Eurovision 2008

Letzten Samstag war es wieder so weit: Das Fernseh-Highlight des Jahres – und vielleicht bald der einzige Grund, überhaupt noch einen Fernseher zu haben – der Grand Prix. Ja, ich weiß, es heißt inzwischen Eurovision Song Contest, aber zur großen Verwunderung der Anglizismenjäger vom vds scheint sich diese neue Bezeichnung nicht durchzusetzen. Soll mir nur recht sein. Die Konnotation “große alberne Spaßveranstaltung” klappt bei mir jedenfalls auch besser mit “Grand Prix”, also bleibe ich auch dabei.

In schöner Tradition habe ich den ESC mit meinen Veganer-Freunden angeschaut und wie eigentlich immer hatten wir jede Menge Spaß dabei. Es gab viel zu lachen, man konnte sich über einige der “Darbietungen” wunderbar aufregen, und es war sogar das eine oder andere wirklich ansehnliche Lied (entschuldigt die Synästhesie) mit dabei. Bevor ich zu meinen Lieblingsbeiträgen komme, aber noch einige allgemeine Worte.

Wie so oft sagt Paul O’Brien es viel besser als ich es könnte, aber ich möchte seinen wichtigsten Punkt hier noch einmal kurz wiederholen. Das Problem, das der Grand Prix momentan hat, sind die vielen neuen Teilnehmerländer. Keine Sorge, ich möchte nicht auf die vielzitierte Ostblockmafia hinaus. Aber seit einiger Zeit ist es so, daß sich die Teilnehmer grob in zwei Gruppen einteilen lassen: diejenigen, die das ganze als reine Spaßveranstaltung sehen und versuchen sich mit möglichst abstrusen Beiträgen zu übertreffen, und diejenigen, die den Wettbewerb als Musikveranstaltung ernst nehmen und ihr bestes geben, um zu gewinnen. Um mal kurz Paul zu zitieren, der über den türkischen Beitrag folgendes sagt:

According to Wikipedia, these guys have been around for twelve years, and they’re very big in Turkey. Heaven only knows what they’re doing in Eurovision, but I approve of any country entering a band they actually like. Perhaps we should try it some time.

Und auch wir haben beim Schauen sofort gesagt “Hey, die haben aus Versehen echte Musiker geschickt.”

Leider fallen viele der neuen Teilnehmer aus Osteuropa in die zweite Kategorie und das hat zwei Folgen: Viele von ihnen schicken belanglosen Pop ins Rennen und viele von ihnen stimmen auch für belanglosen Pop, exemplifiziert durch die Top 3 dieses Jahres. Deutschland wollte eigentlich auch belanglosen Pop schicken, hat aber aus Versehen belanglosen schlechten Pop geschickt und ist deshalb nicht wirklich unverdient auf dem letzten Platz gelandet, gemeinsam mit Polen (deren Beitrag so belanglos war, daß ich ihn schon wieder vergessen habe) und dem Vereinigten Königreich (dessen Beitrag diesmal eigentlich ganz okay war). Den Sieg haben sich die Russen mit einer – wie Stefan Niggemeier so schön formuliert – wahren Materialschlacht erkauft. Die taz zählt es noch einmal auf: Ein Superstar-Sänger, ein Stargeiger mit Stradivari, ein Olympiasieger im Eiskunstlauf und das ganze Lied noch schön vom Starproduzenten Timbaland abmischen lassen. Da konnte nicht mehr viel schieflaufen und so war der Sieg auch entsprechend souverän. Rußland scheint einen Lauf zu haben, nach dem UEFA-Cup und der Eishockey-WM ist dies schon der dritte internationale Erfolg innerhalb weniger Wochen. Wettete ich auf den Ausgang der Fußball-EM, setzte ich mein Geld auf die Russen – ob es nun am Können liegt, am vielzitierten Momentum oder ob Väterchen Putin hinter den Kulissen den einen oder anderen Geldkoffer unbeaufsichtigt gelassen hat, die Russen scheinen zur Zeit nur schwer zu stoppen zu sein.

Wie jedes Jahr hatte der Veranstalter auch dieses Mal vor dem Beginn an alle Teilnehmer ein geheimes Motto ausgegeben, das in die Performance mit eingebaut werden mußte. Mottos vergangener Jahre waren z.B. “Trommeln” oder “Tücher”. Diesmal hat man den Teilnehmern die Wahl gelassen, wie genau sie das doch sehr freie Motto “künstliche Menschen” interpretieren. Letztlich haben sich aber zwei Interpretationen durchgesetzt. Zum einen künstliche Frauen – oftmals konnte man den Menschen unter all dem Silikon gar nicht mehr erkennen. Sieger in dieser Kategorie ist mit Sicherheit die schwedische Sängerin, deren Alien-Gesicht mich bis in meine Alpträume verfolgt hat. Die zweite Interpretation, der Robotertanz, war nicht so beliebt, hat es aber bei den Spaniern immerhin sogar bis in den Text des Liedes (“Tres, el robocop”) geschafft.

Seit einiger Zeit hat der Grand Prix so viele Teilnehmer, daß man sich erst einmal in einem von zwei Halbfinals für die große Show qualifizieren muß (außer man ist Gast- oder Geldgeber – diesen fünf bleibt die Qualifikation erspart). Das ist kaum anders machbar – auch mit 25 Teilnehmern dauert der ganze Spaß schon locker drei Stunden – hat aber den Nachteil, daß man entweder nicht alle Lieder zu sehen bekommt (wenn man die Halbfinals ausläßt – so haben wir es gemacht) oder fast alle Lieder doppelt sehen muß (und dann ist das Finale nichts besonderes mehr, weil man fast alles schon kennt). Dies ist ein echtes Dilemma, aus dem ich auch keinen rechten Ausweg weiß, das mich aber in diesem Jahr zum Beispiel um den verrückten irischen Truthahn gebracht hat.

Egal, jetzt zu meinen Favoriten.

Kroatien

Hatten mit Abstand den größten Lacherfolg auf ihrer Seite, weil sie unter anderem mit einem 75-jährigen Rapper antraten: Sein Name “75 Cents”. Auch jetzt könnte ich noch stundenlang über diesen billigen Witz lachen. Aber davon abgesehen war der kroatische Beitrag musikalisch interessant und die Show wirkte rund und individuell und verbreitete – ebenso wie die Musik – ein angenehm mediterranes Flair. Italien ist ja scheinbar zu feige, beim Grand Prix anzutreten, und da haben sich die Kroaten wohl gedacht, jemand muß für sie in die Bresche bringen.

Bosnien & Herzegovina

Zuerst auffällig wegen der abgedrehten Show. Der Sänger springt zu Beginn aus einem Wäschekorb. Seine Partnerin trägt ein Apfelkleid mit (teilweise) echten Äpfeln. Und im Hintergrund wippen strickende Bräute im Takt. Aber je häufiger ich es höre, desto besser gefällt mir auch das Lied an sich. Vermutlich der beste Beitrag dieses Jahr.

Frankreich

Frankreich hat mit Sébastien Tellier einen ernsthaften Musiker geschickt, der dennoch eine ziemlich alberne Show abliefert – im Hintergrund diesmal eine Reihe bärtiger Ladies und der Künstler be”tritt” die Bühne in einem Golfwagen. Ich war nachgerade schockiert, daß Frankreich tatsächlich mit einem englischsprachigen Lied antritt. Und das Lied ist auch nicht übel, aber nicht so richtig Eurovision, weil man es eben auch im Radio hören könnte, ohne daß es groß auffiele.

Spanien

Spanien hat diesmal einen Komiker geschickt – ähnlich wie Deutschland damals mit Stefan Raab. Die Kunstfigur Rodolfo Chikilicuatre trat mit einer Art Macarena-Satire an. Textprobe: Y el Chiki Chiki se baila así / Uno: el brikindans / Dos: el crusaíto / Tres: el Maiquelyason / Cuatro: el Robocop
(Und so tanzt man den Chiki Chiki / Eins: der Breakdance / Zwei: gekreuzte Beine / Drei: der Michael Jackson / Vier: der Robocop)

Aserbaidschan

Die Neulinge aus Asien zeigen gleich mit ihrem Debüt, daß die das Konzept Eurovision verstanden haben. Sie verbinden einen relativ durchschnittlichen Song mit einer abgefahrenen Show voll mit Engeln und Teufeln und dem guten, alten Kostümtrick. Dafür wurden sie völlig zu recht mit einem Platz unter den Top Ten belohnt.

Die Türkei

Wie ich oben schon schrieb sind die Türken wieder einmal mit echten Musikern angetreten, genauer mit der in der Türkei sehr erfolgreichen Rockband Mor ve Ötesi. Entsprechend ist das Lied auch recht gut und rockig, aber eigentlich kein Grand-Prix-Material. Umso mehr hat mich der siebte Platz überrascht, den sie damit eingefahren haben. Wie schon mit Athena im Jahr 2004 zeigen die Türken einmal mehr, daß sie Eurovision nicht verstanden haben, da ihr Beitrag weder besonders abgedreht ist, noch viel mit dem generischen Weichspülpop der meisten anderen Länder gemeinsam hat. Aber dafür zeigt der Beitrag auch, daß man sich vielleicht mal etwas intensiver mit der türkischen Musik-Szene beschäftigen sollte.

Links zum Thema:

To boldly go…

Die Chance für alle, die sich ihre Berufswünsche aus der Kindheit bewahrt haben: Die ESA sucht “die nächste Generation europäischer Astronauten”.

Auf dieser Seite kann man nachlesen, welche Stellen dort noch zu besetzen sind und sich für den Job-Newsletter anmelden. Und hier geht es direkt zu den Stellenanzeigen.

Viel Erfolg und winkt mir aus dem Orbit zu, wenn Ihr es schafft.

Sprachenwunder

Es ist allgemein bekannt, daß Computer nach wie vor keine besonders begabten Übersetzer abgeben. Und wenn man die letzten drei, vier Tests entsprechender Software in der c’t vergleicht, wird einem auch ohne linguistisches Hintergrundwissen relativ schnell klar, daß dies – das Ausbleiben eines unerwarteten, spektakulären Durchbruchs (z.B. die Ausarbeitung einer vollständigen generativen Grammatik mindestens zweier natürlicher Sprachen) vorausgesetzt – auch auf absehbare Zeit so bleiben wird. Immerhin sind die Programme aber mittlerweile so weit, daß man ihnen einen Brocken Text in einer fremden Sprache hinwerfen kann und sie daraus einen Text in der Zielsprache machen, der zwar keine Schönheitspreise gewinnt, dem man aber doch in den allermeisten Fällen genug entnehmen kann, um zu wissen, worum es eigentlich in dem Ursprungstext geht.

Ein solches Programm, das online verfügbar ist und das man auch gleich mit der URL einer Webseite füttern kann ist Google Translate. Und das spricht seit kurzem wieder eine Reihe neuer Sprachen. Zehn neue Sprachen sind hinzugekommen, neun davon europäische, als da sind: Bulgarisch, Kroatisch, Tschechisch, Dänisch, Finnisch, Hindi, Norwegisch, Polnisch, Rumänisch und Schwedisch. Zusammen mit den bereits vorhandenen Sprachen sind das insgesamt 23 und Google deckt damit den größten Teil Europas ab. Cool finde ich auch eine neue Funktion, die versucht automatisch die Sprache des eingegebenen Texts zu bestimmen.

Und wo ich schon mal dabei bin, füge ich hier auch gleich noch ein paar Links zu im Internet verfügbaren Wörterbüchern ein. Dann sind wenigstens alle Ressourcen an einer Stelle zu finden.

Der Platzhirsch ist sicherlich LEO, das neben Englisch, Französisch und Spanisch seit kurzem auch Italienisch und Chinesisch kann. Allerdings immer nur in Kombination mit Deutsch.

Beolingus kennt ebenfalls die Kombinationen DE-EN und DE-ES und zudem Deutsch-Portugiesisch.

Flexidict kann DE-EN, DE-FR, DE-ES und DE-IT und hat DE-PT und Deutsch-Schwedisch in Planung.

Wem das zu deutschlastig ist, der findet bei Wordreference die Kombinationen EN-FR, EN-IT und EN-ES.

Hier findet sich eine recht lange Linkliste zu weiteren online zugänglichen Wörterbüchern. Und diese Linksammlung bietet sogar Klingonisch an. Und hier noch eine englische wirklich sehr lange Liste: Wordgumbo. Hier  finden sich sogar zu so exotischen Sprachen wie Tagalog etwas.
Zum Schluß noch ein Link zum Urban Dictionary. Im englischsprachigen Netz stolpert man häufiger mal über Redewendungen, die ihren Weg noch nicht in die etablierten Wörterbücher gefunden haben. Hier finden sich die Sorte von Idiomen, die man z.B. in Rap-Texten findet. Slang, eben. Fo shizzle ma nizzle.

Arbeit macht frei

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Nie war dieser Spruch wahrer als jetzt. Getreu dem beliebten Motto “wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen”, möchte unser “Wirtschaftsminister” Michael Glos jetzt die Zwangsarbeit einführen um die Vollbeschäftigung wieder ins Land zu holen. Ich finde das dermaßen schockierend und widerwärtig, daß mir die Worte fehlen. Daher verweise ich nur auf diesen ausführlichen Artikel des Spiegelfechters.

Der dräuende Bürgerkrieg Arm gegen Reich wirft weiterhin seine Schatten voraus. Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte.

Italien möchte sich abschotten

Die neue italienische Regierung ist noch keinen Monat im Amt und schon kommen die ersten unguten Ideen.

Offenbar denkt man dort darüber nach, das Schengener Abkommen auszusetzen oder – noch schlimmer – die Freizügigkeit nur für bestimmte Personengruppen gelten zu lassen.  Das ist natürlich ganz üble Diskriminierung (in diesem Fall sind wohl Roma das intendierte Ziel), die ja mittlerweile auch in Deutschland wieder salonfähig geworden zu sein scheint. Auch hierzulande wird beim Ehegattennachzug zwischen guten und schlechten Ausländern unterschieden.

Hüben wie drüben ist das so ungerecht wie ungerechtfertigt und man kann nur hoffen, daß Berlusconis europäische Kollegen ihn und seine Minister davon abhalten werden. So einen Präzedenzfall für die Abschaffung (oder wenigstens massive Abänderung) eines elementaren EU-Grundrechts darf es nicht geben. Wehret den Anfängen.

Where to find new music

Ein weiterer guter Grund, warum es sich lohnt, regelmäßig bei If Destroyed vorbei zu schauen. Paul O’Brien ist ein Musikliebhaber und postet häufiger mal darüber, z.B kommentiert er seit Anfang des Jahres die Lieder, die an Platz Eins der UK-Hitparade sind. Im letzten dieser Postings war auch das Video zu The Age of the Understatement von The Last Shadow Puppets zu sehen.

Und wie immer ist auch der witzige Kommentar von O’Brien eigentlich schon allein den Besuch wert.

Their debut single, “The Age of the Understatement”, got to number 9; the album entered at number one today. And it’s good stuff; the Scott Walker-style orchestral backings really bring out another side of their songs. The single sounds like a sixties pop band doing a western theme, so naturally the video has them wandering around Moscow in the snow… No, I don’t quite get it either. But it works, doesn’t it?

Ich war jedenfalls letzte Woche bei Saturn und wollte mir eigentlich den Akte-X-Film kaufen. Den gab es aber nicht (und laut amazon scheint er nicht so ohne weiteres verfügbar zu sein – Warum eigentlich, wo doch bald schon ein neuer ins Kino kommt?). Stattdessen habe ich mich zu einem Impulskauf des besagten Albums The Age of the Understatement hinreißen lassen. Ich habe es jetzt einige Male gehört und es gefällt mir ziemlich gut – auch wenn ich immer noch nicht so ganz sicher bin, worum es im Titelstück eigentlich genau geht.

DC: Still getting worse

Vor zwei Wochen hatte ich eine Rezension von Paul O’Brien dazu benutzt, um den beklagenswerten Zustand von DC zu illustrieren. Jetzt gibt es allerdings O’Briens Rezension von DC Universe Zero. Und die ist noch mal eine ganze Kategorie näher an “absolut unterirdisch”. Scheinbar versucht man bei DC alles, um Marvels unausgegorene, halbherzig umgesetzte Event-Stunts im Vergleich wie nobelpreisverdächtige Literatur aussehen zu lassen.

Das vielleicht schlimmste an diesem Comic ist wohl das Merketing, in dem einem der Executive Director persönlich verspricht: “best of all, whether you’re a longtime reader or a casual fan, Zero is a book for everyone to enjoy. We have built DC Universe Zero to be your primer for the greatest comic universe of all.”

Und hieran scheitert der eigentliche Comic so kläglich wie man nur scheitern kann. Ich präsentiere hier einige Auszüge aus O’Briens Rezension, empfehle aber jedem, den ganzen Text zu lesen. In seinem Blog gibt es auch Leserkommentare dazu.

Fundamentally, this isn’t a story. It’s a trailer reel artificially bolted together with a framing sequence that adds nothing to the individual elements – or at least, nothing meaningful or discernible to me. They advertised this as a story. They failed to deliver one. Bad start.

Und die einzelnen Trailer sind noch nicht einmal als solche effektiv:

Then, we get three pages of Superman and the Legion of Super-Heroes fighting bad guys in the future. … It conveys nothing, absolutely nothing whatsoever, other than that Superman and the Legion will be in a generic team-up this summer

Then, we get three pages of Batman and the Joker, plugging Batman: RIP. … It’s inoffensive, but doesn’t really do much to sell the story. Really, what does this tell us beyond “Batman will be fighting a villain this summer”?

And finally, we have Final Crisis - a scene of a villain encouraging other villains to sign up to a new religion, and an incomprehensible page of a burning man falling through horizontal panels. The dialogue seems to suggest that if I’d read a recent storyline about a war in heaven, I might know what was going on here. Unfortunately, actually explaining any of this seemingly vital information appears to be beyond the wit of anyone involved.

I had always thought that, at the very worst, a teaser issue would simply leave me cold. With DC Universe Zero, we have something completely new. I got this thing for free, remember. When I’d finished reading it, I was sorely tempted to bill DC for my time. The best thing I can say for it is that (a) some of the art is quite attractive, and (b) it’s saved me some money, by killing my last flickers of interest in Final Crisis stone dead.

Das trifft sich allerdings auch für mich ganz gut. Da Final Crisis vom God of All Comics geschrieben wird, hatte auch ich überlegt, es zu kaufen. Aber nach dieser Rezension werde ich mir zukünftig die Anschaffung jedes DC(-Universe)-Comics dreimal überlegen. Selbst wenn ein Autor beteiligt ist, auf den ich eigentlich große Stücke halte. Ich kann nur jedem Superhelden-Fan raten, es genauso zu tun. Sonst lernen die Jungs bei DC es nie. Vote with your wallet!

Stress-timed?

Englisch wird generell zu den stress-timed languages gezählt. Wikipdia schreibt hierzu, daß dies bedeutet, betonte Silben werden in ungefähr gleichen Zeitabständen artikuliert:

English is a stress-timed language; that is, stressed syllables appear at a roughly constant rate, and non-stressed syllables are shortened to accommodate this.

Daß es mit der Definition des Betonungstimings aber nicht ganz so einfach ist, zeigt die Mini-Untersuchung von Mark Liberman, die er in diesem Language-Log-Posting vorstellt. Sein Fazit lautet, daß der Einfluß des Stress-Timing auf den tatsächlichen zeitlichen Abstand zwischen betonten Silben kaum Einfluß hat (wenn überhaupt), da andere Faktoren wie Artikulationsart und -ort der beteiligten Laute und vor allem deren Länge (vgl. langes E wie in Meer vs. kurzes E wie in denn) viel wichtiger sind.
The influence of “stress timing”, in the sense of an effort to spacing stresses equally in time, is normally negligible, indeed perhaps non-existent.

Sehr interessant, wie so oft im Language Log. Ich wünschte, ich hätte die Muße dort regelmäßig mitzulesen.

Nebenbei: Auch das altehrwürdige Language Log hat letzten Monat endgültig vom schwerfälligen Movable Type zum schlanken Open-Source-Darling WordPress gewechselt (wie Scalzi aber auch nur weil der Server unter einer zu großen MT-Datenbank zusammengebrochen ist). Der Trend ist nicht zu verkennen. Und ich schwimme wie immer fleißig mit dem Strom. *g*