Da bin ich mal wieder. Ich will Euch gar nicht mit den Einzelheiten langweilen, warum ich in letzter Zeit schon wieder so spärlich poste, sondern fange stattdessen gleich mit der ersten Sprengung an:
Bei Wil Wheaton liest man, daß man in den USA immer weiter voranschreitet:
I read at Netscape earlier today that the Pentagon has new rules for detainee trials:
"The Pentagon has drafted a manual for upcoming detainee trials that would allow convicted terrorists to be imprisoned or put to death using hearsay evidence and coerced testimony"
Und in den Kommentaren erfährt man sogar noch Erschreckenderes: Bloggers Who Criticize Government May Face Prison
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Krasser Themenwechsel. Endlich gibt es Fernseher auch in angemessener Größe.
Der 108-Zoll-LCD-TV ist etwa 2,4 Meter breit und ca. 1,3 m hoch.
(via Steven Grant)
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Aus Anlaß des Lizenzwechsels zu Panini pimpt inzwischen sogar der Spiegel Vertigo-Comics. Und er hat natürlich recht. Serien wie Y - The Last Man oder Fables sind alles Lob wert, das man über sie verbreitet. Ebenfalls hervorragend, aber mit nicht ganz so starker Lobby ist die Serie Mit Mantel und Degen. Ich war schon lange nicht mehr dermaßen begeistert von einem neu-entdeckten Comic. Es handelt sich um eine Piratengeschichte, die mit jeder Menge Coolness und Witz daherkommt und erinnert daher natürlich sofort an Fluch der Karibik. Obendrauf haben die Autoren noch gepackt, daß einige der Protagonisten anthropomorphe Tiere sind. Die Welt wirkt ähnlich wie unsere zur großen Zeit des Piratentums, nur eben, daß sprechende, auf zwei Beinen gehende Tiere nichts Besonderes sind. Da neben einem Fuchs und einem Wolf (den beiden Helden) auch ein Hase eine wichtige Rolle spielt, gibt es so einige interessante Szenen, die sich aus den ungewöhnlichen Größenverhältnissen ergeben. Und als Bonus für mich ist der Wolf auch noch Spanier und streut immer wieder mal ein paar Brocken Spanisch ein. Sehr, sehr empfehlenswert. Mit das beste, was zur Zeit auf dem Markt ist. Bis jetzt gibt es sieben Bände, die alle auf Deutsch bei Carlsen erschienen sind. Ich habe bisher drei Bände gelesen und freue mich schon auf die nächsten vier, die alle bereits fein säuberlich auf meinem Noch-zu-lesen-Stapel liegen. Man muß sich das ja einteilen, weil es, wenn man sich den bisherigen Erscheinungsrhythmus ansieht, noch einige Jahre bis zum Erscheinen von Band 8 dauern kann.
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Ich werde mehr und mehr zum Fan der Münsterstraße. Als ich neulich abends dort mit ein paar Freunden etwas essen war, habe ich ein cooles neues Getränk entdeckt: Cockta. Es ist aufregend neu, schmeckt nicht übel und kommt aus Slowenien. Groovy!
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Der Trailer für den zweiten Fantastic-Four-Film, Rise of the Silver Surfer, sieht recht schick aus, trägt aber nicht dazu bei, meine Befürchtungen zu dämpfen, daß auch diese Fortsetzung ähnlich lieblos wie der erste Teil sein wird. Ich hoffe, ich werde eines Besseren belehrt.
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Gerade stolperte ich beim Surfen über diese Phrase: "nature abhors a vacuum". Und auch wenn ich die schon oft las, mußte ich diesmal doch stutzen. Physikalisch gesehen ergibt diese Phrase doch überhaupt keinen Sinn. Warum sollte die Natur das Vakuum verabscheuen, wenn sie doch zum allergrößten Teil daraus besteht? Vielleicht weiß ja einer meiner Leser, woher diese Redewendung kommt und kann den scheinbaren Widerspruch aufklären.
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Ich stolperte über die erwähnte Redewendung übrigens beim Lesen dieses Beitrags in John Scalzis Blog, eine Rezension des Buchs The God Delusion. Sicher recht interessant für all diejenigen Leser, die sich im letzten Sommer in diesem Blog so engagiert über Religiösität ausgetauscht haben. Ich fand es schön, daß ich nun über das unsichtbare rosafarbene Einhorn Bescheid weiß. Wie ein Kommentierender so schön sagt: The Whatever: Come for the Bacon on a Cat. Stay for Threads like This.
Zum Reinschnuppern in The Whatever lohnt sich das Best of 2006-Posting, durch das ich mich auch selbst gerade durchwühle.
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Außerdem: Auch wenn es mich normalerweise nicht sonderlich kümmert und ich schon bei dem Vor-Spiel-Krempel so gelangweilt war, daß ich den Fernseher ausschaltete, freue ich mich doch - und bin zudem sehr überrascht, daß der gute alte BVB heute tatsächlich die Bayern geschlagen hat. Ole, Ole, Ole, Oleee.
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Bonus Video: It was the Sixties. Everybody did drugs. Yes, everybody.
Die sympathischen Dortmunder Programmkinos Roxy und Camera haben finanzielle Probleme und könnten einer Schließung entgegensehen. Das wäre sehr sehr schade und ich rufe meine treue Leserschaft auf, ihr Möglichstes zu tun, um das zu verhindern. Also in nächster Zeit ruhig mal häufiger in diese Kinos gehen. Zum Beispiel in den neuen Film mit Helge Schneider (ab 11.1. im Kino).
Krass in seiner politisch unkorrekten Ehrlichkeit fand ich ein Zitat des Geschäftsführers Bernd Twardy in dem mir vorliegenden WAZ-Artikel, mit dem er den Kern des Problems klar erkannt zu haben scheint: "Die Leute werden immer dümmer."
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Mehr oder minder zufällig bin ich über diesen Online-Konjugator gestolpert, der verspricht, Verben in über 100 Sprachen konjugieren zu können. Sehr beeindruckend und für einen Lerner wie mich, der eh ständig online ist, auch sehr praktisch. Und auch die Jungs von LEO wissen offenbar, daß ich jetzt Spanisch lerne und bieten ihr Online-Wörterbuch inzwischen auch für die Kombination Deutsch-Spanisch an. Und wie ich gerade vom idw erfahre, gibt es inzwischen sogar noch ein weiteres Online-Nachschlagewerk für Deutsch-Spanisch: Beolingus. ¡Que bien!
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There's a new teaser for Shrek the third which looks promising. June, the 21st suddenly seems like a long time away.
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Wie Slashdot berichtet plant man wohl eine neue Zeichentrickserie, die im Star-Trek-Universum spielen soll. Allerdings in einer noch weiter entfernten Zukunft, die ziemlich düster aussieht.
The setting is the year 2528 and the Federation is a different place after suffering through a devastating war with the Romulans 60 years earlier. The war was sparked off after a surprise attack of dozens of 'Omega particle' detonations throughout the Federation creating vast areas which become impassible to warp travel and essentially cut off almost half the Federation from the rest. During the war the Klingon homeworld was occupied by the Romulans, all of Andoria was destroyed and the Vulcans, who were negotiating reunification with the Romulans, pulled out of the Federation.
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The Beat hat zwei ziemlich spaßige Videos von Michael Kupperman. Mir hat der Name nichts gesagt, aber ich fand die Cartoons wirklich witzig.
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Joe Barbera ist gestern im Alter von 95 Jahren gestorben. Barbera hat mit seinem bereits vor fünf Jahren von uns gegangenen Partner Bill Hanna einen der Klassiker des Zeichentrickfilms, Tom und Jerry, entwickelt. Aus ihrem gemeinsamen Zeichentrick-Studio Hanna Barbera kamen viele der Serien, mit denen ich aufgewachsen bin und die auch heute noch immer wieder irgendwo als Wiederholungen gezeigt werden, wie Scooby Doo, Yogi Bär, die Jetsons und natürlich Familie Feuerstein, die Serie, die erstmals halbstündige Zeichentrickepisoden in Form einer Sitcom zeigte, wie es sie heute zuhauf gibt. Ohne diese Vorläufer wären Sendungen wie die Simpsons oder South Park vermutlich gar nicht möglich gewesen. Mark Evanier hat in seinem Blog einen ausführlichen Nachruf geschrieben. In eben diesem Blog gibt es diese Woche auch jeden Tag einen klassischen Hanna-Barbera-Cartoon zu sehen, oft mit interessanten Anekdoten zur Produktion angereichert.
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Flix veröffentlicht auf seiner Seite weiterhin jeden Tag eine neue Folge seines Comic-Tagebuchs Heldentage. Der Comic von gestern war mal wieder besonders gelungen.
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Quasi zeitgleich haben sich sowohl die Tagesschau als auch Spiegel online gedacht, daß es höchste Zeit wäre, bedrohte Wörter zu retten. Ich weiß ja nicht, ob das wirklich so dringend notwendig ist. Und der beste Weg, um bedrohte Wörter zu retten, ist ja sowieso, sie extensiv und exzessiv zu benutzen. Ich habe zum Beispiel vor einigen Tagen das schöne Wort Backfisch für mich entdeckt und habe mir fest vorgenommen, das jetzt häufiger in Konversationen einfließen zu lassen. Und überhaupt, wer wirklich etwas für Sprache als Kulturgut tun will, sollte, bevor ans Retten von Wörtern geht, lieber die Gelegenheit nutzen, ganze Sprachen zu retten. Die haben es nötiger.
Von mir bisher wahrgenommene Auswirkungen der Aufhebung des Ladenschlußgesetzes in Dortmund
Die Tagesschau war sich heute mal wieder nicht zu schade, schamlos für den nachfolgenden Film zu werben. Man hatte sogar extra den Bundesinnenminister angeheuert, damit er eine passende Pressekonferenz gab, über die man dann - sozusagen als Alibinachricht - berichten konnte. Es hat sich vermutlich herumgesprochen. Einige von Euch sitzen vielleicht sogar gerade vor dem Fernseher. In einem Wahnsinnstempo hat es die Fußball-WM von einem realen Ereignis zu einem Kinofilm gebracht. Und ebenfalls wahnsinnig schnell - und wie man hört zum Unmut einiger Kinobetreiber - hat es dieser Film ins Fernsehen geschafft. Die WM ist gerade einmal fünf Monate vorbei. Aber vermutlich denken die Verantwortlichen, daß sie den Film schnell zeigen müssen, bevor sich niemand mehr an die Euphorie erinnert, die im Sommer durch dieses Land waberte wie ein Blob.
Ich habe den Film schon vor einigen Wochen im Kino gesehen - nicht ahnend, daß ich das jetzt auch umsonst hätte haben können. Aber ich schweife ab. Ich bin mit recht schlimmen Erwartungen an den Film herangegangen, war doch die Gefahr recht groß, daß mit schleimtriefendem Patriotismus nur so um sich geschmissen werden würde. Und damit hatte ich schon im Sommer so meine Probleme. Doch der Film ist tatsächlich fast komplett schleimfrei und wenn man bedenkt, worum es geht, ist allein das schon mal eine Leistung, die es zu würdigen gilt. Ich muß sagen, daß selbst ich als nur sehr halbherziger Fußballfan (also eigentlich war ich nur während des einen WM-Monats Fan) und als jemand, der aus Prinzip immer die Gegner der Deutschen angefeuert hat, den Film trotzdem sehr gelungen und sehenswert fand. Man bekommt einen netten Blick hinter die Kulissen der Mannschaft und kann miterleben, wie all der Fan-Taumel während der WM auf die Hauptakteure gewirkt hat. Nur den extrem schmalzigen Xavier Naidoo hätte man wirklich rauslassen sollen.
Aus Anlaß des offiziellen Abschluß der WM (lies: wenn ich das jetzt nicht endlich poste, kann ich endgültig überhaupt nichts mehr mit dem bereits Geschriebenen anfangen kann) folgt hier noch eine persönliche Nachbetrachtung der WM.
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Wie die meisten von Euch wissen, stand ich dem Phänomen Fußball ja immer sehr skeptisch gegenüber. Als Dortmunder hat man vermutlich auch kaum eine Wahl, außer Fußball entweder zu lieben oder zu hassen. Ich habe mich dann für letzteres entschieden, auch weil mich die schreiende (im wahrsten Sinne des Wortes) Dummheit des durchschnittlichen Fans, den man ja zwangsweise ab und zu auf den Straßen oder in der Bahn trifft, so sehr ankotzt. Und zudem fand ich, als alter Basketballfan, Fußball an sich auch immer relativ langweilig. Oftmals bestehen Spiele nur aus taktischem Geplänkel und gehen dann am Ende 0:0 aus. Und auch wenn die WM ihr Möglichstes getan hat, diesem Ruf gerecht zu werden, hat es mich dann doch irgendwie gepackt und ich habe so gut wie alle Spiele gesehen (soweit das meine Rückbildung zuließ, versteht sich).
Zu den Spielen an sich habe ich ja schon einiges gesagt. Da gibt es jedenfalls noch einiges an Optimierungsbedarf. Irgendwo im Netz haben die Leute die seltsamsten Ideen produziert, um beispielsweise ein Elfmeterschießen in entscheidenden Spielen zu vermeiden. Vielleicht wäre es eine gute Idee irgendwo eine Crazy-League aufzumachen, in der einige der vielversprechendsten Vorschläge mal unter realistischen Bedingungen ausprobiert werden können. Mir gefiel zum Beispiel die Idee, nach Ablauf der Verlängerung alle fünf Minuten einen Spieler jedes Teams vom Platz zu nehmen, solange bis ein Tor erzielt wird. Dann zahlt es sich vielleicht aus, wenn der Torwart auch mit dem Ball umgehen kann wie mein Freund Ricardo.
Aber genug davon, ich wollte eigentlich mehr den Blick von der Straße ins Auge fassen. Denn diese WM war eben nicht irgendwo, sondern sozusagen direkt vor meiner Haustür. Und auch wenn ich, aus verständlichen Gründen, kein Spiel live angesehen habe, hat man das doch die ganze Zeit über gespürt. Und nicht nur wegen der albernen Ansagen am Bahnhof, die einen in der "FIFA-WM-Stadt Dortmund" willkommen hießen.
Mir jedenfalls hat der WM-Monat sehr gut gefallen. Die ganze Stadt hat sich anders angefühlt. Mehr wie eine echte Weltstadt - ein Status, den Dortmund zwar immer anstrebt, aber im Normalfall einfach nicht so richtig erreichen will. Vermutlich weil sie eben doch noch einen Tick zu klein ist. Und das mit der Ruhrstadt scheint sich ja auch irgendwie nicht durchzusetzen. In diesen paar Wochen war das anders. Überall traf man interessante Ausländer auf den Straßen. Besonders natürlich an den Tagen, an denen Spiele hier in Dortmund stattfanden. Und an diesen Tagen war auch immer eine ausgelassene Partystimmung überall in der Stadt. Ich war auch angenehm überrascht davon, wie nett und freundlich und vor allem unnervig diese ganzen Leute waren. Ich hatte ja im Vorfeld eher ein ungutes Gefühl. Nicht weil Tausende von Menschen hierherkommen würden, sondern weil es Tausende von Fußball-Fans seien würden. Und mit denen habe ich ja, wie bereits erwähnt, bisher nicht so besonders gute Erfahrungen gemacht. Aber es hat sich gezeigt, daß diese nervigen, dummen Fans entweder auf die Bundesliga beschränkt sind oder im internationalen Maßstab zumindest eine zu vernachlässigende Minderheit bilden. Ich habe während der ganzen Zeit nur eine Handvoll dieser lauten und deppigen Fans gesehen und das ist wirklich wenig, wenn man bedenkt, daß ich doch an den meisten Tagen irgendwie in der Stadt war oder zumindest (dank Rückbildung) dort vorbeikam.
Ich war jedenfalls angenehm überrascht von der WM - hatte ich doch in den vorangehenden Monaten und Jahren schon die kühnsten Pläne geschmiedet, wo ich diese furchtbaren 30 Tage verbringen könnte, um meine Ruhe vor all dem zu haben - und vielleicht war es auch diese angenehme Atmosphäre allüberall, die mich plötzlich vorübergehend zum Fußballfan mutieren ließ, der sich alle Spiele live anschaute und zu allen strittigen Entscheidungen eine Meinung hatte. Ich habe mich kaum wiedererkannt. Da muß ich mich also ausnahmsweise mal dem Innenminister anschließen und eine uneingeschränkt positive Bilanz ziehen. Es war eine schöne Zeit.
(Momentan lade ich gerade ein paar Fotos von der WM auf flickr hoch. Wenn ich damit fertig bin, setze ich den Link hier rein.)
[EDIT: hier sind die Fotos]
Nur durch Zufall habe ich auf dem Hellweg nach Hause fahrend dieses Plakat gesehen, das ein Ereignis ankündigte, was mir mal wieder aufzeigt wie alt ich inzwischen bin. Leider zu spät, um noch daran teilzunehmen - zumindest wenn man so unspontan ist wie ich.

AM FREITAG, DEM 24.11.2006 FINDET IM RUSHHOUR IN DORTMUND DIE GROßE SOUNDGARDEN REVIVAL PARTY STATT!
Zu einem ganz besonderen Revival laden am Freitag, dem 24.11.2006, ab 21 Uhr, die ursprünglichen Macher (von 1993-2003) des Dortmunder Soundgarden, ins Rushhour nach Dortmund ein. Bei der Soundgarden Revival Party gibt es zum ersten Mal, seitdem der Vorhang am Ostbahnhof fiel, ein großes Wiedersehen mit ehemaligen Stammgästen, Freunden und Cliquen, Theken- und Servicekräften, DJs & LJs.
Leider steht die alte Location des Soundgarden am Ostbahnhof derzeit nicht zur Verfügung, also zieht man für dieses Event kurzerhand 500 m Luftlinie in die heiligen Hallen des Dormunder Rushhour (ex-Ruhr Rock Hallen) um. Mit seinen 4.100 qm ist das Rushhour (Im Spähenfelde 51) die perfekte Ausweich-Location und gepaart mit dem unverwechselbaren Soundgarden Flavour wird sich hier sicherlich jeder schnell heimisch fühlen.
16 ehemalige Soundgarden DJs legen auf 4 Floors alles das auf, wofür der Soundgarden über ein Jahrzehnt auch über die Grenzen NRWs hinaus bekannt war. Aktuell, aber natürlich auch mit den ganz großen Klassikern von damals und natürlich inklusive dem legendären Soundgarden Party Countdown.
Die Soundgarden Feiergemeinde der letzten 13 Jahre ist herzlich zum Revival eingeladen, egal ob sie im Gründungsjahr 1993, 1997 als der Soundgarden in einer repräsentativen Umfrage des Kommunalverband Ruhrgebiet im Rahmen der Aktion „Der Pott kocht“ zur beliebtesten Discothek im Ruhrgebiet gevotet wurde, zur Jahrtausendwende, oder noch vor einigen Monaten zum abfeiern kamen. Eines ist klar: im Soundgarden hat irgendwann doch jeder einmal angefangen. Und genau dieses unglaubliche Gefühl zwischen erster großer Liebe, heimischer Vertrautheit und hemmungslosem Abgehen zur Musik, wird einmalig in dieser Nacht wieder aufleben.
Halle 1: Charts, PartyPop, Black Music, Techno, House, Classics feat. DJ Fredy, DJ Andrè, DJ Pögi, DJ Marius, DJ Daniel M. uvm.
Halle 2: Alternative, Rock, Crossover, New Metal, Punk, Britpop, Classics feat. DJ Intoxicate, DJ Lars, DJ Moe King, DJ David
Halle 3: Techno, Trance, House, Underground feat. DJ Stefan, DJ Manuel, DJ Dustin, DJ Kev2K
Halle 4: Hip Hop Sounds, Classics feat. DJ DickenOne, DJ DsD, DJ PapaC, DJ Rene, DJ Sam uvm.
Start: 21 Uhr im Rushhour in Dortmund
Der Text stammt von der Seite Der Unnaer. Da Veranstaltungshinweise aber häufig vom Netz genommen werden, sobald die entsprechende Veranstaltung gelaufen ist, das Rush Hour keine eigene (aktuelle) Webseite zu haben scheint und die angegebene Webseite zum Event selbst auch nicht viel hergibt, poste ich ihn aus kulturhistorischen Gründen komplett. Das Bild auch.
Inzwischen habe ich mir die Anthologie von Comics aus dem Ruhrgebiet aufRuhr gekauft. Seit der Band vor kurzem erschienen ist, hat er sich bereits in den lokalen Buchhandlungen und der Bahnhofsbuchhandlung erschreckend breit gemacht, und es hat mich einige Überwindung gekostet, mit dem Kauf zu warten, bis ich gestern wieder im Comic-Haus war. Sonst wäre ja mein Stamm-Comic-Laden-Besitzer enttäuscht von mir gewesen. Und da zumindest ein Leser dieses Blogs ebenfalls mit dem Gedanken spielt, sich den Comic zu kaufen, macht es sogar zum ersten Mal tatsächlich einen Sinn, ihn hier zu rezensieren. Also: los geht's.
Der Band ist vor allem eine Anthologie und hat mit dem üblichen Problem dieser Veröffentlichungsform zu kämpfen. Nicht alle Beiträge sind gleich gut. Oder selbst wenn sie das sind, treffen nicht alle zwangsläufig den Geschmack des Lesers. Wer hier eifrig mitliest, weiß zum Glück schon so ungefähr, wie mein Geschmack in Sachen Comics gestrickt ist, und kann das beim Lesen der Rezension berücksichtigen. Bevor ich zu den einzelnen Beiträgen komme, erst einmal ein paar allgemeine Gedanken. Mit 14 Euro ist der Band etwas teuer. Zum Vergleich, Donjon kostet nur 12 Euro und erreicht mit Sicherheit nicht solche Massen von Lesern (wenn die Auslage in der Mayerschen ein Indikator dafür ist, wieviele Exemplare man zu verkaufen erwartet, jedenfalls). Aber aufRuhr liegt als Hardcover vor und ist auch ansonsten schön aufgemacht, also geht das schon in Ordnung.
Die allerletzte Seite ist Werbung für ein anderes Produkt des Verlages und so dachte ich eine ganze Zeit lang, es gebe kein Inhaltsverzeichnis. Das gibt es aber zum Glück doch und auch die erwarteten Künstlerbiographien, die zu so einer Anthologie eigentlich unbedingt dazugehören, sind am Ende des Bandes zu finden. Für das Vorwort hat man die Lokalgröße Fritz Eckenga gewinnen können. Leider hat man ihm das fertige Produkt wohl vorher nicht zu lesen gegeben. Denn viele der Beiträge schwelgen geradezu in den mit dem "Pott" assoziierten Klischees, von denen Eckenga im Vorwort behauptet, daß sie hier vermieden werden. Da geht es dann um die alten Industriestandorte, um die Leute, die früher dort gearbeitet haben und auch die obligatorische Pommesbude darf nicht fehlen. Letzteres finde ich noch in Ordnung, aber das Ruhrgebiet als Standort der deutschen Schwerindustrie ist für mich Vergangenheit. Ich lebe jetzt auch schon beinahe dreißig Jahre hier und diese Reminiszenzen spiegeln in keinster Weise meine Lebenswirklichkeit wieder. Ich bin damit aufgewachsen, daß die letzten Reste der industriellen Herrlichkeit langsam aber sicher die Tore schließen; in ihrer vollen Pracht habe ich die schon gar nicht mehr erlebt. Aber viele Beiträge in aufRuhr heben genau auf diese vollindustrialisierte Nostalgie ab. Das gefällt mir nicht und wird meiner Meinung nach auch der tatsächlichen Situation nicht wirklich gerecht. Als ich den Band halb durch hatte, war ich schon drauf und dran ihn als Fehlkauf abzustempeln, aber in der zweiten Hälfte kommen dann tatsächlich auch noch Beiträge, in denen es nicht nur um diese klassischen Ruhrgebietsklischees geht. Und einige von denen gefallen mir sogar richtig gut. Hier findet sich dann auch endlich die versprochene Vielfalt wieder, aber natürlich greift auch hier das oben bereits angesprochene Gesetz der Anthologie: Einige Beiträge sind gut - ein bis zwei sogar an der Grenze zu sehr gut - aber andere sind dafür eben nicht so richtig gut. Aber wenn man nur diese zweite Hälfte betrachtet, hat man es schon mit überdurchschnittlicher Qualität zu tun. Vielleicht waren aber auch nach der Lektüre der ersten Hälfte meine Erwartungen schon etwas niedriger.
Alles in allem jedenfalls eher eine durchwachsene Sache, die ich nicht bedingungslos empfehlen kann. Ungefähr die Hälfte des Bandes schwelgt in Industrie-Nostalgie, zumeist auch noch in künstlerisch wertvollen, düsteren Bildern, etwas für das ich sowieso eher nicht zu haben bin (aus ähnlichen Gründen habe ich auch das hochgelobte Jimmy Corrigan niemals zuende gelesen). Die andere Hälfte ist ganz okay bis gut und gäbe es sie allein zu kaufen, würde ich den Erwerb vermutlich empfehlen. So bleibt allerdings eigentlich nur der Lokalpatriotismus als richtig überzeugendes Argument übrig.
Cool. Es gibt einen Ruhrgebietscomic, mit dem leider doch ziemlich bitteren Namen aufRuhr. Aber anschauen (lies "kaufen") muß ich mir das ja als eingeborener Comic-Fan trotzdem. Ich wußte gar nicht, daß der doch recht bekannte Ulf K. auch hier aus der Gegend (okay: Düsseldorf) kommt. So lernt man jeden Tag mehr dazu.
11th FIRA RoboWorld Cup Germany 2006
Was macht Roboterfußball zu etwas Besonderem?
Die Roboter müssen völlig selbständig Entscheidungen treffen und zielorientiert handeln. Eine Steuerung durch Menschen ist verboten. Zentral sind hier die Begriffe: Autonomie und Kooperation. Die Attraktivität von Fußball beruht auf der Fitness des Einzelnen, der strategischen Disziplin des Teams, der Schnelligkeit der Abläufe und der Intelligenz und Kreativität der Spielgestalter. Damit ist angedeutet, dass Roboterfußball ein ganz ausgezeichnetes Testfeld ist, um spielerisch harte wissenschaftliche Nüsse zu knacken.
Wo und wann wird gespielt?
Gespielt wird in der Westfalenhalle 2N. Beginn ist am Freitag dem 30.6., 9.00 Uhr; die Siegerehrung ist Montag, 3. 7., 16.00 Uhr. Gespielt wird ansonsten von ca. 9.00 – 18.00 Uhr.

Suprising Football Fact: Niemand war überraschter als ich, als vorgestern in der Spielnachberichterstattung ausgerechnet Sarah Kuttner zu sehen war. Eben jene Frau Kuttner, die in ihrer eigenen Sendung die Tage bis zum Ende der WM zählt. Wahrscheinlich streckt hier jemand schon mal die Fühler nach einem neuen Arbeitgeber aus.
Das nebenstehende Bild zeigt einen Teil meines heutigen Mittagessens. Ich kann lustig geformten Kartoffelprodukten einfach nicht widerstehen.
[Doch jetzt zum Eintrag, den ich eigentlich gestern online stellen wollte, der aber dann nicht fertig wurde]
Immer wieder muß ich mich über alle möglichen Dinge ärgern. Am Mittwoch zum Beispiel über folgendes :
1) Meine Anwältin sollte eine Untätigkeitsklage gegen die ARGE anstrengen, weil man meinen Widerspruch dort offensichtlich mal wieder vergessen hat. Die Frist, die ich den Leuten dort gesetzt hatte, um sich wenigstens mal bei ihr oder mir zu melden, ist jetzt auch schon seit zwei Wochen verstrichen. Leider habe ich inzwischen auch ein Problem meine Anwältin zu erreichen. Immer, wenn ich dort anrufe, ist sie nicht mehr im Haus und sie macht auch keine Anstalten von allein tätig zu werden, obwohl klar ist, was anstünde. Langsam beginne ich zu überlegen, einen anderen Anwalt anzuheuern, der eine Untätigkeitsklage gegen meine Anwältin anstrengt. Jetzt ist sie erst mal bis zum 26. in Urlaub und ich habe langsam aber sicher die Schnauze voll.
2) Am Bochumer Hauptbahnhof hält man es inzwischen nicht mehr für nötig, Verspätungen auch anzusagen. Wenn ich nicht zufällig zur Anzeigetafel aufgesehen hätte, hätte ich die ganzen 20 Minuten (und möglicherweise auch noch mehr; man kennt das ja) schön warten dürfen und es hätte mir überhaupt nichts gebracht, die Klausur in 10 Minuten zu beenden (fast eine ganze Minute langsamer als der erste). So konnte ich zum Glück noch rechtzeitig zur S-Bahn wechseln, die - Überraschung - pünktlich kam.
3) Am Dortmunder Hauptbahnhof traf ich dann den ersten wirklich hassenswerten Deutschlandfan, der nicht aufhören wollte, auf seiner dämlichen Pfeife zu trillern. Das Schlimmste am Fußball sind definitiv diesen ganzen rücksichtslosen, hirnamputierten Fans, die der Sport anzieht.
Zum Ausgleich habe ich auf dem Weg nach Hause dann zwei dämliche polnische Fans getroffen, die ihre Schlachtrufe in der Straßenbahn ausprobiert haben. Natürlich in voller Lautstärke. Das Schlimmste am Fußball sind definitiv diesen ganzen rücksichtslosen, hirnamputierten Fans, die der Sport anzieht.
Das kleinere Übel wählend, habe ich dann beschlossen, daß es am besten sei, wenn die deutsche Mannschaft möglichst schnell aus dem Turnier ausscheidet. Und 90 Minuten lang sah das auch gar nicht so schlecht aus. Aber da die FIFA ja Nachspielzeit vorschreibt, fiel dann doch noch ein Tor und die folgenden Stunden ließen den Unbeteiligten glauben, daß Deutschland offenbar gerade Weltmeister geworden war. Mir graut schon vor dem, was die Leute hier veranstalten, wenn die deutsche Elf das Achtelfinale übersteht oder gar - *shudder* tatsächlich Weltmeister wird. Und auch vorher ging es hier in Dortmund schon zur Sache. Einige "Fans" wollten sich prügeln und die Polizei tat, was sie am besten kann und kesselte erst mal ordentlich. Wie ich gehört habe, auch gleich in den sympathisch wirkenden und Vertrauen erweckenden Kampfanzügen, die jedem sagen: "Dies ist kein Polizeistaat."
Ich habe ja prinzipiell nichts dagegen, daß man ein Team anfeuert und sich dann freut, wenn es gewinnt (und das war diesmal, das muß ich zugeben, ja sogar verdient). Aber was mich extrem stört ist dieser immer mitschwingende Nationalismus. Erst singt das ganze Stadion lauthals das Deutschlandlied (zwar nur die dritte Strophe und nicht die erste wie noch beim ersten deutschen WM-Titel), dann werden die armen Polen gnadenlos ausgepfiffen und schließlich hört man immer wieder "Steh auf, wenn Du Deutscher bist" von den Rängen schallen. Mir läuft es bei solchen Szenen kalt den Rücken herunter und dem guten Herrn Schopenhauer wäre es vermutlich ähnlich gegangen.
"Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen."
(Arthur Schopenhauer)
Gestern war endlich der Tag, auf den Myriaden von Menschen - wenn man es genau nimmt eigentlich so gut wie jeder - monatelang gewartet haben. Und da ich weiß, was mein Publikum von mir erwartet, lasse ich es mir nicht nehmen, auch zu diesem tagesaktuellen Thema (mit der gebotenen Verspätung, die man von mir erwartet) ausschweifend auszuschweifen. Und bevor ich abschweife, beginne ich mal zu schweifen. Energie!
Ich stehe dem allgegenwärtigen Phänomen FIFA™-Fußball™-WM™ 2006™ sehr gespalten gegenüber. Ein wichtiger Contra-Punkt steht schon im letzten Satz. Man kommt einfach nicht dran vorbei. Insbesondere da Dortmund ja eine offizielle FIFA™-Fußball™-WM™-Stadt™ ist - ich nehme an, das bedeutet, daß die gesamte Stadt für die nächsten 30 Tage an die FIFA™ übereignet wird, also samt Legislative, Judikative und Exekutive. Ach ja, und natürlich das Geld. Wenn ich das richtig verstanden habe, bekommt die FIFA™ - die, wie ich gelernt habe, als gemeinnützige Organisation keine Steuern zahlt - jedesmal 10 Euro, wenn jemand WM™, oder Weltmeisterschaft™ oder so etwas ähnliches sagt. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Und ich glaube, selbst wenn ich Fußball richtig toll fände, würde es mir inzwischen ganz schön auf den Sack gehen, daß mittlerweile wirklich jeder Depp mit auf den Zug aufspringt. Das fängt damit an, daß ich kürzlich irgendwo ein Gemeindefest unter dem Motto "Anpfiff bei Franziskus" gesehen habe, und hört bei einem Bäcker im Bochumer Hauptbahnhof, der zum Support "unserer" Elf spezielle WM-Produkte (Schiri-Schnitten usw.) an den Tagen an denen die deutsche Nationalelf spielt, mit 11% Rabatt anbietet (Slogan: "Wir lieben unsere Elf"), noch lange nicht auf. Und natürlich kann man in diesen Zeiten alle Produkte besonders gut damit verkaufen, daß ein (Ex-)Fußballer dafür wirbt - egal wie gering das TV-Talent des Betreffenden ist. So sieht man zum Beispiel ("es gibt nur ein'") Rudi Völler in einer Bierwerbung den Beweis dafür antreten, daß die Schauspieler von Soap-Operas immer noch mühelos unterboten werden können, wenn es um steife, unnatürliche Sprechweise geht.
Ein weiterer Negativpunkt, der immer offensichtlicher wurde, je näher die FIFA™-Fußball™-WM™ 2006™ rückte, ist die Tatsache, daß eine Weltmeisterschaft auch immer eine der schlimmsten Eigenschaften der Menschen herauskitzelt: Den Nationalismus. Jetzt, da der Spaß offiziell begonnen hat, sieht man jeden Tag mehr Autos, die Fahnen in ihr Fenster geklemmt haben. Da kann man nur hoffen, daß es schön heiß wird, damit diese Leute sich zwischen kühlem Fahrtwind und dummer Fahnenschwenkerei entscheiden müssen. Und auch sonst sieht man allerorten Fahnen aus den Fenstern und sonstigen Häuseröffnungen wehen. Zum Glück nicht nur deutsche. Sonst würde sich die Welt vermutlich auch nicht sehr willkommen bei ihren Freunden fühlen. Traurig finde ich ja auch, daß alle Leute, die man sich zur WM äußern hört, Sätze sagen wie "natürlich wünsche ich mir, daß Deutschland gewinnt". Was ist denn daran natürlich? Ist es nicht normaler, daß man, wenn überhaupt, für die Mannschaft mitfiebert, die den schönsten Fußball spielt? Was ist denn erstrebens- und vor allem sehenswerter? Ein zusammengestolpertes, glückliches 1:0 von Deutschland gegen Polen oder ein ästhetisch und spielerisch gekonntes Spiel von, zum Beispiel, der Elfenbeinküste? Ich kann sowieso nicht verstehen, warum man automatisch für ein bestimmtes Team sein muß, nur weil man damit zufällig den Wohnort/die Nationalität teilt. Besonders schlimm finde ich ja, was eine Freundin mir erzählt hat. Daß nämlich "die Türken von nebenan" inzwischen auch die Deutschland-Fahne herausgehängt haben. Ob erst im Zuge des doch recht souveränen Sieges der deutschen Elf im Eröffnungsspiel (es ist ja immer leichter, erfolgreiche Mannschaften toll zu finden. Man denke nur an die Bayern) oder zumindest etwas weniger opportunistisch schon im Vorfeld, weiß ich leider nicht. Ich bin jedenfalls trotzdem froh, wenn ich am 10. Juli endlich keine deutschen Flaggen mehr sehen muß.
Aber die WM hat auch ihre positiven Seiten. Das ist mir spätestens klar geworden, als ich heute Abend ein wenig durch die Innenstadt geschlendert bin. Es ist eben, wie beworben, die Welt zu Gast. Heute also vornehmlich Schweden und Trinis (wie die Bewohner von Trinidad und Tobago sich angeblich bezeichnen). Und da lacht natürlich mein weltoffenes und supranational geprägtes Herz. Und auch den Linguisten in mir, freut das Gewusel neuer und ungewohnter Sprachen auf den Straßen. Und ich muß dafür nicht mal Dortmund verlassen. Die kommen alle zu mir. Das ist natürlich sehr praktisch.
Die ganze Stadt ist praktisch im Ausnahmezustand. So wimmelten zum Beispiel heute Abend um halb neun der Hellweg und eigentlich die gesamte Innenstadt vor Menschen. Das ganze wirkte wie eine riesige Party und als Krönung sind auch die restriktiven Ladenschlußzeiten für die Dauer der WM erheblich gelockert worden. Sogar mein Rewe hier in Körne hat in diesen vier Wochen von 7 bis 22 Uhr geöffnet. An sechs Tagen in der Woche. Und in der Innenstadt haben eine Reihe von Geschäften sogar Sonntags geöffnet. Ich nehme an, daß man gegenüber den internationalen Gästen in diesem Punkt nicht völlig rückschrittlich wirken will. Und mit ein bißchen Glück nimmt man das zum Anstoß um das Ladenschlußgesetz generell mal zu überdenken. Ich würde mich freuen.
Wie gesagt, die ganze Innenstadt feiert eine einzige multikulturelle Party. Das finde ich natürlich toll. Aber leider ist das verbindende Thema Fußball und das heißt, daß es zwischen all den Menschen auch einige (ich habe zum Glück tatsächlich nur vereinzelte Exemplare getroffen) Deppen gibt, die Trillerpfeifen, Rasseln oder ähnliche Lärmwerkzeuge dabei haben und sich auch abseits des Spielfeldes nicht scheuen, diese einzusetzen. Und erfahrungsgemäß kommt es zu fortgeschrittener Stunde dann auch noch zu laut gröhlenden Gruppen von Besoffenen, die womöglich sogar noch aus voller Brust davon singen, welche Mannschaft sie am tollsten finden. Gerade dieser pöbelhafte Aspekt ist es, der mich Fußball immer sehr, sehr skeptisch gegenüber stehen ließ.
Doch, was soll ich sagen? In den letzten Tagen habe ich feststellen müssen, daß wirklich jeder meiner Freunde und Bekannten vom Fußballfieber befallen worden ist. Sogar solche, bei denen ich das nie erwartet hätte. Und da ich ja eh nichts zu tun hatte - mal abgesehen davon, mich über die Soundprobleme meines Notebooks zu ärgern - habe ich mal angefangen, mir die Spiele anzusehen. Und jetzt kann ich nicht mehr aufhören. Ich muß zugeben, daß Fußball doch nicht dermaßen uninteressant und langweilig ist, wie ich es jahrelang immer gedacht habe. Oft ist es das aber doch und es fällt mir noch schwer, mir komplette Spiele anzusehen, ohne nebenher noch was anderes zu machen (z.B. die Soundprobleme meines Notebooks zu beheben zu versuchen). Besonders dann, wenn das Spiel eher zäh und einfallslos wirkt. So wie das der Engländer heute. Aber ich denke doch, daß ich die WM komplett verfolgen werde, soweit mir das zeitlich möglich ist. Ich habe zum Glück im Reformhaus einen Spielplan geschenkt bekommen und mir schon für jedes Spiel überlegt, welcher Mannschaft ich den Sieg mehr gönnen würde.
Zeit ist ein seltsames Ding. Bei mir läuft es zum Beispiel immer darauf hinaus, daß ich zu wenig davon habe. Denn eigentlich, und ich schäme mich fast, es hier zuzugeben, hatte ich vor, an diesem verlängerten Wochenende massenhaft neue Blogeinträge zu schreiben. Schließlich habe ich noch eine ganze Reihe von Themen im Hinterkopf, über die ich mich hier verbreiten wollte. Aber wieder einmal bin ich nicht dazu gekommen. Zumindest kommt jetzt aber der Bericht über meine samstäglichen Erlebnisse.
Kurzversion: Ich habe die Ausstellung Ferne Welten - Freie Stadt besucht.
Langversion:
Vor einiger Zeit habe ich beschlossen, endlich mal mehr dafür zu tun, ein ordentlicher Bildungsbürger zu werden. Schließlich muß man sich als Akademiker ja irgendwie vom gemeinen Pöbel abgrenzen. Im Zuge dessen konnte ich mir diese Ausstellung natürlich nicht entgehen lassen. Ich habe mir also meinen ehemaligen Kommilitonen geschnappt, mit dem ich ehedem schon den inzwischen aufgrund Mitgliederschwundes aufgelösten Lesezirkel gründete und der mich auch vor einigen Wochen zum Schiff von Uluburun mitnahm.
Insgesamt haben wir ungefähr sechseinhalb Stunden mit dem mittelalterlichen Dortmund zugebracht, da waren aber auch eine Essens- und eine Regenpause mit drin. Im Adlerturm, den ich, wenn ich mich recht erinnere, bisher nur ein einziges Mal besucht habe, und zwar als er vor ca. 15 Jahren eröffnet wurde, gibt es die Sonderausstellung "Helme, Schwert und Rüstungen", wer sich also nicht für Waffen und dergleichen interessiert, kann das auslassen und etwas Geld sparen. Ach ja, Geld. Das ganze kostet für ein Kombiticket Adlerturm und Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MuKuKu) 7,50 Euro, was ich für wirklich fair halte. Noch fairer ist es für Studenten und so, die nur 4,50 Euro bezahlen. Wenn man auf die Schwerter und Rüstungen keinen Bock hat, kann man auch ein Kombiticket für die Ausstellung im MuKuKu und die ebenfalls dort zu besehende Ausstellung Die Kleine Nationalgalerie für 10 Euro erwerben. Das war uns dann aber zuviel für einen Tag (wir waren erst um kurz vor fünf fertig, hatten also die richtige Entscheidung getroffen), wir haben uns aber vorgenommen, uns demnächst auch noch diese Ausstellung anzusehen.
Ebenfalls der interessierten Öffentlichkeit zugänglich sind die vier Innenstadtkirchen. Wir sind auch in alle einmal hineingegangen, ich fand aber, daß Petri- und Propsteikirche nicht besonders viel hergeben. Die Reinoldikirche ist da schon interessanter, aber die geplante Turmbesteigung, die ich auch schon mal als Schüler gemacht habe, fiel dann leider wortwörtlich ins Wasser. Wir haben aber vor, das zusammen mit einer ordentlichen Kirchenführung noch nachzuholen. In der Marienkirche haben wir dann eine solche Führung mitgemacht. Da wir die einzigen Interessierten waren, hat die freundliche Frau sich allerdings geweigert, die Führung wie versprochen auf Englisch zu machen. Ein bißchen enttäuscht war ich schon, aber es hat sich trotzdem gelohnt, denn allein hätte ich so viele Details niemals bemerkt.
Eine kurze Zwischenbemerkung zum Thema Essenspause: Wir waren bei Subway. Den Laden gibt es noch nicht so wahnsinnig lange in Dortmund, aber es scheint sich für die Betreiber zu lohnen. Nicht nur, weil in den letzten Monaten mindestens drei Läden in meiner näheren Umgebung eröffnet wurden (Do-City, Do-Aplerbeck, Bo-Uni-Center), sondern auch, weil der Laden, in dem wir am Samstag unsere Mittagspause machten, zum Bersten gefüllt war. Nur mit Glück konnten wir noch einen Sitzplatz erheischen. Ich mag die Subway-Sandwiches, sie sind lecker, in vegetarischer Form verfügbar und geben einem ein Gefühl von Joey.
Zum Abschluß des Tages gingen wir dann noch in die Hauptausstellung im MuKuKu. Die Ausstellung ist recht übersichtlich, aber mit einem Audioguide (2,50 Euro) am Ohr kann man trotzdem einige Stunden dort verbringen, bis man alles gesehen und gehört hat. Besonders habe ich mich darüber gefreut, im Museum Leute zu treffen, die sich auf Französisch unterhielten. Aber das bin vermutlich nur ich. Ich fand die Ausstellung jedenfalls sehr sehenswert und kann sie nur empfehlen. Die meisten der drumherum drapierten Veranstaltungen klingen allerdings nicht sonderlich aufregend. Am besten schnappt man sich, so wie ich, im Kulturshop von Karstadt die passende Broschüre und überlegt, was davon man wirklich gesehen haben muß.
-- now playing: Bedřich Smetana - Mein Vaterland
Wir haben einen Gewinner, und er heißt nicht Prodi. Heute Mittag, während in Villariba noch geputzt... äh in Italien noch gezählt wurde, hat die Jury nach wenigen Wochen des Überlegens und Beratens schließlich eine Entscheidung getroffen, wer das Rennen um den Titel "Kulturhauptstadt Europas" für 2010 gemacht hat. Es ist Istanbul. Nein, Spaß beiseite, das stimmt zwar, aber interessanter ist vermutlich, welcher der deutschen Bewerber das Rennen gemacht hat. Wir erinnern uns, daß nach monatelangem Ringen nur noch zwei deutsche "Städte" übrig geblieben sind: Görlitz (zusammen mit dem polnischen Zgorzelec auf der anderen Seite des Flusses) und Essen (für das Ruhrgebiet). Warum ausgerechnet Görlitz und Essen es in die letzte Runde geschafft haben, stand zum Beispiel in der taz
Und als hätte man es geahnt, hat der Sieger sich schon vor etlichen Monaten die Domain www.kulturhauptstadt-europas.de gesichert. Es ist, leider wie ich finde, nicht Görlitz geworden, sondern das Ruhrgebiet (man sollte sich ganz schnell abgewöhnen hier "Essen" zu sagen, vor allem, weil gerade die Geballtheit der Region die Jury überzeugt zu haben scheint). Meiner Meinung nach hätte Görlitz, das seit der EU-Erweiterung vor zwei Jahren wieder anfängt mit seiner östlichen Hälfte Zgorzelec zusammenzuwachsen, ein sehr viel besseres Symbol dafür abgegeben, was der Grundgedanke von EUropa ist. Nämlich das Ausbilden einer europäischen Identität und die langsame Abschaffung des wiederwärtigen und überholten Konzeptes des Nationalstaats.
Und Zusammenwachsen ist den vielen kleineren und größeren Metropolen hier im Ruhrgebiet in den letzten Jahrzehnten nicht gerade besonders leicht gefallen. Anstatt endlich einmal ein durchdachtes Regionalkonzept auf die Beine zu stellen und zum Beispiel den intrastädtischen ÖPNV besser zu verzahnen, versuchte man sich in den letzten Jahren gegenseitig mit wahnwitzigen Großprojekten wie z.B. Konzerthäusern zu überbieten, so daß es neben dem Dortmunder Konzerthaus nun ebenfalls die Essener Philharmonie gibt. Beide vermutlich heftigst mit kommunalen Steuergeldern subventioniert. So ist die von den für die Kulturhauptstadtbewerbung Verantwortlichen vielgerühmte Dichte an Kulturstätten natürlich kein Wunder und erscheint gleich in einem ganz anderen Lichte.
Aber vielleicht ist ja der Rummel der um den Titel der Kulturhauptstadt Europas gemacht wird ja ein Anlaß für die Ruhrgebietsstädte sich endlich zusammenzuraufen und die vielbeschworene Metropolregion Ruhr oder noch besser eine Ruhrstadt zur Wirklichkeit zu machen oder dieser zumindest ein ganzes Stückchen näher zu bringen. Ein paar informative Artikel zur "Entwicklung" dieser Idee zum Selbststudium finden sich z.B. bei Do News, dem "Dortmunder Online-Magazin", das es in dieser Form vielleicht nicht mehr lange geben wird.
-- immer noch 46 Tage "Fortbildung"? --
-- now playing: Heroes del Silencio - Avalancha --
Karneval. [...] Entlehnt aus it. carnevale[...]. Möglicherwise eine Lehnbildung mit it. carne f 'Fleisch' und it. levare 'wegnehmen' (de carne levare ieiunium, gekürzt zu carnelevare, carnelevarium, dann carnevale). Ursprünglich Bezeichnung des Tages vor der vorösterlichen Fastenzeit; dann Erweiterung des bezeichneten Zeitraumes.
Das sagt der kluge Herr Kluge (den es inzwischen sogar schon digital gibt - leider im proprietären Ein-Betriebssystem-Format) zu dem, was wir in diesen Tagen erlebten und was morgen glücklicherweise schon wieder vorbei ist.
Wenn das nicht die perfekte Gelegenheit für alle Christen ist, endlich - zumindest für einige Wochen - das glorreiche Leben eines Vegetariers zu führen. Als Anreiz (im Sinne einer negativen Verstärkung) kann dieses Video dienen, das ich mir aufgrund meines furchtbar schlecht konfigurierten Systems bisher nicht selbst ansehen konnte, das aber doch sehr deutliche Bilder enthalten soll (nichts für schwache Nerven).
Noch mal zurück zum Karneval. Man sollte ja meinen, daß dieser närrische Frohsinn nach Terminplan hier im "Herz Westfalens" nicht so ausgiebig zelebriert wird, aber leider ist dem nicht so. So mußte ich gestern auf dem Heimweg von meiner "Fortbildung" entsetzt feststellen, daß es wohl tatsächlich immer noch einen Rosenmontagszug in Dortmund gibt und - für mich in diesem Moment viel schlimmer - daß man die Straßenbahn einfach nicht mehr fahren läßt, weil sie dem Zug in die Quere käme. So bin ich ziemlich verärgert per pedes von der Innenstadt aus nach Hause gewandert und konnte so nicht nur nicht das hervorragende Buch, welches ich zur Zeit lese, endlich beenden, sondern es sieht momentan gar ein bißchen so aus, als habe ich mir unterwegs auch noch eine leichte Erkältung eingefangen. Wenigstens ist dann die Nase rot. Helau!
Zwei Dinge, die mir schon länger im Kopf herumschwirren. Jetzt habe ich es aufgegeben, darauf zu warten, daß mir noch mehr solcher Fetzen zufliegen, die dann zusammen einen Eintrag von akzeptabler Länge ergäben. Mehr Mut zum Kurzbeitrag!
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Bin ich eigentlich der einzige, der bei der Werbung für die neue(?) MTV-Konzert-Sendung "Get alive" immer nur "Get a life!" versteht?
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Jedesmal, wenn ich mit der Straßenbahn die Kaiserstraße entlangfahre und nicht gerade in ein Buch vertieft bin, fällt mir auf, daß ich das Möbelgeschäft dort vermisse. Hauptsächlich wegen der "erschwinglichen Massivholzmöbel", die immer im Schaufenster angepriesen wurden. "Erschwinglich" ist meiner Meinung nach eines der schönsten deutschen Wörter. Ich muß mir mal angewöhnen, das häufiger zu verwenden.
Morgen hat die personifizierte Dummheit (also Rechtsextreme) wieder mal einen Auftritt hier in Dortmund. Und wieder haben sich jede Menge Menschen entschlossen, lauthals darauf aufmerksam zu machen. Hier der offizielle Aufruf zu Gegendemo (leicht, aber sinnwahrend, gekürzt):
Dortmund bleibt eine weltoffene Stadt - Neonazis stoppen!
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Wir wollen auch morgen in einer offenen und demokratischen Gesellschaft leben. Daher gilt es besonders wachsam zu sein gegenüber allen nationalistischen und fremdenfeindlichen Ideologien und Aktionen. Das ist die Lehre aus der Nazi-Gewaltherrschaft. Daran erinnert auch der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar.
Deshalb erklären wir, dass Aufmärsche von Neonazis - wie für Samstag, 28. Januar geplant - in unserer Stadt unerwünscht sind.
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Dortmund und die umliegende Region drohen sich zu einem Zentrum rechtsextremer Aktivitäten und zu einem Knotenpunkt ihrer Vernetzung zu entwickeln.
...
Demonstration zum Versammlungsort der Neonazis:
Samstag, 28. Januar, 11.30 h, Vinckeplatz (Kreuzviertel)
Wir fordern alle Dortmunder Bürgerinnen und Bürger auf, beteiligen Sie sich an den geplanten Veranstaltungen. Zeigen Sie mit einer machtvollen Demonstration unsere gemeinsame Ablehnung gegen die Anmaßung der Neonazis, die Dortmund auf Aufklebern und T-Shirts dreist als ihre Stadt bezeichnen. Dortmund bleibt unsere Stadt, in der wir, Einheimische und Zugewanderte, Gläubige verschiedener Religionen und Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur gemeinsam leben wollen.
Wir lassen uns den sozialen Frieden in unserer Stadt nicht durch fortgesetzte Provokationen der Neonazis zerstören!
V.i.S.d.P.: DGB Östliches Ruhrgebiet, Eberhard Weber, Ostwall 17, 44135 Dortmund, dortmund@dgb.de
Aus schmerzhaften Erfahrungen, deren endgültige Klärung in Karlsruhe nach wie vor auf sich warten läßt, stehe ich antifaschistischen Demonstrationen inzwischen etwas skeptisch gegenüber. Und da ich sowieso leicht kränklich bin, werdet Ihr mich morgen nicht dort sehen. Aber laßt Euch nicht davon abhalten, hinzugehen und ein Zeichen zu setzen. Und hoffentlich endet es für Euch nicht im Gewahrsam der Staatsgewalt, wie damals für mich.
Ein klassischer Fall von "Zu langsam": Diesen Eintrag wollte ich schon seit einigen Tagen posten:
Wir gehen in die zweite Novemberwoche.
Es sind immer noch regelmäßig locker zweistellige Gradzahlen draußen zu beobachten.
Und die Geschäfte feiern bereits Weihnachten.
Irgendwas stimmt da doch offensichtlich nicht. Oder liegt das an mir?
Und jetzt habe ich zu lange damit gewartet, denn heute scheint offensichtlich endlich der Winter angebrochen zu sein. Jedenfalls war es schon annehmbar kalt. Auf Hin- und Heimweg registrierte ich unter zehn Grad an meinem Thermometer (das an der Apotheke hängt). Zeit wurde es. Der "Größte Weihnachtsbaum wo gibt" ist schon so gut wie fertig und die ersten paar Stände lauern auch schon darauf, daß endlich offiziell Weihnachtsmarktbeginn ist.
Auf eine gelungene kalte Jahreszeit!
Früher fand ich das Glockenspielhaus ziemlich cool. Inzwischen läuft es bei mir definitiv unter Lärmbelästigung. Und da es direkt an der Straßenbahnhaltestelle ist, kann man dem Lärm auch nicht ausweichen. Blöd das.
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Was mich so richtig ankotzt ist ja auch die Werbung auf der Straßenbahn. Zumindest die, die sich über die Fenster erstreckt und einem den Spaß an einem Fensterplatz verleidet. Ich finde, daß man für derart minderwertige Plätze eigentlich einen Fahrpreisrabbat bekommen müßte.
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Was ich hingegen ziemlich gut finde - gegen den aktuellen Trend und gegen das Prinzip des von mir sehr geschätzten Linux/Unix - ist das Konzept des Handys als eierlegende Wollmilchsau, also im wesentlichen mit den Funktionen Telefon, Fotoapparat und MP3-Player. Es ist doch eigentlich sehr praktisch, nur noch ein Gerät mit sich herumtragen zu müssen, das alle diese Funktionen auf einmal erfüllt. Problematisch wird es nur, wenn es mal Probleme gibt, da man dann keine der Funktionen mehr nutzen kann. Aber mit einer ordentlichen Ausfallsicherheit ausgestattet wäre das schon eine gute Idee.
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Gerade fiel mir aus irgendeinem Grund der Text von "Help" ein und ich überlege nun hier in aller Öffentlichkeit ob und vor allem inwieweit man die Unterscheidung zwischen "somebody" und "anybody" auf die deutschen Begriffe "jemand" und "irgendjemand" abbilden kann, und ob das dann mit den anderen Indefinitpronomen ähnlich geht. Wir alle wissen ja "Bei Frage und Verneinung tritt 'any' in Erscheinung." Und eben diese beiden Bereiche wirken doch mit "irgendjemand" natürlicher als nur mit "jemand", finde ich.
"I need somebody."
"Ich brauche jemanden."
"Is there anybody out there?"
"Ist irgendjemand da draußen?"
"I don't need just anybody."
"Ich brauche nicht irgendjemanden. [sondern einen Klempner]"
Was denken denn meine Leser so dazu? Es wäre doch schön, wenn die langen Diskussionen auf dieser Seite nicht nur über Politik geführt würden, sondern auch mal über Linguistik.
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Die Fantastischen Vier veröffentlich jetzt schon das 4. Live-/Best-Of-Album. Von den letzten sechs Alben waren nur zwei normale Studioalben mit komplett neuen Titeln. Ich finde das doch irgendwie besorgniserregend, auch wenn Viel von extrem hoher Qualität war. Wenn es also nicht an fehlender künstlerischer Inspiration liegt, dann liegt der Verdacht nahe, daß hier die treue Fangemeinde mal wieder um den einen oder anderen Euro erleichtert werden soll. Wenn man dann auch noch daran denkt, daß sich die Vier seit neuestem auch an die Werbung verkauft haben, muß zumindest ich doch noch mal ernsthaft über das Ausmaß meines Fantums nachdenken.
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Wir feiern 20 Jahre Calvin & Hobbes - oder, wenn wir pessimistisch sind - den zehnten Jahrestag des Endes dieses Strips. Dieser Washington-Post-Artikel erklärt, warum das einerseits schade ist, andererseits aber wohl kaum anders möglich war. Jetzt gibt es jedenfalls endlich eine gut gemachte Gesamtausgabe, etwas, das ich schon jahrelang suche (das beste, was ich fand waren die drei fetten Bände The Essential Calvin and Hobbes
, The Authoritative Calvin and Hobbes
und The Indispensable Calvin and Hobbes
). Sie kostet 150 Dollar, ein fairer Preis für 10 Jahre voll guter bis brillianter Comic Strips. Wenn ich jetzt nur das Geld dafür hätte.
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Der Deppenapostroph scheint nicht mehr in zu sein. Stattdessen sieht man immer häufiger - fast möchte ich schon sagen, "wohin man schaut" - das Deppenleerzeichen. Jüngstes prominentes Beispiel ist der Signal Iduna Park - eine Umbenennung, die auch mir, dem Fußball am Arsch vorbeigeht, die Tränen in die Augen treibt.
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Auf Eurosport wird jetzt scheinbar regelmäßig Wrestling übertragen (ganz genau kann man das nicht sagen, weil weder Videotext noch Webseite des Senders besonders großzügig mit Informationen umgehen). Zwar handelt es sich nicht um die allseits bekannte und beliebte WWE (ehemals F), aber immerhin um das next-best-thing: TNA. Ich habe es am letzten Wochenende geschaut und war ganz angetan. Die Kämpfe sind unterhaltsam und die beiden Moderatoren, Christian und Harry, wenn ich es richtig verstanden habe, sind ziemlich witzig. Es fehlt einem zwar ein wenig Carsten "Das war die beste Großveranstaltung, die ich je gesehen habe" Schäfer, aber der hat ja mit den Jahren sowieso ein wenig nachgelassen. Mein Tip: Schaut mal rein! Die nächste Sendung ist, wenn ich mich recht erinnere, am kommenden Freitag.
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Jetzt ist es wohl endgültig so weit. Die NBA ist im deutschen Free-TV nicht mehr zu sehen. Im letzten Jahr sah es ja auch erst so aus, bevor das DSF sich nach den ersten paar Saisonwochen doch noch erbarmt hat, also gebe ich die Hoffnung noch nicht ganz auf Trotzdem finde ich es ziemlich blöd - und irgendwie leitkulturmäßig - daß im Fußball jedes auch noch so viertklassige Fünftligaspiel übertragen wird, aber man in Deutschland nicht so populäre Sportarten kaum noch geboten bekommt. Und wieder ein Kerbe mehr in dem Brett mit Gründen für's Auswandern.
Gestern habe ich endlich die ersten Weihnachtsmänner im Rewe entdeckt. Aber vermutlich ist das für die besser Informierten unter Euch längst ein alter Hut, oder?
Am Freitag bin ich auf dem Heimweg von der Fortbildung noch kurz in der Stadt gewesen und habe auf dem Hansaplatz schon die ersten Teile eines verdächtigen Stahlgerüsts gesehen. Ich fürchte, es dauert nicht mehr lange, dann haben wir wieder den Größten. Und der Bahnhof sieht immer noch aus wie in einem Schwellenland. Ob das die richtigen Prioritäten sind?
In den Kommentaren wurde ich von Captain Smollet darauf aufmerksam gemacht, daß das Cosmotopia, einer der interessantesten Clubs in Dortmund, heute zum vorerst letzten Mal seine Pforten öffnet. Wer das gemütliche Ambiente dort noch ein letztes Mal genießen will, muß also heute Abend dort vorbeischauen.
Dabei fällt mir ein: Der Soundgarden hat inzwischen wieder geöffnet, nachdem den Betreibern ja wegen baulicher und jugendschutzrechtlicher Gründe die Konzession nicht automatisch verlängert wurde. Jugendliche unter 18 müssen allerdings immer noch (vorerst) draußen bleiben. Vielleicht ein guter Grund für die etwas Älteren dort mal wieder vorbei zu schauen. Natürlich nur, wenn man noch nicht, wie ich, bereits kurz vor der ersten Ü30-Party steht.
Wie ich gerade aus meinem rotstichigen Ersatzfernseher erfahren mußte, hat es die CDU doch tatsächlich gewagt, ihren Wahlparteitag hier in Dortmund abzuhalten. Und zwar heute. Die denken wohl, hier kämen sie mit ihrem Schwarz-Gelb besonders gut an. Gleichzeitig, quasi als Kontrastprogramm, kommt aber auch der Außenminister auf seiner "Joschka-Tour" in unsere Stadt. Ich mache mich gleich mal auf den Weg, um ihm einen Besuch abzustatten. Mal schauen, was er so zu erzählen hat. Meine Lieblingspartei schickt leider nur ihren leicht anrüchigen NRW-Spitzenkandidaten (der scheinbar nicht einmal eine eigene Homepage besitzt) am 31. August hier vorbei. Ich spiele mit dem Gedanken, ob ich nicht eventuell nach Köln fahren soll, um den weitaus sympathischeren Kopf der Doppelspitze sprechen zu hören. Für Brüder im Geiste (und als Schnelllink für mich selbst) finden sich hier die gesammelten Termine. Interessant fände ich es ja auch, einmal eine hübsche Frau beim Wahlkampf zu beobachten. Aber dafür extra nach Hessen (oder noch weiter) zu fahren, ist dann wohl doch etwas zu viel des Guten.
Ich habe gestern eine Diplomarbeit für jemanden korrekturgelesen und dabei festgestellt, daß es mir beim Korrekturlesen mitunter sehr schwer fällt, nicht bestimmte Formulierungen, die ich so niemals verwenden würde, einfach abzuändern. Und das, obwohl die betreffenden Formulierungen in der Regel, rein objektiv betrachtet, völlig in Ordnung sind. Der Drang läßt aber glücklicherweise mit zunehmender Korrekturzeit nach. Und ich habe dabei wieder einmal feststellen müssen, daß diese Arbeit mir sehr gut liegt. Wenn ich jetzt bloß noch jemanden fände, der mir das glaubt und mich deswegen einstellt.
Für alle Rollenspielfreunde im Raum Dortmund möchte ich in beinahe letzter Minute darauf hinweisen, daß am kommenden Wochenende mal wieder der Ratcon im Fritz Henßler Haus stattfinden wird. Das ganze ist zwar als allgemeiner Con angekündigt, ist aber in Wirklichkeit eine reine FanPro-Veranstaltung, also mithin das gefundene Fressen für alle DSA- und Shadowrun-Freunde. Und wenn man nur spielen möchte, findet man sicherlich auch Runden für andere Systeme. Die Zeiten des berüchtigten Vampire-LARP scheinen jedoch vorbei zu sein, wenn man dem (vorläufigen) Programm im Internet glauben darf.
Der BILD-Comic-Bibliothek werde ich mich vermutlich morgen, spätestens aber am Samstag wieder widmen. Das hängt ein wenig davon ab, wie zügig und reibungslos ich meine diversen morgigen Termine und Vorhaben auf die Reihe bekomme.
Seit einigen Wochen bemerkt man eine deutliche Veränderung in der Dortmunder Innenstadt. Offenbar hat sich das beliebte Maskottchen des Dortmunder Konzerthaus, das geflügelte Nashorn, selbständig gemacht und Dutzende von Nachkommen gezeugt, die jetzt erst mal ziemlich unmotiviert überall in der Innenstadt rumstehen. Pfiffige Geschäftemacher haben diese einmalige Gelegenheit genutzt und die Nashörner in einem unbeobachteten Moment kreischend bunt angemalt. Und wie um sich mit ihrer grausamen Tat zu brüsten wurde auch noch an jedem der hilflosen Rhinozerosse eine Tafel angebracht, auf der die schändlichen Verunstalter völlig unverhohlen ihren Namen preisgeben. Eine himmelschreiene Ungerechtigkeit und Tierquälerei. Da muß man sich doch fragen, wo die Tierschutzpartei war, als die armen Nashörner ihren Schutz gebraucht hätten.
Die Wirklichkeit ist natürlich viel prosaischer. Diesem Artikel zufolge sind die Nashörner der neueste und bisher erfolgreichste Streich des Dortmunder City-Marketings. Man kann sich ruhig schon mal an den Anblick gewöhnen, da die Mehrzahl der Tierchen uns bis in die Zeit nach der Fußball-WM begleiten werden. Bleibt nur die Frage: Was sollen nur die Fußballverrückten der Welt, die nächstes Jahr hier anreisen, von Dortmund denken, wenn das die Visitenkarte der Stadt ist.
Schon seit Generationen kursiert unter den Jugendlichen Dortmunds das Gerücht, daß der Soundgarden (dessen Homepage dubioserweise keinen echten Namen, sondern nur eine IP-Adresse hat) bald wegen baulicher und feuerpolizeilicher Mängel schließen wird. Als ich die Geschichte zum dritten Mal gehört hatte, habe ich die Theorie entwickelt, daß die Betreiber dieses Gerücht selbst verbreiten, um so Leute herbeizulocken, die "noch ein letztes Mal" in diese Disco gehen wollen.
Jetzt ist das Gerücht aber plötzlich bittere Wahrheit geworden, denn zum August hat der Soundgarden seine Konzession verloren. Und tatsächlich auch wegen der oft beschworenen feuerpolizeilichen Mängel. Aber ebenfalls wegen der Horden betrunkener Minderjähriger, die regelmäßig erst deutlich nach Mitternacht die Pforten der Disco verlassen. Die Stadt will die Ende Juli abgelaufene Konzession erst dann verlängern, wenn diese Probleme gelöst worden sind. Die Betreiber verkünden auf der Homepage bereits eine "Nur noch ab 18"-Eintrittsbeschränkung. Wenn ich bedenke, daß ich dort damals schon mit etwas über zwanzig zu den ältesten Besuchern gehörte, könnte das einem Todesstoß gleichkommen - zumindest müßte man ein völlig neues Konzept entwerfen und sich mühsam eine neue Zielgruppe suchen.
Ich dachte mir, wenn ich hier schon über mein wenig spannendes Leben berichte, könnte ich auch allgemeinere Beobachtungen über das Fleckchen Erde, an dem ich mich zur Zeit überwiegend aufhalte. Auch um davonziehende Freunde und Bekannte ein wenig auf dem Laufenden zu halten. Frohen Mutes, daß die pulsierende Großstadt Dortmund - laut dieser Liste immerhin die sechstgrößte Stadt Deutschlands - genügend Stoff für viele Beiträge hergibt, bekommt sie auch gleich eine eigene Kategorie zugewiesen. Hätte es diese Kategorie vor ein paar Wochen schon gegeben, hätte ich in ihr zum Beispiel darüber berichten können, daß die Dortmunder Schachtage, eines der renommiertesten Schachturniere der Welt, zum ersten Mal von einem Einheimischen gewonnen wurde. Einem 19-jährigen Brackeler mit dem typisch deutschen Namen Arkadij Naiditsch.
Und wie passend zu dieser meiner Entscheidung, stellt sich auch gleich heraus, daß Dortmund bei einer Studie darüber, wie zufrieden die Einwohner mit ihrer Stadt sind, den 12. Platz gemacht hat. Damit hätte man nun nicht so ohne weiteres gerechnet, wenn man bedenkt, wie sehr die Stadt gerade zur Zeit mit nie enden wollenden Baustellen überzogen ist. Gerechnet hätte man aber vermutlich auch nicht damit, daß die deutsche Stadt mit den zufriedensten Bewohnern Leipzig ist.