Spannendes Dortmund

Als Exil-Dortmunder verfolge ich die momentanen politischen Verwerfungen im Rat der Stadt Dortmund mit besonderem Interesse. Selten war die Lokalpolitik in der Stadt mit dem U so spannend wie zurzeit. Erst gab es einen sogenannten Wahlbetrug der amtierenden SPD-Führung, der für eine lokalpolitische Meldung extrem hohe Wellen geschlagen hat. Ob es denn nun tatsächlich ein Wahlbetrug war oder nicht, wird derzeit von einem Experten geklärt, der vom Rat mit der Erstellung eines Rechtsgutachtens beauftragt wurde. Und als wäre eine Ansammlung von hunderten von Einsprüchen gegen die Kommunalwahl und dutzende bitterböser Kommentare auf den einschlägigen Internetseiten (lies: Kommentare unter Artikeln bei DerWesten) der SPD noch deutlich zu langweilig hat man (scheinbar) ohne Not so lange gegen den (ehemaligen?) Koalitionspartner, die Grünen, gestichelt, bis diese eigentlich gar nicht mehr anders konnten als die Zusammenarbeit (zumindest vorerst) für beendet zu erklären. Momentan überbieten die Grünen und die Genossen sich darin, sich gegenseitig heimliche Gespräche mit der CDU vorzuwerfen.

Und das ist noch nicht alles. Da es beim ursprünglichen Skandal ja um ein immenses Haushaltsloch in der Stadtkasse ging, gibt es parallel zu den politischen und persönlichen Befindlichkeiten der Ratsmitglieder und anderen politischen Entscheidungsträger und Meinungsführer noch ein viel dringenderes Problem. “Wo soll all das Geld herkommen, das wir eigentlich in den nächsten Monaten und Jahren ausgeben wollten?” Seit einiger Zeit macht die sogenannte Horrorliste die Runde, in der eine Reihe von einschneidenden möglichen Einsparungen aufgelistet sind. Da viele Punkte auf dieser Liste direkt die Lebensqualität der Dortmunder Bürger betreffen (Schließung von öffentlichen Schwimmbädern, Jugendfreizeitstätten, Schulen oder die Abschaffung des Sozialtickets), gab es erwartungsgemäß einen Aufschrei (oder eine Reihe von Aufschreien) in der Bevölkerung.

Ich bin ein bißchen betrübt, daß ich in dieser vermutlich politisch heißesten Phase der jüngeren Geschichte meiner Heimatstadt nicht vor Ort bin (jedenfalls nicht so oft), bin aber andererseits froh darum, daß ich nicht nur inzwischen einen Insider persönlich kenne, der mich immer wieder bereitwillig an seinen Erfahrungen und Eindrücken teilhaben läßt. Außerdem lebe ich zum Glück auch in der Zukunft, so daß ich dank des Internet und der ganz ansehnlichen Lokalberichterstattung der zwei großen Ruhrgebietsregionalzeitungen auf dem Laufenden bleiben kann. Zum Abschluß also hier mal die entsprechenden Links:

DerWesten.de: Portal Dortmund, direkter RSS-Link, Twitterstream Dortmund

Ruhrnachrichten: Portal Dortmund, direkter RSS-Link, Twitterstream Dortmund

Ungefähr jetzt müßte die Sitzung des Rates zum Nachtragshaushalt beginnen. Beide Redaktionen halten das für so wichtig, daß man Liveticker eingerichtet hat. Hier sind sie: Liveticker RN, Liveticker DerWesten. Ich schaue mir das dann mal an.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>