Die Maus wird 80

Die berühmteste Maus der Welt ist heute 80 Jahre alt geworden. Als alter Comic-Fan reihe ich mich natürlich brav in die Reihe der Gratulanten ein. Ich finde sowieso, daß Micky hierzulande zu sehr im Schatten der immens erfolgreichen Enten steht und freue mich, daß Ehapa den runden Geburtstag zum Anlaß nimmt neben einem relativ teueren, hochwertigen Hardcover-Geburtstagsband auch wieder eine LTB-Sonderedition zum Thema herauszubringen. Die Aufmachung ähnelt den vier Bänden, die vor einiger Zeit zum 40. Geburtstag der Lustigen Taschenbücher erschienen sind, und es scheinen auch diesmal wieder viele hochklassige Geschichten enthalten zu sein. Besonders der Name Romano Scarpa (wo bleibt die Werkausgabe?) fällt erfreulich häufig.

Panel Online sagt auch ein paar Worte zur Feier des Tages und weist mich auf das ausführliche Micky-Geburtstags-Special bei Splash Comics hin. Viel Spaß beim Stöbern dort.

Garfield minus Garfield – neue Entwicklungen

Das Internetphänomen Garfield minus Garfield hat ja schon vor einigen Monaten die Runde gemacht. Für diejenigen, die es noch nicht kennen, eine Kurzbeschreibung:

Dan Walsh hat sich die Mühe gemacht, Garfield-Comics zu nehmen und den Hauptakteur komplett aus ihnen zu entfernen. “Das Ergebnis sind sehr surreale Strips, die dem Comic eine starke Wendung ins Düstere verleihen. Die Garfield-Strips ohne Garfield sind auf einmal tief traurige, existentialistische Einblicke ins Leben des depressiven Losers Arbuckle.” (Zitiert von Welt am Draht)
Wie gesagt, das ist alles altbekannt und ich bin im Laufe des letzten Jahres auf mindestens drei verschiedenen Wegen darauf gestoßen. Neu ist allerdings ein Resultat des großen Erfolges. Garfield-Schöpfer Jim Davis hat nämlich nicht wie es üblich ist, Dan Walsh wegen Verletzung von Copyright und Trademark das Dach über dem Kopf weggeklagt, sondern hat die Idee ausdrücklich gelobt. Das Ergebnis ist, daß es die Garfield-minus-Garfield-Strips jetzt auch in Buchform gibt. Gleichzeitig sind die Strips natürlich weiterhin auf der Webseite von Walsh frei online zugänglich.

Jim Davis hat hier einmal mehr seinen herausragenden Geschäftssinn bewiesen (der ihm auch immer gern mal vorgeworfen wird) . Außerdem hat er im Gegensatz zu den allermeisten anderen Rechteinhabern gezeigt, daß es auch einen anderen, besseren Weg für Kreative gibt, mit den neuen Remix-Möglichkeiten des Internet umzugehen. So gewinnen alle und Jim Davis ist in meiner Achtung noch einmal ein ganzes Stückchen gestiegen. Vorbildlich.

(via Welt am Draht)

Green Blogging

Zur Zeit findet der Bundesparteitag die Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen im beschaulichen Erfurt statt. Zu diesem Zwecke hat man einige Blogger eingeladen, der Veranstaltung beizuwohnen und fleißig in ihren Blogs darüber zu berichten – natürlich völlig unabhängig und so wie es ihnen eben gerade in den Sinn kommt. Ich finde diese Idee sehr gelungen. Es wird wirklich Zeit, daß die Politik das Web 2.0 endlich ernst zu nehmen beginnt. Ich möchte hier insbesondere auf zwei der beteiligten Blogger hinweisen, da dies Blogs sind, die ich sowieso lese (und deren Autoren auch beide hier in der Ruhrstadt beheimatet sind).

Jens Matheuszik vom Pottblog. Seine Beiträge findet man unter der Kategorie BDK ’08 in seinem Blog.

Lukas Heinser von Coffee & TV. Auch er hat seine Beiträge von der Bundesdelegiertenkonferenz entsprechend getaggt.

Und hier noch kurze Links zu den drei anderen Bloggern:

www.regine-heidorn.de
flannelapparel.blogspot.com
www.jurblog.de

Ich heiße Erwin Lottomann…

“…und bin seit 66 Jahren Rentner.”

Der unvergleichliche Loriot feierte heute seinen 85. Geburtstag. Zu diesem Anlass zeigt das Erste morgen um 22.45 Uhr eine sogenannte “Portraitcollage”.

Alternativ kann man die Gelegenheit aber natürlich auch nutzen, um mal wieder eine Loriot-DVD in den Player zu schieben. Ich hatte zum Beispiel schon immer eine Schwäche für die Steinlaus. Die schaut immer so schön dämlich.

“Und im Herbst eröffnet dann der Papst mit meiner Tochter eine Herrenboutique in Wuppertal.”

“Ihr Paßwort läuft in 14 Tagen ab”

Okay, neulich bin ich beim Streifen durch das Netz auf das Blog Coding Horror von Jeff Atwood gestoßen. Es gibt dort eine Vielzahl von Artikeln zu Themen wie Programmierung, Internet und ähnlichem. Und viele Artikel sind auch wirklich lesenswert.

Besonders interessant fand ich den Artikel Why Do Login Dialogs Have a “User” Field?

Für alle, die nicht den ganzen Artikel lesen möchten (oder nicht gut genug Englisch können) fasse ich das mal kurz zusammen. Ich rate aber dazu, den ganzen Originalartikel zu lesen und insbesondere auch die Kommentare, da hier tatsächlich eine fruchtbare Diskussion stattfindet – was ja in Blog-Kommentaren eher ungewöhnlich ist.

Also, worum geht es? Atwood schlägt vor, den Benutzernamen abzuschaffen. Man loggt sich also nur mit seinem Paßwort ein. Das führt dazu, daß ein Paßwort einzigartig sein muß – wie soll das System sonst wissen, wer sich da gerade angemeldet hat. Und dies wiederum führt ganz automatisch zu deutlich sichereren Paßwörtern. Atwood propagiert sowieso Paßphrasen anstelle von Paßwörtern. Diese haben den Vorteil, daß sie deutlich länger als Paßwörter und trotzdem einfach zu merken sind. Man vergleiche zum Beispiel:

Ich wohne in der Kaiserstraße Nr. 14.
vs.
“1-&z!Q3%”

Die Phrase hat über 30 Zeichen, enthält Sonderzeichen und Zahlen und ist durch einen Brute-Force-Angriff unmöglich zu knacken. Das Paßwort ist zwar auch sehr sicher, aber beinahe unmöglich zu merken. Das führt dazu, daß Leute mit einem solchen Paßwort sich dieses irgendwo notieren – womöglich sogar in einer txt-Datei auf dem Computer. Und schwupps ist es vorbei mit der schönen Sicherheit.

Das Weglassen des Benutzernamens hat ein offensichtliches Problem, das in dem verlinkten Artikel auch intensiv in den Kommentaren diskutiert wurde: Es kann der Fall eintreten, daß ich mein Paßwort ändere und das System dieses zurückweist, weil es schon existiert. Dann kenne ich nun das Paßwort eines anderen Nutzers und könnte mich unter seinem Account anmelden. Für diesen Fall muß man eine Sicherung einbauen und Patrick McElhaney hat in einem Kommentar (leider kein Direktlink möglich. Auf der Seite nach “October 13, 2005 08:03 AM” suchen, um den Kommentar zu finden) eine einfache und doch effiziente Methode skizziert.

Wenn eine solche Situation eintritt, also wenn mein neues Paßwort schon das Paßwort eines anderen Nutzers, nennen wir ihn Bob, ist, wird eine Warnung eingeblendet (etwa: “Wir wissen wer Du bist, kreetrapper. Mach keine Dummheiten!”). Außerdem muß Bob, sobald er sich das nächste Mal anmeldet, seine Identität verifizieren, z.B. indem er seine E-Mail-Adresse eingibt, und ein neues Paßwort vergeben. Wenn ich jetzt trotzdem versuche, mich mit dem Paßwort von Bob anzumelden, muß ich zuerst einmal raten, wem das Paßwort gehört. Gebe ich stattdessen Annas Adresse ein, gehen die Warnglocken an und ich bin ertappt. Wenn ich tatsächlich Bobs Adresse eingebe, komme ich erst einmal rein, muß aber das Paßwort ändern. Das heißt, das Bob bei seinem nächsten Einlogversuch nicht mehr in das System kommt. Er wendet sich verzweifelt an den Administrator und schon bin ich wieder ertappt.

Wie ich sagte: einfach aber effizient.

Das Weglassen der Benutzernamen hat also vor allem den Vorteil, den Nutzern stärker klar zu machen, wie wichtig ein gutes, starkes Paßwort ist. Und je mehr Nutzer mit einzigartigen Paßwörtern auf so einem System unterwegs sind, desto sicherer werden zwangsläufig die Paßwörter. Um vor echten Hackern sicher zu sein, sollte man sich allerdings noch etwas einfallen lassen, damit möglichst keine trivialen Paßphrasen/-wörter im Umlauf sind, die ein Hacker leicht raten kann. Denn da er nun keinen Nutzernamen mehr eingeben muß, sind ja alle im Umlauf befindlichen Paßwörter Treffer für ihn.

Toast!

Nach einem Tip von Blogleserin Virgola habe ich mir vor einigen Monaten neue Lautsprecher für meinen Computer zugelegt, die sehr stark an Darth Vader erinnern:

creature_ii.jpg

Um die Einrichtung komplett zu machen, fehlt mir jetzt eigentlich nur noch dieser Toaster.

(Nebenbei bemerkt: Ich muß irgendwie immer an Alf denken, wenn ich das Wort “Toast” höre. Vermutlich eine Spätfolge meines Aufwachsens in den 80er Jahren und der Tatsache geschuldet, daß ich damals genau eine Alf-Hörspielkassette besaß – nämlich diese.)