Mission Statement

Hallo zusammen!

Bis vor einigen Monaten habe ich mehr oder weniger regelmäßig ein Blog namens Persistent Illusions geführt.

Während meiner Abwesenheit von der Blogosphäre (zumindest als aktiver Teilnehmer) ist eine Menge passiert und einiges davon hat mich davon überzeugt zurückzukommen. In der Quintessenz kann ich meine Beweggründe in zwei Zitaten von Personen zusammenfassen, die während meiner Sendepause leider von uns gegangen sind.

“Man kann nicht nicht kommunizieren.”

“We are here to help each other through this thing, whatever it is”

Wie das erste Zitat zeigt, habe ich auch durch mein Nicht-Bloggen etwas gesagt. Und zwar, daß ich mich aus Faulheit oder Defätismus oder was auch immer aus meiner Verantwortung stehlen möchte. Welche Verantwortung das ist, sagt das zweite Zitat. Auch wenn der Einfluß dieses bescheidenen kleinen Blogs auf die große böse Welt nur sehr begrenzt ist, so möchte ich doch durch meine Texte etwas dazu beitragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Zum Beispiel, indem ich besonders eklatante Schlechtigkeiten anprangere. Und wie die letzten Wochen und Monate gezeigt haben, ist das bitter nötig. Erst wenige Wochen ist es her, daß wieder einmal Millionen von Steuergeldern verpulvert wurden, nur damit ein paar Leute, die sich besonders wichtig vorkommen, ein Kaffeekränzchen hinter einem formschönen Zaun abhalten konnten. Und damit sie sich auch wirklich ganz sicher fühlen konnten, hat man schon mal damit angefangen, den Bürger auf der Straße stärker zu überwachen. Denn dem ist ja bekanntlich alles zuzutrauen. Dann gab es Wahlen in Belgien und Frankreich, und leider geht der Trend nicht in eine Richtung, die einen hoffnungsfroh stimmt.

Frankreich rückt nach rechts

Frankreich rückt nach rechts (ergoogeltes Stillbild aus der Harald-Schmidt-Show, die es in dieser Form inzwischen nicht mehr gibt)

Und im Inland sieht es auch nicht wirklich rosig aus. Die Gruppen an Ewiggestrigen werden wieder größer und vor allem lauter. Vermutlich schlußfolgert man in deren Kreisen, da sich ja auch der Kapitalismus zu seinen Frühformen zurückentwickelt, könne das auch der deutsche Staat mal wieder tun. Die Arbeitslosenzahlen stützen diese These, ebenso wie die nach wie vor immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich, an der auch die lautstarke Instanziierung einer neuen Partei links von der SPD (und da ist ja auch nun wirklich mittlerweile genug Platz geschaffen worden) nicht viel ändern wird.

Seit einiger Zeit lese ich mit Begeisterung zwei (relativ) neue Blogs, die zeigen, daß die deutschsprachige Blogosphäre doch nicht so trostlos ist, wie sie mir immer vorkam (vor allem im Gegensatz zur englischen und französischen). Zum Einstieg empfehle ich Euch diesen Beitrag von Stefan Niggemeier und diesen oder diesen vom Spiegelfechter.

Altleser von Persistent Illusions möchte ich aber an dieser Stelle doch beruhigen. Trotz dieses neugefundenen Fokus auf Relevantes opfere ich meine anderen Interessen nicht völlig dem Politischen. Es wird auch weiterhin Beiträge über Linguistik, Astrophysik und natürlich Comics geben. Auch Rezensionen werden es immer wieder einmal in dieses neue Blog schaffen. Aber nicht zwanghaft zu allem und jedem, sondern nur, wenn ich meine, tatsächlich etwas zu sagen zu haben. Auch in diesen Bereichen gilt also: Content is King!

Schließen möchte ich diesen ersten Eintrag einer neuen Ära mit den inspirierenden Worten von Angel:

“Nothing in the world is the way it ought to be. It’s harsh and cruel.
But that’s why there’s us — champions. Doesn’t matter where we come from,
what we’ve done or suffered or even if we make a difference.
We live as though the world were as it should be — to show it what it can be.”
(Angel to Connor in Deep Down)

26 thoughts on “Mission Statement

  1. Pingback: Gedankenblasen » Blog Archive » Vorsicht, frisch gestrichen

  2. “Altleser von Persistent Illusions möchte ich aber an dieser Stelle doch beruhigen. Trotz dieses neugefundenen Fokus auf Relevantes opfere ich meine anderen Interessen nicht völlig dem Politischen.”

    Ich bin jedenfalls gespannt, was Du uns schreiben wirst.
    Viel Erfolg bei Deinem neuen Blog-Projekt!

    Gruß,
    Silvio Ströver

  3. “…so möchte ich doch durch meine Texte etwas dazu beitragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.”

    So einfach ist das nicht!

    “Trotz dieses neugefundenen Fokus auf Relevantes opfere ich meine anderen Interessen nicht völlig dem Politischen.”

    Wollen wir’s hoffen… Denn ich bin hier um mich mit den anderen Lesern zu streiten, dazu wird Politik als Ansport kaum genügen – oder?

  4. “…so möchte ich doch durch meine Texte etwas dazu beitragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.”

    So einfach ist das nicht!

    Ich weiß, aber es ist schon mal ein Anfang. Und ich gebe mir ja auch sonst einige Mühe.

    “Trotz dieses neugefundenen Fokus auf Relevantes opfere ich meine anderen Interessen nicht völlig dem Politischen.”

    Wollen wir’s hoffen… Denn ich bin hier um mich mit den anderen Lesern zu streiten, dazu wird Politik als Ansport kaum genügen – oder?

    Meinst Du nicht? Ich rege mich momentan über fast alles Politische, das ich so höre/sehe auf. Aber keine Sorge, notfalls kann ich ja immer noch in die Sparte “Religion” wechseln. ;-)

  5. Ich sehe mich ja eh als politischen Flüchtling an – und zahle meine Steuern hier, wo sie nicht in die Hände der schwarzen Pest fallen! Hähähähähä!

  6. Ich sehe mich ja eh als politischen Flüchtling an – und zahle meine Steuern hier, wo sie nicht in die Hände der schwarzen Pest fallen!

    Du Glückliche. Ich wünschte, das könnte ich auch.

  7. Kündige und geh nach Spanien! Da wurde die kriegsführende Regierung ja ratzfatz angewählt. Und der Stierkampf ist auch auf dem absteigenden Ast!

  8. Bist eben doch kein reinrassiger Idealist.
    Aber scheint ja doch Angst bekommen zu Haben, mit Gott im sottotitolo… ;-)

  9. Da will ich ja schon wieder an die Decke springen – bin Deinem Link gefoltg und auf folgenden Satz gestoßen:

    “Bei der sechsten Stierhatz durch die Stadt wurden 13 Menschen schwer verletzt, darunter auch ein Deutscher.”

    So what?! Was macht den Tod eines Deutschen dramatischer als den eines Senegalesen?!

    Erboste Grüße
    ,

  10. “Bei der sechsten Stierhatz durch die Stadt wurden 13 Menschen schwer verletzt, darunter auch ein Deutscher.”

    Dass eben unter den 13 schwerverletzten auch ein Deutscher war. Und die anderen 12 waren vermutlich Einheimische.

  11. Ja, aber warum wird das überhaupt erwähnt? Würde es nicht reichen zu sagen, daß 13 Menschen verletzt wurden e basta?

  12. Bist eben doch kein reinrassiger Idealist.

    Leider. Aber dafür habe ich einfach zu gern ein Dach über dem Kopf und Essen auf dem Teller.

    Und ehe ich mich wieder vollständig dem Überwachungsstaat unterwerfe…

  13. Virgola: So what?! Was macht den Tod eines Deutschen dramatischer als den eines Senegalesen?!

    Nichts natürlich. Auch schlimm ist immer dieses “darunter auch Frauen und Kinder”. Wie Volker Pispers es so schön sagt: “Ich warte darauf, daß es in der Tagesschau heißt – fünfzig Tote, zum Glück nur Männer!”

    Silvio: Dass eben unter den 13 schwerverletzten auch ein Deutscher war. Und die anderen 12 waren vermutlich Einheimische.

    Aber so war es ja eben nicht. Im Text steht doch (mit einem Kasusgebrauch bei dem sich einem die Nackenhaare aufstellen):

    Auch ein weiterer Spanier, zwei US-Bürger, ein Norweger und ein Pole nahmen die Kolosse auf die Hörner.

  14. Ach komm, wer in Deutschland weint denn um Polen? Damit kann man das Mitleid der Leute kaum erwecken, so bitter es ist.

    @Kreetrapper: Man muß ja nicht gleich kündigen, aber man kann sich wegbewerben – nur zu!

  15. Ach komm, wer in Deutschland weint denn um Polen?

    Inzwischen wird mir langsam klar, wieviele Polen hier eigentlich mitten unter uns sind. Die weinen bestimmt eher um den Polen als um den Deutschen. Oder um beide gleich viel.

  16. Ach echt? Sind in meiner Abwesenheit ganz viele Polen rübergekommen? outnumberen die die Türken jetzt schon?
    Ich glaube j airgendwie, daß die Deutschen einer Nation so lange wohl gesonnen sind, bis deren Anzahl im “eigenen” Land ihrer Meinung nach Überhand nimmt…

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