Die Füchse vom Hamburger Abendblatt und die Freibiermentalität

Beim Hamburger Abendblatt ist man nicht auf den Kopf gefallen. Dort weiß man wie der Web-2.0-Hase läuft und stellt sich als Speerspitze des Fortschritts der Freibiermentalität des gemeinen Surfers entgegen. Der stellvertretende Chefredakteur Matthias Iken erklärt das neuartige Geschäftsmodell (Kurzfassung: Wer weiterlesen will, zahlt monatlich 8 Euro) in seinem Editorial (bis jetzt noch kostenlos zugänglich). Kostenlos zugänglich sind übrigens – wie Carta berichtet – auch alle anderen Artikel, wenn man nicht wie ein Anfänger durch die Vordertür hereinkommt. Ganz großes Kino eben und zurecht schlagen die Herren Niggemeier und Knüwer die Hände über dem Kopf zusammen ob so penetranter Ewiggestrigkeit. Wer sich fragt, warum die Zeitungen eigentlich langsam aber sicher aussterben, kann im genannten Editorial von Iken nachlesen, daß es mal wieder an Managementfehlern liegt. Denn in der Begründung für die neue Abo-Strategie wird kein Klischee ausgelassen. Nicht die Freibiermentalität der Nutzer, noch das bisherige Mutter-Theresa-Gebaren der Zeitungsmacher (die ihre Artikel aus reiner Herzensgüte kostenlos ins Netz gestellt haben) und natürlich auch nicht der Klassiker schlechthin: was nichts kostet, ist auch nichts wert. Die ewige Wahrheit dieser Aussage verfolgt einen als Computernutzer auf Schritt und Tritt, ob man nun etwas sucht, in einer Enzyklopädie nachschlägt oder einfach nur E-Mail oder das WWW benutzt. In allen Bereichen kosten die besten Programme richtig Asche. Gut, daß die Zeitungsleute das jetzt auch endlich erkannt haben.

Die Titanic hat dieselbe Tirade in einen kurzen knackigen Satz gepackt.

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