Verraucht

Der Spiegelfechter ist normalerweise ein Garant für gut recherchierten Journalismus und ob seiner gesellschaftskritischen Ansichten und des bissigen Humors meist auch eine wahre Lesefreude. Um so enttäuschter war ich davon, als dort vor kurzem ein ziemlich undifferenzierter Artikel zum Thema “Rauchverbot” erschien.  Ja, ich weiß, es steht groß und fett “Polemik” dran, aber selbst dafür scheint es mir zu platt. Vor allem deshalb, da der Autor seinen Standpunkt auch in den Kommentaren nachhaltig verteidigt. Überhaupt, die Kommentare. Die driften sehr schnell in die im Internet übliche Schlammschlacht ab und auch Godwin’s Law muß nicht lange auf seine Bestätigung warten.

Wirklich klasse fand ich allerdings diesen Kommentar, der schön prägnant und gleichzeitig witzig ist. Und sich natürlich schnell jeder Menge Anfeindungen ausgesetzt sah.

Die “Freiheit” ueberall rauchen zu koennen ist ungefaehr so sinnvoll wie
die “Freiheit” einem x-beliebigen eine aufs Maul zu hauen. Beides macht
gewissen Leuten Spass, beides hat keinen Sinn, beides beeintraechtigt die
Gesundheit der Betroffenen und beides gehoert verboten.

Die Raucherei mit dem Griff in die Freiheitskiste verteidigen zu wollen,
ist nicht nur dreist sondern auch dumm.
Die persoenliche Freiheit hoert ueblicherweise da auf, wo die Freiheit
eines anderen erheblich eingeschraenkt wird. Sie hoert aber spaetestens
dort auf, wo die koerperliche Unversehrtheit eines anderen gefaehrdet wird.

Und das steht sogar im Grundgesetz.

Noch tobt dort die “Diskussion” und da ich weiß, daß zumindest eine Person hier hauptsächlich deswegen mitliest, weil sie Spaß an verbalen Auseinandersetzungen um kontroverse Themen hat, möchte ich diese gern auf den Artikel im Spiegelfechter verweisen. Soweit ich die Streitigkeiten dort verfolgt habe, hat sich eine unangenehme Mehrheit gegen das Rauchverbot gefunden. Ein paar wohlgezielte Argumente dafür könnten da sicherlich nicht schaden.

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