger, ohne wirklich besondere Neuerungen zu bieten. Der Plot ist beispielsweise recht dünn, besonders für ein so dickes Buch (knapp 600 Seiten). Es geht im wesentlichen um die Beziehung Craigs (der größtenteils autobiographisch sein soll) zu Raina, einem Mädchen, das er im christlichen Ferienlager kennenlernt. Der Comic hat alle Merkmale, die man braucht, um "wichtig" und künstlerisch wertvoll zu sein: eine ungewöhnliche Liebesbeziehung, ein zerrüttetes Elternhaus, unverrückbar richtige (christliche) Werte und sogar ein bißchen sexuelle Mißhandlung von Kindern. Mir ist das alles zu berechnet und auch wenn es tatsächlich autobiographisch ist, wirkt es zumindest immer noch berechnet. Als wolle Thompson unbedingt etwas Bedeutendes erzählen. Mir hat es jedenfalls nicht gefallen und ich kann den unglaublichen Hype um dieses Werk einfach nicht verstehen.
David Lapham - The Collected Stray Bullets Vol. 7 & 8 (Nicht einfach online zu finden. Wendet Euch an den Comic-Shop Eures Vertrauens)
David Lapham hingegen geht auf eine sehr viel interessantere Art mit gesellschaftlichen Problemen um, ja auch mit sexuellem Mißbrauch von Kindern. Gab es in den ersten paar Sammlungen dieser Serie noch größtenteils einzelne Geschichten, die für sich standen, schließen die einzelnen Episoden hier nahtlos aneinander an. Auch wenn man das dank teilweise bizarrer Perspektivwechsel nicht unbedingt sofort merkt. Wenn man schon psychologisierende Comics über die düstere Seite der Menschen lesen muß, dann sollten es diese sein. Fazit: Sehr gut und pointiert, aber möglicherweise für manchen zu hart.
Eric Shanower - Age of Bronze: A Thousand Ships (bei amazon.de kaufen)
Eine detaillierte und - soweit ich das beurteilen kann - sehr exakte Nacherzählung des Trojanischen Krieges. Die seitenlange Bibliographie tut ein übriges, um den Leser davon zu überzeugen, was für eine Unmenge an Nachforschungen in dieses Buch geflossen sind. Und was die Detailfülle angeht: dieser erste knapp 200-seitige Band endet damit, daß die Griechen Kurs auf Troja setzen. Und obwohl der Stoff nun wirklich sattsam bekannt ist, liest sich diese Version sehr gut, vermutlich gerade wegen der Fülle an Details, die ich so noch nicht gesehen habe. Shanower hat sich dafür entschieden, das Wirken der Götter komplett außen vor zu lassen, was bis jetzt als eine sehr gute Entscheidung wirkt. Fazit: Sehr empfehlenswert.
Warren Ellis/Brandon McKinney - Switchblade Honey (bei amazon.de kaufen)
Bereits im Vorwort erzählt Ellis, daß er diesen Comic eigentlich nur gemacht hat, weil er Star Trek with an Edge machen wollte. Dafür ist die Story um eine raumfahrende Erdbevölkerung, die kurz davor ist, völlig von Außerirdischen überrannt zu werden, dann doch recht unterhaltsam. Aber auch nichts besonderes. Fazit: Muß man nicht gelesen haben.
Ande Parks/Eduardo Barreto - Union Station (bei amazon.de kaufen)
Die wahre Geschichte des Massakers in der Union Station. Zumindest orientiert sich Parks weitgehend an den bekannten Fakten. Ich hatte bisher noch nie von diesem Ereignis gehört und vielleicht liegt es auch mit daran, daß mich dieser Comic irgendwie kalt läßt. Ich kann aber nicht genau sagen, woran es liegt, auf jeden Fall ist das nichts für mich.
Ja, ja, für den billigen Titel dieses Beitrags gehöre ich erschossen, stimmt, aber was soll's. Mir ist halt nichts Interessanteres eingefallen. Ich habe die unglaubliche Masse an Rezensionen, die sich in den letzten Wochen angehäuft haben, in vier Teile geteilt, die ich im Laufe des heutigen Tages (und vielleicht auch noch morgen) posten werde. Da es bestimmt auch Leute gibt, die keine Lust haben alle Rezensionen zu lesen, habe ich die beiden von Filmen, die noch in den Kinos sind, an den Anfang gestellt. Hier nun der erste Teil eines Riesenrezensionsbatzens mit
Antikörper (imdb)
Leute, die mich kennen, werden wissen, daß ich immer über den Zustand des deutschen Films jammere. Und es ist größtenteils auch bejammernswert, was die deutsche Filmwirtschaft da Jahr für Jahr auf den Markt wirft. Um so erfreulicher ist es da, wenn zur Abwechslung mal ein Film auftaucht, der nicht nur "gut für einen deutschen Film" ist, sondern ganz objektiv gesehen locker mit internationalen Produktionen mithalten kann und für mich bisher sogar zu den Highlights des Jahres zählt. Antikörper ist eine wunderbare Mischung aus Sieben und dem Lokalkolorit einer fiktiven Vorabendserie namens "Unser kleines Dorf". Es geht um einen Serienmörder, der in der Umgebung von Berlin Kinder umbringt. Entgegen der Erwartung wird der Killer, Gabriel Engel, aber schon zu Beginn des Films von der Polizei gestellt. Für den Dorfpolizisten Michael Martens geht es nun darum, herauszufinden, ob das kleine Mädchen, das in seinem Heimatdorf umgebracht wurde, ebenfalls ein Opfer Engels wurde, da der genau diesen Mord bisher nicht gestanden hat. Von der Ausgangssituation her klingt das ein wenig nach Schweigen der Lämmer, aber es fühlt sich die meiste Zeit eher an wie Sieben, vielleicht auch wegen der religiösen Untertöne, die die ganze Zeit über im Hintergrund (und manchmal auch im Vordergrund) mitschwingen - der Name des Mörders ist da nur der Anfang. Gleichzeitig kontrastiert der Film das "ruhige" Landleben in Martens Heimatdorf Herzbach mit den Szenen in der Stadt, in denen das Landei Martens oft sehr fehl am Platz wirkt. All diese Zutaten, gepaart mit sehr guten schauspielerischen Leistungen, reichen schon für einen sehr guten Film. Das Sahnehäubchen ist aber sicherlich für den typischen Kinogänger, der mit amerikanischer Massenware aufgewachsen ist, die Tatsache, daß man immer wieder das sichere Gefühl bekommt, daß der Film in Deutschland spielt. Und er funktioniert trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb. In der imdb kann man lesen, daß der Film komplett an Originalschauplätzen in Berlin und Brandenburg gedreht wurde. Es gab nur eine Szene in diesem Film, die mir immer noch sehr suspekt ist. Ich bin jedenfalls nicht ganz sicher, ob die Gesamtleistung des Films dadurch geschmälert wird oder ob es vielmehr ein genialer Kunstgriff ist, wie mein Mitkinobesucher meinte. Aus Spoilergründen kann ich leider nicht sagen, um welche Szene es sich handelt, oder was mich daran so gestört hat, aber wenn Ihr den Film seht - wozu ich nur jedem raten kann -, werdet ich wissen, worum es ging. Alles in allem ist dies jedenfalls ein hervorragender Film und ich kann nur jedem dringendst empfehlen, ihn sich anzusehen. Auch damit der Filmstandort Deutschland gefördert wird und das deutsche Filmschaffen sich in Zukunft nicht nur auf peinliche Komödien beschränkt.
Kung Fu Hustle (imdb)
Für alle, denen Blade 2 zu realistisch und einfach nicht cool genug war, gibt es jetzt den idealen Film. Ein kleines Dorf legt sich (unabsichtlich) mit der mächtigsten Gang der Stadt an und ab dann heißt es nur noch "Mein Kung Fu ist besser als deins". Der Film nimmt sich keinen Moment lang ernst und abgesehen von einem Protagonisten der Sorte "total loser", der bei seinen Versuchen, cool zu sein, immer für einen Lacher gut ist, sind auch die Kung-Fu-Szenen nicht nur beeindruckend, sondern auch in geradezu lächerlicher Weise over the top. Einer der Auftragskiller kann zum Beispiel unsichtbare Energiespeere mit seiner Harfe verschießen. Wer mit derartiger Albernheit gut umgehen kann, wird hier reichlich bedient. Besonders toll fand ich den ultimativen Finishing Move, durch den der letzte Kampf entschieden wird.
Die Hard (imdb / bei amazon.de kaufen)
[Scene: Ross's apartment, Chandler, Joey, and Ross are finishing watching a video. The music "Let It Snow" by Vaughn Monroe is playing.]
Chandler: Die Hard's still great!
Joey: Yep. Hey, what do you say we make it a double feature?
Chandler: What’d you rent?
Joey: Die Hard 2.
Chandler: (looking at the tape) Joey, this is Die Hard 1 again.
Joey: Oh, well we watch it a second time and it's Die Hard 2!
Ross: Joey, we just saw it!
Joey: And?
Ross: And it’ll be cool to see it again! Yeah!
Joey and Ross: Die Hard!!!!!!
Ross: Dude, you didn’t say Die Hard! Is everything okay?
Chandler: Yeah, I just got uh, got plans.
Ross: Well, John McClane had plans!
Chandler: No, see the thing is I want to get out of here before Joey gets
all worked up and starts calling everybody bitch.
Joey: What are you talking about? Bitch.
Mehr muß man zu diesem Klassiker eigentlich nicht sagen. Wobei ich den Film diesmal zum ersten Mal auf Englisch gesehen habe, was ähnlich cool ist wie bei Indy, da auch hier böse Deutsche mitspielen, die teilweise ihre Muttersprache extrem schlecht beherrschen.
Die Hard: With A Vengeance (imdb / bei amazon.de kaufen)
Diesmal keine bösen Deutschen, dafür aber Samuel L. Jackson als Zeus. Auch sehr unterhaltsam, nicht ganz so lokal konzentriert wie der erste Die Hard, dafür aber mit einigen netten Rätseln und einer Schnitzeljagd durch New York.
Kermit: Die frühen Jahre (imdb / bei amazon.de kaufen)
Der Film erzählt von Kermits erstem Abenteuer in der großen weiten Welt. Obwohl dieser Muppet-Film zwangsläufig ohne Jim Henson entstehen mußte, schafft er es doch recht gut, das Bezaubernde, Kindliche der früheren Muppet-Filme einzufangen und versagt dabei nicht so kläglich wie z.B. der unsägliche Muppets aus dem All. Recht sehenswert - für Muppet-Fans.
Topas (imdb / bei amazon.de kaufen)
Ein Spionage-Thriller von Hitchcock persönlich. Ganz anders als die bekannteren Vertreter des Genres kommt Topas mit angenehm wenig Action aus und konzentriert sich stärker auf den Kern des Spionagegeschäfts: Heimlichtuerei. Durchaus sehenswert aber für meinen Geschmack stellenweise etwas zu langsam, mit immerhin über zwei Stunden Spielzeit.
Lieben Sie Brahms? (imdb)
Ein Film aus einer besseren Zeit als typisch französische Filme auch noch aus Hollywood kommen konnten. Lieben Sie Brahms? ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Françoise Sagan und eine ziemlich realistische Beziehungsgeschichte. Wenn man so etwas mag, ist dies sicherlich einer der besseren Filme in diesem Genre, da hier zu keinem Moment überromantisiert wird.
Mitternacht im Garten von Gut und Böse (imdb / bei amazon.de kaufen)
Ein exzellenter Krimi um den Reporter John Kelso, der als Berichterstatter auf eine der legendären Weihnachtspartys des reichen Jim Williams eingeladen wird. Kelso freundet sich mit Williams an, doch dann geschieht ein Mord und Williams ist der Hauptverdächtige. Der Krimiplot allein ist schon recht stark, aber der Film hat außerdem noch sehr starke und zum Teil ziemlich seltsame Charaktere zu bieten. Mal wieder eine sehr empfehlenswerte Regie-Arbeit von Clint Eastwood.
Dunckel (imdb)
Sehr realistischer Film über drei Brüder, die eine Bank ausrauben und dabei zu Mördern werden. Der Film schildert, wie jeder der drei einzeln der Polizei zu entkommen versucht, so daß man nahezu drei Kurzfilme im Film bekommt. Sehr interessant und sehenswert.
Riding the bullet (imdb / bei amazon.de kaufen)
Generischer Horrorfilm, bei dem man sich die ganze Zeit fragt, ob der Horror nun echt ist oder nur im Kopf des Protagonisten stattfindet. Ganz spaßig, aber nichts besonderes.
Angriff des Killerschweins (imdb)
Eine abstruse Geschichte um ein serienmordendes Schwein. Dieser Film ist entweder absoluter Schrott oder vollkommen genial. Ich bni mir nicht ganz sicher zu welcher Beurteilung ich komme, tendiere aber zu letzterem. Der Film hat einen dieser Prämisse angepaßten trashigen Charme. Besonders verwirrt haben mich die häufigen Wechsel zu Szenen, die mit der vorherigen so rein gar nichts zu tun hatten, aber je länger man den Film schaut, desto mehr scheinen alle Teile sich irgendwie zu einem ganzen zusammenzufügen. Etwas für die ganz Harten. Auf der DVD finden sich auch zwei ebenfalls sehr trashige Kurzfilme um Captain Vitamin, die etwas leichter verdaulich, aber auch irgendwie seltsam sind.
Die Fantastischen Vier (imdb)
Vorbemerkung: Als Comic-Verfilmung lebt Fantastic Four nicht gerade von überraschenden Wendungen, daher werde ich in meiner Rezension die ein oder andere Sache spoilern. Seid gewarnt.
Der Film wurde allerorten ziemlich übel verrissen, so zum Beispiel bei Spiegel Online. Trotzdem habe ich ihn mir angesehen und muß sagen eigentlich fand ich ihn ganz nett. Der vielleicht größte Fehler von Fantastic Four ist meiner Meinung nach etwas, wofür der Film selbst eigentlich gar nichts kann. Nämlich, daß er im Fahrwasser des exzellenten Batman Begins in die Kinos kommt. Und dagegen kann dieser Film einfach nur verlieren. Ansonsten ist es ein recht ansehnlicher, durchschnittlicher Superhelden-Film geworden. Eindeutig schlechter als die sehr guten X-Men- oder Spider-Man-Filme, aber um Längen besser als Daredevil oder dessen Ableger Elektra, der so viel schlechte Presse bekam, daß ich ihn gar nicht erst gesehen habe.
Aber auch ich muß zugeben, daß Fantastic Four einige mehr oder minder gravierende Mängel hat, so daß man sich selbst als Comic-Fan zweimal überlegen sollte, ob man sich das ansieht. Erst einmal ist da ein Timing-Problem anzumerken. FF leidet zum einen unter dem typischen Origin-Story-Syndrom, wo verzweifelt versucht wird, die Entstehungsgeschichte, die Stan Lee auf 1-3 Seiten abhandelt, auf Spielfilmlänge aufzublasen. Andererseits gibt es Bereiche, in denen es geradezu überstürzt schnell zugeht, insbesondere das Liebesleben der Charaktere ist hier hervorzuheben. In den gut eineinhalb Stunden ereignen sich Dinge, die in einer Sitcom ganze Staffeln füllen könnten. Und all das nur, um das unvermeidliche Super-Duper-Happy-End herbeizuführen.
Dann fand ich, daß die Protagonisten fehlbesetzt waren. Gerade für mich als Fan von "The World's Greatest Comic-Magazine" waren die Schauspieler bei weitem nicht so hervorragend ausgewählt wie z.B. bei Spider-Man. Zumindest Michael Chiklis und Chris Evans haben es aber recht schnell geschafft, die Unähnlichkeit zu ihren Comic-Vorbildern vergessen zu machen, indem sie den Charakter ihrer jeweiligen Figur ziemlich gut getroffen haben. Jessica Alba gelingt das nicht, aber wenigstens kann man sie noch einigermaßen ignorieren, was einem bei der extrem grottigen Vorstellung von Ioan Gruffudd dann nun wirklich nicht mehr gelingt. Mr. Fantastic ist hier sehr übel getroffen, ist aber nun einmal derjenige, der die Hauptlast der Erzählung tragen sollte, was ihm nicht einmal ansatzweise gelingt. Um so schöner fand ich die Interaktion zwischen Ding und Fackel, die beinahe direkt aus dem Comic übernommen wirkt. Leider ist sie hier wie dort aber nur amüsanter Hintergrund und weder kann noch soll sie die Handlung tragen.
Ach ja, die Handlung ist natürlich nur mäßig interessant, aber das ist man ja von Superheldenverfilmungen gewöhnt. Unverzeihlich ist allerdings wie hier mit meinem absoluten Lieblingssuperschurken Doctor Doom umgesprungen wird. Schon als klar war, daß Dr. Troy (Nip/Tuck), bzw. Balthasar(Charmed) den sympathischen Despoten spielen würde, mußte man sich Sorgen machen. Schließlich lebt Doom auch davon, daß man sein Gesicht in den Comics niemals zu sehen bekommt, etwas, das bei einem Schönling wie Julian McMahon nicht besonders wahrscheinlich schien. Und so muß man auch bis in die letzte Viertelstunde des Films warten bis Doom endlich die berühmte Maske aufsetzt. Und auch sonst hat man seinen Hintergrund bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, bis schließlich nur noch ein größenwahnsinniger Geschäftsmann übrigbleibt, der aus Metall ist und mit Blitzen schießt. Damit hat man den Charakter natürlich kaputt gemacht, da er in den Comics ja gerade dadurch definiert ist, daß er eben keine Superkräfte hat und trotzdem mit den Fantastischen Vier locker mithalten kann.
Wenn ich mir meine Rezension so ansehe, muß ich zugeben, daß der Film doch nicht so gut zu sein scheint. Aber mit Ben und Johnny sind zumindest zwei Charaktere sehr gut getroffen und ich hatte das Gefühl, daß man mit einigen geschickten Entscheidungen einen richtig gelungenen Film daraus hätte machen können. Leider war niemand zur Stelle, der diese Entscheidungen treffen konnte. Es kann halt nicht jede Comic-Franchise einen Sam Raimi zur Hand haben.
PS: Eine sehr treffende Rezension, die vieles ähnlich sieht wie ich, liefert auch The Beat.
Und hier nun der versprochene zweite Teil des Batzens an Rasenden Rezis. Diesmal mit
Lemony Snicket - A Series of Unfortunate Events: The Ersatz Elevator (bei amazon.de kaufen)
Die Baudelaire-Waisen landen wieder bei einem neuen Verwandten mit einer abstrusen Macke, Graf Olaf taucht wieder in einer gerissenen Verkleidung auf und den Protagonisten geschehen wieder "eine Reihe betrüblicher Ereignisse". Außerdem werden Fäden aus dem letzten Band der Reihe hier wieder aufgenommen und auch das Geheimnis um Lemony Snicket verdichtet sich weiter. Sehr schön.
David Tischman/Howard Chaykin - Bite Club (bei amazon.de kaufen)
Eine sehr originelle Prämisse liegt diesem Comic zugrunde. Die Geschichte beginnt mit dem Tod von Eduardo del Toro, dem Chef eines bedeutenden Mafia-Clans aus Miami. Der Clou: del Toro und alle seine Angehörigen und möglichen Erben sind Vampire. Das ist in der Welt von Bite Club allerdings kein Geheimnis, da Vampire hier schon vor einiger Zeit als ein Teil der Gesellschaft akzeptiert worden sind. Es handelt sich also um eine typische Mafia-Geschichte, aber eben mit einer netten Extrazutat. Das ganze ist solide umgesetzt und liest sich recht unterhaltsam.
Italo Calvino - Der geteilte Visconte (bei amazon.de kaufen)
Calvino scheint ein recht bekannter Autor zu sein - er ist sogar Teil der SZ-Bibliothek, wie ich inzwischen herausfand. Trotzdem hatte ich noch nie von ihm gehört, bevor einer meiner Mitleser diesen Roman für unseren Lesezirkel vorschlug. Der geteilte Visconte enthält eine Menge interessante Ideen. Keine davon ist für sich besonders originell - besonders nicht die grundlegende - aber trotzdem gelingt es Calvino, sie überzeugend und unterhaltsam darzubieten. Mir hat besonders gut gefallen, daß er immer wieder mal ins Groteske abgleitet, ohne jedoch ganz darin zu versinken. Ein sehr unterhaltsames kleines Büchlein, das mir ausgesprochen gut gefallen hat.
Garfield: Fette Ferien (bei amazon.de kaufen)
Endlich kommen die guten alten Garfield-Fernsehfilme aus den 80ern auf DVD heraus. Zeitgleich mit dieser DVD ist noch eine weitereerschienen, und jede beinhaltet jeweils drei der kurzen Filme auf Deutsch und Englisch. Damit fehlen immer noch einige der Filme (besonders vermisse ich noch Babes and Bullets), aber die werden bei Erfolg sicher bald folgen. Und zumindest meine beiden Lieblingsfolgen Garfield's Halloween Adventure und A Garfield Christmas Special sind hier schön zusammen auf einer DVD gelandet, die mit 10 Euro wirklich nicht zu teuer ist. Beim Googeln stellte ich überrascht fest, daß auf der englischen DVD auch die Thanksgiving-Folge ist, wohingegen wir Deutschen den Campingausflug geliefert bekommen. Egal, ich mochte die Filme immer sehr gern als sie damals auf Sat1 liefen. Da das inzwischen nicht mehr geschieht, ist die DVD eine gute Gelegenheit, mal wieder den guten alten Garfield auf dem Bildschirm zu sehen. Meiner Meinung nach lohnt sich das allein schon wegen der schmissigen Lieder, aber ich bin auch ein großer Nostalgiker vor dem Herrn. Bei Amazon kostet diese DVD 18 Euro, ich habe sie aber für 10 im Dortmunder Saturn bekommen. Interessierte sollten also entweder dort schauen, oder die Amazon-Tiefpreisgarantie nutzen.
Memento (imdb / bei amazon.de kaufen)
Einer der besten Filme der letzten Jahre, den es jetzt endlich zu einem vertretbaren Preis auf DVD zu kaufen gab. Da habe ich natürlich sofort zugeschlagen. Und der Film ist auch beim zweiten Anschauen noch extrem gut. Der Protagonist hat durch ein traumatisches Erlebnis sein Kurzzeitgedächtnis verloren. Und der Film trägt dem durch eine geniale Idee Rechnung: Die Szenen sind nicht in ihrer normalen zeitlichen Abfolge aneinander gereiht, sondern rückwärts. Endlich mal wieder eine innovative Idee. Und durch eine geschickt strukturierte Handlung ist der Film auch in dieser ungewohnten Reihenfolge spannend. Man fragt sich hier eben nicht "Was passiert als nächstes?", sondern "Wie ist es bloß dazu gekommen?". Fazit: Unbedingt empfehlenswert.
Hermann Hesse - Siddhartha (bei amazon.de kaufen)
Dies soll ja ein recht bedeutender Klassiker sein. Vor Jahren habe ich mit Begeisterung Hesses Demian gelesen, aber dieser Roman hier hat mich irgendwie kalt gelassen. Er plätschert die ganze Zeit über so vor sich hin. Es passieren zwar immer wieder Dinge, die unseren Titelhelden weiter auf seinem Weg zur Erleuchtung bringen, aber trotzdem kommt keine rechte Spannung auf. Man weiß eben schon, daß er es am Ende schaffen wird. Das heißt, die Handlung kann nicht wirklich mitreißen. Und ein derart in-sich-ruhender Charakter ist auch nicht so interessant, daß man seitenlang über ihn lesen möchte. Die meisten anderen Charaktere haben nur kurze Gastauftritte in der Welt des Siddhartha, so daß sich auch hier keine Möglichkeit bietet, interessante Konflikte darzustellen. Hesse erzählt routiniert, gut recherchiert (soweit ich das beurteilen kann) und in sehr angenehmer Sprache. Aber es fehlt einfach der Punkt. Schade eigentlich.
Immortal (imdb)
Dieser Film wurde von den ersten beiden Teilen der Nikopol-Trilogie inspiriert. Er ist keine exakte Verfilmung der Comics, so daß es auch für Leute interessant bleibt, die diese schon gelesen haben. Der Film ist auch nicht schlecht, aber ich fand es trotzdem schade, daß ausgerechnet die interessanten politischen Aspekte der Comics den Sprung in den Film nicht überlebt haben und es stattdessen eine stärkere Betonung der Liebesgeschichte gab. Allerdings muß man Bilal zugute halten, daß es sich natürlich nicht um eine besonders typische Liebesgeschichte handelt. Der Film bleibt also sehenswert. Mich hat ein wenig die Machart des Films irritiert. Das ganze scheint sich "digital backlot" zu nennen, wobei die Darsteller die ganze Zeit vor Bluescreens agieren, d.h. alle Locations kommen aus dem Computer. Ich habe mich daher im Film oft gefragt, ob die Schauspieler überhaupt echt sind, und wenn es nicht eine offizielle Cast-Liste gäbe, wäre ich mir auch jetzt noch nicht sicher.
Carl Hiaasen - Kick Ass: Selected Columns (bei amazon.de kaufen)
Mitte der Achtziger Jahre hat Carl Hiaasen begonnen eine regelmäßige Kolumne für den Miami Herald zu schreiben. Dies ist eine Sammlung der besten davon, die bis 1999 erschienen sind (also leider nichts über das Wahlauszählungsfiasko 2000). Hiaasen beschreibt sehr treffend und pointiert, oft auch mit beißender Ironie, was in seiner Heimat Südflorida schief läuft und läßt dabei niemanden ungeschoren, seien es nun Politiker, Wirtschaftsbosse oder die berüchtigten Exil-Kubaner, die jahraus, jahrein den Sturz von Fidel Castro und ihre eigene triumphale Heimkehr planen. Größtenteils ist das, was Hiaasen hier schreibt, sehr lesenswert. Auch wenn man sich eines Großteils der amerikanischen Probleme schon bewußt ist, bekommt man sie hier noch einmal konzentriert vor Augen geführt. Und in Florida sind viele der typisch amerikanischen Umstände besonders stark ausgeprägt. Nicht umsonst gilt Miami als die "murder capital" der Vereinigten Staaten.
Ein besonders auffälliges Merkmal des Bandes ist die Tatsache, daß die Essays thematisch gruppiert sind und nicht chronologisch präsentiert werden. Das Lesen von vielen Essays hintereinander kann dadurch leicht etwas langweilen, da sie sich mitunter doch sehr stark gleichen. Andererseits kann man so auch sehr schön sehen, wie wenig sich an manchen der von Hiaasen angeprangerten Mißstände im Laufe von 15 Jahren ändert. Ob das nun ein Vorteil oder ein Nachteil der Kollektion ist, muß jeder für sich selbst entscheiden.
One Hour Photo (imdb / bei amazon.de kaufen)
Eine nette kleine Geschichte über den liebenswerten Psychopathen von nebenan. Nicht besonders inspiriert und sticht nur dadurch aus der Masse heraus, daß der ewig nette Robin Williams den Psychopathen spielt. Übrigens ziemlich überzeugend.
Blue in the face (imdb / bei amazon.de kaufen)
Man merkt schnell, daß dieser Film von "Mr. New York" Paul Auster stammt, denn letztlich ist es genau das, worum es geht. Der Protagonist ist die Stadt selbst und man begegnet diversen Leuten, die von ihr erzählen oder einfach nur in ihr leben und dadurch von ihr erzählen. Ich bin nicht sicher, ob mir das wirklich gefallen hat oder nicht. Auf jeden Fall war es deutlich zu plotarm.
...are a million to one, he said.
Dark Horse, bekannt dafür jeden Film als Comic zu adaptieren, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, hat eine Spezial-Seite zu Krieg der Welten anzubieten, wo man sich unter anderem einen sehr sehenswerten War of the Worlds E-Comic ansehen kann. Der Comic ist sehr dicht an der Verfilmung aus den 50ern, was für mich, der ich den Roman niemals gelesen habe, die Vermutung nahe legt, daß beide Adaptionen sich sehr eng an die literarische Vorlage halten. Ganz im Gegensatz zu der aktuellen Verfilmung, die sich doch einige Freiheiten herausnimmt. Hier nun die rasenden Rezis:
Kampf der Welten (imdb, bei amazon.de kaufen)
Pünktlich zum Erscheinen des Remakes lief vor wenigen Wochen die erste Verfilmung des Urvaters aller Alien-Invasions-Geschichten aus den Fünfzigern im Fernsehen. Um einen guten Vergleich zu haben, habe ich diese Version natürlich angesehen. Ich weiß doch, was ich meinen Lesern schuldig bin. Ich bin ein großer Fan von Filmen aus den Fünfzigern; insbesondere Science-Fiction-Filmen (Der Blob ist ein heimlicher Liebling). Und auch dieser Film ist nicht übel, auch wenn die Grundgeschichte natürlich hinlänglich bekannt ist. Negativ aufgefallen ist mir vor allem die weibliche Hauptrolle, die zu Beginn behauptet, Doktor der Physik (oder Dozentin, so genau kann ich mich nicht erinnern) zu sein, und dann aber den Rest des Filmes über nicht gerade ein Übermaß an Intelligenz zur Schau stellt. Außerdem krankt der Stoff, meiner Meinung nach, ein wenig daran, daß die Protagonisten praktisch die gesamte Zeit nur reagieren und nicht agieren können. Und meistens beschränkt diese Reaktion sich auf's Wegrennen. Das wird auf die Dauer ein wenig ermüdend, auch wenn der Film angenehm kurz ist, und es so gerade noch in Ordnung geht. Ein Vorteil, den das Remake leider nicht nutzt. (siehe unten) Wie, meiner Meinung nach, auch der Zeitmaschine, sieht man dieser Geschichte an, daß sie schon über hundert Jahre auf dem Buckel hat. Und da sich zwischenzeitlich ein ganzes Genre darauf begründete, hat man das halt alles schon sehr, sehr oft gesehen.
Krieg der Welten (imdb)
Und da sind wir auch schon bei Spielberg und Cruise. Am besten schauen wir uns direkt die Unterschiede an. Zum einen beginnt dieser Film mit einer gesprochenen Einleitung, woran ich mich bei dem Fünfziger-Jahre-Film nicht erinnern kann. Andere Versionen des Stoffes legen nahe, daß diese Einleitung werkgetreu ist, trotzdem wirkt sie in diesem Film eine ganze Ecke zu pompös. Das mag aber auch an mir liegen. Der große Pluspunkt dieser Version sind sicherlich die Effekte, die wie erwartet schon ziemlich beeindruckend sind. Allerdings muß dafür auch den typischen Hollywood-Schmalz in Kauf nehmen. Die Protagonisten sind nicht, wie in der anderen Film-Version ein Wissenschaftler und seine Schnitte, sondern ein gescheiterter und geschiedener Vater zweier Kinder zusammen mit eben diesen. Besonders unangenehm fällt die kleine Tochter auf, die mal wieder schlagkräftig beweist, warum ich Filme mit Kindern in tragenden Rollen in der Regel nicht mag. Außerdem läßt Spielberg die wenigen Elemente weg, die sich mit dem Ursprung der Aliens beschäftigen und bringt stattdessen quasi den ganzen Film über nur Fluchtszenen. Umrahmt von der "broken family"-Backstory ergibt das einen recht unverdaulichen Brei. Besonders auf die heutige Standardfilmzeit von 2 Stunden verteilt. Garniert mit einigen Szenen, wo man seinen Disbelief schon arg suspenden muß, um z.B. zu glauben, daß die Aliens (die hier niemals explizit Marsianer genannt werden. Ein Tribut an den wissenschaftlichen Fortschritt) irgendeinen vernünftigen Grund haben, eine Unmenge von Zeit damit zu verschwenden, drei kleine, unbdeutende Menschen zu suchen, die sich in einem Keller verstecken. Und das, wo doch die ganze Erde voll von Menschen ist. Fazit: Der Film ist ganz genau so, wie ich ihn mir vorgestellt habe, seit mir die Eckdaten "Spielberg, Cuise, unnötiges Remake" bekannt waren, und gibt gleichzeitig ein hervorragendes Beispiel dafür ab, was in Hollywood falsch läuft.
Die Titelzeile dieses Postings stammt übrigens aus der hervorragenden Musical-Version des Stoffes von Jeff Wayne, die man sich auf der offiziellen Seite sogar bequem online anhören kann (oder auch bei amazon kaufen).
In diesem Zusammenhang muß ich als Comic-Fan natürlich auch erwähnen, daß der große Alan Moore ebenfalls beim Krieg der Welten Anleihen genommen hat. Und zwar in der zweiten Ausgabe seiner League of Extraordinary Gentlemen (bitte nicht an der sehr mäßigen Filmversion messen). Und auch diesen Comic kann man bei amazon kaufen. Alternativ auch auf deutsch
.
Die letzten Rasenden Rezis sind lange her. Und damit hier endlich wieder ordentlich was steht und die Links wieder brav an den rechten Rand rutschen, wo sie hingehören, bietet sich dies geradezu an. In der bloglosen Zeit haben sich so viele von ihnen angesammelt, daß ich sie in mehreren separaten Einträgen poste, damit...
Eigentlich weiß ich nicht genau, warum. Aber ich werde mir schon etwas dabei gedacht haben. Außerdem sind diesmal erstmals alle Rezensionen (wie schon vor einiger Zeit angekündigt) zu Amazon verlinkt (so das Rezensierte denn dort angeboten wird).
Letztens habe ich mal wieder einen belanglosen Film gesehen und erst sehr spät gemerkt, daß ich diesen bereits einmal sah. Erst da wurde mir klar, wie nützlich die Institution der Rasenden Rezis auch für mich selbst sein kann. Mein Mission-Statement ist nach wie vor, alle Filme, Bücher und Comics, die ich konsumiere, hier zu (blitz-)rezensieren. Ich freue mich schon auf das Jahresende, wenn ich dann endlich einmal fundiert die besten Filme des Jahres küren kann, da ich nun einen Ort habe, an dem ich nachlesen kann, welche Filme ich überhaupt alle gesehen habe.
Jetzt aber genug des Geschwafels. Hier ist der erste Teil mit
Minette Walters - Fox Evil (bei amazon.de kaufen)
Überraschenderweise kein richtiger Krimi. Aber Walters-typisch gibt es trotzdem eine Menge von Mysterien, die alle irgendwie miteinander verknüpft sind. Meiner Meinung nach gehört Walters zu den besten Autoren von krimiähnlicher Unterhaltungsliteratur. Nichts besonderes, aber das sehr routiniert umgesetzt. Fox Evil ist aber nicht gerade eines ihrer besseren Bücher. Trotzdem noch recht unterhaltsam, auch wenn Walters stellenweise für meinen Geschmack eindeutig zu sehr psychologisiert.
Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe: Abenteuer in Venedig (Comicexpress)
Ein weiterer Band in der Reihe, welche die von Adolf Kabatek geschriebenen Dagobert-Abenteuer wieder auflegt. Und wieder wurde der Name des Zeichners ins Vorwort verbannt. Die schöne Praxis des Donald-Duck-Sonderheftes, alle Beteiligten ordentlich zu Beginn des Bandes aufzulisten, scheint sich noch nicht allerorten durchgesetzt zu haben. Der Band bietet für diese Reihe übliche Kost: eine interessante Abenteuergeschichte an realen europäischen Schauplätzen. Nett, aber nichts besonderes.
Lucky Luke: Die Reisschlacht (bei amazon.de kaufen)
Nachdem kürzlich nach Jahren mal wieder ein Lucky-Luke-Album herauskam, muß der Ehapa-Verlag wohl gemerkt haben, wie groß die Zahl der potentiellen Käufer hier immer noch ist. Daher nun dieses Album mit vier Kurgeschichten, die in dieser gesammelten Form noch nie veröffentlicht wurden, auch nicht in Frankreich. Und das Herz des Fans jubiliert, wenn er liest, daß alle Geschichten von Morris und Goscinny stammen, ganz so wie in der guten alten Zeit. Und so erfüllt das Album auch prinzipiell, die Erwartungen, die man an dieses Paar hat. Ein wenig schade ist nur die Kürze der Geschichten, die so niemals die epische Breite der klassischen Lucky-Luke-Geschichten erreichen und sich meist nur auf einen Aspekt konzentrieren können. Alles in allem, aber ein sehr lesenswerter Comic, der wieder einmal zeigt, wie tragisch der frühe Tod von René Goscinny für alle Comic-Freunde war.
Abjad - Der erste Buchstabe (imdb)
Eine Geschichte aus dem Iran. Der Film bietet eine schöne Komplementärerfahrung zu den Persepolis-Comics von Marjane Satrapi. Im Gegensatz zu jenen kommt mir der hier vorgestellte Iran noch eine Spur unangenehmer vor. Egal, was der Protagonist, ein Teenager, machen möchte, alles ist verboten oder zumindest verpönt. Ich fand den Film sehr interessant, allerdings gibt es, besonders gegen Ende, ein paar nur schwer nachvollziehbare Erzählsprünge, die mich immer ein wenig verwirrt zurückließen. Fast so, als seien wichtige Übergangsszenen herausgeschnitten worden. Trotzdem ein sehenswerter Film, der als Bonbon auch noch im Original (vermutlich Persisch) mit deutschen Untertiteln lief.
Der Mann ohne Vergangenheit (imdb, bei amazon.de kaufen)
"Poetisch zwar, aber ganz schön wirr", sagt der Protagonist einmal während des Films. Und das charakterisiert den Film vielleicht am besten. Zugegeben, es gibt deutlich seltsamere Filme, aber trotz des noch recht realitätsnahen Themas Gedächtnisverlust wirkt der Film immer leicht neben der Spur - etwas das häufiger auf skandinavische Filme zutrifft. Vielleicht ist das Leben im hohen Norden wirklich so anders, daß es dem durchschnittlichen Mitteleuropäer ein wenig irreal vorkommt, wahrscheinlicher ist aber, daß eben nur die Filme importiert werden, die diesem Klischee entsprechen und es dadurch immer weiter verfestigen. Fazit: Geschmacksfrage.
Sherlock Holmes' größter Fall (imdb, bei amazon.de kaufen)
Sherlock Holmes. Jack the Ripper. 'Nuff Said.
The Musketeer (imdb, bei amazon.de kaufen)
Dieser Film hat mich in der nahegelegenen 24-Stunden-Videothek jetzt schon so oft verspottet, daß ich ihn nun endlich einmal ausgeliehen habe. Und was soll ich sagen? Eine sehr solide Verfilmung des bekannten Dumas-Stoffes. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ansehnlich.
Komm, süßer Tod (imdb, bei amazon.de kaufen)
Ein Krimi im Milieu der Rettungssanitäter. Warum nicht? Der Film ist überraschend gut und kommt mit vielen frischen Ideen daher, ohne zu künstlerisch abgehoben zu sein (etwas, das viele europäische Filme davon abhält, wirklich gut zu sein). Phasenweise fragt man sich zwar schon, ob es zwischen konkurrierenden Rettungsdiensten wirklich so zugeht wie zwischen konkurrierenden Mafia-Familien, aber da ist dann halt die gute alte Supension of Disbelief gefragt. Der Film ist übrigens ein österreichischer, was zu einem der wenigen Kritikpunkte meinerseits führt: Manchmal verstehe ich die dialektal gefärbte Aussprache einfach nicht. Ansonsten aber ein sehr schöner und kurzweiliger Film. Gern mehr davon.
Die zwölf Geschworenen (imdb, bei amazon.de kaufen)
Ein ewiger Klassiker. Und auch wenn er ziemlich häufig in den öffentlich-rechtlichen Programmen läuft, schaue ich ihn immer wieder gern an. Ein leuchtendes Beispiel für das Konzept des "reasonable doubt", auf dem das amerikanische Rechtssystem fußt. Leider hat man, wenn es um Kriegsgründe geht, nicht immer gleich eine Jury parat.
Jason Lutes - Berlin: City of Stones (Book One) (bei amazon.de kaufen)
Jason Lutes gelingt hier ein schönes, ausgefeiltes Porträt der Hauptstadt des Deutschen Reichs in der Zwischenkriegszeit. Interessant ist, daß es zwei Hauptcharaktere gibt, von denen einer Journalist und somit sehr politisch ist, und die andere Kunststudentin, die die äußeren politischen Umstände nur insofern mitbekommt, als sie sich auf den Alltag auswirken. Lutes hat sich wirklich Mühe gegeben, ordentlich zu recherchieren, und so gibt es auch immer wieder deutschsprachige Plakate oder Zeitungen im Hintergrund, die im Gegensatz zum amerikanischen Durchschnittscomic auch tatsächlich korrektes Deutsch liefern. Umso unschöner stechen einige kleinere Fehler heraus. Die "Handlung" beginnt im September 1928 und jedes Kapitel deckt einen Monat ab. Dieser erste Teil des Werks erstreckt sich bis zum Mai 1929. Und hier sind wir beim vielleicht größten Problems dieses Werks. Zwei weitere Bände sind zwar von Jason Lutes angekündigt, aber leider ohne jegliches konkretes Datum. In einem Interview hat er sich dahingehend geäußert, daß es durchaus noch zehn Jahre oder noch länger dauern könnte bis Berlin vollendet ist. Davon abgesehen ist es aber sehr lesenswert und endet auch nicht mit einem besonders schmerzhaften Cliffhanger. Menschen, denen das Englische zu mühsam ist - oder zu wesensfremd für diesen Stoff - können übrigens auch eine deutsche Version erwerben.
Nie waren die Zeiten für comicbegeisterte Kinogänger besser als heute. Die Welle der Comic-Verfilmungen, die vor gar nicht allzulanger Zeit mit dem ersten Blade-Film losgetreten wurde, rollt weiterhin mit ungebremster Wucht über uns hinweg. Und ein Ende ist, wenn man den Ankündigungen der Filmstudios Glauben schenken darf, vorerst noch nicht abzusehen. Inzwischen gibt es bereits so viele Comic-Verfilmungen, daß man sich als Fan den Luxus leisten kann, extrem schlechte Vertreter wie Catwoman oder Elektra einfach auszulassen. Der nächste gute Film kommt bestimmt. Ein solcher ist Batman Begins. Ich gehe soweit, zu behaupten, daß sich an diesem Film alle weiteren Superheldenverfilmungen messen lassen müssen. Die Namen Christopher "Memento" Nolan und Christian "The Machinist" Bale haben gehalten, was sie versprochen haben. Der einzige Kritikpunkt gleich mal vorweg: Die Kampfszenen sind sehr unübersichtlich geschnitten, zu schnell und zu nah. Alles andere ist als Pluspunkt zu vermerken. Zwar behandelt der Film wieder einmal die sattsam bekannte Entstehungsgeschichte Batmans, aber diesmal wird hierbei in die Tiefe gegangen, was auch in einer gewissen Breite resultiert. Bis zum ersten Mal das Batmankostüm angelegt wird, ist der Film schon halb vorbei. Dafür bekommt man aber ein sehr detailliertes Bild von Bruce Waynes Psyche geliefert. Der Gegner Batmans ist sehr geschickt ausgewählt worden. Zur Abwechslung ist es diesmal kein geistegestörter Psychopath - obwohl auch ein solcher vorkommt - sondern jemand mit klaren Zielen, die man zwar nicht teilen muß, die aber bis zu einem gewissen Grad verständlich sind. Ganz ähnlich wie bei Magneto. Fazit: Ein in allen Punkten hervorragender Film. Ein Muß für alle, die sich auch nur ansatzweise für dieses Genre interessieren.
Ich habe gestern Per Anhalter durch die Galaxis gesehen und war angenehm überrascht. Nachdem im Vorfeld sowohl enthusiastische als auch tief enttäuschte Stimmen zu hören waren, war ich mir schon unsicher, ob der Film wirklich gut sein würde. Aber er war es. Die Verfilmung bleibt - wie eigentlich alle Adaptionen vor ihr - gleichzeitig den Grundideen treu und bringt neue interessante und verrückte Elemente ein. Manche Stellen wurden 1:1 aus vorhergehenden Versionen des Anhalters übernommen. Andere waren mir hingegen völlig unbekannt und scheinbar einfach eingefügt worden. Trotzdem wirkt der Film dabei aber wie aus einem Guß. Im Vergleich zur bereits existierenden TV-Serie ist das größte Plus sicherlich die inzwischen viel weiter entwickelte Tricktechnik. So sind die Ausschnitte aus dem Hitchhiker's Guide zum Beispiel sehr schön animiert. Dafür fehlt dem Film natürlich der trashige Charme der Serie, was mir aus naheliegenden Gründen besonders bei Zaphod auffiel. Besonders gut gefiel mir dafür das Lied "So long and thanks for all the fish", welches die Filmhandlung sozusagen umrahmt. Fazit: Sehr sehenswert - und das Handtuch nicht vergessen.
Und um meine Amazon-Partnerschaft nicht völlig in Vergessenheit geraten zu lassen gibt es jetzt noch ein paar Kauftips.
Die klassische TV-Serie gibt es inzwischen recht günstig auf DVD:
Per Anhalter durch die Galaxis/Das Restaurant am Ende des Universums (2 DVDs)
Und all denen, die mehr über die Hintergründe des Hitchhiker's Guide wissen möchten, kann ich nur die hervorragende auf dieses Hauptwerk konzentrierte Douglas-Adams-Biographie von Neil Gaiman empfehlen:
Keine Panik! (Deutsche Version)
Don't Panic: Douglas Adams & the Hitchhiker's Guide to the Galaxy (Englische Version)
Bereits am offiziellen Premierentag konnte man sich den neuesten Star-Wars-Film im Netz herunterladen.
Dieser Artikel auf Boing Boing zeigt nebenbei auch sehr schön, daß die Produzenten, die ja immer über die bösen Raubkopierer jammern, trotzdem stinkreich werden (bzw. bleiben) dürften.
Passende Comic Strips zum Thema Star Wars III fanden sich dieser Tage bei Ctrl-Alt-Del, bei Real Life, bei unshelved und natürlich bei PVP (dort sogar mehrere Strips)
Und endlich, fast eine Woche nach Eröffnung, habe ich den Film auch gesehen. Hier die Rasende Rezi:
Der Film entsprach ziemlich stark meinen Erwartungen. Ein ordentliches Maß an Action, coole neue Tricktechnik, diesmal besonders viele Laserschwertduelle und ab und an sogar echtes Star-Wars-Gefühl. Inhaltlich will ich nicht zuviel vorwegnehmen, was allerdings auch schwierig sein dürfte. Man kennt den Film davor und den danach, weiß also wo die Charaktere herkommen und wo sie am Ende des Films sein müssen, damit alles für A New Hope bereit ist. Dementsprechend gab es eigentlich auch keine Überraschungen, sondern solide SF-Action-Kost. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der Comic oben übertreibt in der Hinsicht also ein wenig. Die Szenen zwischen Anakin und Padme nerven zwar immer noch, aber sie sind in der Regel angenehm kurz, und man muß zugeben, daß der Film diese Szenen auch braucht, damit die Charakterentwicklung schlüssig ist. Ich bin nicht ganz so euphorisch, wie The Beat, wo dieser Film als The Redemption of George Lucas gefeiert wird, aber im Gegensatz zu den letzten beiden Filmen ist dies endlich mal wieder keine Enttäuschung. Ob das möglicherweise auch daran liegt, daß man seine Erwartungen mittlerweile heruntergeschraubt hat, vermag ich allerdings nicht zu sagen.
Heute mit dabei:
Der Mondmann (imdb)
Dieser Film ist eine Biographie. Und er ragt nicht nur dadurch heraus, daß es eine sehr realitätsnahe und trotzdem gut durchdachte Biographie ist, sondern vor allem dadurch, daß hier ein sehr außergewöhnlicher Mann porträtiert wird. Andy Kaufman. Kaufman ist wohl einer der außergewöhnlichsten Komiker gewesen, die es jemals in Amerika gab. Und Jim Carrey schafft es sehr gut, diesen merkwürdigen Menschen zum Leben zu erwecken. Wer ihn in Vergißmeinnicht gesehen hat, weiß ja, daß man Carrey längst als ernsthaften Schauspieler auf der Rechnung haben muß und hier liefert er seine vielleicht beste Leistung bisher. Ich kann eigentlich gar nicht viel mehr über den Inhalt des Films (und Kaufmans Leben) sagen, da es am besten ist, wenn man sich vom Plot, der auch die ein oder andere Überraschung bereithält, mitreißen läßt, ohne vorher zuviel zu wissen. Eine sehr gut recherchierte Biographie, der man die Liebe, mit der sie produziert wurde, ansieht. Sehr sehenswert und zu unrecht ohne Oscar für Jim Carrey.
Ultimate Super Villain Team-Up (amazon)
Ich hatte das schon länger auf meinem To-Read-Stapel, konnte mich aber nach dem Lesen der ersten paar Geschichten nicht zum Weiterlesen aufraffen. Doch glücklicherweise gab es dann diese Rezension auf Ninth Art, die mir erklärte, daß nur die ersten paar Geschichten so träge sind. Und wirklich, sobald die Sammlung die tatsächliche Super Villain Team-Up-Serie erreicht, steigt die Qualität deutlich an und wird den Erwartungen gerecht, die man an eine Serie mit dem Titelcharakter Doctor Doom hat. Nicht umsonst ist der latverianische Monarch einer meiner liebsten Bösewichte. Und nach dem Lesen dieser Sammlung seiner (mehr oder minder) Solo-Auftritte freue ich mich nur umso mehr auf die in der genannten Ninth Art-Rezi angekündigte Doctor-Doom-Mini-Serie von Ed Brubaker.
Projekt: Machtwechsel (imdb / arte info)
Ein Fernsehfilm mit dokumentarisch angehauchtem Hintergrund. Der BBC-Zweiteiler verfolgt einige engagierte Studenten, die Anfang der Neunziger der Labour-Partei beitreten, und folgt ihnen dann bis zum Wahlsieg und durch die ersten Regierungsjahre. Die Botschaft ist ein simples "power corrupts", wir sehen, wie all die Idealisten nach und nach der Realpolitik zum Opfer fallen. Aber das ganze ist irgendwie sehr nett gemacht und trotz der recht unzweideutigen Botschaft recht sehenswert. Mir hat es jedenfalls so gut gefallen, daß ich schon nachgeschaut habe, ob es eine DVD dazu gibt (leider erfolglos).
Walt Disney Kostbarkeiten: Donald im Wandel der Zeit (amazon)
Beinahe 5 Stunden Filmmaterial auf zwei DVDs. Und das ganze für nur 10 Euro. Ein einmaliges Schnäppchen. Und allein das reichhaltige Bonusmaterial wäre das Geld schon wert gewesen. Und die klassischen Donald Duck-Cartoons sind natürlich auch, nicht nur aus Nostalgiegründen, wundervoll. Der einzige Nachteil ist vielleicht, daß man nicht das gesamte Bonusmaterial in einem Rutsch abspielen kann. Stattdessen ist jeder einzelne der doch oft recht kurzen Info-Schnipsel einem bestimmten Film oder einem bestimmten Galeriebild zugeordnet und auch nur dort abzuspielen. Trotzdem eine tolle Sammlung. Und da nur die Jahre 1934-1941 abgedeckt sind, kann man schon mal leise auf eine weitere Sammlung des späteren Materials hoffen. Ähnliche Sammlungen gibt es übrigens bereits für Micky Maus und die Silly Symphonies.
Bad Company (imdb)
Ein Geheimagent wird im Einsatz erschossen und sein bisher völlig ahnungsloser Zwillingsbruder soll seine Stelle einnehmen. Eine solide, erprobte Grundidee, eine ordentliche Bedrohung (Atombombe in amerikanischer Großstadt) und gute Performance von Chris Rock als Geheimagent wider Willen und Anthony Hopkins als sein weiser Mentor. Da konnte man nicht viel falsch machen und das hat man auch nicht getan. Solider Actionfilm.
Schnappt Shorty (imdb)
Auch nachdem ich den Film jetzt (noch mal?) gesehen habe, konnte ich mich an nichts erinnern. Also wollte ich ihn wohl nur schon immer mal sehen, habe ihn aber immer verpaßt. Jetzt habe ich diese Bildungslücke endlich geschlossen. Der Film ist ähnlich cool, hat zusätzlich noch den ein oder anderen Running Gag und Verbindungen zum Sequel Be Cool. Dafür sind die Charaktere nicht ganz so schräg. Auf jeden Fall recht sehenswert.
Brother (imdb)
Ein Mann wird aus seiner Heimat verstoßen, kommt nach L.A. und baut hier ein floriendes Verbrechensimperium auf. Eigentlich also ein Mafiafilm, mit dem Twist, daß besagte Heimat Japan heißt. Der Film ist sehr intensiv und konsequent und man kann schön sehen, daß die Yakuza eben doch etwas anders funktioniert als die klassisch-europäische Mafia. Sehenswert.
2LDK (imdb)
Ein Teil des Duel-Projects, in dem zwei Regisseure eine Geschichte verfilmen wollten, die sich im wesentlichen um zwei Personen dreht, die in einem Raum einen Zweikampf austragen. In diesem Beitrag sind die beiden Personen zwei Schauspielerinnen, die zusammen leben, sich aber eigentlich nicht ausstehen können. Eine kleine Meinungsverschiedenheit eskaliert auf fast schon surrealistische Weise und eh man sich versieht fließt Blut. Das Motto "Zickenterror" kommt zwar recht gut rüber, aber trotzdem muß der Zuseher (zumindest der mitteleuropäische) des öfteren stutzen. Auf welch seltsamen Motiven, die Handlungen der Charaktere begründet sind, wird oftmals nicht richtig klar. Wenn man darüber hinweg sehen kann, ist der Film aber trotzdem recht unterhaltsam. Man weiß nur nicht, was das alles eigentlich soll.
Aragami (imdb)
Der andere Teil des Duel-Projects. Dieser kommt eher als ein Märchen daher, denn schließlich geht es um eine geweissagte Auseinandersetzung zwischen einem Gott und seinem auserwählten Gegner. Der Kampf ist hier also sehr viel konventioneller als in 2LDK und wird größtenteils mit Schwertern ausgefochten. Daß ich trotzdem keinen rechten Zugang bekommen habe, schiebe ich auf die Tatsache, daß die japanische Kultur und Mentalität mir generell einfach nicht zu liegen scheint. Schließlich bin ich auch bei umjubelten Mangas wie Lone Wolf and Cub nicht über die ersten zwei Kapitel hinausgekommen. Für jemanden, der dieses Problem nicht hat, ist dieser Film sicherlich zu empfehlen.
Hergé - Tim und Struppi: Tim in Amerika (amazon)
Das waren noch Zeiten. In den Vierzigern hatte man von decompressed storytelling (mit dieser Entschuldigung werden in Amerika gerade Zwei-Ausgaben-Geschichten auf 6 Ausgaben ausgewalzt) noch nichts gehört und so stolpert der heldenhafte Reporter Tim auf seiner Reise durch Amerika durch mehrere kleine Geschichten, die aber alle durch eine Gemeinsamkeit zusammengehalten werden. Tim verfolgt nämlich einen gefährlichen Chicagoer Gangsterboss quer durch Amerika, natürlich auch durch Indianergebiet. Die Charaktere sind nicht besonders vielschichtig, aber dafür bekommt man hier eine erstklassige Abenteuergeschichte mit Hergés berühmten Ligne-claire-Zeichnungen geliefert. Besonders schön fand ich eine Szene, in der Tim nach einem Autounfall tatsächlich für einige Zeit ins Krankenhaus muß - ein Realismus, den man in dieser Art von franko-belgischen Comics zumeist vergeblich sucht.
Citizen Kane (imdb)
Ein echter Klassiker und endlich habe ich die TV-Ausstrahlung mal nicht verpaßt. Ich vermute mal, alles, was hierzu zu sagen war, hat bereits jemand gesagt. Ich mochte besonders die Struktur des Films als viele kürzere Erzählungen von verschiedenen Interviewpartnern, die sich alle auf verschiedene Abschnitte von Kanes Leben konzentrierten. Fazit: Sollte man gesehen haben, auch wenn das überraschende Ende für die meisten Menschen inzwischen ebenso wenig überraschend ist, wie das Geheimnis, das Darth Vader Luke Skywalker in Das Imperium schlägt zurück mitteilt.
Ghost World (imdb)
Ein grandioser Film über ganz gewöhnliche Charaktere. Die Hauptrolle spielt die aus American Beauty bekannte Thora Birch. Dem Film und besonders der Hauptdarstellerin gelingt es, niemals zu langweilen, obwohl eigentlich recht wenig passiert. Besonders gut hat mir das Ende gefallen, soviel kann man verraten, ohne etwas zu spoilen, da es keine richtige Überraschung ist, nur ungewöhnlich. Davon ausgehend, daß dies eine recht treue Verfilmung ist, muß ich nun dringend mal losgehen, und etwas von Daniel Clowes lesen, der die Comic-Vorlage hierzu geliefert hat.
15 Minuten (imdb)
Vermutlich ist der Film als Medienkritik angedacht. Genauer, als Kritik an der medialen Rücksichtslosigkeit, denn die beiden handlungstragenden Gangster haben vor, all ihre Verbrechen zu filmen und mit den Aufnahmen ein Vermögen zu machen. Sie planen, bei der Verhandlung für geisteskrank erklärt zu werden, da nur ein Verrückter seine eigenen Verbrechen filmen würde, und so dem Gefängnis zu entgehen. Was nach einer ganz interessanten Idee klingt, ist hier leider nicht besonders spannend umgesetzt, so daß der Film nur im Mittelmaß endet. Schade eigentlich.
The opposite of sex (imdb)
Platt, wenig neue Ideen und eine nervige Voice-over-Person, die sich für besonders cool hält. Fazit: Es gibt eigentlich keinen Grund, diesen Film zu sehen.
Neil Gaiman's Neverwhere (imdb)
Endlich bekomme ich die legendäre von Gaiman geschriebene BBC-Serie zu sehen. Region-Code-freier DVD sei Dank. Es ist natürlich, wie alles von Gaiman, sehr sehenswert, aber ein paar Sachen haben mich dennoch etwas gestört. 1) Für den nicht so erfahrenen Englischhörer gibt es leider keinerlei Untertitel, so daß man manchmal schon sehr genau hinhören muß. 2) Alle Szenen in London Below, und damit mindestens 90 Prozent des Materials, sind für meinen Geschmack etwas zu düster ausgeleuchtet. Ich vermute, das hat etwas damit zu tun, was Neil Gaiman im Audiokommentar anspricht, daß nämlich die Serie ursprünglich wie ein Film gedreht werden sollte, aber dann doch nur Video-Equipment zum Einsatz kam, die Ausleuchtung aber nicht auf das neue Material abgestimmt wurde. 3) Das für mich größte Problem ist eigentlich eine Überraschung. Im Vorwort zum Neverwhere-Roman schreibt Gaiman, daß er den Roman vor allem deshalb geschrieben hat, weil viele seiner Ideen in der Serie nicht verwirklicht werden konnten, oder zumindest nicht so, wie er es gern gehabt hätte. Trotzdem sind Serie und Roman sehr, sehr nah beieinander, so daß ich immer schon im Voraus wußte, was geschehen würde. Das ist aber natürlich eigentlich nicht der Serie anzulasten. Den Rechteinhabern ist allerdings anzulasten, daß die DVD nicht auf dem europäischen, sondern nur auf dem amerikanischen Markt veröffentlicht wurde. Aber das ist ja mittlerweile zum Glück nicht mehr ein so großes Hindernis. Also lauft und kauft!
Berserker - Krieger der Hölle (imdb)
Das Konzept: Highlander mit Wikingern. Die Ausführung: ziemlich übel. Hier wird kein Klischee ausgelassen. Und selbst die leise Hoffnung auf ordentliche Splatterszenen ob der Ab-18-Altersfreigabe wird größtenteils enttäuscht. Die einzigen beiden Szenen, die für diese FSK-Freigabe relevant sein dürften addieren sich zu weniger als einer Minute Spielzeit. Meine Empfehlung: Meiden.
Superman vs. The Flash (amazon)
Wer ist eigentlich wirklich der schnellste Mann der Welt? Über die Jahrzehnte hinweg haben verschiedene Autoren versucht, diese Frage zu beantworten. Und all diese Geschichten sind hier nun endlich in einem Band versammelt. Mir gefallen alle diese Geschichten. Einige sind zwar deutlich interessanter gestaltet als andere, aber alle sind lesenswert. Besonders schön finde ich, daß die meisten Storys aus dem Silver Age sind, als beide Helden noch lächerlich übermächtig waren. Zitat: "Da ihr beide die Erde in einer Sekunde mehrfach umrunden könnt..." Herrlich!
Das Privatleben des Sherlock Holmes (imdb)
Ich kann nicht nachvollziehen, wie dieser Titel zustande gekommen ist. Zudem hat das erste Drittel des Films, in dem Holmes einer russischen Ballerina ein Kind zeugen soll und sich als schwul ausgibt, um dem Angebot zu entgehen, praktisch gar keine Verbindung zum Rest. Dieser Rest kommt recht klassisch daher. Ein verschwundener Ehemann, das Monster von Loch Ness und Sherlocks Bruder Mycroft sind die wichtigsten Mitspieler. Trotzdem hat mich der Film nicht besonders beeindruckt. Der Holmes-Darsteller entspricht auch nicht so ganz dem sehr stark vorgefertigten Bild, das ich von diesem Charakter habe. Fazit: Sehr mittelmäßig. Morgen habe ich vermutlich schon wieder vergessen, daß ich diesen Film jemals sah.
Jack the Ripper lebt (imdb)
Sehr einfallsloser Ripper-Film, der überraschend viele Einzelheiten mit Alan Moores meisterhaftem From Hell-Comic gemeinsam hat, allerdings zu keiner Zeit auch nur annähernd dessen Klasse erreicht. Besonders gestört habe ich mich an der weiblichen Hauptperson, die dem ganzen vermutlich einen feministisch-fortschrittlichen Anstrich geben soll, aber zumeist nur nervt. Aus irgendeinem Grund (den ich bis zum Schluß nicht benennen konnte) war mir die Schauspielerin auch von Beginn an unsympathisch, wodurch der Film eigentlich von Beginn an schlechte Chancen hatte, mir zu gefallen.
Der Hund von Baskerville (imdb)
Eine sehr schöne Version der klassischen Sherlock-Holmes-Gruselgeschichte um einen Höllenhund und das verfluchte Geschlecht der Baskervilles. Die Hammer-Studios fahren hier ihre größten Stars Peter Cushing (als Holmes) und Christopher Lee (als Sir Henry Baskerville) auf und unterlegen auch viele Szenen sehr gekonnt mit Musik. Nach all den Holmes-Verfilmungen der letzten Zeit ist es außerdem sehr angenehm, endlich mal wieder einen Meisterdetektiv zu erleben, der weder gegen die Nazis kämpft noch hoffnungslos kokainsüchtig ist. Das ist Sherlock Holmes wie er sein soll.
Heute mit
Mawil - Die Band (amazon)
Wir können ja Freunde bleiben vom gleichen Autoren hat mich sehr begeistern können. Die Band hat einen ähnlichen Stil, eine typisch deutsche Jugend wird sehr realistisch dargestellt, bzw. ein Ausschnitt daraus. Wo es in Wir können ja Freunde bleiben um das Thema überhaupt, die Liebe, ging, werden hier die Ups und Downs einer Band geschildert. Das Ganze wirkt auch wieder sehr autobiographisch (ob es das wirklich ist, weiß man natürlich nie so genau), ist aber, zumindest für mich, nicht so relevant und damit auch nicht ganz so mitreißend wie Mawils erster großer Erfolg. Trotzdem eine nette Sache, besonders für Musiker, die hier sicherlich die ein oder andere Parallele zu ihrem eigenen Leben entdecken können.
Hans Magnus Enzensberger - Deutschland, Deutschland unter anderm (amazon)
Enzensberger ist einer der Vorzeigeintellektuellen Deutschlands, d.h. er ist einer derjenigen "schlauen Leute", bei denen man (also zumindest ich) nicht so genau sagen kann, was sie eigentlich machen. Ist er Journalist? Autor? Poet? Daher habe ich nun die Gelegenheit ergriffen, mal etwas von ihm zu lesen. Besonders interessant ist gerade diese Essay-Sammlung dadurch, daß sie fast 40 Jahre alt ist und die meisten Gedankengänge daher für jemanden meiner Generation nur noch schwer nachvollziehbar sind. Wie bei vielen Sammlungen ist es auch hier so, daß das Material nicht auf gleichbleibendem Niveau ist. Einige Aufsätze sind besser, andere schlechter. Mich hat jedoch vor allem gestört, daß Enzensberger sehr oft den Intellektuellen heraushängen läßt. In vielen Texten kann man die Verachtung gegenüber weniger gebildeten Menschen spüren, auch wenn er natürlich nicht so dumm ist, das explizit zu sagen. Fazit: Mir eindeutig zu arrogant, das kann man auch besser.
Kein Koks für Sherlock Holmes (imdb)
Sherlock Holmes' Kokainabhängigkeit wird immer schlimmer. Dr. Watson beschließt daher seinen Freund beim berühmten Siegmund Freud in Behandlung zu geben. Zuerst scheint dieser Film ein sehr atypischer Holmes-Streifen, da es im wesentlichen darum geht, wie es dem Meisterdetektiv gelingt, seine Sucht zu bekämpfen (es gibt z.B. auch Fieberträume). Aber schließlich kommt es doch noch dazu, daß er während er noch in Behandlung ist, quasi nebenbei einen Fall löst. Der Film ist wie gesagt sehr atypisch und deswegen bin ich auch nicht so richtig damit warm geworden. Auch wenn die zweite Hälfte fast schon klassisch ist, hat mich die erste zu sehr gestört. Irgendwie eher zwei Filme als einer.
Die tollsten Geschichten von Donald Duck. Spezial # 5: William Van Horn
Van Horn gehört zu den großen alten Männern, was das Zeichnen von Enten angeht. Und wie man an dieser Zusammenstellung sehen kann, hat er diesen Ruf auch verdient. Im Gegensatz zu Leuten wie Don Rosa macht Van Horn viele 10-Seiter und kaum lange Abenteuergeschichten. Diese kürzeren Gag-Geschichten sind aber bei ihm dafür auch sehr gelungen. (Diese Reihe geht wohl als Zeitschrift durch, auch wenn das Trade-Paperback-Format anderes nahelegt. Jedenfalls habe ich keine Online-Bezugsmöglichkeit gefunden, die ich hier verlinken könnte.)
Die Bluthochzeit (imdb)
Recht unterhaltsam, aber auch nicht mehr. Besonders enttäuschend war das Ende für mich und meine Erwartungen bestätigten sich, als ich den passenden Artikel in der aktuellen Comixene las. Der zugrundeliegende Comic hatte ein völlig anderes Ende gewählt. Das sieht man dem Film auch irgendwie an, da das Ende, welches man im Comic vermutlich findet (ich habe ihn (noch) nicht gelesen), sich auch im Film die ganze Zeit über ankündigt. Nur daß die Filmemacher dann vermutlich ein anderes Ende für mainstreamtauglicher gehalten haben. Schade eigentlich. Auch schade war, daß sich mal wieder ein Haufen Leute ins Kino verirrt hatten, die einfach alles lustig finden und nicht an sich halten können, das auch so richtig rauszulassen. Können diese Freaks sich nicht auf den Besuch der Überraschungspremiere beschränken?
Sherlock Holmes - Die Perle der Borgia (imdb)
40er Holmes. Typisch. Besonders schön der Running Gag, wie Watson die Perle immer wieder in seinem Mund versteckt.
Enki Bilal - The Nikopol Trilogy (amazon)
Ein Klassiker. Und da die englische Version gerade so schön greifbar war, las ich halt diese. Es ist politische Science Fiction, zumindest der erste Teil der Trilogie, in der mal wieder ein böser Diktator die Kontrolle übernommen hat, diesmal über Paris. Doch während er noch mit einer Gruppe Außerirdischer um Unsterblichkeit verhandelt, tut sich ein abtrünniges Alien mit einem nach Jahrzehnten aus dem tiefgefrorenen Weltraumexil zurückgekehrten Astronauten zusammen (d.h. es übernimmt seinen Körper) und versucht den Diktator zu stürzen. Diese Prämisse gibt eigentlich einen ganz guten Eindruck, wohin die Reise geht. Ich fand besonders die politische Dimension sehr interessant. Umso bedauerlicher fand ich es, daß dieser Aspekt in Teil zwei und drei kaum bis gar nicht mehr auftritt. Es ist aber auf jeden Fall lesenswert. Insbesondere der erste Teil Wenn man den also einzeln für einen deutlich niedrigeren Preis bekommen kann, sollte man auf jeden Fall zuschlagen. Er ist glücklicherweise in sich abgeschlossen. Außerdem gibt es seit kurzem eine Filmversion, die gegen Ende des Monats auch in der Dortmunder Camera läuft.
Der falsche Mann (imdb)
Da soll noch einer behaupten, es gebe keine guten Kafka-Verfilmungen. (Disclaimer: Ich habe keine Ahnung, ob das überhaupt jemand behauptet. Das ist auch irrelevant.) Dies ist zwar keine, aber genauso stelle ich mir eine Verfilmung von Der Prozeß vor. Beängstigend, mit der Einsamkeit und Hilflosigkeit der Hauptfigur spielend, und natürlich schwarz-weiß. Und das beste: Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit. Leider verschwindet diese kafkaeske Stimmung ab der Mitte des Films, da der Protagonist aktiv gegen seine Anschuldigungen vorzugehen beginnt. Trotzdem sehr interessant.
Be Cool (imdb)
Die Fortsetzung zu Schnappt Shorty, den ich zwar irgendwann mal gesehen habe, an den ich mich aber inzwischen nicht mehr erinnern kann. Chili Palmer hat die Nase voll vom Filmgeschäft und beschließt stattdessen, eine begnadete Sängerin, die er zufällig trifft, zu promoten. Der Film ist sehr unterhaltsam hat aber auch die ein oder andere Länge. Der größte Pluspunkt sind sicher die skurillen Charaktere. Harvey Keitel als cooler Gangsterboss mit seinem Untergebenen Vince Vaughn als Möchtegernschwarzem. Außerdem eine Gruppe von Gangsterrappern/Produzenten (mit dabei Outcasts André 3000) und als Krönung "The Rock" als schwuler Bodyguard mit Star-Ambitionen. Auf jeden Fall sehenswertes Pocornkino.
Wir sind Helden - Von hier an blind (amazon)
Die Reklamation habe ich in Albenform erst zu Gehör bekommen, als die Helden schon zahllose Singles ausgekoppelt hatten. Diesen Gewöhnungsvorteil hat das neue Wir sind Helden-Album bei mir nicht. Und wie erwartet tue ich mich auch etwas schwer damit, es spontan gut zu finden. [Da ich die Rezis immer noch nicht so rasend schreibe und poste, wie geplant, habe ich das Album inzwischen schon häufiger gehört und genau wie Die Reklamation wird es mir mit jedem Hören immer sympathischer.] Auf den ersten "Blick" ist Von hier an blind etwas ruhiger als die Reklamation, es sind nur wenige auf Anhieb eingängige Lieder dabei, die einen sofort mitreißen. Spontanes Lieblingslied ist daher das eponyme Von hier an blind dicht gefolgt von der gelungenen Single (mit einem der bezauberndsten Videos seit langem) Gekommen um zu bleiben. Bezaubernd ist auch das Booklet, das sich ganz der Ligne claire verschrieben hat. Dementsprechend fand Von hier an blind auch Erwähnung in der aktuellen Comixene. Und erst da erfahre ich, daß Helden-Sängerin Judith Holofernes ein großer Comic-Fan ist. Das macht sie natürlich endgültig zur absoluten Traumfrau. *seufz*
Angst über Amerika (imdb)
Ziemlich aktueller TV-Film über Terroristen, die ein amerikanisches Kernkraftwerk besetzen und damit das ganze Land in Panik versetzen. Auf den Seiten der imdb wird der Film oft mit der Serie 24 verglichen und da ist auch was Wahres dran. Aber dieser Film hat nicht das Echtzeit-Gimmick der Serie und kann auch keine besondere Botschaft vorweisen, die diesem Thema sicher gut zu Gesicht gestanden hätte. Nimmt man noch die alberne Technik hinzu, daß das Bild in unregelmäßigen Abständen körnig wird (vermutlich um die Sicherheitskameras auf dem Gelände zu imitieren, was aber leider nur manchmal zu den Szenen paßt), ist der Film nicht wirklich zu empfehlen.
101 Reykjavik (imdb)
"Ich hab Erfahrung in solchen Dingen: zwischenmenschliche Beziehungen und weinende Frauen." Dieser Satz des Protagonisten sagt schon recht gut aus, worum es in diesem Film geht. Mehr bleibt mir auch nicht zu sagen, außer, daß das Ende irgendwie sehr unpassend wirkte. Wenn der Film einige Minuten vorher geendet hätte, hätte das meiner Meinung nach besser gepaßt.
Alan Moore/Gene Ha - Top 10 Buch 1 (amazon)
Neopolis - eine ganze Stadt voller Superwesen. Moore und Ha beschreiben in Top 10, wie es in so einer Stadt auf einem Polizeirevier zugeht. Eine sehr interessante Mischung aus traditionellen Cop-Shows wie NYPD Blue und Superheldencomics. Sehr lesenswert und endlich ist die Serie auf Deutsch nicht mehr einzig im Bundle mit den anderen ABC-Serien zu haben. Speed hat den zweiten und letzten Band für Juni dieses Jahres angekündigt. So wie ich Speed kenne, würde ich das allerdings noch nicht fest einplanen.
Scott McCloud/Aluir Almancio - Superman: Strength (Comicexpress)
Ich kenne McCloud nur durch seine beeindruckenden Sekundärwerke Understanding Comics und Reinventing Comics, und auch wenn er in letzterem behauptet, daß er jahrelang hauptsächlich Superhelden-Comics gemacht hat, ist dies doch der erste, den ich davon sehe. McCloud und Almancio liefern eine solide bis gute Superman-Story ab und lassen damit den ganzen anderen Müll, den DC momentan um den ersten Superhelden der Welt veröffentlicht, meilenweit hinter sich. Wer endlich mal wieder einen unterhaltsamen Superman-Comic lesen will, ist hier genau richtig. Ob das den unangenehm hohen Preis wert ist (dafür sind die drei Bände auch werbefrei und Softcover und keine Hefte), muß jeder mit sich selbst ausmachen.
Scott McCloud - Reinventing Comics (amazon)
Der Nachfolger zum Standardwerk Understanding Comics. Wo McCloud in Understanding sehr ausführlich erklärt, was Comics überhaupt sind, zeigt er hier auf, vor welchen Problemen der nordamerikanische Comic(markt) momentan steht und wohin die Reise seiner Meinung nach gehen sollte. Beinahe die Hälfte des knapp 250 Seiten dicken Bandes dreht sich darum, wie der Beginn des Computerzeitalters und der Aufstieg des Internet das Kreieren und den Verkauf von Comics beeinflussen und in Zukunft noch beeinflussen werden. Vielleicht ein wenig zu viel, da zu einem großen Teil nicht comic-spezifisch. Die Erfindung des Internet zu erklären gehört dem Anspruch nach nicht in dieses Buch. Trotzdem ein sehr wichtiges und visionäres Stück Sekundärliteratur, das dem Durchschnittsleser hilft, sich klar zu machen, an welchem Punkt sich Comics befinden. Schade nur, daß McCloud hier nur von nordamerikanischen Comics spricht. Ein Vergleich mit den sehr viel weiter entwickelten Formen in Europa und Japan wäre sicherlich auch sehr interessant gewesen.
Die heutige rasende Rezi kommt diesmal direkt im Anschluß an den Kinobesuch. Zum einen auf Wunsch eines Lesers, zum anderen, weil ich es mir von der Seele schreiben mußte.
Wir erinnern uns alle an den ersten Teil von The Ring, richtig? Es war zwar ein Remake eines japanischen Originals, aber für den hiesigen Markt war der Film sehr originell, bot einige interessante Wendungen und war die meiste Zeit über richtig gruselig ohne sich nur auf billige Schockeffekte zu verlassen. Okay, die Fortsetzung bietet nichts von alledem. Vielmehr erfüllt sie die goldene Regel, die wir alle aus Scream 2 kennen: Der zweite Teil ist immer schlechter als der erste. Und diesmal sogar sehr deutlich. Inhaltlich setzt Ring 2 direkt an den ersten Teil an, das heißt die Überlebenden aus Teil 1 sind hier die Hauptpersonen. Thematisch kommt er aber ganz anders daher. Keine Videobänder mehr, keine mysteriösen Hintergründe, keine überraschenden Wendungen. Stattdessen ist nur ein übernatürlicher Thriller dabei herausgekommen, in dem es in erster Linie auch nicht um das Übernatürliche geht, sondern um die Liebe zwischen einer Mutter und ihrem Sohn, die, wir wissen es alle, stärker ist als alle Widrigkeiten. Der erste Teil hat einen vor Angst an den Kinositz gepresst, diese Fortsetzung ist eher zum Davonlaufen.
Und dafür gleich wahnsinnig viele. Hoffentlich entzerrt sich das in Zukunft etwas.
Signs (imdb)
Vielleicht war ich nicht in der richtigen Stimmung, aber dieser Film hatte mir viel zu viel Atmosphäre und viel zu wenig Plot. Sehr enttäuschend.
Polt muß weinen (imdb)
Da soll noch einer sagen, nur die Skandinavier können psychologische Krimis produzieren. Dies hier ist zwar kein Buch, kann aber trotzdem problemlos mit Mankell und Co. mithalten. Was bedeutet, daß es mir nicht gefällt, aber ich sehe ein, daß ich mit meinem plotfixierten Geschmack wohl in der Minderheit bin.
Hitch - Der Date-Doktor (imdb)
Überraschend unterhaltsam. Die Befürchtung, daß man alle guten Gags bereits in der Vorschau gesehen hatte, erfüllte sich Gott sei Dank nicht. Eine gut gemachte doppelte Romantic Comedy (weil am Ende zwei Paare dabei herauskommen), die man sich ruhig ansehen kann.
Bruderschaft des Todes (imdb)
Abzüge in der B-Note für den fast schon unangenehm reißerischen deutschen Titel. Das Original "Nadie conoce a nadie" (Keiner kennt keinen) ist da mal wieder wesentlich subtiler. Ansonsten aber ein schöner Thriller, und noch dazu aus Spanien, einem Land, das ich cineastisch bis jetzt gar nicht auf der Karte hatte (vor allem nachdem mir Sprich mit ihr (hable con ella) so unsympathisch war). Sehr erfreulich.
Showtime (imdb)
Ganz spaßiger Buddy-Movie, der versucht, ein Meta-Buddy-Movie zu sein. So ganz gelingt das meiner Meinung nach nicht, aber auch der Versuch ist ganz nett anzuschauen.
Volker Pispers - Bis neulich... Live in Berlin 2004 (amazon)
Ich muß gestehen, daß sich meine Kenntnisse des politischen Kabaretts eigentlich schon mit dem Scheibenwischer erschöpfen. Diese DVD zeigt, was mir da all die Zeit entgangen ist. Pispers ist ein guter Beobachter der mannigfaltigen Mißstände in Deutschland und er schafft es auf geradezu geniale Weise, diese pointiert vorzutragen. Eine extrem lustige Angelegenheit, bei der einem so manches Mal das Lachen auch im Halse stecken bleibt. Denn die beschriebenen Zustände sind ja durchaus real und oft auch sehr beängstigend. Fazit: Muß man eigentlich gesehen haben, danach kann einen auch das Zeitungslesen nicht mehr schocken.
Angel - Complete Season Five (amazon)
Die leider letzte Staffel der zweiten Serie des genialen Buffy-Erfinders Joss Whedon. Und hier laufen Whedon, seine Mit-Autoren und die Darsteller noch einmal zur Höchstform auf. Durch das Hinzufügen eines der beliebtesten Charaktere aus dem Buffy-Universum (dessen Name hier aus Spoilergründen nicht genannt wird) zur Stammbesetzung und ebenso durch das veränderte Setup, das aus der Übernahme von Wolfram und Hart durch die Angel-Crew resultiert, gewinnt die Serie eine ganz neue Dynamik. Und ein neues Motiv: Power corrupts. Im Gegensatz zur vierten Staffel gibt es auch wieder vermehrt Einzelepisoden, was der Serie als ganzes sehr gut tut. Und mir fallen auch jetzt nach einigen Wochen noch problemlos 4 Episoden ein, die auf jeden Fall als herausragend zu bezeichnen sind. Lineage ist ein sehr interessantes Wesley-Solo, You're Welcome und A Hole in the World sind beide Teile des Metaplots dieser Staffel und ebenfalls beide voller emotionaler Momente. Und schließlich ist da mit Smile Time noch eine weitere der Gimmick-Folgen, für die Joss Whedon ja schon bei Buffy hoch gelobt wurde, man denke nur an Once More With Feeling oder Hush zurück. Mit dieser Angel-Staffel hat Whedon wieder einmal bewiesen, daß es doch noch anspruchsvolle Fernsehunterhaltung gibt; oder besser: gab, denn eine sechste Staffel, die alle Beteiligten gern noch gedreht hätten, würde vom Sender nicht mehr in Auftrag gegeben. Ein herber Verlust für die Fernsehlandschaft - mal davon abgesehen, daß man dieser Sendung hierzulande ja nur sehr zaghaft einen Sendeplatz zwischen Promi-Schwachsinn und Klingeltönen einräumt. Ich werde inzwischen Joss Whedon zu seinen nächsten Projekten folgen: der ebenfalls sehr kurzlebigen SF-Serie Firefly, dem dazu passenden Spielfilm Serenity, den Astonishing X-Men Comics und mittelfristig dem Wonder Woman-Film. Trotzdem, Angel wird mir fehlen.
Six Feet Under - Die komplette erste Staffel (amazon)
Diese Serie wird, spätestens seit sie auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird, allerorten hoch gelobt - nicht zuletzt auch von Sarah Kuttner. Da ich den Pilotfilm im Fernsehen gesehen, die weiteren Folgen dann aber nahezu alle verpaßt hatte, habe ich bei einem der vielen Weihnachtsangebote von amazon zugeschlagen. Der Trend geht ja sowieso dazu, Fernsehserien direkt auf DVD anzuschauen. Und ich stellte fest, daß ich zwar objektiv zugeben muß, daß hier sehr viel richtig gemacht wird (differenzierter Umgang mit Homosexualität, viele schräge, und damit interessante Charaktere, besonders schön fand ich die Bestattungswerbung im Pilotfilm), mich das ganze aber subjektiv irgendwie kalt läßt. Nach einigem Nachgrübeln denke ich, daß es daran liegt, daß keiner der Hauptcharaktere so richtig als Sympathieträger taugt. Dazu haben sie alle zu tiefsitzende psychische Probleme, die sie zwar mit der Zeit in den Griff bekommen, aber dann war es für mich schon zu spät. Ich möchte diese Serie wirklich mögen, weil ich das Gefühl habe, daß sie es verdient hat, aber es will mir einfach nicht so recht gelingen. Schade eigentlich.
Mach's nochmal, Maxwell Smart (imdb)
Fernsehfilm zur spaßigen 80er Serie um den schusseligen Control-Agenten. Fängt ganz gut das Flair der Serie ein (soweit ich mich noch daran erinnern kann) und kann mit allen Originalschauspielern aufwarten. Die Tatsache, daß der Film um 3 Uhr nachts lief, deutet allerdings schon dezent auf die fehlende Massentauglichkeit hin.
Das Landhaus der toten Seelen (imdb)
Ein Gruselfilm der zeigt, daß diese Art von Filmen früher noch nicht vornehmlich mit Schockeffekten, sondern stattdessen mit Atmosphäre gearbeitet haben. Besonders gut gefiel mir die zeitgenössisch glückliche Kernfamilie, in der sich alle ganz doll liebhaben.
About Schmidt (imdb)
Wurde damals vielerorts in den höchsten Tönen gelobt. Ich kann das dahingehend verstehen, daß wir es hier nicht mit einem typischen Hollywood-Film zu tun haben, was ja immer schon einen Blick wert ist. Aber das ähnlich gelagerte Sideways (das mir häufig mit den Worten "Kennst Du 'About Schmidt'?" schmackhaft gemacht werden sollte) gefiel mir deutlich besser. "About Schmidt" hat für meinen Geschmack einfach zu wenig Plot. Aber vielleicht ist dafür auch die deutlich andere Situation verantwortlich in der ich die beiden Filme sah - Sideways im Kino, AS auf DVD auf meinem kleinen Fernseher.
The Butterfly Effect (imdb)
Endlich weiß ich, wer dieser Ashton Kutcher ist, um den momentan (oder vielleicht auch schon vor einiger Zeit, so auf der Höhe bin ich ja meistens nicht) so viel Wirbel gemacht wird. "Butterfly-Effect" ist die chaostheoretische Entsprechung zum umgangssprachlichen "kleine Ursache, große Wirkung" und genau darum geht es in diesem Film. Mehr zu verraten würde eigentlich schon einige der sehr schönen Wendungen, die dieser Film nimmt, vorwegnehmen, daher nur ein recht oberflächliches "Find ich gut." Ein intelligenter Film, der für Mainstream-Kino sehr innovative Science Fiction darstellt. Die Verleihversion hatte zwei "alternative" Enden, die sich aber nur minimal vom tatsächlichen Ende unterscheiden. Viel interessanter scheint hingegen der Director's Cut zu sein, dem wohl ein völlig anderes Ende spendiert wurde, daß den Produzenten für die Kinoversion vermutlich zu kontrovers (oder verwirrend) war. Hoffentlich kann ich auch diese Version demnächst mal sehen.
Ladykillers (imdb)
Wie fast alle Filme der Coen-Brüder verbreitet auch dieser ein sehr amerikanisches Flair. Das gelingt hauptsächlich durch das Setting, da die Geschichte in den Südstaaten spielt. Gott sei Dank habe ich diesen Film auf DVD gesehen und konnte so gerade noch rechtzeitig auf die englische Tonspur umschalten. Denn erst hier entfaltet der Film seine ganzen Qualitäten. Der von Tom Hanks verkörperte Professor mit seiner eloquenten Sprache, der außerdem fast niemals zu reden aufhört, kontrastiert so hervorragend mit dem nahezu unverständlichen Südstaatenakzent (glücklicherweise gibt es Untertitel) seiner Vermieterin. Und die eigentliche Story des Films um einen spektakulären Casinoraub gerät ob dieser faszinierenden Kulisse schnell in den Hintergrund, auch wenn sie natürlich dahingehend nützlich ist, daß sie mannigfaltige Möglichkeiten für interessante Unterhaltungen eröffnet. Sehr schön, besonders für den Sprachbegeisterten.
Not A Girl - Crossroads (imdb)
Okay. Dann hatte ich halt nichts besseres zu tun als diesen Film im Fernsehen anzuschauen. Na und? Und für einen Film aus der Kategorie "Ich bin berühmt also gehöre ich auch ins Kino" ist er erstaunlich ansehnlich. Letztlich ist es auch nur einer von vielen Roadmovies, und passend zum Star ist die Motivation ein Gesangswettbewerb. Fazit: Ganz nett.
Million Dollar Baby (imdb)
Oscar-prämierten Filmen stehe ich ja normalerweise skeptisch gegenüber. Aber bei diesem Film habe ich mich dann doch gefreut, daß mein ältester Freund mich mit hinein genommen hat. Nicht nur die Kameraarbeit ist an vielen Stellen sehr sehenswert, auch die Geschichte und die Charaktere wissen zu überzeugen. Ein sehr mitreißender Film, der dem recht abgenutzten Genre "Sportfilm" doch noch einige neue Facetten abzutrotzen versteht. Fazit: Sehr sehenswert.
Die Abenteuer des Sherlock Holmes (imdb)
Endlich mal einer der Basil Rathbone-Filme, der nicht in der Gegenwart des zweiten Weltkriegs spielt, sondern Holmes schön in seinem heimischen viktorianischen Zeitalter beläßt. Und er duelliert sich auf sehr unterhaltsame Weise mit dem "größten Verbrecher aller Zeiten" - Professor Moriarty. Meiner Meinung nach stellt Holmes sich für seine Verhältnisse etwas ungeschickt an, da er auf Moriartys Täuschungsmanöver ziemlich leicht hereinfällt, aber jeder kann ja mal einen schlechten Tag haben.
Der Zauberer von Oz (imdb)
Ein Musical-Klassiker, der immer noch großen Einfluß auf die amerikanische Pop-Kultur hat und den man eigentlich gesehen haben muß, um alle Anspielungen in zahllosen Filmen und Serien zu verstehen. Hier finden sich vielzitierte Klassiker wie "Somewhere over the rainbow", "Ding, dong, the witch is dead", "Follow the Yellow Brick Road" oder "If I only had a brain".
Hall of Fame # 4: Jan Gulbransson
Die Hall of Fame widmet sich diesmal "einem der wenigen deutschen Disney-Zeichner". Und es scheint so, als sei dies der Hauptgrund für den Band. Gulbranssons Geschichten sind meistens nur Durchschnitt; nur ein, zwei von ihnen sind wirklich so gut, daß sie in eine Reihe namens "Hall of Fame" gehören. Nicht lesenswert, vor allem, weil man für dasselbe Geld eine nicht unbeträchtliche Anzahl von DDSH-Ausgaben bekommt, in denen man nicht nur Geschichten von Könnern wie Don Rosa oder Marco Rota findet, sondern zudem auch noch von den seltsamen und zumeist nichtssagenden Kommentaren von Gulbransson verschont bleibt.
Meine rasenden Rezis sind offenbar immer noch nicht kurz genug. Denn nach wie vor schiebe ich das rezensieren tage- und wochenlang vor mir her. Das soll anders werden, weshalb es jetzt auch extrem kurze Rezensionen geben wird. Zu manchen Filmen braucht man einfach nicht mehr zu sagen. Als Beispiel in diesem Beitrag möge die Bourne-Verschwörung dienen. Ich hoffe, daß die Rezis dadurch wieder etwas zeitnaher werden und ich nicht mehr so große Haufen wie diesen auf einmal raushauen muß.
Sideways (imdb)
Jack macht vor seiner Hochzeit noch eine einwöchige Weinreise mit seinem Freund Miles. Doch unterwegs begegnen sie Stephanie und Maya, wobei letztere Miles vielleicht endlich die Möglichkeit bietet, seine Exfrau zu vergessen. Wenn man den Kritiken glauben darf, wird hier gerade das Genre der "Human Comedy" etabliert. Ich muß zugeben, daß mir dieses Genre, wenn Sideways repräsentativ ist, sehr gut gefällt. Es ist eine Art logische Weiterentwicklung der "Romantic Comedies", einem Genre, das sich langsam totgelaufen hat. Speziell in Sideways geht es zwar immer noch um Beziehungen und es ist auch immer noch lustig, aber die Charaktere sind weniger Abziehbilder von Hugh Grant und Julia Roberts, die einen typischen Klischeeplot (sie treffen sich, verlieben sich, streiten sich, versöhnen sich) durchlaufen, sondern wirken sehr viel echter und glaubwürdiger. Der Film ist sehr character-driven, und die Charaktere sind so stark, daß man den Plot auch gar nicht vermißt. Fazit: Zu Recht für einen Oscar nominiert.
M. John Harrison - Light (amazon)
Das Buch erzählt drei Geschichten parallel, und zwar kapitelweise im Wechsel, also 1. Kapitel: Story A, 2. Kapitel: Story B, 3 Kapitel: Story C, 4. Kapitel: Story A. Eine der Geschichten spielt in der Gegenwart und zwei in der Zukunft, wobei mir bis zum Schluß nicht ganz klar war, ob es dieselbe Zukunft war oder ob auch diese Geschichten noch zeitlich auseinander liegen. Ich habe auch bis zum Ende gehofft, daß die Geschichten irgendwie zusammenlaufen und es so einen Sinn ergibt, warum sie gemeinsam dieses Buch bilden. Ganz zum Schluß scheint es dann auch tatsächlich so zu kommen, aber wirklich überzeugt bin ich davon nicht. Wie auch von dem ganzen Buch. Allerdings handelt es sich um einen dieser seltenen Fälle, wo ich mir nicht sicher bin, ob nun das Buch schlecht war, oder ob das Buch nur ein paar Nummern zu schlau für mich war. Ich hatte jedenfalls die ganze Zeit über das Gefühl, daß mir irgendeine unterschwellige tiefere Botschaft entgeht.
Kevin D. Mitnick/William L. Simon - The Art of Deception (amazon)
Overstays its welcome. Die ersten zwei bis fünf Geschichten über Social Engineers sind sehr unterhaltsam und machen einem deutlich bewußt, wie leicht man einem geschickten Betrüger in die Falle gehen kann. Leider reicht Mitnick das nicht und er nutzt die nächsten 150 Seiten um noch ungefähr zwei Millionen weiterer Geschichten zu erzählen, die sich mit der Zeit immer ähnlicher werden. Zum Ende hin kann man schon spätestens ab dem zweiten Satz mitsprechen. Die abschließenden 80 Seiten beinhalten eine Art Ratgeber, wie man sich gegen solche Betrügereien schützen kann. Abgesehen davon, daß man die meisten dieser Regeln mit wenig Mühe aus den vorhergehenden Erzählungen ableiten kann und sie teilweise auch bereits dort schon angerissen werden, stellt dies meiner Meinung nach einen Stilbruch dar. Dem Gelegenheitsleser wie mir geht das am Arsch vorbei. Und für den Sicherheitsmanager sind die ersten paar hundert Seiten mit Anekdoten rausgeschmissenes Geld. Fazit: Zielgruppe verfehlt.
Constantine (imdb)
Guter Durchschnitt mit einigen ziemlich bitteren Hollywood-Klischees. Besonders schlimm (und nicht zum Charakter John Constantine passend) ist die Tatsache, daß der Titelheld am Filmende das Rauchen aufgibt. Vermutlich weil er "seine Lektion gelernt hat". Sonst ist der Film ganz okay, aber ich vermute, daß ich das anders sähe, wenn ich auch nur einen der zugrunde liegenden Hellblazer-Comics gelesen hätte. Zeit, das mal nachzuholen.
Sherlock Holmes: Verhängnisvolle Reise (imdb)
So ähnlich wie alle diese Holmes-Filme aus den 40ern. Nettes Detail am Rande. Laut imdb geht es um eine Formel, die den Nazis nicht in die Hände fallen darf. In der von mir gesehenen Synchronisation klang es eher nach Industriespionage.
Sherlock Holmes: Der Vampir von Whitechapel (imdb)
Deutlich viktorianischer als der Basil Rathbone-Holmes. Aber auch nichts besonderes
Ed Brubaker/Doug Mahnke - Batman: The Man Who Laughs (Comic-Express)
Batmans erstes Aufeinandertreffen mit dem Joker. Hervorragend gescriptet von Ed Brubaker. Mir kommt es nur komisch vor, daß diese Geschichte nicht schon hundert mal zuvor erzählt wurde.
Lustiges Taschenbuch - Enten-Edition # 12: Phantomias - Wie alles begann
Ein Großteil der ersten paar Geschichten um meinen Lieblingssuperhelden ist hier in einem Band versammelt. Eine gute Gelegenheit um seine Phantomias-Sammlung zu komplettieren, ohne dutzende Nicht-Phantomias-Geschichten miterstehen zu müssen. Im Vergleich mit den alten Geschichten wirken die 5 neuen Abenteuer allerdings besonders belanglos. Schade. :-(
Hergé - Tim und Struppi: Tim im Kongo (amazon)
Der mehr oder minder erste Tintin-Comic. An vielen Stellen immer noch herrlich politisch inkorrekt auch wenn die Album-Version knapp zwei Jahrzehnte älter ist als die originale Magazinveröffentlichung. Ein Klassiker!
Jean-Claude Fournier - Spirou und Fantasio: Alles wie verhext (amazon)
Weiterhin unterhaltsam. Und hier findet sich auch erstmals eins dieser sozialen Themen, die in den 70ern mehr und mehr in Fourniers Spirou und Fantasio Einzug hielten. Ein Faktum, das einem schon seit gefühlten 40 Alben auf den redaktionellen Seiten aufgedrängt wird. Diesmal ist das Thema im weitesten Sinne Umweltschutz.
Lemony Snicket - A Series of Unfortunate Events #5: The Austere Academy (amazon)
Die Serie ist nach wie vor von gleichbleibend hoher Qualität. Diesmal werden erste Hinweise auf den Ursprung des mysteriösen Feuers, das aus den Baudelaire-Kindern die Baudelaire-Waisen gemacht hat, und auf die noch viel mysteriösere Vorgeschichte von Lemony Snicket gegeben. Ich freue mich schon auf die nächsten Bände, die bereits alle bei mir im Schrank stehen. Aber zwischendurch brauche ich immer mal wieder eine Pause von all diesen betrüblichen Ereignissen. Das ist sonst zu deprimierend.
Lemony Snickets Rätselhafte Ereignisse (imdb)
Dem Film liegen im wesentlichen die ersten drei Bände der Buchserie zugrunde. Allerdings wurde das Ende des ersten Buchs dort entfernt und ans Ende des ganzen Films gelegt. Außerdem wird das Mysterium um das die Baudelaires zu Waisen machende Feuer im Film gelöst, wohingegen es das zumindest in den ersten 5 Büchern nicht wird. Zum Ende hin wurde zudem die Befürchtung sehr groß, daß man der Verfilmung ein Happy End verpaßt habe. Das ist zum Glück nicht der Fall, trotzdem wirkt es beinahe so. Das betrübliche Ende wirkt mehr wie ein Epilog als wie das tatsächliche Ende. Auch der teils geniale Humor der Buchvorlage hat es nur bedingt auf die Leinwand geschafft. Besonders gelungen ist in dieser Hinsicht der Anfang. Als Fan der Bücher ließ mich der Film jedenfalls mit gemischten Gefühlen zurück.
Boris Koch - Der Tote im Maisfeld (amazon)
Eine dahingehend typische Kurzgeschichtensammlung, daß die Qualität der Geschichten stark schwankt. Es gibt jedoch Hoffnung für weitere Veröffentlichungen von Koch, daß gerade die letzten und damit neuesten zwei Geschichten besonders lesbar und fast völlig klischeefrei sind.
The Grudge (imdb)
Wenn Ihr das amerikanischen The Ring-Remake mochtet, dann mögt Ihr auch diesen Film. Die Atmosphäre ist ähnlich bedrückend und gruselig. Es ist ja auch wieder ein Remake eines erfolgreichen japanischen Films.
Sherlock Holmes: Die Kralle (imdb)
So ähnlich wie alle diese Holmes-Filme aus den 40ern.
Geoff Johns/Alberto Dose - The Flash: Ignition (Comic-Express)
Sehr nett und mit einigen originellen Ideen. Schließt inhaltlich direkt an das letzte deutschsprachige Flash-Paperback mit der Rückkehr von Zoom an. Ich mag, was Johns mit dem schnellsten Mann der Welt macht. Aber irgendwie vermisse ich Barry Allen. Trotzdem empfehlenswert.
Shanghai Knights (imdb)
Eine Fortsetzung, die ähnlich unterhaltsam ist, wie der erste Teil. Und auch sonst sehr ähnlich, nur daß die Handlung diesmal größtenteils in Merry Old England, genauer in London spielt.
Reine Chefsache (imdb)
Belangloser Hollywoodfilm. Vermutlich am ehesten als Komödie zu bezeichnen, auch wenn die Gags recht dünn gesät sind.
Bibi Blocksberg (imdb)
Gelungene Verfilmung der bekannten Hörspielserie. Hat mich deshalb etwas an Scooby Doo erinnert, der ebenfalls den Sprung aus einem anderen Medium in den Realfilm sehr gut überstanden hat. Hier wie dort hat man bewußt eine besonders wichtige Story ausgewählt, damit sie die ganze Spielfilmlänge trägt, was eine normale Folge der zugrunde liegenden Serie sicher nicht getan hätte. Aus diesem Grund (demselben wie bei Scooby Doo) sage ich voraus, daß der zweite Teil weniger gut und sehr gezwungen wirken wird. Etwas überflüssig waren für mich die drei hineingezwungenen Gesangseinlagen. Hätte man sich die gespart, könnte ich jetzt eine vorbehaltlose Empfehlung aussprechen.
Die Bourne-Verschwörung (imdb)
Belanglose Action. Deutlich schwächer als der erste Teil. Die größte Schwäche ist sicherlich der sehr zerfaserte Plot, der bis zum Ende nie richtig Sinn ergibt. Oder einen dazu bringt, daß es einen irgendwie interessiert.
Keine halben Sachen 2 (imdb)
Wieder eine gut gelungene Fortsetzung. Mehr muß man dazu eigentlich nicht sagen,
Der heutige Freitag ist nicht so verrückt wie gewöhnlich. Daher breche ich mit der Tradition der sinnlosen Links. Der verrückte Freitag wird hier in Zukunft nur noch unregelmäßig abgefeiert. Das heißt für Euch, daß es nicht mehr an jedem Freitag ein Abtauchen in die Welten des Netzwahnsinns geben wird, sondern nur noch an manchen. Stattdessen gibt es wieder einen ganzen Schwung von rasenden Rezis.
Die letzten beiden Wochen waren dank mehrerer Kinobesuche, zahlreicher DVDs aus der Videothek und Filme aus meinem "klingt ganz nett, mal für später aufnehmen"-Videokassetten-Stapel wieder ein gefundenes Rezi-Fressen. Here they are:
Kick it like Beckham (imdb)
Die beste britische Komödie seit Bridget Jones. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen, weil ich mich nicht erinnern kann, zwischen den beiden Filmen eine britische Komödie gesehen zu haben. Aber dieser Film gefiel mir ziemlich gut. Es ist eine typische Culture-Clash-Komödie, aber von denen gibt es ja noch nicht so wahnsinnig viele. Und diese ist außerdem handwerklich sehr gut, auch wenn man einmal ein gutes Ende verstreichen läßt, um noch ein weiteres Ende draufzusetzen. Auch die Mischung der Themen Verschiedene Kulturen, Fußball und (natürlich) Liebe/Eifersucht klappt sehr gut, so daß der Film recht kurzweilig daherkommt. Und es gibt Keira Knightley zu sehen, bevor sie eine Piratenbraut wurde.
Vertrauter Feind (imdb)
Ein Film über die IRA, der zum allergrößten Teil in den USA spielt. Ich weiß ja nicht. Trotz Staraufgebot in den Hauptrollen (Harrison Ford und Brad Pitt) wird der Irlandkonflikt nicht besonders überzeugend dargestellt. Die Botschaft, die der Film vermitteln will, erschließt sich mir auch nicht so ganz. Vermutlich geht es darum, daß Gewalt keine Lösung ist. Fazit: Underwhelming.
Murder in the First (imdb)
Eine wahre Geschichte über das schrecklichste Gefängnis der USA - Alcatraz. Trotz des Aufklebers "wahre Geschichte" ist dies ein sehr guter Film, der starke Charaktere zeichnet und diesen konsequent auf ihrem Weg folgt. Sehr empfehlenswert.
Resident Evil: Apocalypse (imdb)
Egal, was Euch andere erzählen: Das ist ein Zombiefilm. Und gar kein schlechter. Das Ungewöhnliche sind zum einen zwei Metawesen, die mit ihren Superkräften den Zombies überlegen sind, aber leider nicht auf derselben Seite stehen. Zum anderen wird hier im Gegensatz zu vielen anderen Zombiefilmen von den Machthabern die logische Konsequenz gezogen und die komplette Stadt, in der die Plage ausbricht, von der Außenwelt abgeriegelt. Da sieht man mal, wie gut man vorbereitet ist, wenn man die Zombies selbst gezüchtet hat. Ein spaßiger Film.
Scooby Doo - Der Film (imdb)
Es ist lange her, daß ich die dem Film zugrundeliegende Zeichentrickserie gesehen habe. Trotzdem erscheint mir dieser Film als eine hervorragende Umsetzung. Er hat jedenfalls über die ganze Laufzeit ein wohliges Nostalgiegefühl in mir erweckt. Die Hauptdarsteller sind optimal gewählt, vielleicht am besten Freddie Prince Jr. als Fred Jones. Außerdem ist der Film schlau genug, und versucht nicht einfach eine besonders aufwendige Episode der Serie zu sein, sondern hier geht es um etwas Großes. Immerhin lösen sich Mystery Inc. kurz nach Beginn des Films bereits auf. Die DVD enthält eine Reihe von Szenen, die aus dem fertigen Film herausgeschnitten wurden - zumeist aus Gründen des Pacings. Und das sieht man dem Endprodukt auch an, es wird nie langweilig und der Film hat eine angemessene Kürze von nicht einmal 90 Minuten. Fazit: Für Scooby-Fans ein Muß, aber auch für viele andere durchaus sehenswert.
Scooby Doo - Die Monster sind los (imdb)
Diese Fortsetzung ist leider nicht so gelungen wie der erste Teil. Hatte ich mir nach dem Sehen des ersten Scooby Doo-Films noch eine ganze Reihe gewünscht, zeigt sich hier deutlich, daß das wohl doch keine so gute Idee wäre. Besonders überraschend ist diese Enttäuschung, wenn man bedenkt, daß praktisch genau dieselben Leute für diese Fortsetzung verantwortlich sind wie für den sehr gelungenen Vorgänger. Trotzdem wirkt dieser Film deutlich langatmiger (obwohl die Spielzeit in etwa dieselbe ist) und phasenweise wird für meinen Geschmack zu viel Gewicht auf Scooby Doo und Shaggy gelegt, so daß die anderen Mitglieder von Mystery Inc. viel zu wenig Spotlighttime erhalten. Dies könnte der Grund für den Qualitätsunterschied sein, den ich mir anders nicht erklären kann. Fazit: Muß man nicht gesehen haben.
Shaun of the Dead (imdb)
Der etwas andere Zombie-Film. Tagline auf dem Poster war: Eine romantische Komödie. Mit Zombies. Ganz so genrefremd ist der Film dann leider doch nicht. Aber die erste halbe Stunde, in der dem Protagonist die beginnende Zombifizierung seiner Mitmenschen gar nicht auffällt, ist absolut genial. Und auch danach ist Shaun of the Dead für die ein oder andere Überraschung gut, besonders am Ende, und gehört damit zu den unkonventionellsten und interessantesten Zombiestreifen, die ich kenne. Sehr sehenswert.
Saw (imdb)
Als der Nachfolger von Sieben gepriesen, so ist dies doch nur ein Durchschnittsthriller geworden. Die Prämisse "Wie weit bist Du bereit zu gehen?", die dem Film zugrunde liegt, hätte sicherlich mehr hergegeben. Aber die beiden Protagonisten - von denen einer den anderen umbringen soll, damit seine Familie überlebt, sind zwar manchmal ein bißchen unfreundlich zueinander, arbeiten aber ansonsten sehr harmonisch zusammen. Auch die Strafverfolgungsbehörden stellen sich wie so oft nicht sonderlich geschickt an. Besonders negativ sind mir außerdem die bei manchen Szenen angewandten extrem hektischen Schnitte aufgefallen, die sicherlich auch für den einen oder anderen epileptischen Anfall gut sind. Das Ende ist überraschend einfallsreich (aber auch nicht ganz glaubhaft) und reißt Saw ein bißchen aus der Mittelmäßigkeit heraus. Das reicht aber nicht, um eine Empfehlung für ihn auszusprechen.
Das Appartment (imdb)
Eine romantische Komödie aus der Zeit als Filme noch schwarz-weiß waren. Die Grundidee finde ich sehr interessant: C.C. Baxter ist Junggeselle und vermietet sein Appartment an Kollegen (zumeist natürlich Vorgesetzte), die nicht mehr Junggesellen sind, und einen Ort brauchen, an den sie ihre Sekretärinnen und ähnliches führen können. Abgesehen von der netten Idee ist der Film aber nichts besonderes und für einen Film aus dieser Zeit überraschend lang, nämlich an die zwei Stunden.
Sherlock Holmes: Skandal in Böhmen (imdb)
Als erstes fällt mir auf, daß der Film laut imdb 120 Minuten lang sein soll. Auf RTL lief er aber nur 100 Minuten inklusive ca. einer Viertelstunde Werbung. Das kann auch PAL-Speedup nicht mehr erklären. Warum zeigt man nicht einfach einen kürzeren Film? Allerdings wirkte der Film nicht gnadenlos geschnitten. Vielleicht sind die Daten der imdb einfach falsch. Wie auch immer, dies ist ein deutlich besserer Sherlock Holmes-Film als der vor einigen Tagen gesendete Die Stimme des Terrors, in dem es der Meisterdetektiv mit den Nazis aufnimmt. Das war so bitter, daß ich es nicht mehr ertragen konnte und auf Charmed umgeschaltet habe. Zurück zu diesem Film Hals über Kopf reisen die beiden nach Böhmen. steht in der Kurzbeschreibung bei tvtv.de. Ich war vielleicht nicht immer ganz aufmerksam als ich den Film sah, aber soweit ich erkennen konnte, spielt der ganze Film in London. Diese These wird gestützt durch den Fakt, daß Holmes immer wieder in sein Heim in der Baker Street zurückkehrt und auch Watson häufiger in seinem liebgewonnenen Gentleman-Club auspannt. Der Titel wirkt dadurch etwas seltsam, auch deshalb, weil der besagte Skandal zwar den ganzen Film über dräut (kompromittierende Fotos des deutschen Thronfolgers sind im Umlauf), aber dennoch nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Trotz alledem ist der Film eine recht gelungene Holmes-Verfilmung, die das typisch viktorianische Flair gut einfängt. Mich persönlich stört zwar das vorherrschende Geheimdienstmilieu, das ich nicht unbedingt mit Sherlock Holmes verbinde, aber für einen ruhigen Sonntag lohnt sich der Film allemal.
Sprich mit ihr (imdb)
Ein verwirrender Film aus Spanien. Ab der zweiten Hälfte wird langsam klar, wer die Hauptpersonen sind und daß es um zwei Männer geht, die sich kennenlernen und anfreunden, weil zufällig jeder von ihnen eine Freundin hat, die im Koma liegt. Leider ist das nicht linear erzählt, so daß man lange im Unklaren darüber bleibt, um wen und worum es überhaupt geht. Mir war außerdem vor allem die erste Hälfte deutlich zu spanisch. Abgesehen von diversen eingestreuten Volksweisen liegt dies vor allem an einer der Frauen, die eine Torera(?) war und von einem Stier ins Koma geschickt wurde. Eine Szene, die den Tierfreund in mir laut "Gib's der dummen Schlampe!" rufen ließ.
Alarm im Weltall (imdb)
Ein ziemlich alter SF-Streifen mit einem Leslie Nielsen, der so jung ist, daß man ihn kaum wiedererkennt. Von der Story her könnte man denken, daß man es mit einer Enterprise-Folge zu tun hat, aus der Classic-Serie natürlich. Der Commander wird sogar zeitweilig von einem Doktor begleitet. Allerdings ist dieser Film deutlich älter als Star Trek, und es wirkt fast so als hätte ich hier eine der Inspirationen, wenn schon nicht für Gene Roddenberry, so doch wenigstens für einige der Drehbuchschreiber, gefunden. Ähnlich wie in manch einer Enterprise-Episode findet man auch hier in einer Kolonie nur einen einzelnen Mann mit seiner Tochter vor, die ein großes Geheimnis verbergen. Fazit: Fast wie Enterprise schauen, nur ohne die bekannten Gesichter und dafür etwas länger.
Sherlock Holmes: Die Geheimwaffe (imdb
Wie das von mir weiter oben bereits niedergemachte "Die Stimme des Terror" gehört dieser Film zu der Sherlock Holmes-Reihe aus den Vierzigern mit Basil Rathbone in der Titelrolle. Er spielt ebenfalls in der Gegenwart, also während des zweiten Weltkriegs. Doch Gott sei Dank tritt dieser Zeitkolorit hier sehr viel eher in den Hintergrund und es dreht sich mehr um ein geistiges Duell zwischen Holmes und seinem Erzfeind Professor Moriarty. Dadurch ist die Geheimwaffe auch im Gegensatz zur Stimme des Terrors durchaus ansehnlich und unterhaltsam. Man kann zwischendurch sogar manchmal vergessen, daß der arme Meisterdetektiv unsanft aus seiner nativen viktorianischen Epoche herausgerissen wurde. Und weil es sich um einen Fernsehfilm handelt ist er auch von angenehmer Kürze - etwa 80 Minuten. Ganz nebenbei: Kann mir vielleicht jemand sagen, warum es plötzlich so eine Welle von Holmes-Filmen im Fernsehen gibt? Das muß doch einen bestimmten Grund haben, oder?
Hier sind also nun die gestern versprochenen rasenden Filmrezensionen. Im Kino habe ich allerdings nur die letzten beiden gesehen, der zweite lief kürzlich im Fernsehen und den ersten habe ich auf einer Silberscheibe von meinem Cousin geliehen. Enjoy!
Wahnsinnig verliebt (imdb)
Ein bezaubernder kleiner Film über eine nicht ganz so bezaubernde Liebesaffäre. Audrey Tautou ist wieder einmal hinreißend. Der Clou des Films ist es jedoch, dieselbe Geschichte einmal aus der Sicht der von ihr gespielten Anglique und einmal aus der Sicht ihres Angebeteten zu erzählen. Sehr schön und wirklich sehenswert.
Crime is King - 3000 Meilen bis Graceland (imdb)
Eine Gang überfällt als Elvisse verkleidet ein Casino. Natürlich gibt es danach Streit, Schüsse fallen und schließlich gibt es ein Wettrennen zwischen dem bösen Obergangster und dem eigentlich ganz lieben Alltagsverbrecher (der natürlich trotzdem zumindest indirekt eine Menge Wachmänner auf dem Gewissen hat). Letzterer muß sich auch noch mit Cybil (mit C) und ihrem Sohn herumschlagen, die er kurz zuvor in einem Diner kennengelernt hat und die sich jetzt an ihn hängen. Ein durchschnittlicher Plot, solide ausgeführt und mit einem beeindruckenden Cast - Kurt Russell als "der Gute", Kevin Costner als "der Böse" und Monica äh Courtney Cox als Cybil, sowie diversen anderen großen Namen, die aber kaum Screentime erhalten. Besonders gut gefiel mir der Soundtrack, der natürlich mit einigen Elvis-Nummern aufwartet, aber auch mit Kid Rock und Uncle Cracker.
Die kalte See (imdb)
Ein isländischer Film, und das beste eine OmU. Als der Hauptcharakter bereits einen Thorn im Namen hatte, war ich bereits überzeugt, daß es eine gute Entscheidung war, den Film anzusehen. Es handelt sich um ein Familiendrama, bei dem die ganze Familie nach Jahren mal wieder zusammenkommt und sich nach und nach all der aufgestaute Haß entlädt. Ein bißchen wie bei 8 Frauen, aber ohne die zuckersüße Umgebung. Stattdessen gibt es hier die düstere, kalte Trostlosigkeit eines kleinen isländischen Fischerdorfs. Heimlicher Star des Films war für mich ein Schafbock, der sich trotz mehrerer Versuche einfach nicht aus dem Dorf vertreiben läßt; dicht gefolgt von einem Teenager, der den einzigen OG im weiten Umkreis darstellt.
Blade Trinity (imdb)
Was soll man schon groß hierüber sagen? Es ist halt ein Blade-Film. Zu meiner Enttäuschung haben die Macher es nicht geschafft, den Coolness-Level noch einmal anzuheben, wie es ihnen ja noch vom ersten zum zweiten Teil gelungen war. Blade ist zwar immer noch cool, aber er bekommt zu wenig Gelegenheiten, das raushängen zu lassen. Zum einen gibt es in Trinity eine ganze Horde von Sidekicks, die versuchen, ihm Spotlight-Time zu stehlen - allen voran Hannibal King, der nicht immer so lustig ist, wie er gern wäre. Zum anderen trifft mal wieder die alte Weisheit zu, daß ein Mann an der Qualität seiner Feinde gemessen wird. Und die sind größtenteils zweit- bis drittklassig - auch wenn dem Wrestlingfan das ganze dadurch versüßt wird, daß Triple H den tumben Hilfsschläger der Obervampirin spielt. Besagte Obervampirin weckt Dracula aus seinem jahrhundertelangen Schlaf, der zwar unverschämt mächtig sein soll, sich aber eher durch Hinterlist auszeichnet. Und das ist einfach nicht so cool, wie es die Oberschurken in den ersten beiden Teilen waren. Fazit: Für Fans des Genres akzeptabel, aber nichts Besonderes.
Es ist lange her, daß ich eine Rezension für Blutiges Gemetzel geschrieben habe. Und meine Idee, die von mir als besonders gelungen empfundenen künstlerischen Werke in Form von Empfehlungslisten in die Seitenleiste dieses Weblogs aufzunehmen, ist scheinbar auch weitestgehend unbeachtet geblieben. Daher werde ich in Zukunft den goldenen Mittelweg beschreiten. [Oder wie mein Deutschlehrer immer zu sagen pflegte: "In der allergrößten Not bringt der Mittelweg den Tod".] Dazu klaue ich schamlos das Konzept von Laura "Tegan" Gjovaag und nenne das Ganze auch noch ähnlich wie sie Rasende Rezis. Das heißt ich versuche ab jetzt, alle Unterhaltungsmedien, bei denen ich mich nicht zu einer vollen Rezension aufraffen kann oder bei denen es für eine solche nicht genügend zu sagen gäbe, an dieser Stelle in einigen wenigen Sätzen zu blitzrezensieren. Ich bin schon gespannt, wie das bei Euch, meinen treuen Lesern, ankommt.
Da ich die Idee schon länger mit mir herumtrage, aber zwischendurch mit dem Relaunch/Neudesign von Blutiges Gemetzel beschäftigt war, sind es diesmal recht viele Mini-Rezis auf einmal. Hoffentlich ist der Brocken auch verdaulich.
Team America: World Police (imdb)
Genauso habe ich mir einen Film der South-Park-Erfinder Trey Parker und Matt Stone vorgestellt. Der Humor ist ganz ähnlich wie in späteren South-Park-Episoden: pointierte, schonungslose Gesellschaftskritik, die auch vor exzessiver Darstellung von Sex und Gewalt nicht zurückschreckt. Aber ab und an wird auch - ebenso wie bei South Park - auf den Ekelfaktor und die typischen Dick-Jokes zurückgegriffen. So gibt es zum Beispiel eine Szene, in der ein Charakter sich übergibt und sich noch einmal übergibt und noch mal und noch mal und... you get the picture. Aber die meisten Gags sind zum Glück intelligenter. In der Eröffnungssequenz jagt das Team beispielsweise einen Terroristen in Paris, setzt extrem großkalibrige Waffen ein und läßt ein Trümmerfeld zurück, in dem von allen wichtigen Sehenswürdigkeiten Paris' (Eiffelturm, Arc de Triomphe) nur noch rauchende Ruinen übrig bleiben. Was ebenfalls auffällt ist die große Anzahl von Liedern, die der Film enthält. Von der Anzahl durchaus mit den Disney-Klassikern vergleichbar, vom Stil natürlich nicht. Sehr eingängig ist zum Beispiel das Titellied.
So close (imdb)
Promotext: Ein finsterer Geschäftsmann heuert zwei High Tech-Killer-Schwestern an, um seinen älteren Bruder umbringen zu lassen. Sein Ziel: die Übernahme des familieneigenen Firmen-Imperiums. Als eine engagierte Polizistin beginnt, die Puzzleteile des Verbrechens zusammenzusetzen, wird dem Unternehmer bewusst, dass er schnellstmöglich alle Spuren beseitigen muss - inklusive der beiden Schwestern und der Polizistin. Jetzt sollten sich die drei Frauen verbünden, denn nun geht es ums nackte Überleben. So wie das klingt, ist der Film auch. Die Actionsequenzen sind teilweise noch lächerlicher over-the-top als bei Blade oder Matrix. So springt eine der Schwestern in einem Kampf an die Zimmerdecke, wo sie mit ihren hohen Absätzen stecken bleibt und von dort bequem alle Gegner erschießen kann. Der Plot ist Genre-Standard. Sowohl die Schwestern als auch die Polizistin, die sie jagt, sind natürlich Martial Artists und sehen nebenbei auch noch aus wie Supermodels. Was das heißt, ist natürlich klar: Dies ist ein Film für echte Männer. Störend ist nur die überflüssig erscheinende Liebesgeschichte, die dafür aber den in meinen Augen besten (unfreiwilligen) Gag des ganzen Films liefert. (Spoiler)Eine der Schwestern, die eigentlich ihren Liebsten heiraten wollte, stirbt am Ende des Films. Ihre Schwester nimmt am Grab Abschied, hat aber besagten Liebsten noch nicht vom Tod seiner Verlobten unterrichtet. An ihn denkend sagt sie: "Das schlimmste im Leben ist es, wenn man auf jemanden für immer vergeblich wartet." Bei diesen Worten wird auf ihn umgeschnitten, wie er einsam in einem Restaurant sitzt, wo er mit seiner Verlobten zum Essen verabredet war. Vermutlich sitzt er heute noch dort.(/Spoiler) Ein klassischer B-Movie-Action-Flick also. Sehenswert, solange man weiß, worauf man sich einläßt.
Equilibrium (imdb)
Ein Film über eine dystopische Zukunft mit dem neuen Batman Christian Bale in der Hauptrolle. Dieser Film wurde von der UA-Mailingliste hoch gelobt, was ich nach dem Schauen nicht so recht nachvollziehen kann. Die Story ist ein billiger Abklatsch von 1984 - ein Buch, das immerhin schon fast 60 Jahre auf dem Buckel hat. In der Zukunft (nach dem dritten Weltkrieg) hat man festgestellt, daß Emotionen etwas ganz Böses sind, weshalb sie ab sofort illegal sind und alle Menschen regelmäßig eine Art Tranquilizer nehmen müssen. Aber einige aufrechte Amerikaner Freiheitskämpfer sehen das nicht ein und kämpfen für ihre Freiheit. Der Film hat hierzu nichts neues zu sagen und liefert auch nahezu keine eigenen Ideen. Es gibt sogar einen "Großen Bruder", nur daß er hier Vater heißt. Das einzige, was diesen Film sehenswert macht, sind die hervorragend choreographierten Kampfszenen. Diese rechtfertigen sich aus einer der wenigen originellen Ideen des Films. Irgendjemand hat durch mathematische Analyse herausgefunden, wie man sich während eines Feuergefechts bewegen muß, damit das Risiko getroffen zu werden, möglichst klein ist. Daraus resultiert so eine Art Gun-Fu, das alle Mitglieder der Gestapo-Variante bei ihrer Ausbildung lernen - so auch unser Held. Ansonsten ist der Film bestenfalls mittelmäßig zu nennen und eigentlich reicht es, wenn man sich nur die Kampfszenen ansieht.
Interview (imdb)
Ein Film von Theo van Gogh. Dies ist einer der nicht-provokanten Filme von van Gogh. Es handelt sich im wesentlichen eigentlich nur um ein Interview in Filmlänge. Natürlich ist es kein richtiges Interview, sondern die Rolle von Fragendem und Befragtem wechselt laufend hin und her, was als beeindruckendes Katz-und-Maus-Spiel inszeniert ist. Ein besonderes Schmankerl (zumindest für Niederländer) ist, daß die bekannte Schauspielerin Katja Schuurman sich in diesem Film selbst spielt. Ich habe den Film auf Arte im Original mit deutschen Untertiteln gesehen und kann daher nicht sagen, ob die Intensität des Films auch eine Synchronisation überstehen würde - mal ganz abgesehen davon, daß ich nicht weiß, ob es eine solche überhaupt gibt. In der vorliegenden Form ist der Film jedenfalls ausgesprochen sehenswert und auch wenn er mit einigen Überraschungen aufwartet, kann man ihn sicher gut mehrmals sehen.
Ich jagte Jack the Ripper
Es handelt sich hierbei um einen Jam-Comic, eine Zusammenarbeit eines Großteils der deutschen Comic-Szene. Alle teilnehmenden Künstler haben sich zuvor auf ein Thema - eben Jack the Ripper -, die Seitenanzahl und eine Reihenfolge geeinigt. Nun beginnt einer von ihnen eine Geschichte, zeichnet (und textet) jedoch nur eine Seite bevor der nächste an der Reihe ist und ebenfalls eine Seite gestaltet. Dieses Konzept führt zu abstrusen Sprüngen, sowohl im Stil als auch in der Handlung, wo dann schon mal alles nur ein Traum war und sich die Charaktere zuweilen selbst fragen, was hier eigentlich los ist. Ich halte das Ganze für eine sehr innovative Idee und für absolut unterstützenswert. Wenn ich recht informiert bin, ist es leider nicht ganz so einfach, an diesen Comic heranzukommen, da er nicht in den normalen Vertrieb gegangen ist. Fragt am besten einmal den Comic-Händler Eures Vertrauens um Rat. Notfalls kann man sich den Comic auch bei mir ausleihen. ;-)
Im Zeichen des Zorro (imdb)
Ein wunderbarer Zorro-Film. Ohne Schnörkel, ohne nerviges Drumherum, sondern einfach der Kern des ganzen. Reicher spanischer Playboy kehrt in seine südamerikanische Heimat zurück und sagt der schreienden Ungerechtigkeit des neuen Gouverneurs den Kampf an, indem er eine schwarze FledermausMaske aufsetzt und für das Gute streitet. Angenehm fällt auch die sparsame Länge des Films auf (94 Minuten, wohingegen Antonio Banderas' Zorro ganze 136 Minuten dauert), wodurch unnötige Langatmigkeit geschickt vermieden wird. Sehr sehenswert.
Die Morde des Herrn ABC (imdb)
Eine klassische Agatha-Christie-Verfilmung, mit einem Poirot, der zwar deutlich dünner ist, als man erwartet, aber dafür umso arroganter und belgischer daherkommt. Sehr amüsant, wenn man diese Art von Krimi und die Art eines Hercule Poirot mag. Größter Mangel ist sicherlich der ungeschickte deutsche Titel, da die Hauptverdächtige weiblich und daher eben kein "Herr" ABC ist. Der Originaltitel lautet dementsprechend "The Alphabet Murders".
Under Suspicion (imdb)
Ein klassisches Kammerspiel. Gene Hackman und Morgan Freeman im One-on-One, bei dem bis zum Schluß fraglich bleibt, ob der von Hackman gespielte Charakter denn nun der Mörder ist oder nicht. Ganz passabel, aber nichts Aufsehenerregendes.
Solino (imdb)
Ein netter Film vom in jüngster Zeit hochgelobten und abgefeierten "Gegen die Wand"-Regisseur Fatih Akin. 1964. Eine italienische Familie kommt auf Arbeitssuche ins Ruhrgebiet und eröffnet dort eine Pizzeria. Es geht wohl irgendwie um Integration, aber so ganz erschließt sich mir die Botschaft des Films nicht. Vor allem stört mich, daß alle Protagonisten mehr oder weniger unsympathisch sind. Und der am wenigsten unsympathische bekommmt dann am Ende das Mädchen; völlig unverständlich, wieso, aber vielleicht soll das ja Realismus sein. Der mir am größten erscheinende Fehler dieses Films ist mal wieder ein linguistischer. Da die Protagonisten mal Italienisch und mal Deutsch sprechen und einige Szenen sogar explizit darauf aufbauen, daß bestimmte Wörter nicht verstanden werden, wäre es geschickt gewesen, wenn der Film zweisprachig wäre und mit Untertiteln arbeiten würde wie es zum Beispiel L'Auberge Espagnole macht. In seiner Einsprachigkeit wirkt Solino in diesen Szenen ein wenig hilflos bis ungeschickt.
A Series of Unfortunate Events: The Miserable Mill
Lemony Snicket schafft es auch in diesem vierten Band der Reihe weiterhin recht überschaubare und oft sogar vorhersehbare Ereignisse sehr lustig und unterhaltsam zu erzählen. Besonders interessant fand ich die Tatsache, daß nachdem in den ersten drei Bänden die grundlegenden Muster der Serie etabliert wurden, hier nun erstmals mit dieser Erwartungshaltung damit gespielt wird. Zum Beispiel heißt es an einer Stelle sinngemäß: Wir alle stellen uns jetzt natürlich dieselbe Frage: Wo ist Graf Olaf? Wem die ersten Bände gefallen haben, der wird auch diesen vierten mögen. Meine Version allerdings, ein Nachdruck von Egmont Books für den britischen Markt, leidet unter einer Unzahl von nach oben und nach unten verrutschten Seiten. Es fehlt zwar kein Text, dennoch sieht es natürlich nicht besonders schön aus.
Spirou & Fantasio: Apfelwein für Xorien
Ein typisches Abenteuer der beiden und ich bin überrascht, daß es in dieser Serie bisher noch keine Ausfälle gegeben hat. Diese Episode läßt zwar den allseits beliebten Zyklotrop vermissen, zum Ausgleich dafür gibt es aber Außerirdische. Die Geschichte hält nicht besonders viele Überraschungen bereit ist aber solides Mittelmaß, was bei einem Spirou & Fantasio-Comic immer noch eine klare Kaufempfehlung rechtfertigt. Sowohl die Ausgaben von André Franquin als auch diejenigen von Jean-Claude Fournier sind ein gutes Beispiel dafür, warum die franko-belgischen Comics derart erfolgreich sind. Bisher warte ich aber immer noch auf die, in den redaktionellen Seiten beschworenen sozialen Themen, die unter Fournier zunehmend in den Comics zu sehen sein sollen. Stattdessen gibt es zum zweiten Mal eine der überflüssigen (Nur-Text-)Kurzgeschichten (eine Seite) um das Eichhörnchen Pips. Trotzdem ein ordentliches Album. Ich bin schon gespannt, ob die Nachfolger Fourniers Tome & Janry diesen Qualitätslevel halten können.
Chasing Amy (imdb)
Ein Film aus Kevin Smith's Jersey-Trilogie (die anderen beiden sind Clerks und Mallrats) ist eigentlich eine ganz normale Liebesgeschichte. Der Clou ist, daß sie im Comic-Milieu spielt - beide Hauptfiguren sind Zeichner eines Indy-Comics. Menschen, die Jay und Silent Bob schlagen zurück gesehen haben, erleben hier die erste Erwähnung von Bluntman und Chronic. Und ganz traditionell ist die Liebesgeschichte auch wieder nicht, trotzdem kann das den Film nicht aus der Mittelmäßigkeit retten. Fazit: Oberes Mittelmaß.
Undead (imdb)
Ein Zombiefilm. Aus Australien. Und zwar eher in der Art des Dawn of the Dead-Remakes als in der des künstlerischen 28 Days Later. Also ein typischer Zombiefilm. Wir haben die unerklärlicherweise auftauchenden Zombie (diesmal nach einem Meteoriteneinschlag), ein kleines Grüppchen Überlebender und jede Menge comicartiger Gewalt - mit Zombies kann man's ja machen. Der Clou ist allerdings die Zugabe einer weiteren Zutat: Aliens. Ein schöner B-Film, den ich allein deshalb schon empfehlen muß, weil er eine Szene enthält, die ich mutig "das beste Blutige Gemetzel der Filmgeschichte" nennen möchte.
Meet the Feebles (imdb)
'Die Muppet Show auf Crack' wäre vielleicht eine gute Zusammenfassung dieses Films. Das Setup ist jedenfalls nahezu dasselbe: Eine Menge Tierpuppen machen eine Variete-Show. Der Unterschied liegt im wesentlichen im Wie, denn wo die Muppet Show größtenteils kindgerecht ist, findet sich bei den Feebles eine realistischere Version des Show Business. Das heißt es wird nicht gespart an schlüpfrigem Sex, finsteren Drogengeschäften und jeder Menge zumeist extremer Gewalt. Ein Film für die ganze Familie also. Es ist übrigens ein Frühwerk von Peter "Lord of the Rings" Jackson und damit auch von historischem Interesse. Fazit: Sollte man gesehen haben.
Längere Rezensionen zur Batman Monsteredition 2 und zu den ersten drei Bänden der Series of Unfortunate Events gibt es ab morgen auf Blutiges Gemetzel, ebenso wie die zweite Ausgabe von Blutbad, der allmontäglichen Kolumne für die ganze Familie.