Interessanter Podcast zur Vorratsdatenspeicherung

Habe endlich den Netzpolitik-Podcast zum Thema Vorratsdatenspeicherung gehört. Das ca. 45 Minuten lange Interview mit Frank Rieger vom Chaos Computer Club, der an der Erstellung eines Gutachtens zur Vorratsdatenspeicherung für das Bundesverfassungsgericht beteiligt war, ist sehr interessant und leider auch sehr erschreckend. Wie erwartet öffnet die Vorratsdatenspeicherung einer extensiven Überwachung der Bürger durch den Staat Tür und Tor. Hoffentlich schreitet das Bundesverfassungsgericht endlich mal ein.

Der Unterschied zwischen Programmierern und Nicht-Programmierern

Vor einigen Monaten bin ich im Programmier-Blog Coding Horror über einen Artikel gestolpert, in dem beschrieben wird, woran man einen Programmierer erkennt. Der Artikel beschreibt, daß man Programmierer von Nicht-Programmierern (bzw. Leute, die Programmieren prinzipiell lernen könnten, und Leute, die damit so ihre Schwierigkeiten haben dürften) relativ leicht voneinander unterscheiden kann. Der Artikel bezieht auf diese wissenschaftliche Studie.

In der Studie mußten Anfängern in Programmierkursen einen einfachen Test machen (es ging um Zuweisungen und ob man (schnell) in der Lage ist ein konsistentes geistiges Modell von der Funktionsweise dieser Operation aufzubauen.

Und hier nun der Clou. Derselbe Test wurde den Kursteilnehmern noch mal vorgelegt, nachdem sie drei Wochen lang den Programmierkurs besucht hatten. Und die Ergebnisse waren so gut wie identisch. Das heißt, entweder man versteht direkt wie Zuweisungen funktionieren oder man versteht es nie (bzw. nur nach intensivem Training).

Es scheint also tatsächlich so etwas wie eine natürliche Begabung für’s Programmieren zu geben, eine Art Coding Aptitude. Und wenn man diese nicht hat, wird es sehr schwer für einen, in der Welt des Programmierens jemals Fuß zu fassen. Das heißt aber leider nicht, daß diese Leute nicht trotzdem versuchen, in der Programmierbranche Karriere zu machen. Angeblich können 199 von 200 Bewerbern für einen Programmierjob nicht einmal simpelste Programmieraufgaben lösen. Wenn Ihr testen wollt, ob Ihr besser seid als die 199, hier ist die Aufgabe, an der sie scheiterten:

Schreibe ein Programm, das die Zahlen von 1 bis 100 ausgibt. Aber wenn eine Zahl durch drei teilbar ist, gib stattdessen “Fizz” aus und wenn sie durch fünf teilbar ist, gib stattdessen “Buzz” aus. Für Zahlen, die durch drei und fünf teilbar sind, gib “FizzBuzz” aus.

Mehr Lösungen als man für möglich halten könnte, finden sich in den Kommentaren zum oben verlinkten Artikel. Meine ad-hoc-Lösung in Perl hat 141 Zeichen. Wie man sieht, ist es also nicht sehr aufwendig. Wenn man häufig programmiert oder damit sogar sein Geld verdient, sollte man so ein Programm in ein paar Minuten zusammengeschrieben haben. Im verlinkten Artikel wird allerdings auch erwähnt, daß die meisten Menschen mit einem Informatik-Abschluß das nicht können. Und einige erfahrene Programmierer deutlich länger als 15 Minuten dafür brauchen. Je nach Gemütszustand kann einen das trösten oder erschrecken. Ich glaube, ich entscheide mich für das letztere.

Für diejenigen, die noch nie programmiert haben, und wissen wollen, ob sie eine reelle Chance haben, es zu lernen: Der in der Studie verwendete Test, läßt sich (als Word-Dokument) auf der oben erwähnten Seite herunterladen (Direktlink zum doc).

Killerspiele – allein das Wort schon

Am gestrigen Mittwoch hat in Köln die games.com begonnen. (Mein Beileid hierzu an Leipzig.) Passend dazu gab es im Morgenecho auf WDR5 ein sehr schön unaufgeregtes und vernünftiges Interview mit Prof. Winfred Kaminski. Der Professor am Institut für Medienforschung und Medienpädagogik der FH Köln hat sich glücklicherweise vom Moderator der Sendung nicht dazu verleiten lassen, in den hysterischen Killerspiel-Chor mit einzustimmen, der einem alle paar Monate wieder aus den Medien entgegenschallt. Das Interview gibt es zum Nachhören auf der Webseite von WDR5.

Schon vor einigen Tagen hat mein Lieblingspädagoge auf seinem Pädblog ebenfalls einen sehr lesenswerten und (wie eigentlich immer dort) gut recherchierten Artikel zum Thema Computerspiele verfaßt. Hier geht es allerdings eher um die pädagogische Bewertung von Computerspielen und nicht um die Killerspieldiskussion selbst. Trotzdem lesenswert.

Ich denke, der allergrößte Teil der Menschen meiner Generation oder jünger hat schon Erfahrungen mit Ego-Shootern oder Multiplayer-Rollenspielen wie WOW (das ja immer wieder gern in diesem Zusammenhang genannt wird – vermutlich weil es das einzige Spiel ist, dessen Namen auch Nichtspieler schon gehört haben) gesammelt. Der oftmals nach Amokläufen herbeigeschriebene Zusammenhang zwischen Spielen wie Counterstrike und dem Erschießen von Mitmenschen läßt sich mit derselben post-hoc-ergo-propter-hoc-Argumentation sicher auch zwischen dem Essen von Brot und dem Erschießen von Mitmenschen sehen. Wenn man nur die richtigen Mittelchen nimmt. Und wie wir seit kurzem wissen geht Amoklauf matürlich auch ohne den Einfluß von Computerspielen ganz gut.

Niemand hat vor Brot zu verbieten, nur weil alle Amokläufer der letzten Jahre nachweislich vor ihren schrecklichen Taten welches gegessen haben. Dieselbe, ich sage mal Unschuldsvermutung, sollte selbstverständlich auch für Computerspiele gelten. Die E-Petition gegen ein Verbot von Action-Computerspielen, die genau dies fordert, hat über 70.000 Mitzeichner gefunden. Jetzt kann man nur hoffen, daß diese Menschen vom Deutschen Bundestag ernster genommen werden als die Zensursula-Gegner, denen man ja bekanntlich das Zensurgesetz direkt vor der Nase beschlossen hat, ohne sie auch nur anzuhören.

Mit dem Zweiten sind man eben auch nicht besser

Okay, ich wollte also gerade der Empfehlung von “Freiheit statt Vollbeschäftigung” folgend die Sendung “Abenteuer Wissen” zum Thema “Wie funktioniert Geld?” ansehen.

Doch statt der erwarteten Sendung zeigt das öffentlich-rechtliche Qualitätsfernsehen lieber eine Sondersendung über Horst Schlämmer. Das kam offenbar ganz überraschend, daß dessen Film jetzt in den Kinos anläuft. Es gibt mir schon irgendwie ein wohliges Gefühl, zu wissen, daß meine Zwangsabgaben Rundfunkgebühren in guten Händen sind und sinnvoll eingesetzt werden.

Danke an die Mainzelmännchen dafür, daß sie mir weitere Argumente für eine völlige Abkehr vom Fernsehen liefern. Gute Arbeit.

PS: Die erwartete Sendung “Abenteuer Wissen” soll stattdessen um Mitternacht ausgestrahlt werden. Ich schaue stattdessen lieber morgen mal in der Mediathek nach.

Die Linke im Pott

Ich habe gehört, daß die Wahlkampftour der Linken im Ruhrgebiet nicht so richtig in die Medien gefunden hat. Daher poste ich hier mal eine Liste der kommenden Auftritte.

19. August

12:00
Robert-Brauner-Platz, 44623 Herne
u.a. mit Katja Kipping

16:00
Kurt-Schumacher-Platz, Mühlheim
u.a. mit Katja Kipping

21. August

11:00 bis 13:00
Neumarkt, Gelsenkirchen
u.a. mit Gregor Gysi

14:30 bis 16:00
Kennedyplatz, Essen
u.a. mit Gregor Gysi

17:00 bis 19:00
Hansaplatz, 44137 Dortmund
u.a. mit Gregor Gysi

22. August

Sommerfest
Halde Hoheward in Herten
Marie-Curie-Straße 45699 Herten
u.a. mit Gregor Gysi

17:00 bis 19:00
Husemannplatz, Bochum
u.a. mit Gregor Gysi

Vollbeschäftigung in der Zukunft

Momentan und möglicherweise nur für kurze Zeit gibt es den ziemlich coolen Kurzfilm Arbeit für Alle unter dieser Adresse online anzusehen. Der Film dauert gute 10 Minuten und wirkt auf den ersten Blick wie eine Doku aus der Zukunft. Im Gegensatz zu den Filmfreunden, wo ich den Link gefunden habe, möchte ich nicht viel mehr über den Film sagen, da er nach den ersten drei, vier Minuten einen recht netten Twist hat, den ich nicht verraten möchte. Einfach hingehen und ansehen. Die 10 Minuten werdet Ihr ja wohl erübrigen können.

(via Die Fünf Filmfreunde)