Gaiman = cool

Neil postet dieses Superfoto von sich in seinem Blog (er ist der zweite von links):

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Sein Kommentar:

So normally, when I post photos, I weed out ones in which I don’t look particularly cool. No chance of that here. I am not cool on a level that actually drains cool from the photograph. I was 24, it was 1985, I had a grey leather jacket and a white tee shirt and I look so gawky it’s almost sweet. I think I was trying out my “I shall grow facial hair and look like I write Science Fiction and thus blend in with real writers,” look.

Friede auf Erden

Es ist augenfällig, daß im Krieg zwischen Israel und dem Gaza-Streifen/der Hamas keine Christen beteiligt sind, denn sonst hätte man sich kaum ausgerechnet Weihnachten als Zeitpunkt ausgesucht. Es spricht allerdings auch dafür inwieweit das christliche Gedankengut in den “westlichen” Staaten tatsächlich gelebt wird, daß erst jetzt, nachdem man in Ruhe den Weihnachtsurlaub beendet hat, endlich zumindest der Versuch zu sehen ist, dem Geschehen dort Einhalt zu gebieten.

Leider hört man hauptsächlich immer noch Sätze wie ich sie auch aus den Erzählungen meiner Mutter – die Grundschullehrerin ist – kenne: “Der hat aber angefangen” ist das Mantra der Medien. Aber wie in der Grundschule ist es natürlich auch hier keine Rechtfertigung für Luftangriffe auf Zivilisten, daß der Gegner das “aber auch macht”.

Und so wird es wohl bei einem halbherzigen Versuch des Einschreitens seitens der EU bleiben. Auch nach seinem Angriffskrieg gegen den Libanon im Sommer 2006 gab es ja leider keinerlei Sanktionen gegen Israel. Eine vernünftig organisierte Weltgemeinschaft (ohne ein Vetorecht für einzelne Gleichere) würde jetzt Sanktionen gegen beide Staaten verhängen, aber daraus wird wohl nichts werden. Stattdessen erzeugt Israel  durch die vielen Kriegswaisen wieder jede Menge an Terroristen- oder Superschurkenmaterial. Und wie man eigentlich zu erwarten war, treibt das tatenlose Zusehen ihrer Regierungen auch eher gemäßigte arabische Länder immer mehr in Richtung Blutfehde oder Terrorismus.

Interessante Tatsache: Das ist irgendwie ja sogar typisch amerikanisch (zumindest wenn man Hollywood oder Marvel und DC glauben darf), das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen, wenn es die Regierung nicht auf die Reihe bekommt. Eine feine Ironie, die bei der Bush-Regierung nie angekommen ist. Aber vielleicht erkennt das ja der neue Geek-Präsident und kann daraus rechtzeitig die notwendigen Schlüsse ziehen. Wenn es in Gotham eine ordentliche Polizei gegeben hätte, gäbe es keinen Batman. Und wenn Obama den Israelis mal ordentlich auf die Finger klopft, gibt es gleich weniger Terroristen. Wäre mal eine Überlegung wert.

Ich fürchte aber, daß auch der neue Präsident nicht so flexibel in seinem Gut-Böse-Schema sein wird. Der Nahostkonflikt wird uns noch lange begleiten.

Lesetipps zum Thema:

Hoffentlich liest meine Versicherung nicht mit

Es ist kalt geworden in Deutschland/Nederland.

Und das, wo ich im Vertrauen auf Al Gore und aus falschem Geiz immer noch keine Winterreifen an mein Auto montiert habe. Zum Glück konnte ich dem Schnee gestern noch einmal davon fahren. Zwar hat es in Dortmund schon des Mittags angefangen, aber ab ungefähr Duisburg hörte der Schnee auf und so konnte ich die letzten zwei Drittel meines Weges relativ problemlos bewältigen. Hier in Nijmegen hat es erst in der Nacht geschneit. Und sowohl in Dortmund als auch in den Niederlanden wird es zwar vorerst nicht mehr schneien, aber dafür lausig kalt bleiben/werden. Mir (mich?) graust schon vor der Rückfahrt am Freitag.

Aber es gibt auch gute Neuigkeiten: Rotterdam hat ab heute einen marokkanischen Bürgermeister. Also mir gefällt das. Ein bißchen fühle ich mich ja inzwischen auch als Niederländer. Auch wenn ich vorerst in Deutschland wohnhaft bleiben werde.

Journalismus – die vergessene Kunst

Stefan Niggemeier präsentiert in seinem Blog gerade “Meilensteine des Journalismus”.

Man kann sich überlegen, ob man es eher amüsant oder erschreckend findet, was heutzutage so alles als “Journalismus” durchgeht. Ich habe mich dann doch für’s Lachen entschieden. Spätestens beim letzten Satz des Beitrags, den Niggemeier als Beinahe-Nachruf von Chefredakteur Hans Hoffmeister auf den verunglückten Ministerpräsidenten Dieter Althaus betitelt:

Unser Land wäre ärmer ohne ihn – und weit schweift der Blick, denkt man an das Undenkbare, an das man an diesem Neujahrsabend plötzlich nicht zu denken wagt.

Einfach wunderbar.

Die Gegenöffentlichkeit im neuen Jahr

Ich habe den Silvesterabend bei meiner Mutter vor dem Fernseher verbracht. Und da sie so schlecht umschalten kann und ich mich als Gast auch schwer damit tue die Verfügungsgewalt über die Fernbedienung an mich zu reißen, sah ich notgedrungen die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin. Selten habe ich mich in den letzten Wochen (in denen ich ob des neuen Jobs und der ungewohnten Verhältnisse ein bißchen wenig an Nachrichten und ähnlichem mitbekommen habe) so sehr aufregen müssen wie über diesen Quatsch, den sie dort verkündet hat.

Auf den Nachdenkseiten liefert Wolfgang Lieb eine Detailanalyse der Rede.

Hingehen, Lesen, Nachdenken, Handeln.

Coffee & TV

Lukas Heinser studiert nicht nur in Bochum, und hat somit in seinem Blog Coffee & TV immer wieder mal Interessantes aus dem Pott zu vermelden, sein Blog ist auch sonst meistens sehr lesenswert. Wie zum Beweis hat er nun auch noch den Golden Blogger 2008 verliehen bekommen. Stefan Niggemeier nutzt die Gelegenheit um ihm in seinem eigenen Blog zu gratulieren und spendiert gleich noch ein abstruses Howard-Carpendale-Youtube-Video.

Also, wenn Ihr noch auf der Suche nach einem Blog seid, das lesenswerter ist als dieses momentan, dann schaut doch mal bei Lukas vorbei. Es lohnt sich.

Frohes neues

Das neue Jahr ist knapp 24 Stunden alt und schon melden sich die Gedankenblasen zurück aus der viel zu langen Funkstille. Mein guter Vorsatz lautet daher: Ab jetzt gibt es jede Woche mindestens zwei neue Beiträge hier. Call me on it! Damit wird die Geduld meiner drei(?) verbliebenen Stammleser nun doch noch belohnt. Und vielleicht wird ja 2009 das Jahr, in dem ich endlich mal Leser dazugewinne, anstatt sie zu verlieren.

Über das Linkblog sage ich ürigens nichts Vergleichbares, weil die Post-Frequenz dort sehr stark davon abhängt, auf wie viele interessante und/oder lustige Sachen ich (oder Captain Smollett) in den Weiten des Internet(s?) stoße.

Hier jedenfalls jetzt erst einmal ein kurzer Rückblick auf das abgelaufene Jahr und eine noch kürzere Vorausschau auf die kommenden 12 Monate. Sowohl Rückblick als auch Vorausschau sind durch mein sprichwörtlich schlechtes Gedächtnis in ihrer Ausführlichkeit beschränkt, d.h. es ist gut möglich (und sogar wahrscheinlich), daß ich diverse durchaus wichtige Ereignisse komplett vergesse. Aber ich gehe darüber einfach mit einem fröhlichen “Was soll’s” hinweg.

Okay, 2008. Woran kann ich mich noch erinnern?

Medien:

Es gab eine neue Staffel von Türkisch für Anfänger. Ich kann den Hype, der um diese Serie gemacht wird, nach wie vor nicht recht nachvollziehen. Sie ist ganz nett, vor allem für eine deutsche Serie, aber an vielen Stellen geht sie eben doch den billigen Sitcom-Weg mit dem abstrusen Mißverständnis. Immerhin war diese dritte Staffel besser als die zweite.

Uri Geller war live im Fernsehen auf der Suche nach Außerirdischen. Und ich hab’s verpaßt! ProSieben will offenbar gar nicht mehr ernst genommen werden. Sie sind auf einem guten Weg.

Die Kino-Kracher (lies: großes Budget, Mainstream und trotzdem gut) des Jahres waren für mich The Dark Knight und Iron Man. Ich finde auch jetzt, nach einigen Monaten, letzteren immer noch besser, weil er nicht so verzweifelt versucht, mehr als nur ein Superheldenfilm zu sein. Damit will ich nicht sagen, daß Dark Knight schlecht ist, allein die schauspielerische Leistung des leider viel zu früh verstorbenen Heath Ledger macht ihn zu einem guten Film. Aber mir persönlich gefiel Iron Man trotzdem besser.

Weitere gute Filme, dich ich in diesem Jahr gesehen habe (in der Reihenfolge, in der sie mir einfallen): Brügge sehen… und sterben?; Happy-Go-Lucky; Cassandras Traum; Vicky, Cristina, Barcelona (zwei Woody-Allen-Filme im selben Jahr); Burn After Reading; Darjeeling Limited (Lieblingszitat: “I love you, but I got to mace you in the face”); Juno; No Country for old Men (war das im letzten Jahr?); Sweeney Todd (und der? Egal, der war jedenfalls super!)

Ich habe nur zwei CDs gekauft/gehört, von denen ich mit Sicherheit weiß, daß sie 2008 erschienen sind: Das neue Thomas-D-Album Kennzeichen D gefällt mir auch nach häufigem Hören noch sehr gut. Noch nicht so häufig gehört habe ich Everything is Borrowed von The Streets, aber auch dieses Album gefällt mir schon sehr. Beides empfehlenswert für den Hip-Hop-Freund.

Neil Gaiman hat das Graveyard Book geschrieben. Ich habe es bisher weder gekauft, noch gelesen. Ich weiß auch nicht, warum nicht. Zu meiner Entschuldigung: Ich hatte in letzter Zeit viel um die Ohren und das Buch ist erst seit einigen Monaten auf dem Markt.

Wil Wheaton hat The Happiest Days of our Lives geschrieben. Seit einigen Tagen gibt es ein Audiobook, das ich mittlerweile gekauft und heruntergeladen habe und vermutlich auf meinen vielen länglichen Fahrten zwischen altem und neuem Wohnort hören werde.

Politik:

Hessen hat ordentlich Anlauf genommen und möchte gern das Belgien Deutschlands werden. Nach einem Jahr ohne Regierung versuchen es die Leute dort in gut zwei Wochen noch einmal. Hierzu und zu dem ganzen Drama um das Projekt 18 der SPD wird es bald noch einen separaten Eintrag geben.

Die Italiener haben gezeigt, daß sie nichts aus ihren Fehlern lernen, und den Duce wieder in die Regierung gewählt. Vaffanculo!

Die US-Amerikaner haben es besser und allen Kabarettisten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotz des unbestreitbar hohen Unterhaltungswertes einer Sarah Palin bin ich doch erleichtert, daß man die Chance genutzt hat, jemanden ins höchste Amt des Landes zu wählen, der tatsächlich zu wissen scheint, wovon er redet und was man sinnvollerweise tun sollte, um die USA und insbesondere deren angeschlagenes Image in der Welt wieder aufzupäppeln. Auch hierzu später noch etwas mehr. (Ich weiß, daß ich das schon seit zwei Monaten verspreche, diesmal meine ich es aber ernst.)

Die Iren haben überraschenderweise (überraschend jedenfalls für den Europäischen Rat und Anhang, nicht aber für Leute, die sich im Vorhinein ein wenig Gedanken gemacht haben) den Lissabon-Vertrag abgelehnt. Dann passierte ein halbes Jahr nichts (auch kein Artikel zum Thema in diesem Blog) und jetzt sieht es so aus, als wolle man eine kleine Passage ändern und die Iren dann erneut abstimmen lassen. Abstrus. Und ein ausführlicher Artikel wird auch hierzu folgen.

Persönliches:

Ich habe auf Anregung einer Freundin und (ehemaligen?) Blogleserin eine neue Erwerbsarbeit aufgenommen und bin jetzt dabei auch den Wohnort zu wechseln. Auch hierzu – wen wundert’s – ganz bald mindestens ein eigener Artikel. (Mein Gott, wann schreib ich die bloß alle???)

Ich habe ein neues Blog begonnen und nach wenigen Monaten wieder beerdigt. Dabei ist auch gleich Blog Nummer drei über den Jordan gegangen und jetzt gibt es nur noch übersichtliche zwei aktive Blogs (und die anderen beiden dümpeln noch als lebende Tote umher, bis ich endlich die Muße finde, sie zurück in den trunk zu mergen (um mal den Sprachduktus meiner ehemaligen Arbeitsstätte noch einmal aufleben zu lassen).

Sonstiges:
Es gab eine Fußball-EM. Deutschland hat nur ein überzeugendes Spiel gemacht und dabei meinen Favoriten Portugal nach Hause geschickt. Hohn und Spott meiner Arbeits- (und Tipp-)Kollegen waren mir sicher.

Es gab eine Olympiade. Kurz zuvor fiel der Weltöffentlichkeit plötzlich auf, daß es in China ein Problem mit den Menschenrechten gibt. Das Problem wurde zum Glück schnell gelöst und die Spiele konnten wie geplant stattfinden. Ich habe nur das Basketball-Turnier gesehen und hier hat die deutsche Mannschaft eine noch jämmerlichere Figur gemacht als bei der Fußball-EM. Dirk Nowitzki soll beim Ausscheiden sogar geweint haben. Dafür haben die NBA-Jungs endlich mal wieder allen gezeigt, wo der Hammer hängt. Ein wahrer Augenschmaus.

Blick voraus ins frisch angebrochene Jahr:

Zu Feierndes:
100 Jahre BVB
70 Jahre Marvel Comics
60 Jahre BRD, 20 Jahre Gesamtdeutschland
Das Internationale Jahr der Astronomie.
Mit der Slowakei sind es nun 16 Euro-Staaten. Ich habe bisher noch nicht mal Geld aus Slowenien zu Gesicht bekommen. Und die sind schon seit 2007 dabei.
Kulturhauptstädte sind Linz und Vilnius. Der Pott ist dann nächstes Jahr dran.

Januar: Obama tritt seinen neuen Job an. TSG rockt Hessen. Ich unterschreibe einen Mietvertrag für eine neue Wohnung und beginne umzuziehen.

Februar: Ich schließe meinen Umzug (hoffentlich!) erfolgreich ab.

März: Die DGFS-Jahrestagung findet statt. Möglicherweise nehme ich wieder teil.

Frühling: Das noch namenlose Blood-Bowl-Turnier findet statt und ich bin höchstwahrscheinlich dabei.

Mai: Der Profi mit Herz hört auf. Ich bin aber sowieso nicht mehr wahlberechtigt.

September: Wenn der Trend sich fortsetzt, erreichen sowohl Kanzlerkandidatin Merkel als auch Vizekanzlerkandidat Steinmeier ihr Wahlziel und koalieren fröhlich weiter groß. Ich werde meine Stimme lauthals dagegen werfen. Mögen es mir möglichst viele nachtun.

Oktober: Ich fahre endlich mit dem “Fern”verkehr (Entfernung 2008: ca. 40km, Entfernung 2009: ca. 90km) zur alljährlichen Spielemesse. Einige Punkte stehen schon jetzt auf meiner Liste.

sekundengenau

Irgendwie habe ich zufällig (in den Nachrichten, im Videotext, ich weiß es nicht genau – ich bin auch nicht mehr so gut informiert wie früher) mitbekommen, daß es zum Ende des Jahres 2008 noch mal eine Schaltsekunde geben sollte. Ich finde, so toll war 2008 nun auch nicht, aber ich wollte die zusätzliche Sekunde trotzdem bewußt genießen und sie nicht einfach so vorbeiziehen lassen. Aber als es dann soweit war, konnte ich gestern Abend nicht ohne weiteres herausbekommen, wann die zusätzliche Sekunde nun eigentlich genau eingefügt wird. Das kommt davon, wenn man das Internet gerade nicht zur Hand hat.

Der Bad Astronomer erklärt jedenfalls in diesem Beitrag sehr schön wie das mit der Schaltsekunde eigentlich genau funktioniert und warum wir zusätzlich zu den Schaltjahren auch noch Extrasekunden brauchen. Schaut doch einfach mal vorbei und bei der Gelegenheit könnt Ihr Euch ja auch gleich über das frisch begonnene Internationale Jahr der Astronomie informieren. Viel Spaß!

Wie hat man eigentlich ohne Google und Wikipedia Korpusanalyse betrieben?

Das Bremer Sprachblog schenkt uns zum Beginn des neuen Jahres einen wunderschönen Artikel über das harte Los des Linguisten: Man will eigentlich nur ein wenig Korpusanalyse betreiben und “beim Durchsuchen der Korpusdateien nach Beispielen stolpert man immer wieder über merkwürdige Geschichten und unbekannte Wörter, die nach ausführlicher Recherche verlangen.”

Der Auslöser im verlinkten Artikel ist dieser Satz:

As the water enters the schmutzecke, biological action breaks down some of the organic matter. 

Und es ist faszinierend mit Anatol Stefanowitsch gemeinsam diesem seltsamen Wort “schmutzecke” auf den Grund zu gehen. Lesenswert.