Lese-Empfehlung: Stuckrad-Barre über Merkel

Synchronizität. Gerade vor einigen Tagen begegnete mir Benjamin von Stuckrad-Barre zum ersten Mal seit Jahren wieder. Und da ist er schon wieder. Lukas empfiehlt diese Reportage des ehemaligen Pop-Literaten, der sich – von mir völlig unbemerkt – zu einem interessanten Journalisten entwickelt hat. Besonders hat es mir, der ich im Wahlkreis des CDU-Generalsekretärs wohne, dieser Abschnitt angetan:

Aber denken wir doch mal an Adenauer, denken wir überhaupt mal an die seligen Gründungsjahre der Republik – wir schließen die Augen und sehen natürlich alles in Schwarz-Weiß: grandiose Parlamentsdebatten, leidenschaftliches und gewitztes Beschimpfen des politischen Gegners; wie geschnitzt die Physiognomien, sogenannte Charakterköpfe, rechts wie links; rasiermesserscharf argumentierend die hochintelligenten Generalsekretäre.

Doch öffnen wir die Augen, sehen wir: Ronald Pofalla. Und denken sofort auch an Hubertus Heil und Dirk Niebel. Wir werden aber trotzdem wählen gehen. Angela Merkel steht jetzt auf einer Bühne vor dem Koblenzer Bahnhof, neben ihr in einem Ständer steht eine Klarinette, jederzeit einsatzbereit für das die Kanzlerin umrahmende Zerstreuungsprogramm. Und Ronald Pofalla steht auch da, der Klarinette nicht eben unähnlich.

Wahlsplitter: Spaß mit dem Morgenecho

Die heutige Sendung ist ein gutes Beispiel dafür, warum es sich lohnt, das Morgenecho auf WDR 5 zu hören, und warum es sich besonders lohnt, wenn Thomas Schaaf im Studio sitzt.

Als ich die Sendung heute morgen einschaltete, war Schaaf gerade im Interview mit Martin Schulz. Eigentlich ging es um die anstehende Wiederwahl von Barroso, aber zum Abschluß fragte er den EU-Abgeordneten der SPD dann auch noch danach, wer seiner Meinung nach wohl der neue deutsche EU-Kommissar werden wird.
Schulz (sinngemäß): “Keine Ahnung. Das wird die neue SPD-geführte Bundesregierung unter Kanzler Frank-Walter Steinmeier entscheiden.”
Schaaf (lachend): “Der war gut.”

Momentan kann man den Beitrag noch auf der WDR5-Webseite nachhören.

Demonstrationserfahrungen

Daß man bei friedlichen Demonstrationen heute durchaus mal von den freundlichen Bürgern in Uniform verprügelt werden kann, hat sich ja vermutlich mittlerweile herumgesprochen.

Mindestens ebenso schlimm, nein, eigentlich noch schlimmer, weil nicht so leicht an einer Person festzumachen, ist aber dieser Bericht eines Demonstrationsteilnehmers, der noch bevor er überhaupt beginnen konnte, an der Demo teilzunehmen, von der Polizei festgenommen wurde. Warum ist nicht wirklich klar. Beim Lesen des Berichts bleibt eigentlich nur der Schluß übrig, daß er vielleicht zu kooperativ war.

Beides sind unangenehme Vorfälle, die zeigen, wohin es mit unserem Rechtsstaat in den nächsten Jahren gehen könnte, wenn wir nicht höllisch aufpassen.  Also: wachsam bleiben.

Woche des Grundeinkommens – Tag 1

Bevor die Gläubigen in aller Welt morgen wieder ihrem nudeligen Götzen huldigen, indem sie sich den Bauch mit Pasta vollschlagen, beginnt mit dem heutigen Montag erst einmal die zweite Woche des Grundeinkommens und als langjähriger Anhänger dieser Idee möchte ich meine Leser darauf aufmerksam machen. Und wie geht das besser als mit einer Reihe von Blogeinträgen zum Thema?

Am besten wäre es natürlich für alle, die am Thema interessiert sind, eine der zahllosen Veranstaltungen, die es in dieser Woche geben wird, zu besuchen. Auf der oben verlinkten Seite gibt es einen umfangreichen Kalendar mit dutzenden Einträgen von Veranstaltungen über die ganze Republik verteilt. Für meine Dortmunder Leser böte sich zum Beispiel diese Diskussion am Mittwoch Abend an, die von der Dortmunder Linkspartei veranstaltet wird.

Einen sehr guten Einstieg in die Thematik bietet der Film Grundeinkommen – Ein Kulturimpuls von Daniel Häni und Enno Schmidt. Der Film klammert auch das schwierige Thema der Finanzierung nicht aus. Und das beste: man kann sich den Film (völlig legal) hier herunterladen oder online ansehen.

Schließen möchte ich für heute mit einem Zitat Bertrand Russells, der schon vor über 70 Jahren in seinem Essay In Praise of Idleness folgendes sagte:

I think that there is far too much work done in the world, that immense harm is caused by the belief that work is virtuous, and that what needs to be preached in modern industrial countries is quite different from what always has been preached.

Es gibt für alles einen Tag

Na, heute schon gegoogelt?

Wenn nicht, wird es allerhöchste Zeit, denn am heutigen 14. September ist Google Appreciation Day.

Die Idee dahinter ist ganz nett, finde ich:

Google Appreciation Day is not about a specific day in and of itself, but rather it is about reminding us that most aspects of our life are within our individual control and that they can be changed if one so chooses. So, every time the 14th of September rolls around, use it as an opportunity to learn something useful.

Also, einen schönen Google-Wertschätzungstag noch.

Walt und Stan – endlich vereint

Wow, Disney hat Marvel aufgekauft. How’s that for news?

Als ich das bei den Splashpages las, dachte ich eine ganze Weile lang, daß das doch ein Aprilscherz sein muß. Aber es scheint wohl zu stimmen (wenn das Kartellamt den beiden nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht). Damit hat Marvel nun genau wie DC (mit TimeWarner) einen dicken fetten Medienkonzern im Rücken. Man darf gespannt sein, ob und welche Auswirkungen das auf das House of Ideas haben wird.