This seems doctored

Some of you might have heard of Angela Merkel. By now she’s no longer only famous for being the poster girl for superglue. She’s also rather infamous across a lot of (Southern) European countries for being the stern mother that cuts your pocket money in half and sends you to bed without dessert.

Just a couple of days ago she cost Germany the first place at the Eurovision Song Contest that they so clearly deserved.

So, to sum up, there’s a lot of bad blood between Merkel and a significant part of Europe. These days it’s hard for her to arrive in e.g. Greece without being met by a manifestation and at least one poster that goes Godwin.

Meanwhile, the decision makers at the Radboud University in Nijmegen seem to live in their own nice, rainbowy parallel world, because not only do they want to award Merkel an honorary doctorate, they also give the following reasons:

Merkel is campaigning for the future of a stable and safe Europe. A Europe that works together and provides wealth and welfare for all Europeans. With recognizable passion she is contributing to a renewed trust that is essential for the relationships within Europe.

(translated by me from this article in Dutch)

If you live in a place like Greece or Portugal or know people there, you will probably be amazed to hear this. So was I. Even the IMF (not known for its Keynesian view (or its nice-guy image) is starting to recommend growth programs for some countries. And more and more experts outside of Germany agree that austerity is the wrong way to deal with the current economic crisis, that too much austerity will seriously damage economies. And even if it weren’t, these measures are obviously ruining a lot of people’s lives.

For years now, Germany has been profitting from the current crisis in Southern Europe by a) having to pay ridiculous low interest on their bonds at the moment and b) having highly qualified Southern Europeans move to Germany to help fill the high-end jobs in a still steady economy. At the same time unemployment rates in Greece (and most other Southern European countries) are sky-rocketing, among young people they’ve passed 60%, a lot of people are forced to get their food at public soup kitchens and a nasty fascist right-wing party is getting double digits at elections.

Sounds like a Europe with wealth and welfare for everbody, right? I think we should all be grateful to Merkel for helping to form a reality where a war in Europe might again be a possibility. This sure is worth an award.

Grateful Europeans will be gathering tomorrow (Thursday) in Nijmegen to show Merkel her gratitude. If you know Dutch (or can operate Google Translate) you can find out more about it at this page (or on numerous Facebook event pages to which I will not link on principle).

Coming up: A thousand years of darkness

The Chair is always right

(source)

Today are the US elections so this is my final chance to share these videos and still be at least slightly topical with them.

To start off: This is a real campaign video by Chuck Norris:


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Here’s a less serious, but similarly hilarious, endorsement for Romney by Joss Whedon.


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I just read in the Freitag that Obama’s campaign has a lot less hip hop this year. But there is still some quality rap about the election:

Epic Rap Battles of History: Barack Obama vs Mitt Romney

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Rap News

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And of course there are numerous memifications going around. I found these Gangnam Style ones thanks to NSFW:

Mitt Romney Style and Vote Obama Style

Die neuen Hornissen in Berlin

Der Spiegelfechter hat einen sehr lesenswerten Artikel über die Richtung, die wir mit der schwarz-gelben Regierung einschlagen werden.

Und wie zum Beweis, schreibt der Massenmedienphilosoph (Erklärung des Erstgliedes: Er philosophiert nicht über Massenmedien, sondern in ihnen) Peter Sloterdijk nun Texte, in denen er zur Abschaffung des Sozialstaates aufruft. Die Berliner Zeitung hat eine gute Zusammenfassung des sich anschließenden Diskurses veröffentlicht, die auch ohne abgeschlossenens Grundstudium der Philosophie verständlich ist. Für die ganz harten, gibt es bei den Nachdenkseiten Links auf die Originaltexte.

Zum Abschluß noch etwas Erheiterndes: So kann man das neue Kabinett auch sehen.

Die Wahrheit über den Absturz der SPD

Spiegel Online hat sie herausgefunden:

In einem großen, gut verköstigten SPAM-Interview hat Oskar Lafontaine jetzt sämtliche Vorwürfe, die Franz Müntefering jüngst gegen ihn geäußert hat, vollumfänglich bestätigt:

“Ja, es ist wahr”, so “Lafo” [...], “ich war es. Ich ganz alleine habe den Absturz der SPD seit 1998 zu verantworten.” Das sei nur durch intensive Telepathie und modernsten Okkultismus möglich gewesen.

(via Nachdenkseiten)

Lese-Empfehlung: Stuckrad-Barre über Merkel

Synchronizität. Gerade vor einigen Tagen begegnete mir Benjamin von Stuckrad-Barre zum ersten Mal seit Jahren wieder. Und da ist er schon wieder. Lukas empfiehlt diese Reportage des ehemaligen Pop-Literaten, der sich – von mir völlig unbemerkt – zu einem interessanten Journalisten entwickelt hat. Besonders hat es mir, der ich im Wahlkreis des CDU-Generalsekretärs wohne, dieser Abschnitt angetan:

Aber denken wir doch mal an Adenauer, denken wir überhaupt mal an die seligen Gründungsjahre der Republik – wir schließen die Augen und sehen natürlich alles in Schwarz-Weiß: grandiose Parlamentsdebatten, leidenschaftliches und gewitztes Beschimpfen des politischen Gegners; wie geschnitzt die Physiognomien, sogenannte Charakterköpfe, rechts wie links; rasiermesserscharf argumentierend die hochintelligenten Generalsekretäre.

Doch öffnen wir die Augen, sehen wir: Ronald Pofalla. Und denken sofort auch an Hubertus Heil und Dirk Niebel. Wir werden aber trotzdem wählen gehen. Angela Merkel steht jetzt auf einer Bühne vor dem Koblenzer Bahnhof, neben ihr in einem Ständer steht eine Klarinette, jederzeit einsatzbereit für das die Kanzlerin umrahmende Zerstreuungsprogramm. Und Ronald Pofalla steht auch da, der Klarinette nicht eben unähnlich.

Wahlsplitter: Spaß mit dem Morgenecho

Die heutige Sendung ist ein gutes Beispiel dafür, warum es sich lohnt, das Morgenecho auf WDR 5 zu hören, und warum es sich besonders lohnt, wenn Thomas Schaaf im Studio sitzt.

Als ich die Sendung heute morgen einschaltete, war Schaaf gerade im Interview mit Martin Schulz. Eigentlich ging es um die anstehende Wiederwahl von Barroso, aber zum Abschluß fragte er den EU-Abgeordneten der SPD dann auch noch danach, wer seiner Meinung nach wohl der neue deutsche EU-Kommissar werden wird.
Schulz (sinngemäß): “Keine Ahnung. Das wird die neue SPD-geführte Bundesregierung unter Kanzler Frank-Walter Steinmeier entscheiden.”
Schaaf (lachend): “Der war gut.”

Momentan kann man den Beitrag noch auf der WDR5-Webseite nachhören.

Demonstrationserfahrungen

Daß man bei friedlichen Demonstrationen heute durchaus mal von den freundlichen Bürgern in Uniform verprügelt werden kann, hat sich ja vermutlich mittlerweile herumgesprochen.

Mindestens ebenso schlimm, nein, eigentlich noch schlimmer, weil nicht so leicht an einer Person festzumachen, ist aber dieser Bericht eines Demonstrationsteilnehmers, der noch bevor er überhaupt beginnen konnte, an der Demo teilzunehmen, von der Polizei festgenommen wurde. Warum ist nicht wirklich klar. Beim Lesen des Berichts bleibt eigentlich nur der Schluß übrig, daß er vielleicht zu kooperativ war.

Beides sind unangenehme Vorfälle, die zeigen, wohin es mit unserem Rechtsstaat in den nächsten Jahren gehen könnte, wenn wir nicht höllisch aufpassen.  Also: wachsam bleiben.

Interessanter Podcast zur Vorratsdatenspeicherung

Habe endlich den Netzpolitik-Podcast zum Thema Vorratsdatenspeicherung gehört. Das ca. 45 Minuten lange Interview mit Frank Rieger vom Chaos Computer Club, der an der Erstellung eines Gutachtens zur Vorratsdatenspeicherung für das Bundesverfassungsgericht beteiligt war, ist sehr interessant und leider auch sehr erschreckend. Wie erwartet öffnet die Vorratsdatenspeicherung einer extensiven Überwachung der Bürger durch den Staat Tür und Tor. Hoffentlich schreitet das Bundesverfassungsgericht endlich mal ein.