Ein Sack voll Links – Loveparade

19 Tote und hunderte Verletzte bei der Loveparade. Was nehmen wir mit?

  • Die Medien berichten jede Kleinigkeit und produzieren einen Information Overkill (siehe auch die Menge an Links, die ich hier zusammegetragen habe).
  • Das öffentlich-rechtliche Fernsehen, entblödet sich nach wie vor nicht, in einem Beitrag “live” auf Twitter nach “loveparade” zu suchen und einige Tweets vorzulesen. Hoffentlich hört diese Art der “Berichterstattung bald mal auf.
  • Viele, viele Leute haben irgendeine Art der Katastrophe kommen sehen. Umso schlimmer, daß all die Warner ignoriert wurden.
  • Politik und Verwaltung der Stadt Duisburg nehmen sich (bisher) nichts von all dem an. Sauerland möchte erst die Untersuchung abwarten und man kann nur hoffen, daß diese unabhängig und zügig vonstatten geht, damit die Verantwortlichen schnell zur Rechenschaft gezogen werden und nicht noch mehr Unheil anrichten können.

Okay, nun der Linksack. Kurzer Kommentar zur Entstehung: Alle aufgeführten Links kommen aus meinem Twitter-Feed, also von Twitter-Nutzern, denen ich folge. Das erklärt, die starke Konzentration auf bestimmte Medien bzw. Blogger, zeigt aber auch, daß Twitter für aktuelle Informationen problem den RSS-Feedreader ersetzen kann (der seinerseits vor einiger Zeit die Tageszeitungen ersetzt hat).

Tagesschau.de

Interview [mit dem Psychotherapeuten Dr. Christian Lüdke] zum Trauma nach der Loveparade

Bilder der Massenpanik

Staatsanwaltschaft ermittelt nach der Tragödie

Pottblog

Jens bloggt wie immer sehr eifrig. Der ständig ergänzte Übersichtsartikel ist der erste dieser drei

Scheisse: Mehr als 10 Tote bei der Loveparade in Duisburg, viele Verletzte aufgrund einer Massenpanik

Loveparade 2011 in Gelsenkirchen abgesagt / Ist das Ruhrgebiet doch keine Metropole Ruhr?

Unglück bei der Loveparade 2010 in Duisburg: Gesammelte Links

Ruhrbarone

Ruhrpilot zur Loveparade

NRW-Innenminister Ralf Jäger zum Duisburger Loveparade-Desaster

Loveparade: Zurücktreten wegen Vertuschungsgefahr

DerWesten

Duisburger Loveparade war die letzte

OB Sauerland will sich der Verantwortung stellen

Politiker fordern Rücktritt – OB Sauerland bleibt

Treten Sie zurück, Herr Sauerland

Rückblick: 21 Jahre Loveparade

taz

Augenzeugenbericht aus Duisburg

Das Ende der Giga-Party

Netzgemeinde warnte vor Katastrophe

Der OB der Loveparade

Interview mit DJ Hell

Trommeln fürs Revier

wdr.de

der heutzutage übliche Liveticker

heute.de

User wollen bei Aufklärung helfen

Titanic

Die Titanic trifft wie immer mitten ins Schwarze: Sendeverbot

Blogosphere

Loveparade 2010 – Mein Gedächtnisprotokoll (Twitgeridoo!)

Polizeiversagen bei der Duisburger Loveparade-Katastrophe 2010 aus Teilnehmer-Sicht (Randolf Jorberg)

Tod auf der Rampe (Spiegelfechter)

Vermischtes

Loveparade-Berichterstattung:
Rund 115 Beschwerden beim Presserat (kress.de)

Interview mit Panikforscher Dirk Helbing bei Zeit online

Abgedrehte Bonus-Sektion

Eine kuriose Randerscheinung der medialen Berichterstattung sind die Kommentare von Eva Herman, in denen sie einen neuen möglichen Schuldigen ins Spiel bringt, da sie die Loveparade mit Sodom und Gomorrha vergleicht.

ursprünglicher Kommentar

Reaktion auf Leserreaktionen

Kommentar der taz

Kommentar von Thomas Knüwer

Ein Sack voll Links – 22. 2. 2010

Ich war an diesem Wochenende (und auch in der Woche davor) nicht so viel online wie sonst, daher ist der Linksack diesmal nicht so prall gefüllt wie letztes Mal. Ob es nächste Woche einen Linksack geben wird, kann ich noch nicht absehen. Vermutlich werde ich aber nicht dazu kommen.

  • Kaum bin ich mal nicht in den Niederlanden, zerbricht dort die Regierung. Tobias Müller faßt den Schlamassel im Freitag kurz zusammen: Balkenende macht Schiffbruch
  • Wem das nicht genügt, der kann beim nrc Handelsblad ein ganzes Dossier zum Thema finden: Meer over de val van kabinet Balkenende IV
  • Markus Rother schreibt im Spiegelfechter einen Gastbeitrag über Studiengebühren als Hinderungs- und Abbruchsgrund
  • Und wieder der Spiegelfechter. Diesmal schreibt Jens Berger selbst über die Abstrusität der deutschen Demokratie am Beispiel des Netzsperrengesetzes, das keiner will, daß aber trotzdem so gut wie in Kraft ist: Willkommen in Schilda
  • Der Freitag hat als aktuelles Wochenthema die Krise der griechischen Staatsfinanzen. Dazu gibt es eine Reihe guter Artikel.

    Elmar Altvater – Im Griff der Bankster

    Nicht Griechenland mit einem akuten Haushaltsdefizit ist das Problem, sondern das gewissenlose Profitstreben der Banken. Sie verdienen an den EU-Pleitiers besonders gut

    In einem Interview spricht Heiner Flassbeck, Leiter des Bereiches Markoökonomie und Entwicklungspolitik bei der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD), über die tiefer liegenden Gründe der Währungskrise. “Dann bricht Europa auseinander”

    Besonders gelungen finde ich den Artikel von Michael R. Krätke. Ich sehe das ganze ähnlich: Daß Griechenland jetzt (angeblich) am Abgrund des Staatsbankrotts steht, ist nicht (allein) die Schuld der Griechen, sondern ein Resultat einer nicht harmonisierten Wirtschaftspolitik in der Eurozone. Hier mal ein Zitat von Krätke:

    Man wird sich dauerhaft und hartnäckig in die „inneren Angelegenheiten“ von EU-Staaten einmischen müssen. Darin besteht der Sinn einer Wirtschaftsunion, die sich aus der Logik einer Währungsunion ergibt. Künftig wird uns das einigermaßen kuriose griechische Rentensystem angehen müssen, vom italienischen ganz zu schweigen. Künftig wird zu fragen sein, ob sich jeder unserer EU-Partner den Luxus nationaler Armeen mit allen Schikanen leisten sollte. Die Kleinstaaterei im großen Europa wirkt als Ärgernis und Hindernis zugleich. Zur Währungsunion gehört eine gemeinsame Anleihepolitik der EZB ebenso wie eine gemeinsame Wirtschaftspolitik, um die sich die EU-Kommission kümmern sollte – bislang wird beides entbehrt.

  • Jens Berger erläutert bei Telepolis, warum die nächste Regierung gut eine schwarz-grüne sein könnte: Ist Deutschlands Zukunft schwarz-grün?
  • Vaughan Bell schreibt bei Slate eine schöne kurze Geschichte der unreflektierten Kritik der neuen Medien. Don’t Touch That Dial! – A history of media technology scares, from the printing press to Facebook.
  • Im Freitag habe ich einen sehr lesenswerten Artikel über Guantanamo von Patrick Barkham gelesen. Leider kann ich ihn beim Freitag nicht online finden, also linke ich stattdessen zum Originaltext im Guardian, aus dem der Freitag ihn syndiziert hat: How I fought to survive Guantánamo
  • Apple scheint bei den Apps, die es in seinem iPhone-App-Store aufnimmt, klassischen amerikanischen Puritanismus walten zu lassen. Ich bin nicht sicher, ob man sich mit diesem Vorgehen nicht langfristig selbst ins Knie schießt. Schließlich wissen wir alle, daß pornographische Inhalte ein wichtiger Einflußfaktor auf den Erfolg eines Mediums sind. Hier ein Artikel zum Thema bei Mind the App von Thomas Knüwer: Das Aus für die Bild-Iphone-App?

Ein Sack voll Links – 15. 2. 2010 – Superduperausgabe

Letzte Woche konnte es aus den genannten Gründen leider keinen Linksack geben. Dafür gibt es diesmal eine besonders fette Ausgabe. Viel Vergnügen.

  • Der Spiegelfechter zeichnet die düstere Vergangenheit des Schweizer Bankgeheimnisses nach. Die Schweiz, das Geld und die Moral
  • Die Nachdenkseiten bilanzieren die ersten 100 Tage Schwarz-Gelb mit einer Auflistung dessen, was die neue Regierung alles nicht getan hat. Kratzen am Lack – Zur Kritik an 100 Tagen Schwarz-Gelb
  • Für alle, die denken, daß wir von einem Überwachungsstaat Marke Orwell noch meilenweit entfernt sind, gibt es bei Netzpolitik ein Feature des Deutschlandfunks zum Anhören. Zitat aus dem Teaser:

    Ein junger Mann erfährt durch eine Panne bei seinem Mobilfunkbetreiber, dass er von Verfassungsschutz und BKA abgehört wird. [...] Nach sieben Jahren vergeblicher Bemühung um Aufklärung, nach Hausdurchsuchung und schließlich doch noch erfolgter Verhaftung zieht das Bundesverfassungsgericht eine Grenze. Der “Terrorist” erhält Akteneinsicht, das Verfahren wird eingestellt. Obwohl die Geheimdienste sich der Aufklärung verweigern, lässt sich die paranoide Geisteshaltung der Ermittler anhand ihrer eigenen Aufzeichnungen nachvollziehen.

    Hörtipp: Aus dem Inneren eines Überwachungsstaates

  • Vor kurzem hat sich mit dem Institut Solidarische Moderne ein neuer “Think Tank” gegründet, der die politischen und gesellschaftlichen Kräfte bündeln soll, die sich links des Neoliberalismus, der von einem Großteil der Entscheidungsträger der etablierten Parteien propagiert wird, befinden. Die taz hat zu diesem Anlaß ein Interview mit Sebastian Krumbiegel geführt, der Freitag mit Katja Kipping. Auch die Nachdenkseiten greifen diese Neugründung auf, haben aber auch gleich eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen, unter anderem den Namen, der wirklich nicht besonders einladend aussieht und der, wenn man die Webseite der Initiative zugrunde legt, inzwischen schon mal das “Institut” verloren hat. Jene Webseite hat meiner Ansicht nach auch noch so ihre Macken. So vermisse ich z.B. den RSS-Button und bin auf meinem relativ kleinen Notebook-Bildschirm ziemlich genervt davon, daß ich nach jedem internen Link ein nahezu bildschirmfüllendes Bild sehe, anstatt dem gewünschten Text. Aber das sind ja alles Kinderkrankheiten, die sich hoffentlich im Laufe der Zeit geben. Man darf gespannt sein.
  • Hans-Olaf Henkel tingelt schon sehr lange als sogenannter Experte durch den Talkshow-Zirkus. Auf den Nachdenkseiten findet sich ein schöner Artikel, der diesen Herrn ins rechte Licht rückt: Nachtrag zur Sendung Anne Will: Interessantes Detail zum “Charakter” und den Methoden des Herrn Henkel
  • Die Hartz-IV-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wird von den regierungsfreundlichen Massenmedien offenbar als Einladung wahrgenommen. Wer sich schon mal gegen die absurden Behauptungen wappnen möchte, die einem nun sicher häufiger begegnen werden, sollte im Spiegelfechter lesen wie Jens Berger einen Artikel von in der Bild-Zeitung Stück für Stück auseinandernimmt: BILD sucht die Exitstrategie
  • Stefan Sasse vom Oeffinger Freidenker schreibt zur Abwechslung mal beim Spiegelfechter, und zwar verteilt er ein Halbjahreszeugnis für Schwarz-Gelb
  • Neil Gaiman bloggt inzwischen schon seit neun Jahren. Als er damals damit angefangen hat haben, wie er selbst es immer gern formuliert, nur er und eine Handvoll Dinosaurier gebloggt. Happy Birthday, Neil’s Journal! Now We Are Nine
  • Wil Wheaton schreibt eine Art Dankesbrief an Twitter. in which the impact of twitter on my life is examined, and thanks is given to @ev and @biz
  • Sprach(b)logger Anatol Stefanowitsch schreibt einen klugen, gut durchdachten Artikel über die Plagiatsvorwürfe gegen Helene Hegemann. Daß er das Wort “Geistiger Diebstahl” verwendet stößt einigen Kommentatoren dort (und auch mir) etwas sauer auf, aber davon abgesehen gebe ich ihm vollkommen recht. Intertextuelle Illusionen
  • Die taz hat ein Interview mit dem Extremismus-Experten Ralf Altenhof geführt. Diesem gefiel im Nachhinein allerdings nicht mehr, was er im Interview gesagt hat. Wie die taz mit diesem Problem umgegangen ist, muß man sich selbst ansehen. Bravo, daß endlich mal jemand die abstruse Praxis des nachträglichen Absegnen von Interviews ins Rampenlicht stellt. “XXXX XX XXXXX XXXXXX”
  • Die Ruhrbarone beleuchten einen erschreckenden Fall, in dem neue und alte Medien gleichermaßen versagt und letztlich ein Leben ruiniert haben: Die unglaubliche Geschichte der Neda Soltani – vom Versagen der Medien und der “Social Networks”
  • Marcus Hammerschmitt beschäftigt sich auf Telepolis mit einem der schlimmsten Auswüchse der Political Correctness, dem Binnen-I. Dem Fazit, das Hammerschmitt in seinem Artikel zieht, kann ich nur vorbehaltlos zustimmen: Ganz im Gegenteil ist heute das Binnen-I Ausweis nur noch einer geistigen Selbstuniformierung, die hoffentlich weiterhin auf Sektierer und Spinner beschränkt bleibt. In diesem Sinne wünsche ich mir und allen Lesern und Leserinnen eine Zukunft ohne Binnen-I. Ih! Zur Karriere eines missbrauchten Buchstabens
  • Harald Suerland analysiert in der Borkener Zeitung Herbert Grönemeyers neue Ruhrgebietshymne sehr treffend. Der das Kind beim Namen kennt
  • Robert Zion von den Grünen schreibt im Freitag wie sich die wahlkämpfenden NRW-Grünen aus seiner Sicht darstellen. In den Kommentaren findet er nicht gerade viel Zustimmung. Unter einem Politikwechsel sind die Grünen nicht zu haben
  • Auch die Finanzkrise hat ein paar gute Effekte. Einer davon ist der sich mehrende Erfolg der nachhaltig wirtschaftenden GLS Bank. Um ein Drittel gewachsen: GLS Bank macht Sinn für Kunden
  • Die SPD katapultiert sich weiter ins Abseits, indem man gegen das von der schwarz-grünen Koalition im VRR angekündigte Sozialticket wettert. Das sieht mal wieder ganz nach Opposition um der Opposition willen aus. Bravo, Herr Prüsse. Sozis gegen Sozialticket (taz.de)
  • Google holt zum nächsten Schlag aus. Was mir bei Buzz als erstes auffiel (neben dem üblichen Datenschutz-GAU) ist, daß der Name momentan besser zu Apple paßte. Googles neuer Dienst hat bei weitem nicht so ein großes Rauschen erzeugt wie unlängst das Mega-I-Phone aus Cupertino. Lifehacker hat eine kurze Einführung in Googles neues Baby: Google Buzz Explained
  • Bei der Rede von Shimon Peres im deutschen Bundestag haben sich einige Abgeordnete der Linkspartei erdreistet sich den allgemeinen Standing Ovations nicht anzuschließen. Daß dies aufgrund einer festen pazifistischen Überzeugung geschah und nicht aus blindem Anti-Semitismus scheint ein Großteil der Medien nicht verstehen zu wollen. Zu diesem Großteil gehört auch Stefan Laurin von den Ruhrbaronen, der wie mir scheint sowieso keine Gelegenheit ausläßt verbal auf die Linkspartei einzudreschen. In den Kommentaren zu seinem Artikel zum Thema findet sich der folgende treffende Satz von einer Kommentatorin namens Eva: Ein Parlament, in dem nur noch die politisch korrekte Mehrheitsmeinung vertreten ist, wäre für mich kein richtiges Parlament mehr. Daß Eva mit dieser Selbstverständlichkeit in der Diskussion dort trotzdem auf verlorenem Posten steht, zeigt, wohin es zur Zeit mit unserer Gesellschaft geht. Gruselig.
  • Zensursula en Français: Frankreich bekommt Internetsperren (netzpolitik.org)
  • Spiegelfechter Jens Berger schreibt auf Telepolis einen sehr schönen Artikel über das Problem mit dem Lohnabstandsgebot: Hartz IV und der hausgemachte Niedriglohnsektor
  • Seit einiger Zeit lese ich das Blog Kultur & Freizeit in NRW, weil man hier auf einfache Art über eine Reihe von Veranstaltungen informiert wird. Dieses Blog ist nun (leider) ein Paradebeispiel für die ungeheure Macht, die Google mittlerweile hat. Wie der Betreiber in diesem Blogeintrag von seinem verzweifelten Kampf gegen die Allmacht der größten Suchmaschine in Deutschland erzählt, läßt einen schon erschauern. Vor allem einige Formulierungen darin haben mich geradezu schockiert, da sie von einer dermaßen devoten Haltung gegenüber dem mit Abstand größten Wegweiser zur eigenen Webseite zeugen, daß einem das “Don’t be evil” im Halse stecken bleibt. Einige Beispiele:

    ob es wirklich dieser eine Fehler war, der von Seiten Google für meinen Empfinden recht hart bestraft wurde.

    Und was mich natürlich auch interessierte, war die Frage, ob und wie man von Google Gnade erhalten kann.

    (Hervorhebungen von mir)

    Dieser Artikel ist ein hervorragendes Beispiel dafür, welche beängstigend große Macht Google mittlerweile hat. Eine Macht, bei der man als einsamer Blogbetreiber auch schon mal unter die Räder kommen kann.

  • Im Freitag wirft Martin Krauß ein interessantes Licht auf den Wintersport. Dort heißt es

    Das Gros der deutschen Aktiven kann nur deswegen in der Weltspitze mithalten, weil es sich von Verteidigungsminister Guttenberg mit „Stabsunteroffizier“ anreden lassen muss. 66 Prozent der deutschen Medaillengewinner der letzten Spiele in Turin waren Sportsoldaten. Das Verteidigungsministerium ist seit Jahren der zweitgrößte Sponsor des deutschen Sports.

    Olympischer Verteidigungsfall

  • Jan Pfaff schreibt im Freitag anläßlich der Berlinale ein interessantes Portrait von Uwe Boll: Voll in die Fresse
  • Im Bildblog findet sich ein besonders eindrückliches Beispiel dafür wie der mediale Druck auf Hartz-IV-Bezieher nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts weiter erhöht wird. Wie sich alle mit Hartz IV verrechnen
  • Werner Vontobel schreibt im Freitag einen erhellenden Artikel über die Art und Weise wie Fusionen und ähnliches die Marktwirtschaft radikal verändert haben. Das große Fressen
  • Zum Thema Hartz-IV hat der Freitag ein Interview mit dem Sozialrichter Jürgen Borchert geführt. Dieser zeigt darin sehr schön auf, daß die Schuld an der Misere der vielen Hartz-IV-Empfänger vor allem beim Staat zu suchen ist.

    Mit dem irrsinnigen Abgabensystem werden doch nicht nur Familien in die Armut geknüppelt, sondern werden die Bildungspotenziale der Kinder ruiniert. Die Verfassungswidrigkeit der Abgabensysteme gegenüber den Familien hat das Bundesverfassungsgericht bereits in vielen Entscheidungen dingfest gemacht und den Gesetzgeber aufgefordert, hier entscheidende Korrekturen vorzunehmen. Der Gesetzgeber weigert sich aber nach wie vor, die überfälligen Korrekturen durchzuführen. Deswegen ist er der faule Sack und nicht die Arbeitslosen.

  • Die Dummheit im Internet kennt keine Grenzen. Aktuelles Beispiel: Es haben wohl eine Reihe von Internet-Nutzern, einen Artikel über Facebook im Blog ReadWriteWeb mit Facebook selbst verwechselt und die Kommentare mit Wortmeldungen a la “Warum hat Facebook schon wieder das Interface geändert” oder “Bitte laßt mich in meinen Account” zugemüllt.
  • Andrew Hickey skizziert in seinem Blog eine beeindruckende neue Richtung für die Superman-Comics. Pop-Drama – Superman
  • Zitate, die man sich merken sollte. “Da Daten anders als Autos oder Handys keine Sachen sind, kann man sie nicht stehlen.” (Beate Merk, bayrische Justizministerin, gefunden bei netzpolitik.org)
  • Wegen des “Turbo-Abis” gibt es bald einen Jahrgang mit annähernd doppelt soviel Studienanfängern wie normalerweise. Die Unis in NRW sind bis jetzt nur unzureichend darauf vorbereitet. Ruhrunis noch nicht auf doppelte Abiturjahrgänge vorbereitet (Ruhrbarone)
  • Das Ruhrgebiet ist erst läppische sechs Wochen lang Kulturhauptstadt und schon eröffnet in Duisburg das erste Besucherbüro. Mehr zu dieser Peinlichkeit bei RP online: Duisburg: Schneller als andere Städte

Ein Sack voll Links – 1. 2. 2010

  • Das erste Comic-Großereignis des Jahres, das Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême, ist vorbei. Beim Comics Reporter (oder, wenn man es lieber ganz offiziell und auf Französisch hat, direkt auf der Festival-Webseite) kann man schon mal die Preisträger nachlesen. Längere Nachbetrachtungen werden vermutlich im Laufe der nächsten Woche in den einschlägigen Blogs auftauchen.
  • Schon über sechs Wochen alt, aber ich bin erst jetzt darüber gestolpert. Eine Liste der 15 schlechtesten Comics der Nuller-Jahre. Die Liste ist von Amerikanern geschrieben und hat den Fokus daher ganz klar auf Superhelden-Comics, aber die Einträge haben es im Großen und Ganzen durchaus verdient zu den 15 schlechtesten Comics der Dekade gezählt zu werden. The 15 Worst Comics of the Decade Part 1 and Part 2.
  • Das “Kultur & Freizeit in NRW”-Blog veröffentlicht einige Impressionen [der] Baustelle Phoenix See. Wenn ich bedenke, daß man schon vor Jahren Wohnungen “mit Seeblick” mieten konnte. Aber der Hauptbahnhof sollte ja auch zur WM fertig sein. Vielleicht ist es das nächste Mal, wenn Deutschland die Fußball-WM ausrichtet, so weit.
  • In der Welt gibt es einen angenehm neutralen Artikel über die Koalitionsfähigkeit von Rot-Grün-Rot. Wie Rot-Grün-Rot das Land verändern würde Erfahrungswerte in anderen Bundesländern (z.B. Hessen oder Saarland) haben leider gezeigt, daß über Koalitionen nicht nach dem Übereinstimmen der Programme entschieden wird, sondern nach persönlichen Vorlieben oder ähnlichem.
  • Der Standard hat Freitag-Herausgeber Jakob Augstein interviewt. “Eine Community muss man pflegen wie einen Garten”
  • Es sagt sicherlich einiges über mich aus, daß ich das T-Shirt, das Scalzis Tochter hier trägt, richtig lustig fand. Modeling Only the Finest in Pun-Based Geek Apparel
  • Mark Pilgrim nimmt die Vorstellung des iPads zum Anlaß sich Gedanken um den insbesondere von Apple herbeigeführten Paradigmenwechsel in der Computerentwicklung zu machen. Seiner Kernaussage kann ich mich nur aus vollem Herzen anschließen: I don’t want to live in a world where you have to break into your own computer before you can start tinkering. And I certainly don’t want to live in a world where tinkering with your own computer is illegal. Sehr empfehlenswert um die Applemanie mal in einem ganz anderen Licht zu sehen: Tinkerer’s Sunset
  • In der New York Times klamüsert Dave Itzkoff die komplizierte Geschichte der Verwertungsrecht an Sherlock Holmes auseinander. Arthur Conan Doyles Tod jährt sich in diesem Jahr zum 80. mal. Trotzdem verdienen weiterhin Leute Geld damit, Lizenzen für seine Geschichten und Charaktere zu verkaufen. Wenn das kein Alarmsignal ist, daß das Urheberrecht dringend reformiert gehört, weiß ich es auch nicht. For the Heirs to Holmes, a Tangled Web
  • Neil Gaiman ist einer dieser Weltenbummler, der dank seiner Tätigkeit als Autor viel in der Welt herum kommt. Deshalb fällt ihm noch stärker auf, was mich als Grenzpendler schon im Kleinen furchtbar nervt. Warum gibt es für Reisende nur die Möglichkeit entweder für jedes Land eine eigene SIM-Karte für’s Handy zu kaufen oder horrende Roaming-Gebühren zu zahlen, die jeglicher Beschreibung spotten? Oder in Neils Worten

    I noticed that Maddy managed, without trying, while she was in the UK, to run up a $600 phone bill, using data on her phone. Which mostly came from a day when she was stuck in an airport that was closed, and her cousin browsed the web for a bit on Maddy’s phone to kill time. T-mobile now charges $16 a meg for data when you’re out of the US. To put that in context, according to Vodaphone’s site, “On Mobile Broadband 50MB is approximately 100 Emails & 4 Hours browsing”, and on T-mobile’s rates 100 emails and 4 hours of browsing (running google maps etc) is $800. I asked T-mobile if they didn’t have any plans that would work better if you’re going abroad and, no they don’t.

    Hier der ganze Artikel, in dem er seine Leser aufruft, nach Alternativen Ausschau zu halten. Vielleicht findet ja jemand eine Lösung. Phone card query…

  • Artbroken hat in seiner Reihe von Indie-RPG-Rezensionen schon wieder ein Exemplar gefunden, das ziemlich interessant klingt: Indie RPG and the Temple of Doom – With Great Power
  • Spreeblick weist auf einen Service der Electronic Frontier Foundation hin. Panopticlick liest alle Informationen aus, die der aufrufende Browser freiwillig rausrückt, und sagt dem Nutzer dann, wie eindeutig er sich damit identifizieren läßt. Schlauerweise gibt es auch Tips, was man dagegen tun kann.
  • Unsere Nachbarn im Westen, bei denen ich jeden Tag als Arbeitsmigrant vorbeischaue, haben es auch nicht leicht. Seit kurzem muß sich hier jeder, der öffentliche Verkehrsmittel nutzt, auf Schritt und Tritt verfolgen lassen, da es keine normalen Fahrkarten gibt, sondern nun alles über eine Chipkarte auf die Station genau abgerechnet wird. Der Regierung genügt das wohl noch nicht, weshalb man für die Autofahrer nun ein ähnliches System plant. Meine Güte berichtet: Auto-Holland: Kampf ums Kilometergeld

Ein Sack voll Links – 25. 1. 2010

  • Das fünfjährige “Jubiläum” von Hartz IV ist für viele Medien ein Anlaß kritisch über diese in großen Teilen furchtbar verunglückte und mutmaßlich verfassungsfeindliche Reform des Sozialsystems zu berichten. Exemplarisch hier ein schöner Artikel aus dem Freitag Forcierte Zwangsarbeit. Viel viel mehr findet man fast jeden Tag auf den Nachdenkseiten.
  • Big Brother gibt es immer noch. Die lustige Containershow für und über die Unterschicht hat mittlerweile die zehnte Staffel erreicht und scheinbar geht es immer noch tiefer wie der Artikel im Fernsehblog zeigt: “Big Brother” und das Haus der verlorenen Seelen. Hier mal ein kurzer Anreißer:An einem Punkt stockt die 26-Jährige [Micaela] und sagt mit tränenerstickter Stimme, dass sie eigentlich alles habe “außer Freunden, außer einem Freund”:

    “Ich hab eigentlich gar nichts – und das find ich total schlimm. Ich hab noch nie darüber geredet, weil es einfach keinen interessiert. Deshalb will ich auch gerne ins Haus gehen, weil ich einfach mal normale Menschen um mich rum haben möchte.”

    Und was sind das nun für “normale Menschen”, die die leidgeprüfte Frau da meint? Nun ihre “Normalität” faßt der Fernsehblog-Artikel in zwei Sätzen zusammen.

    Alle Kandidatinnen hatten nichts dagegen, sich für die von RTL 2 produzierten Filmchen, in denen sie vorgestellt werden, komplett auszuziehen. Gehört für die meisten ja eh zur täglichen Arbeit.

  • Arnd Zickgraf hat bei Zeit online hat einen netten kleinen Artikel über Wissenschaftsblogs veröffentlicht. Die Hintertür zur Forschung
  • Marvel stellt mal wieder eine Serie ein, bevor man dort überhaupt auch nur irgendetwas darüber erfahren konnte, wie sie bei den Lesern ankommt. Dies nimmt Greg Burgas zum Anlass einen länglichen und sehr treffenden Artikel darüber zu verfassen, wie die großen Comic-Verlage eigentlich ihr Geschäft betreiben. S.W.O.R.D. is cancelled: Why, God, why?!?!?!?!?. Der Kern des ganzen sind diese paar Sätze, aber es lohnt sich, den ganzen Artikel zu lesen. Here’s the strange thing about Marvel and DC: they’re not real businesses. Nobody in charge knows much about business. Quesada is an artist, for crying out loud. I might love Vincent van Gogh, but I don’t want him running a business!
  • Der neue Innenminister Thomas de Maizière ist immerhin gegenüber der Datenschutzproblematik so aufgeschlossen, daß er sich mit einigen Vertretern des AK Vorrat trifft. Diese haben eine Reihe von guten Vorschlägen, wie man den Datenschutz in Deutschland wieder einigermaßen herstellen könnte. Für die Eiligen gibt es einen taz-Artikel zum Thema und für die Gründlichen die Original-Mitteilung der Vorratsdatenspeicherungsgegner und das komplette Positionspapier als PDF.
  • Der Spiegelfechter schreibt einen – wie immer sehr gründlich recherchierten – Hintergrundartikel über Haiti: Haiti – was tun mit dem Katastrophenstaat
  • Anatol Stefanowitsch zieht um. Am Samstag hat er im Bremer Sprachblog die Lichter ausgemacht und am Sonntag bereits seinen Leser in seinem neuen Zuhause begrüßt. Adjust your Feed-Readers!
  • Nach Bochum im letzten Jahr scheint nun auch Duisburg bei der versprochenen Veranstaltung der Loveparade zu schwächeln. Und wieder stellt sich die Frage: Kann jemand einspringen. Essen hat wohl schon abgewinkt und auch in Dortmund sieht es nicht gut aus. Hier hat man zur Zeit auch ganz andere Sorgen. Die offizielle Absage will man sich aber bis Dienstag aufheben. Ich stimme mit diesem Artikel bei den Ruhrbaronen überein, daß die Ruhrstädte sich hier endlich mal zusammenraufen und so etwas gemeinsam finanzieren und organisieren sollten. So wie es jetzt läuft ist es jedenfalls mehr als peinlich.
  • In den Niederlanden hat – ähnlich wie in der Schweiz – der Rechtspopulismus Hochkonjunktur. Die Tatsache daß das Gesicht dieser Bewegung, Geert Wilders, gerade wegen seiner Aussagen gegen Muslime vor Gericht steht, ist der taz zwei Artikel zum Thema wert, die man gelesen haben sollte, damit man sich schon mal auf die Zeit nach den nächsten Wahlen dort einstellen kann. Der rechte Holländer, HipHop, Hass und die Holländer. Eins scheint klar, es wird wohl langsam wirklich ungemütlich im ehemals so toleranten Staat unter dem Meeresspiegel.
  • Bei den Ruhrbaronen (die ihre Seite ziemlich zerflasht haben, aber dafür nun wenigstens einen Voll-Feed anbieten) gibt es einen sehr schönen Artikel über Oskar Lafontaine: Verfrühter politischer Nachruf auf Oskar Lafontaine
  • Ebenfalls bei den Ruhrbaronen gibt es einen Artikel zum Problem von Hannelore Kraft respektive der NRW-SPD: Kraft: Parteisoldatin ohne Perspektive
  • Was das Problem von Frau Kraft ist? Nun zum Beispiel ihr eigener Parteichef, der sich kürzlich mit folgendem Satz zitieren ließ: “Rot-Rot-Grün ist nicht die Perspektive.” Was ist denn dann die Perspektive?
  • In der taz schreibt Josef Winkler einen lustigen Erlebnisbericht eines Bahnreisenden: Keine planmäßige Abfahrt. Besonders schön die Nebenüberschrift (Byline? Ich kann das nicht so recht einordnen): Die Deutsche Bahn ist zu Dienstleistungen fähig, da reicht unser Gehirn nicht mal für.
  • Microsoft hat nach Bekanntwerden der neuesten Sicherheitslücke im Internet Explorer die wahren Problem-Browser ausfindig gemacht: “Firefox und Co. sind wesentlich gefährlicher als der Internet Explorer”
  • Seit kurzem gibt es einen neuen Ableger des Deutschlandfunks: D-Radio Wissen. Der Begrüßungsartikel im Freitag macht mich sehr neugierig. Rein in den Elfenbeinturm
  • Das Jahr ist noch jung, doch Thomas Knüwer hat bereits die Abmahnung des Jahres. Es fällt mir schwer, ihm da zu widersprechen. Aber lest selbst: Witzabmahnung von komsa an 100partnerprogramme.de
  • Und das beste zum Schluß. Die Ruhrnachrichten haben ihre Leser nach einem neuen Slogan für Dortmund befragt und selbige Leser anschließend über die Einsendungen abstimmen lassen. Nun ist das Ergebnis da. Die Top Four sind:
    Dortmund – Stadt mit Herz und Schnauze (18%), Dortmund – mein Revier (8%), Let’s DO (6%), Einmal Dortmund – immer Dortmund (5%)Naja, kann ich da nur sagen. Hätte ich mal doch mitgemacht. Meine Idee: Dortmund – warum eigentlich nicht?

Ein Sack voll Links – 18. 1. 2010

  • Den Artikel des Spiegelfechters Jens Berger auf Telepolis über das Dreikönigstreffen der FPD muß allein schon deshalb empfehlen, weil darin dieser wunderbare Satz vorkommt: Westerwelle ist der Spongebob der Politik.
  • Lukas hört beim Renovieren gerade massenhaft WDR2 und beschreibt seine Haßliebe zu diesem Sender in einem sehr schönen Blogbeitrag: Ich, WDR 2
  • Lutz Wingert sorgt mit seinen klugen Gedankengängen immer wieder im Alleingang dafür, daß ich Philosophen doch nicht pauschal als Dampfplauderer abtue. So auch in seinem Artikel für die Zeit über den unter anderem von seinem “Kollegen” Peter Sloterdijk angezettelten Klassenkampf von oben: Ab in die Dienerschule
  • Heiner Flassbeck spricht auf den Nachdenkseiten über Die unendliche Leistungsträgerlüge
  • Scalzi findet beim Aufräumen eine Diskette und sinniert über den technischen Fortschritt an sich. That takes me back. Meine liebste Stelle ist der vorletzte Satz: The real irony of this disc is that the amount of memory you can write to it (1.44 MB, if memory — heh – serves) isn’t enough to store the jpeg of the picture of it which came out of my camera (1.49 MB).
  • artbroken rezensiert seit einiger Zeit Rollenspiele aus der Independent-Ecke. Dieses Mal hat er ein besonderes Schmankerl an der Hand: Indie RPG and the Temple of Doom – Fiasco
  • Abteilung Fleisch ist mein Gemüse: Der Dortmunder Gerade-noch-so-OB Ulli Sierau spricht ein Machtwort gegen die meiner Meinung nach sehr gute Idee, in der Stadtverwaltung einen fleischlosen Tag pro Woche einzuführen. Das funktioniert in Gent bereits sehr gut und auch die gute alte taz geht mit gutem Beispiel voran. Sierau zeigt sich von einer besonders schlechten Seite als er, auf die Entscheidung angesprochen, verkündet: Im städtischen Betriebsrestaurant gebe es „eine abwechslungsreiche Salatbar und mindestens einmal pro Woche vegetarische Angebote”. Ui, einmal pro Woche vegetarische Angebote. Dieses Niveau kenne ich noch von meinen gelegentlichen Besuchen in der Kantine der DEW. Da gab es auch einmal pro Woche ein vegetarisches Angebot. Und an den anderen vier Tagen gab es für den Vegetarier ja immerhin die “abwechslungsreiche Salatbar”. Guter Job, Ulli!

    Ein Artikel bei “der Westen” gibt Details: Sierau hält die Hand über Schnitzel.

  • Von den meisten unbemerkt hat es in der letzten Woche schon wieder einen Relaunch des ehemaligen deutschen Vorzeige-Comics Fix und Foxi gegeben. Stefan Pannor kommentiert dies sehr treffend. Manchmal interessiert es keine Sau. “Fix & Foxi” kommen zurück – unter Ausschluß der Öffentlichkeit
  • David Crystal demontiert in seinem Blog den Mythos, daß der durchschnittliche Teenager seinen Tag mit einem Wortschatz von lediglich 800 Wörtern bestreitet: On the 800-word myth
  • Bei heise lesen wir, daß die Post plant, eine Art Hybrid zwischen E-Mail und traditionellem Brief einzuführen. Der Bedarf dafür dürfte sich in Grenzen halten.
  • Ebenfalls bei heise erfahren wir von einem interessanten neuen Projekt: Gordon – Flash ohne Player (Ich muß zugeben, daß es ganz schön lange gedauert hat, bis ich den Witz verstanden habe), ein Codec für swf-Dateien, der diese direkt im Browser ohne Flash-Plugin abspielen kann, und unter einer freien Lizenz steht. Man kann dem Projekt nur viel Erfolg wünschen.
  • In der taz gibt es einen sehr interessanten Hintergrundbericht über das Phänomen Co-Working: Co-Working schafft Nestwärme
  • Avatar, den ich wie gesagt nur so mittel fand, hat inzwischen fast alle Verkaufsrekorde gebrochen. Ein bißchen besser läßt sich das verkraften, wenn man sich klar macht, daß hier mit Dollarumsatz gerechnet wird und a) die Kinopreise immer steigen und b) Avatar-Tickets wegen des 3D-Effekts noch einmal eine ganze Ecke teurer sind.
  • Auch in Dortmund bleibt es weiter spannend. Inzwischen hat eine Reihe von Ratsmitgliedern Klage eingereicht, was eine Wiederholung der Rats- und Bezirkswahl erst einmal in die nebulöse Zukunft nach einer letztinstanzlichen gerichtlichen Klärung verschiebt. Ein paar Jahre dürften das schon werden. Die WAZ hat mittlerweile mal ein Stimmungsbild des Wahlvolks erhoben, das für die wahrscheinlich tatsächlich demnächst zu wiederholende OB-Wahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Sierau und Pohlmann voraussagt. Auf der möglicherweise letzten Sitzung des Rates haben inzwischen gut 100 Leute gegen die abstruse Umgestaltung des Sozialtickets (Nicht nur wurde der Preis verdoppelt, es soll nun auch erst ab neun gelten, was natürlich ein schlechter Scherz ist, aber nicht “sozial”) demonstriert, nur um vom Gros der Parteien den Stinkefinger gezeigt zu bekommen. Gegen die Stimmen von Grünen und Linken wurden alle Anfragen [bezüglich des Sozialtickets] in die Ausschüsse verwiesen. Grünen-Chef Krüger: „Auch das Vertagen der Diskussion ist eine Botschaft.” (Der Westen)
  • In Berlin macht man sich auf den beschwerlichen Weg einer Schulreform und reduziert die Auswahl auf immerhin zwei weiterführende Schulformen. Ich sehe die Sache ähnlich wie Alke Wierth in ihrem Kommentar in der taz: Schafft das Gymnasium ab!

Ein Sack voll Links – 11. 1. 2010

  • David Crystal beginnt das neue Jahr mit einem Eintrag über Shakespeare, genauer gesagt über die “Original Pronunciation” der Texte des Barden: On OP 2010. Interessierte können sich auf der Seite Pronouncing Shakespeare kurze Aufnahmen in dieser Originalaussprache anhören oder längere Aufnahmen kaufen.
  • Ralph Bollmann schreibt in der taz einen angenehm unaufgeregten Artikel über die neue Nacktscanner-Hysterie und warum sie seiner Meinung nach nur die nächste durch’s Dorf getriebene Sau ist: Dienstwagen heißt jetzt Nacktscanner
  • Der Spiegelfechter stellt eine gute Frage: Was macht eigentlich die Schweinegrippe?
  • Die NRW-Wahl rückt näher und Volker Beck beginnt den Reigen der Ausschließeritis: Kein Jamaika in Nordrhein-Westfalen
  • Heise news weist auf einen interessanten Artikel zur Zukunft der ISS hin. Offenbar ist die Finanzierung der Internationalen Raumstation, die noch nicht einmal fertiggestellt ist, von seiten der NASA nur bis zum Jahr 2015 gesichert. Man kann nur hoffen, daß dort schnell eine Lösung gefunden wird.
  • DSW21 schaltet dreidimensionale Kino-Werbung. Ich war letzte Woche in Avatar. Wieso hab ich diese Werbung nicht gesehen? Hoffentlich läuft sie noch so lange, daß ich sie beim nächsten 3D-Film mitnehmen kann.
  • Monika Wendel blickt für heise news in die energiepolitische Zukunft: Atompolitik sorgt auch 2010 für Zündstoff
  • Bei Der Westen kann man ein Fazit zum 30-jährigen Bestehen des VRR lesen. Es ist kein positives, so viel kann ich vorwegnehmen. 30 Jahre VRR – kein Grund zum Feiern
  • Slaven Marinovic hat in der brandeins einen Artikel über (oder besser: gegen) Google geschrieben. Das ist sein gutes Recht und es gibt sicherlich genug Kritik, die man gegen den freundlichen Suchgiganten vorbringen kann. Leider scheint [Der Artikel ist nicht online. Vermutlich damit Google ihn nicht sieht.] sich der erwähnte Artikel aber wieder einmal um das abstruse Argument zu drehen, daß Google sich bei der News-Aggregation unrechtmäßig auf Kosten der armen, armen Zeitungsverlage bereichert. Felix Schwenzel (der beim Thema Groß- und Kleinschreibung in der Schule nicht aufgepaßt hat) haut Marinovic den Artikel daher in einem Blogbeitrag auf wirres.net fachgerecht um die Ohren. brandeins gegen google

Ein Sack voll Links – 4. 1. 2010

  • Aaron Koenig von der Piratenpartei hört einfach nicht auf, Fremdenfeindlichkeit für salonfähig zu erklären, solange es nur die Richtigen trifft. So auch dieser Artikel im Freitag von ihm zum Minarett-Volksentscheid in der Schweiz: Direkte Demokratie! Jetzt erst recht
  • Der Spiegelfechter mit einigen Bemerkungen zum Studentenstreik: Bolognese mit studentischem Hackfleisch
  • Letzte Woche hat Lukas Heinser seine größtenteils musikalischen, manchmal auch persönlichen, aber immer wunderbaren Erinnerungen an die Nullerjahre abgeschlossen. Wer die “Naughties” noch einmal Revue passieren lassen möchte, dem kann ich diese Serie in 10 Teilen nur ans Herz legen. Und jedem anderen eigentlich auch. A Decade Under The Influence.
  • Fernsehkritik.tv schildert in seiner letzten Sendung des Jahres 10 noch erwähnenswerte Flops 2009. Wenn das kein Grund ist, den Fernseher endgültig abzuschaffen, weiß ich es auch nicht.
  • Und noch ein Rückblick: Christiane Schulzki-Haddouti schreibt auf Kooptech über Datenschutz: Der Datenschutz und das verlorene Jahrzehnt.
  • Die iPhone-App der altehrwürdigen Tagesschau schlägt hohe Wellen. Im Lummaland findet sich ein sachlicher und richtiger Kommentar dazu, dessen – für mich – entscheidenden Satz ich hier zitieren möchte:

    Ich halte es allerdings für generell sinnvoll, über das Thema GEZ und öffentlich-rechtliche Grundversorgungen einmal ausführlicher zu diskutieren, denn die ständigen Versuche, die öffentlich-rechtlichen Sender bei der Verbreitung ihres Angebots über das Internet beschränken zu wollen, lassen darauf schließen, daß hier Klärungsbedarf besteht.

  • Und passend dazu gleich die andere Seite: Die GEZ möchte die Nicht-Fernsehbesitzer nicht so ohne weiteres davonkommen lassen und plant eine 200-prozentige Steigerung der Gebühren für Leute, die keinen Fernseher, aber ein Laptop oder ein Smartphone haben. Das Schockierendste am Bericht auf Carta ist für mich, daß ich erst durch einen Nebensatz im aktuellen Freitag davon erfuhr. Dies betrifft mehr Menschen als man denken sollte. Mir fallen aus dem Stegreif zwei solcher Haushalte ein und wenn ich nicht ein Abspielgerät für DVDs brauchte oder die GEZ-Regelungen fair wären, wäre ich selbst so jemand. Die Entscheidung soll im Sommer fallen, es ist also noch Zeit, seine Stimme dagegen zu erheben.
  • Für alle, die wie ich Avatar schon gesehen haben, haben die Fünf Filmfreunde eine schöne Liste, die besser als ich selbst es beschreiben kann, zeigt, warum ich den Film nur so lala fand. 18 Dinge, die ich durch Avatar gelernt habe.
  • John Seavey erinnert uns daran, daß es die guten alten Zeiten gar nicht gab. Sein Blogpost hat den passenden Titel Either I Post It Here, Or I Start Hitting People With Baseball Bats.
  • Dieser letzte Link ist mehr für mich selbst als für meine Leser gedacht. Hier finde ich ihn bestimmt leichter wieder. Andererseits weiß ich von mindestens einem Leser, der eventuell demnächst vor einem ähnlichen Problem stehen könnte. Boris Schneider-Johne hat sein Blog auf WordPress 2.9 upgedated und hatte dabei ärgerliche Probleme mit Umlaute[n] und MySQL.

Ein Sack voll Links – 28. 12. 2009

Heute ein bißchen kürzer, da ich in der letzten Woche nicht so viel im Netz unterwegs war.

  • Im Freitag steht ein schöner Artikel (eigentlich eine Leseprobe aus Armin Himmelraths Handbuch für Unihasser) über die Probleme heutiger Bachelor-Studenten und die häufig zweckentfremdete Verwendung von deren Studiengebühren: Dringend reformbedürftig.
  • Ebenfalls im Freitag kommentiert Julian Heißler wie die Verhandlung über die Vorratsdatenspeicherung wieder einmal ein betrübliches Licht auf die Legislative und ihr Verhältnis zu Bürgerrechten und dem Grundgesetz wirft: Niederlage mit Ansage.
  • Und noch einmal der Freitag. Michael Jäger hat einen originellen Vorschlag zur Lösung des Nahostkonflikts. Einfach Israel und Palästina in die EU holen: Die unglücklichen Feinde.
  • Thomas Knüwer versucht sich in Glaskugelige[n] Kaffeesatzlesereien für das Jahr 2010.
  • Und zum Schluß schon wieder der Freitag (das liegt daran, daß ich jetzt endlich dazu komme, die letzten drei Ausgaben in Ruhe zu lesen). Ekkehart Krippendorff schreibt einen interessanten Artikel über das Problem der Staatlichkeit im Postkolonialismus: Staat muss nicht sein.

Ein Sack voll Links – 21. 12. 2009