Was war. Was wird.*

In der letzten Woche hat mich eine relativ hartnäckige Erkältung (oder doch die mexikanische Grippe, wie meine Arbeitskollegen mutmaßten?) mit einem ganz schön fies klingenden Husten ziemlich angeschlagen, so daß ich bei meinen Internetaktivitäten Abstriche machen mußte. Aber jetzt bin ich wieder so weit fit, daß das Bloggen weitergeht. Nachdem sich in zwei Umfragen jeweils hundert Prozent dafür ausgesprochen haben (es lebe schlampig ausgeführte Statistik), werde ich das Linkblog nun doch mittelfristig wieder mit diesem verschmelzen. Wer den Verschmelzungsvorgang meines Resteblogs verfolgt hat, weiß, daß dies kein Grund zur Naherwartung ist, aber da ich jetzt auch beruflich viel mit WordPress hantiere (mehr dazu demnächst), sollte ich eigentlich langsam mal genug Know How angesammelt haben, um den Schritt zu wagen. Die direkte Konsequenz ist erst einmal nur, daß ich drüben nicht mehr poste und im Gegenzug hier der Prozentsatz der Beiträge nach dem Motto “Guck mal hier, wie lustig. Link.” stark ansteigen wird.

An alle Leser, denen dieser Schritt nicht gefällt: Ich hoffe, das ist Euch eine Lehre in Sachen Nichtwählertum. Da in wenigen Monaten mal wieder eine dieser immer häufiger werdenden Richtungswahlen (mancherorts liest man auch schon “Schicksalswahl”) ansteht, hoffe ich, daß sich die Lektion in einem verbesserten Wahlergebnis niederschlägt. In einer leichten Abwandlung meines Spruchs zur Bundestagswahl: Jeder Nichtwähler mehr an der Urne, vergrößert die Chance, daß die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert. Und das ist mein heimlicher Wunschtraum für diese Wahl. Ich verspreche, daß ich den ganzen 10. Mai lang dreckig lachen werde, wenn es so weit kommt.

* Der Titel dieses Beitrags ist eine intertextuelle Allusion auf die gleichnamige Rubrik bei heise online. Anders ausgedrückt: Ich habe ihn gehegemannt.

Celebrate Free Software – Hug a Developer

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Eine großartige Idee, auf die ich durch netzpolitik.org aufmerksam gemacht wurde. Hier ein paar Tipps von der Seite der Free Software Foundation Europe:

Behind every Free Software initiative and organisation are real, hard-working people. Show them that you appreciate their work!

  • Send them a message thanking them for their work
  • Buy your favourite project some chocolates
  • Hug a developer (ask permission first!)
  • Buy your favourite developer a drink

Thank you, Richard, for starting it all.

Wie funktionieren eigentlich Amazon-Links?

Vor ein paar Tagen habe ich im Gespräch mit einer Freundin festgestellt, daß gar nicht jeder, der öfter mal bei Amazon kauft, weiß wie die Links des freundlichen Buch-Oligopolisten funktionieren. Nun, das ganze ist eigentlich ganz einfach. Nehmen wir an, Ihr surft fröhlich durch die US-Blogosphäre und landet plötzlich bei einem von Scalzis Big Idea-Artikeln, zum Beispiel diesem über den brillianten Jasper Fforde. Okay, Ihr lest den Artikel, denkt “Cool, das muß ich haben” und klickt auf den Amazon-Link, den John Scalzi freundlicherweise bereitstellt. Doch natürlich landet man auf der amerikanischen Amazon-Seite, aber man wäre ja schön bescheuert, das dort zu bestellen und das immense Porto zu zahlen und wochenlang auf die Lieferung zu warten. Das Buch gibt es doch mit Sicherheit auch im deutschen Amazon-Ableger oder wenigstens im britischen, was Porto und Lieferzeit zumindest ein wenig drücken sollte. Man kann nun natürlich zu den lokalen Amazon-Seiten gehen und dort die Suchfunktion bemühen, aber da Amazon überall das gleiche Datenbanksystem einsetzt, geht das noch viel einfacher. Amazon versieht jeden Artikel mit einer eindeutigen Nummer. Bei Büchern in der Regel die ISBN. Und das macht es einfach, zwischen den diversen lokalen Seiten hin- und herzuhüpfen.

Okay, wenn man einem ordentlichen Link gefolgt ist, hat man in der Regel so was in der Adressleiste des Browsers stehen

http://www.amazon.com/Shades-Grey-Novel-Jasper-Fforde/dp/0670019631

Wichtig ist die Nummer am Ende, da die den Artikel eindeutig identifiziert. Im Prinzip reicht es jetzt, in dieser Adresse einfach das com durch de oder co.uk oder fr zu ersetzen, um denselben Artikel bei der jeweiligen lokalen Amazonseite angezeigt zu bekommen.

Der Text zwischen amazon.com und dp ist übrigens völlig belanglos und soll nur Google beim Indizieren der Seiten helfen. Da kann man beliebigen Text eintragen oder den Krempel auch ganz weglassen und so zu einer angenehm kurzen URL kommen (praktisch für Twitter oder umbruchwütige Mail-Programme). In diesem Fall http://www.amazon.com/dp/0670019631

Manchmal stolpert man auch noch über Links, die nach einem älteren Schema funktionieren oder zusätzliche Informationen enthalten. So verlinkt Brian Cronin von Comics Should Be Good sein empfehlenswertes Buch über Comic-Legenden zum Beispiel mit diesem Link:

http://www.amazon.com/gp/product/0452295327?ie=UTF8&tag=legenrevea-20&linkCode=as2&camp=1789&creative=9325&creativeASIN=0452295327

Aber Amazon hat sein System mittlerweile so weit harmonisiert, daß selbst dieser ellenlange Link problemlos auf die deutsche Amazon-Seite führt, wenn man einfach nur das com durch de ersetzt. Und falls gewünscht, kann man auch hier wieder eine kurze URL bauen: http://www.amazon.com/dp/0452295327

Einfach, oder?

Kreetrapper erklärt die Welt

Da sieh mal einer guck: Kaum angekündigt, ist schon die erste neue Rubrik in den Gedankenblasen am Start. Unter dem Label kreetrapper erklärt die Welt werde ich kleine oder größere Erklärungen veröffentlichen, von denen ich denke, daß es nicht schaden kann, wenn mehr Leute darüber Bescheid wüßten. Die ersten paar Ideen, die ich dazu habe, sind zum einen How-To’s, die dabei helfen sollen, spezifische (Alltags-)Probleme zu lösen, und zum anderen möglichst verständlich aufbereitetes Hintergrundwissen über die (digitale) Welt, in der wir leben. Nach dem Lesen eines solchen Artikels soll im Idealfall immer ein Erkenntnisgewinn im Sinne des bekannten Spruchs von Markus Kavka stehen. Hamma wieder was gelernt.

Der erste Eintrag dieser neuen Reihe, wird noch heute hier erscheinen.

Angoulême-Verlinkerei

Im arte Kulturmagazin Metropolis gab es am Samstag einen Beitrag zum Comic-Festival, den man noch bis zum Freitag auf Arte +7 ansehen kann.

Einen kurzen Überblick über die Preisträger aus deutscher Perspektive gibt es im Blog bei Graphic-Novel.info.

Einen etwas längeren Wrap-Up gibt es bei The Beat.

Und schließlich hat der eifrige Comics Report Tom Spurgeon eine Unmenge an Links zum Thema zusammengesammelt: Collective Memory: Angoulême 2010

Zurück im Pott?

Gute Neuigkeiten für mich. Jens hat im Pottblog herausgefunden, daß ich doch noch im Ruhrgebiet wohne.

Aus der Liste der Twitter-Accounts von Museen habe ich mir mal [...] die Museen herausgesucht, die aus dem Ruhrgebiet stammen, als da wären:

* Duisburg: LehmbruckMuseum
* Essen: schaubude (Schaustellermuseum)
* Kleve: museumkurhaus
* Hattingen: MuseumHattingen
* Herne: LWLMuseumArchae (LWL-Museum für Archäologie)

Danke, Jens. Okay, Zeit für eine Party!

Amazon zeigt, wie man es nicht macht

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Am Freitag waren plötzlich eine ganze Reihe von Büchern aus dem Angebot von amazon.com verschwunden. Hintergrund waren eskalierte Verhandlungen mit einer Verlagsgruppe. Bei Amazon hat man wohl gedacht, wenn man so einen Stunt an einem Freitag versucht, bekommt die Medien-Öffentlichkeit es nicht so gut mit. Und man hielt es weiterhin für eine glänzende Idee, das ganze heimlich, still und leise zu machen und eine gefühlte Ewigkeit lang nicht zu kommentieren. Doch Amazon hat die Rechnung ohne die Blogosphäre gemacht. Allein John Scalzi hat während des letzten Wochenendes sechs Blog-Artikel zum Thema verfaßt. Und er war beileibe nicht der einzige. Als Fazit bleibt, daß Amazon sich hier bei einer unverhältnismäßig großen Zahl (potentieller) Kunden sehr unbeliebt gemacht hat. In Zeiten, in denen Apple mit dem iPad in die Offensive geht, ist das eine besonders schlechte Idee. Hier die Chronologie der Ereignisse bei Scalzi:

  1. Macmillan Books Gone Missing From Amazon
  2. A Quick Note On eBook Pricing and Amazon Hijinx
  3. It’s All About Timing
  4. Dear Amazon:
  5. All The Many Ways Amazon So Very Failed the Weekend
  6. Seriously? Now They’re Just Being Dicks

Lese-Empfehlung: Englisch für Juristen

Der jüngste Beitrag im Sprachlog von Anatol Stefanowitsch dreht sich um Englisch vor Gericht, genauer um Englisch als Amtssprache in deutschen Gerichten, die so abstruse wie vorhersehbare Reaktion des VDS und die Implikationen des Ganzen. Besonders spannend sind diesmal die Kommentatoren, in denen sich einige Experten zu Wort melden und das Problem fundiert diskutieren. Ach, wenn nur alle Blogs solche Kommentatoren hätten.

Ein Sack voll Links – 1. 2. 2010

  • Das erste Comic-Großereignis des Jahres, das Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême, ist vorbei. Beim Comics Reporter (oder, wenn man es lieber ganz offiziell und auf Französisch hat, direkt auf der Festival-Webseite) kann man schon mal die Preisträger nachlesen. Längere Nachbetrachtungen werden vermutlich im Laufe der nächsten Woche in den einschlägigen Blogs auftauchen.
  • Schon über sechs Wochen alt, aber ich bin erst jetzt darüber gestolpert. Eine Liste der 15 schlechtesten Comics der Nuller-Jahre. Die Liste ist von Amerikanern geschrieben und hat den Fokus daher ganz klar auf Superhelden-Comics, aber die Einträge haben es im Großen und Ganzen durchaus verdient zu den 15 schlechtesten Comics der Dekade gezählt zu werden. The 15 Worst Comics of the Decade Part 1 and Part 2.
  • Das “Kultur & Freizeit in NRW”-Blog veröffentlicht einige Impressionen [der] Baustelle Phoenix See. Wenn ich bedenke, daß man schon vor Jahren Wohnungen “mit Seeblick” mieten konnte. Aber der Hauptbahnhof sollte ja auch zur WM fertig sein. Vielleicht ist es das nächste Mal, wenn Deutschland die Fußball-WM ausrichtet, so weit.
  • In der Welt gibt es einen angenehm neutralen Artikel über die Koalitionsfähigkeit von Rot-Grün-Rot. Wie Rot-Grün-Rot das Land verändern würde Erfahrungswerte in anderen Bundesländern (z.B. Hessen oder Saarland) haben leider gezeigt, daß über Koalitionen nicht nach dem Übereinstimmen der Programme entschieden wird, sondern nach persönlichen Vorlieben oder ähnlichem.
  • Der Standard hat Freitag-Herausgeber Jakob Augstein interviewt. “Eine Community muss man pflegen wie einen Garten”
  • Es sagt sicherlich einiges über mich aus, daß ich das T-Shirt, das Scalzis Tochter hier trägt, richtig lustig fand. Modeling Only the Finest in Pun-Based Geek Apparel
  • Mark Pilgrim nimmt die Vorstellung des iPads zum Anlaß sich Gedanken um den insbesondere von Apple herbeigeführten Paradigmenwechsel in der Computerentwicklung zu machen. Seiner Kernaussage kann ich mich nur aus vollem Herzen anschließen: I don’t want to live in a world where you have to break into your own computer before you can start tinkering. And I certainly don’t want to live in a world where tinkering with your own computer is illegal. Sehr empfehlenswert um die Applemanie mal in einem ganz anderen Licht zu sehen: Tinkerer’s Sunset
  • In der New York Times klamüsert Dave Itzkoff die komplizierte Geschichte der Verwertungsrecht an Sherlock Holmes auseinander. Arthur Conan Doyles Tod jährt sich in diesem Jahr zum 80. mal. Trotzdem verdienen weiterhin Leute Geld damit, Lizenzen für seine Geschichten und Charaktere zu verkaufen. Wenn das kein Alarmsignal ist, daß das Urheberrecht dringend reformiert gehört, weiß ich es auch nicht. For the Heirs to Holmes, a Tangled Web
  • Neil Gaiman ist einer dieser Weltenbummler, der dank seiner Tätigkeit als Autor viel in der Welt herum kommt. Deshalb fällt ihm noch stärker auf, was mich als Grenzpendler schon im Kleinen furchtbar nervt. Warum gibt es für Reisende nur die Möglichkeit entweder für jedes Land eine eigene SIM-Karte für’s Handy zu kaufen oder horrende Roaming-Gebühren zu zahlen, die jeglicher Beschreibung spotten? Oder in Neils Worten

    I noticed that Maddy managed, without trying, while she was in the UK, to run up a $600 phone bill, using data on her phone. Which mostly came from a day when she was stuck in an airport that was closed, and her cousin browsed the web for a bit on Maddy’s phone to kill time. T-mobile now charges $16 a meg for data when you’re out of the US. To put that in context, according to Vodaphone’s site, “On Mobile Broadband 50MB is approximately 100 Emails & 4 Hours browsing”, and on T-mobile’s rates 100 emails and 4 hours of browsing (running google maps etc) is $800. I asked T-mobile if they didn’t have any plans that would work better if you’re going abroad and, no they don’t.

    Hier der ganze Artikel, in dem er seine Leser aufruft, nach Alternativen Ausschau zu halten. Vielleicht findet ja jemand eine Lösung. Phone card query…

  • Artbroken hat in seiner Reihe von Indie-RPG-Rezensionen schon wieder ein Exemplar gefunden, das ziemlich interessant klingt: Indie RPG and the Temple of Doom – With Great Power
  • Spreeblick weist auf einen Service der Electronic Frontier Foundation hin. Panopticlick liest alle Informationen aus, die der aufrufende Browser freiwillig rausrückt, und sagt dem Nutzer dann, wie eindeutig er sich damit identifizieren läßt. Schlauerweise gibt es auch Tips, was man dagegen tun kann.
  • Unsere Nachbarn im Westen, bei denen ich jeden Tag als Arbeitsmigrant vorbeischaue, haben es auch nicht leicht. Seit kurzem muß sich hier jeder, der öffentliche Verkehrsmittel nutzt, auf Schritt und Tritt verfolgen lassen, da es keine normalen Fahrkarten gibt, sondern nun alles über eine Chipkarte auf die Station genau abgerechnet wird. Der Regierung genügt das wohl noch nicht, weshalb man für die Autofahrer nun ein ähnliches System plant. Meine Güte berichtet: Auto-Holland: Kampf ums Kilometergeld