Ein Sack voll Links – 18. 1. 2010

  • Den Artikel des Spiegelfechters Jens Berger auf Telepolis über das Dreikönigstreffen der FPD muß allein schon deshalb empfehlen, weil darin dieser wunderbare Satz vorkommt: Westerwelle ist der Spongebob der Politik.
  • Lukas hört beim Renovieren gerade massenhaft WDR2 und beschreibt seine Haßliebe zu diesem Sender in einem sehr schönen Blogbeitrag: Ich, WDR 2
  • Lutz Wingert sorgt mit seinen klugen Gedankengängen immer wieder im Alleingang dafür, daß ich Philosophen doch nicht pauschal als Dampfplauderer abtue. So auch in seinem Artikel für die Zeit über den unter anderem von seinem “Kollegen” Peter Sloterdijk angezettelten Klassenkampf von oben: Ab in die Dienerschule
  • Heiner Flassbeck spricht auf den Nachdenkseiten über Die unendliche Leistungsträgerlüge
  • Scalzi findet beim Aufräumen eine Diskette und sinniert über den technischen Fortschritt an sich. That takes me back. Meine liebste Stelle ist der vorletzte Satz: The real irony of this disc is that the amount of memory you can write to it (1.44 MB, if memory — heh – serves) isn’t enough to store the jpeg of the picture of it which came out of my camera (1.49 MB).
  • artbroken rezensiert seit einiger Zeit Rollenspiele aus der Independent-Ecke. Dieses Mal hat er ein besonderes Schmankerl an der Hand: Indie RPG and the Temple of Doom – Fiasco
  • Abteilung Fleisch ist mein Gemüse: Der Dortmunder Gerade-noch-so-OB Ulli Sierau spricht ein Machtwort gegen die meiner Meinung nach sehr gute Idee, in der Stadtverwaltung einen fleischlosen Tag pro Woche einzuführen. Das funktioniert in Gent bereits sehr gut und auch die gute alte taz geht mit gutem Beispiel voran. Sierau zeigt sich von einer besonders schlechten Seite als er, auf die Entscheidung angesprochen, verkündet: Im städtischen Betriebsrestaurant gebe es „eine abwechslungsreiche Salatbar und mindestens einmal pro Woche vegetarische Angebote”. Ui, einmal pro Woche vegetarische Angebote. Dieses Niveau kenne ich noch von meinen gelegentlichen Besuchen in der Kantine der DEW. Da gab es auch einmal pro Woche ein vegetarisches Angebot. Und an den anderen vier Tagen gab es für den Vegetarier ja immerhin die “abwechslungsreiche Salatbar”. Guter Job, Ulli!

    Ein Artikel bei “der Westen” gibt Details: Sierau hält die Hand über Schnitzel.

  • Von den meisten unbemerkt hat es in der letzten Woche schon wieder einen Relaunch des ehemaligen deutschen Vorzeige-Comics Fix und Foxi gegeben. Stefan Pannor kommentiert dies sehr treffend. Manchmal interessiert es keine Sau. “Fix & Foxi” kommen zurück – unter Ausschluß der Öffentlichkeit
  • David Crystal demontiert in seinem Blog den Mythos, daß der durchschnittliche Teenager seinen Tag mit einem Wortschatz von lediglich 800 Wörtern bestreitet: On the 800-word myth
  • Bei heise lesen wir, daß die Post plant, eine Art Hybrid zwischen E-Mail und traditionellem Brief einzuführen. Der Bedarf dafür dürfte sich in Grenzen halten.
  • Ebenfalls bei heise erfahren wir von einem interessanten neuen Projekt: Gordon – Flash ohne Player (Ich muß zugeben, daß es ganz schön lange gedauert hat, bis ich den Witz verstanden habe), ein Codec für swf-Dateien, der diese direkt im Browser ohne Flash-Plugin abspielen kann, und unter einer freien Lizenz steht. Man kann dem Projekt nur viel Erfolg wünschen.
  • In der taz gibt es einen sehr interessanten Hintergrundbericht über das Phänomen Co-Working: Co-Working schafft Nestwärme
  • Avatar, den ich wie gesagt nur so mittel fand, hat inzwischen fast alle Verkaufsrekorde gebrochen. Ein bißchen besser läßt sich das verkraften, wenn man sich klar macht, daß hier mit Dollarumsatz gerechnet wird und a) die Kinopreise immer steigen und b) Avatar-Tickets wegen des 3D-Effekts noch einmal eine ganze Ecke teurer sind.
  • Auch in Dortmund bleibt es weiter spannend. Inzwischen hat eine Reihe von Ratsmitgliedern Klage eingereicht, was eine Wiederholung der Rats- und Bezirkswahl erst einmal in die nebulöse Zukunft nach einer letztinstanzlichen gerichtlichen Klärung verschiebt. Ein paar Jahre dürften das schon werden. Die WAZ hat mittlerweile mal ein Stimmungsbild des Wahlvolks erhoben, das für die wahrscheinlich tatsächlich demnächst zu wiederholende OB-Wahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Sierau und Pohlmann voraussagt. Auf der möglicherweise letzten Sitzung des Rates haben inzwischen gut 100 Leute gegen die abstruse Umgestaltung des Sozialtickets (Nicht nur wurde der Preis verdoppelt, es soll nun auch erst ab neun gelten, was natürlich ein schlechter Scherz ist, aber nicht “sozial”) demonstriert, nur um vom Gros der Parteien den Stinkefinger gezeigt zu bekommen. Gegen die Stimmen von Grünen und Linken wurden alle Anfragen [bezüglich des Sozialtickets] in die Ausschüsse verwiesen. Grünen-Chef Krüger: „Auch das Vertagen der Diskussion ist eine Botschaft.” (Der Westen)
  • In Berlin macht man sich auf den beschwerlichen Weg einer Schulreform und reduziert die Auswahl auf immerhin zwei weiterführende Schulformen. Ich sehe die Sache ähnlich wie Alke Wierth in ihrem Kommentar in der taz: Schafft das Gymnasium ab!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>