One Book, One Twitter

Seit einiger Zeit gibt es schon das Konzept der Big Reads, auch bekannt als One City, One Book, bei dem möglichst viele Menschen einer geographisch begrenzten Menge dazu bewegt werden sollen, dasselbe Buch zu lesen und sich mit ihren Nachbarn, Freunden usw. darüber auszutauschen. So eine Art Lesezirkel in groß. Daß es immer noch größer geht, beweist nun Jeff Howe von Crowdsourcing (@Crowdsourcing bei Twitter). Er hatte die innovative Idee für einen solchen Big Read der nicht mehr lokal begrenzt ist, sondern weltweit stattfindet. Das Medium des Austauschs ist hier natürlich das Internet, im speziellen Twitter.

Wie es im Web 2.0 üblich ist, verbreitete sich die Idee wahnsinning schnell und es gab eine Abstimmung darüber, welches Buch man zuerst lesen soll (alles nachzulesen auf Crowdsourcing). Das erste Posting von Jeff zu diesem Thema stammt vom 18. März. Und gestern war bereits der offizielle Startschuß für das erste “One Book, One Twitter”. [leider kam ich gestern nicht mehr dazu das zu posten] Gedanken über den Lese-Rhythmus finden sich bei Crowdsourcing, wobei diese mehr dazu gedacht sind, die Diskussion über das Buch zu steuern, um Spoiler für die langsameren Leser zu vermeiden. Um über das Projekt auf dem Laufenden zu bleiben, sollte man dem eigens erstellten Twitter-Account 1b1t2010 folgen. Und wie es heutzutage so üblich ist, hat es auch dieses Kind des Internet bereits in die etablierten Medien geschafft: Der britische Guardian hat einen schönen Artikel zu “One Book, One Twitter” veröffentlicht, der das ganze noch mal schön zusammenfaßt. Erfahrungsgemäß sollte das ganze nun auch bald bei der taz aufschlagen.

Soviel zum Konzept. Und welches Buch wird die Twittergemeinde nun in den nächsten acht Wochen lesen? Der Gewinner der Abstimmung ist Neil Gaimans American Gods. Einige erste Gedanken von Neil selbst finden sich auf seinem Blog. Er ist ein bißchen besorgt, weil American Gods nach seiner Erfahrung eine sehr starke Reaktion bei den Lesern auslöst, also ein “love it or hate it”-Buch ist. Ich selbst gehöre zur ersten Kategorie und ich denke, ich werde die Gelegenheit nutzen, um American Gods nach fast acht Jahren noch mal zu lesen. Damals im Sommer 2002 war dieser Roman meine erste Begegnung mit Neil Gaiman und es ist sicher interessant zu sehen, ob ich ihn nach so langer Zeit immer noch so klasse finde wie damals.

Für alle, die bei diesem großen Spaß mitmachen wollen, hier noch der praktische Amazonlink: American Gods kaufen / American Gods auf Deutsch kaufen

Die WAZ auf dem Weg ins Abseits

Ich habe ja, nicht zuletzt dank der häufigen Plädoyers von Captain Smollett, inzwischen eingesehen, wie wichtige lokale Tageszeitungen für die kommunale, und insbesondere vielleicht für die kommunalpolitische Berichterstattung sind. So habe ich in letzter Zeit, wenn ich mal die Zeit für eine Tageszeitung gefunden, häufiger mal auch zur WAZ gegriffen und nicht zu einer überregionalen Zeitung wie z.B. der taz. Und gerade jetzt, wo ich meine Heimat Richtung Niederrhein verlassen habe, nutze ich gern die Möglichkeit daß man sowohl beim Westen als auch bei den Ruhr-Nachrichten spezielle lokale RSS-Feeds abonnieren kann.

Umso bedenklicher stimmen mich die radikalen Einsparungsmaßnahmen, welche die WAZ-Gruppe gerade in den Lokalredaktionen vorzunehmen gedenkt. Jens vom Pottblog berichtet schon seit einiger Zeit aufopferungsvoll und sehr detailliert über die WAZ-Krise. In seinem neusten Beitrag meldet sich einer der betroffenen Lokalredakteure selbst zu Wort. Der Titel des Beitrags sagt eigentlich schon alles (aber ich empfehle, ihn trotzdem zu lesen):

WAZ-Betriebsversammlung: Was für eine Scheiße! 

Frohes neues

Das neue Jahr ist knapp 24 Stunden alt und schon melden sich die Gedankenblasen zurück aus der viel zu langen Funkstille. Mein guter Vorsatz lautet daher: Ab jetzt gibt es jede Woche mindestens zwei neue Beiträge hier. Call me on it! Damit wird die Geduld meiner drei(?) verbliebenen Stammleser nun doch noch belohnt. Und vielleicht wird ja 2009 das Jahr, in dem ich endlich mal Leser dazugewinne, anstatt sie zu verlieren.

Über das Linkblog sage ich ürigens nichts Vergleichbares, weil die Post-Frequenz dort sehr stark davon abhängt, auf wie viele interessante und/oder lustige Sachen ich (oder Captain Smollett) in den Weiten des Internet(s?) stoße.

Hier jedenfalls jetzt erst einmal ein kurzer Rückblick auf das abgelaufene Jahr und eine noch kürzere Vorausschau auf die kommenden 12 Monate. Sowohl Rückblick als auch Vorausschau sind durch mein sprichwörtlich schlechtes Gedächtnis in ihrer Ausführlichkeit beschränkt, d.h. es ist gut möglich (und sogar wahrscheinlich), daß ich diverse durchaus wichtige Ereignisse komplett vergesse. Aber ich gehe darüber einfach mit einem fröhlichen “Was soll’s” hinweg.

Okay, 2008. Woran kann ich mich noch erinnern?

Medien:

Es gab eine neue Staffel von Türkisch für Anfänger. Ich kann den Hype, der um diese Serie gemacht wird, nach wie vor nicht recht nachvollziehen. Sie ist ganz nett, vor allem für eine deutsche Serie, aber an vielen Stellen geht sie eben doch den billigen Sitcom-Weg mit dem abstrusen Mißverständnis. Immerhin war diese dritte Staffel besser als die zweite.

Uri Geller war live im Fernsehen auf der Suche nach Außerirdischen. Und ich hab’s verpaßt! ProSieben will offenbar gar nicht mehr ernst genommen werden. Sie sind auf einem guten Weg.

Die Kino-Kracher (lies: großes Budget, Mainstream und trotzdem gut) des Jahres waren für mich The Dark Knight und Iron Man. Ich finde auch jetzt, nach einigen Monaten, letzteren immer noch besser, weil er nicht so verzweifelt versucht, mehr als nur ein Superheldenfilm zu sein. Damit will ich nicht sagen, daß Dark Knight schlecht ist, allein die schauspielerische Leistung des leider viel zu früh verstorbenen Heath Ledger macht ihn zu einem guten Film. Aber mir persönlich gefiel Iron Man trotzdem besser.

Weitere gute Filme, dich ich in diesem Jahr gesehen habe (in der Reihenfolge, in der sie mir einfallen): Brügge sehen… und sterben?; Happy-Go-Lucky; Cassandras Traum; Vicky, Cristina, Barcelona (zwei Woody-Allen-Filme im selben Jahr); Burn After Reading; Darjeeling Limited (Lieblingszitat: “I love you, but I got to mace you in the face”); Juno; No Country for old Men (war das im letzten Jahr?); Sweeney Todd (und der? Egal, der war jedenfalls super!)

Ich habe nur zwei CDs gekauft/gehört, von denen ich mit Sicherheit weiß, daß sie 2008 erschienen sind: Das neue Thomas-D-Album Kennzeichen D gefällt mir auch nach häufigem Hören noch sehr gut. Noch nicht so häufig gehört habe ich Everything is Borrowed von The Streets, aber auch dieses Album gefällt mir schon sehr. Beides empfehlenswert für den Hip-Hop-Freund.

Neil Gaiman hat das Graveyard Book geschrieben. Ich habe es bisher weder gekauft, noch gelesen. Ich weiß auch nicht, warum nicht. Zu meiner Entschuldigung: Ich hatte in letzter Zeit viel um die Ohren und das Buch ist erst seit einigen Monaten auf dem Markt.

Wil Wheaton hat The Happiest Days of our Lives geschrieben. Seit einigen Tagen gibt es ein Audiobook, das ich mittlerweile gekauft und heruntergeladen habe und vermutlich auf meinen vielen länglichen Fahrten zwischen altem und neuem Wohnort hören werde.

Politik:

Hessen hat ordentlich Anlauf genommen und möchte gern das Belgien Deutschlands werden. Nach einem Jahr ohne Regierung versuchen es die Leute dort in gut zwei Wochen noch einmal. Hierzu und zu dem ganzen Drama um das Projekt 18 der SPD wird es bald noch einen separaten Eintrag geben.

Die Italiener haben gezeigt, daß sie nichts aus ihren Fehlern lernen, und den Duce wieder in die Regierung gewählt. Vaffanculo!

Die US-Amerikaner haben es besser und allen Kabarettisten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotz des unbestreitbar hohen Unterhaltungswertes einer Sarah Palin bin ich doch erleichtert, daß man die Chance genutzt hat, jemanden ins höchste Amt des Landes zu wählen, der tatsächlich zu wissen scheint, wovon er redet und was man sinnvollerweise tun sollte, um die USA und insbesondere deren angeschlagenes Image in der Welt wieder aufzupäppeln. Auch hierzu später noch etwas mehr. (Ich weiß, daß ich das schon seit zwei Monaten verspreche, diesmal meine ich es aber ernst.)

Die Iren haben überraschenderweise (überraschend jedenfalls für den Europäischen Rat und Anhang, nicht aber für Leute, die sich im Vorhinein ein wenig Gedanken gemacht haben) den Lissabon-Vertrag abgelehnt. Dann passierte ein halbes Jahr nichts (auch kein Artikel zum Thema in diesem Blog) und jetzt sieht es so aus, als wolle man eine kleine Passage ändern und die Iren dann erneut abstimmen lassen. Abstrus. Und ein ausführlicher Artikel wird auch hierzu folgen.

Persönliches:

Ich habe auf Anregung einer Freundin und (ehemaligen?) Blogleserin eine neue Erwerbsarbeit aufgenommen und bin jetzt dabei auch den Wohnort zu wechseln. Auch hierzu – wen wundert’s – ganz bald mindestens ein eigener Artikel. (Mein Gott, wann schreib ich die bloß alle???)

Ich habe ein neues Blog begonnen und nach wenigen Monaten wieder beerdigt. Dabei ist auch gleich Blog Nummer drei über den Jordan gegangen und jetzt gibt es nur noch übersichtliche zwei aktive Blogs (und die anderen beiden dümpeln noch als lebende Tote umher, bis ich endlich die Muße finde, sie zurück in den trunk zu mergen (um mal den Sprachduktus meiner ehemaligen Arbeitsstätte noch einmal aufleben zu lassen).

Sonstiges:
Es gab eine Fußball-EM. Deutschland hat nur ein überzeugendes Spiel gemacht und dabei meinen Favoriten Portugal nach Hause geschickt. Hohn und Spott meiner Arbeits- (und Tipp-)Kollegen waren mir sicher.

Es gab eine Olympiade. Kurz zuvor fiel der Weltöffentlichkeit plötzlich auf, daß es in China ein Problem mit den Menschenrechten gibt. Das Problem wurde zum Glück schnell gelöst und die Spiele konnten wie geplant stattfinden. Ich habe nur das Basketball-Turnier gesehen und hier hat die deutsche Mannschaft eine noch jämmerlichere Figur gemacht als bei der Fußball-EM. Dirk Nowitzki soll beim Ausscheiden sogar geweint haben. Dafür haben die NBA-Jungs endlich mal wieder allen gezeigt, wo der Hammer hängt. Ein wahrer Augenschmaus.

Blick voraus ins frisch angebrochene Jahr:

Zu Feierndes:
100 Jahre BVB
70 Jahre Marvel Comics
60 Jahre BRD, 20 Jahre Gesamtdeutschland
Das Internationale Jahr der Astronomie.
Mit der Slowakei sind es nun 16 Euro-Staaten. Ich habe bisher noch nicht mal Geld aus Slowenien zu Gesicht bekommen. Und die sind schon seit 2007 dabei.
Kulturhauptstädte sind Linz und Vilnius. Der Pott ist dann nächstes Jahr dran.

Januar: Obama tritt seinen neuen Job an. TSG rockt Hessen. Ich unterschreibe einen Mietvertrag für eine neue Wohnung und beginne umzuziehen.

Februar: Ich schließe meinen Umzug (hoffentlich!) erfolgreich ab.

März: Die DGFS-Jahrestagung findet statt. Möglicherweise nehme ich wieder teil.

Frühling: Das noch namenlose Blood-Bowl-Turnier findet statt und ich bin höchstwahrscheinlich dabei.

Mai: Der Profi mit Herz hört auf. Ich bin aber sowieso nicht mehr wahlberechtigt.

September: Wenn der Trend sich fortsetzt, erreichen sowohl Kanzlerkandidatin Merkel als auch Vizekanzlerkandidat Steinmeier ihr Wahlziel und koalieren fröhlich weiter groß. Ich werde meine Stimme lauthals dagegen werfen. Mögen es mir möglichst viele nachtun.

Oktober: Ich fahre endlich mit dem “Fern”verkehr (Entfernung 2008: ca. 40km, Entfernung 2009: ca. 90km) zur alljährlichen Spielemesse. Einige Punkte stehen schon jetzt auf meiner Liste.

Die Maus wird 80

Die berühmteste Maus der Welt ist heute 80 Jahre alt geworden. Als alter Comic-Fan reihe ich mich natürlich brav in die Reihe der Gratulanten ein. Ich finde sowieso, daß Micky hierzulande zu sehr im Schatten der immens erfolgreichen Enten steht und freue mich, daß Ehapa den runden Geburtstag zum Anlaß nimmt neben einem relativ teueren, hochwertigen Hardcover-Geburtstagsband auch wieder eine LTB-Sonderedition zum Thema herauszubringen. Die Aufmachung ähnelt den vier Bänden, die vor einiger Zeit zum 40. Geburtstag der Lustigen Taschenbücher erschienen sind, und es scheinen auch diesmal wieder viele hochklassige Geschichten enthalten zu sein. Besonders der Name Romano Scarpa (wo bleibt die Werkausgabe?) fällt erfreulich häufig.

Panel Online sagt auch ein paar Worte zur Feier des Tages und weist mich auf das ausführliche Micky-Geburtstags-Special bei Splash Comics hin. Viel Spaß beim Stöbern dort.

Ein Buch, ein gutes Buch, das ist das beste, was es gibt auf der Welt

Einen wunderschönen Welttag des Buches wünsche ich Euch allen. Dieser Tag drängt sich geradezu auf, als daß man es sich an ihm mit einem guten Buch bequem macht und einfach nur liest.

Passend dazu hier ein paar Links für diejenigen, die sich beim Lesen lieber nicht zu weit vom Bildschirm entfernen wollen:

  • Hier kann man die jeweils ersten Kapitel vieler Bücher des wunderbaren Neil Gaiman lesen.
  • Hier gibt es einige komplette Kurzgeschichten von Neil.
  • John Scalzi hat vor kurzem seine Kurzgeschichte How I Proposed to My Wife: An Alien Sex Story zum Download bereitgestellt.
  • Besagter Scalzi hat einige weitere seiner Texte in einem sogenannten Creative Sampler zusammengestellt. Mit dabei ist der komplette Roman Agent to the Stars.
  • Wie die taz gestern berichtete hat der Penguin-Verlag mit der Seite We tell Stories ein interessantes Experiment gestartet, bei dem Geschichten mit Web-2.0-Hilfsmitteln erzählt werden. Interessant.
  • Ficlets ist eine Seite für kollaborative Kurzprosa. Was das genau bedeutet, erklärt Scalzi hier.
  • The Dionaea House ist eine klassische Gruselgeschichte im modernen Gewand. Bevorzugt lesen, wenn die Sonne bereits untergegangen ist.
  • Cory Doctorow stellt all seine Romane und Geschichten aus Prinzip unter eine Creative-Commons-Lizenz. Das heißt, daß man all seine Werke unentgeltlich auf seiner Seite lesen/herunterladen kann.
  • Einige von Doctorows Texten sind auch auf Deutsch verfügbar, darunter sein vielleicht bekanntestes Buch Down and Out in the Magic Kingdom, das man unter dem deutschen Titel Backup direkt bei Random House herunterladen kann. Ebenfalls dort gibt es Upload (Eastern Standard Tribe).
  • Auf meiner Mutterseite Blutiges Gemetzel (soon to be overhauled) gibt es nach wie vor beinahe 30 Kapitel des Kriminalromans Das Walroß bist Du zu lesen. Man munkelt, daß mit dem nächsten Kapitel noch in diesem Jahr zu rechnen ist.
  • Und natürlich gibt es unzählige ältere Texte bei der deutschen Version des Projekt Gutenberg.

When It Rains…

Ich weiß auch nicht, wie das kommt. Aber wenn ich erst mal eine gewisse Zeit nicht mehr gebloggt habe, bin ich manchmal einfach raus und ehe ich mich versehe, gab es monatelang nichts Neues in meinen diversen Blogs zu beschauen. Sogar meine beiden treuesten Leser und eifrigsten Kommentatoren haben schon angefangen sich zu beschweren und mir ordentlich Schuldgefühle gemacht (was aber – zugegebenermaßen – auch nicht besonders schwer ist ;-) ) bis ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Aber wie gesagt. Obwohl es reichlich Themen gibt, über die ich bloggen könnte und möchte (und vermutlich auch noch werde), fange ich zum Einstieg erst mal wieder mit einigem relativ leicht verdaulichen, zusammenhanglosem Dies und Das an.

Okay, erst mal das, worüber alle reden: Was zum Geier ist eigentlich mit dem Wetter los? Ich habe ja überhaupt nichts gegen den Winter – ganz im Gegenteil ist er eigentlich meine liebste Jahreszeit. Aber im März? Nach Ostern? Echt? Irgendwo habe ich gehört oder gelesen, daß man Winterreifen von Oktober bis Ostern auf sein Auto ziehen sollte. Bei den momentanen Witterungsverhältnissen ist das sicher keine besonders kluge Strategie. Zum Glück habe ich solche Probleme mangels Winterreifen nicht. Naja, andererseits bin ich aber auch froh, daß es den Winter doch noch gibt. Nachdem er letztes Jahr (bis auf einen Tag im Februar) komplett ausgeblieben ist, hatte ich neulich schon verkündet, daß es aufgrund des Klimawandels jetzt (in unseren Breiten) nur noch zwei Jahreszeiten gebe: Sommer und Herbst. Also entweder knallig heiß oder diesig-regnerisch trüb. Eine Erkenntnis, die mich persönlich schon traurig gemacht hat, weil ausgerechnet die beiden Jahreszeiten übergeblieben schienen, die das untere Ende meiner Beliebtheitsliste ausmachen. Deshalb bin ich umso erleichterter, daß ich mich ausnahmsweise doch einmal geirrt habe und zumindest der Winter doch noch nicht verschwunden zu sein scheint. Nur kann man jetzt eben nicht mehr am Kalender ablesen, welche Jahreszeit gerade ist. Aber das macht das ganze doch auch wesentlich spannender.

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Im Rahmen seiner Kommentare zur aktuellen Situation in Tibet gab es beim Spiegelfechter kürzlich dieses schöne Zitat des unverwechselbaren Wiglaf Droste zu lesen:

Wiglaf Droste nannte den Dalai Lama einst den „Papst für Leute, die zu feige sind, wenigstens an was Richtiges zu glauben, wenn sie schon glauben, glauben zu müssen“ – besser kann man es wohl kaum ausdrücken.

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Auf den Britischen Inseln gehen die Uhren ja oft ein wenig anders als hier. So feiert man dort den Welttag des Buches, der hierzulande in Anlehnung an eine alte spanische Tradition am 23. April begangen wird, bereits am 6. März. Allerdings hat man sich die dahinterstehende Idee dafür auch so richtig zu Herzen genommen. Zur Feier des Tages haben eine Reihe von Autoren unentgeltlich einige Bücher geschrieben, die für den symbolischen Preis von einem Pfund über die Ladentheke gehen. Doch es kommt noch besser. Es gibt nämlich so genannte Book Tokens, kleine Gutscheine über genau dieses eine Pfund, die an allen Schulen des Landes verteilt werden. So sollen möglichst viele Schüler angefixt werden und in eine Schar neuer Leser transformiert werden. Eine tolle Idee, die ich mir auch für das Land, in dem ich wohne, wünschen würde. Dem Land der Dichter und Denker stünde so ein klares Bekenntnis zur kulturellen Bildung durchaus gut zu Gesicht. Und die Bücher, die für den Worldbookday geschrieben wurden, sind auch nicht von schlechten Eltern. Unter anderem hat der wunderbare Neil Gaiman eine Geschichte um Odd and the Frost Giants beigetragen, die ich als echter Fan natürlich bereits gelesen habe. Denn das ist das beste an dieser Aktion für uns Kontinentaleuropäer. Auch bei amazon.co.uk kann man diese Bücher zum Preis von einem Pfund erwerben (muß aber leider noch einen Batzen für Porto drauflegen).

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So, zum Abschluß noch etwas Abstruses. Irgendwo habe ich neulich eine Flasche Mineralwasser der Marke Aquintéll gekauft. Aus Langweile las ich das Etikett und dort stand neben dem üblichen Blabla über die Reinheit des Wassers und die Klarheit der Quelle dieser Satz: Aquintéll ermöglicht den lebensnotwendigen täglichen Flüssigkeitsbedarf von ca. 2 Litern zu decken.

(Rezension) Joanne K. Rowling – Harry Potter and the Deathly Hallows

[Vorbemerkung: Ich werde diese Rezension spoilerfrei halten, so daß sie auch von denjenigen problemlos gelesen werden kann, die das Buch noch nicht gelesen haben und z.B. auf die deutsche Ausgabe (die am 27. Oktober erscheint) warten. Ich schreibe sie allerdings so, daß alle wichtigen Elemente der bisherigen sechs Bände als bekannt und unspoilbar vorausgesetzt werden. Falls also jemand (aus welchen Gründen auch immer) den sechsten Band noch nicht gelesen haben sollte und es tatsächlich geschafft hat, bisher allen Spoilern dazu aus dem Weg zu gehen, sollte derjenige auch diese Rezension meiden.]

Der siebte und letzte Band der beliebten Reihe um den mittlerweile vielleicht bekanntesten Zauberer der Welt (gibt es dazu Studien?) ist gestern erschienen. Der Hype dürfte damit noch einmal ein neues Maximum erreichen, diesmal vermutlich ein absolutes, und dann in den nächsten paar Jahren mit den beiden verbleibenden Filmen noch zweimal kurz aufflackern, bevor er sich für immer zur Ruhe legt.

In der aktuellen Zeit findet sich ein Artikel, der das Phänomen Harry Potter als eine der schönsten Formen der sonst immer nur so häßlichen auftretenden Globalisierung benennt. Dem kann ich mich nur anschließen und es wäre schön, wenn wir irgendwann (hoffentlich bald) einen Punkt erreichen, an dem Globalisierung nicht mehr (nur) einen alles niederwalzenden Kapitalismus beschreibt, sondern eben auch die Möglichkeit einer (kulturellen) Weltgemeinschaft, die uns vor allem das Internet in den letzten Jahren beschert hat.

Ein Laden voller FreaksDoch zurück zum Buch: Ja ich war verrückt genug, mich um 1.00 Uhr nachts in eine Buchhandlung zu begeben (die Mayersche in Bochum, wo ich mich mit einem Freund und frenetischen Potter-Fan traf) und im Gegensatz zu der mauen Veranstaltung, die ich bei der Veröffentlichung der deutschen Ausgabe des sechsten Bandes erlebt habe, gab es diesmal tatsächlich einen ganz ansehnlichen Mob von Freaks (ein Wort, das ich seit einiger Zeit eher als Kompliment und mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen verwende).

Lesende FreaksWenn ich die Verkäuferin richtig verstanden habe (die ich auf meinem Heimweg zufällig dabei belauschte, wie sie der Zentrale berichtete), waren es etwas mehr als zweihundert Fans, die sich dort eingefunden hatten. Da Schlange stehen und Vordrängeln nicht meine Stärken sind, habe ich dann auch über eine Stunde an der Kasse gestanden, um meine 15.90 Euro (ein fairer Preis, der sogar die von amazon verlangten 18,90 unterbietet) zu entrichten. Ich hatte ja so ein bißchen gehofft, vielleicht den einen oder anderen netten Menschen hier kennenzulernen, aber die meisten haben dann tatsächlich sofort an Ort und Stelle zu lesen begonnen, sobald sie das Buch in Händen hielten. So kam es dann auch, daß mein Freund und ich es waren, die einer Reporterin Rede und Antwort über unsere Freakigkeit stehen mußten. Es besteht also die Chance, daß man mich morgen in der Bochumer Ausgabe der Ruhr-Nachrichten sehen kann.

Die ersten sechs Bände Zur Vorbereitung auf das Erscheinen des finalen Bandes hatte ich mir vor über fünf Monaten zu einem recht günstigen Preis die bisherigen sechs Bände auf Englisch gekauft (davor hatte ich alle Bände nur auf Deutsch gelesen), mit dem festen Vorsatz, sie noch einmal zu lesen, um alle wichtigen Ereignisse und versteckten Hinweise frisch im Gedächtnis zu haben. Aufgrund widriger Umstände und meiner mir eigenen Trödeligkeit wurde das auf den letzten Metern noch einmal richtig eng mit der Erfüllung dieses Vorhabens, aber letztlich habe ich es doch beizeiten geschafft (und damit sogar eine Wette gewonnen. HA! Take that, ye, of little faith!)

Über die letzten sechs Wochen meines selbstauferlegten Martyriums habe ich sogar Buch geführt. Die längliche Tabelle, die belegt, warum ich in den letzten Wochen zu wenig gekommen bin, auch nicht zu ausreichend Schlaf, findet sich am Ende dieses Beitrags.

Nach erfolgreichem Anstehen um den sagenumwobenen siebten Harry-Potter-Band und einem kurzen Abstecher zu Subway (*mjam*) war ich dann um Viertel nach zwei zu Hause und nach etwas weniger als 36 Stunden (weil ich gestern noch ein paar andere Sachen vorhatte und zwischendurch zwei mal schlafen mußte) habe ich das Buch nun beendet.

Nun schwebt die ewige Frage im Raum “Well, is it any good?”

Kurz gesagt: Ja, ist es. Rowling gelingt mit diesem siebten Band tatsächlich ein würdiger Abschluß der Saga um “den Jungen der lebte”. Alles fügt sich harmonisch ineinander und wirkt bis ins Letzte gut durchdacht. Besonders schön ist, daß das Nachdenken der Fans belohnt wird. In den letzten Jahren kursierten in Fankreisen die wildesten Theorien zum Status von Snape (gut oder böse?), zu dem von Dumbledore (wirklich tot?), zur Identität und dem Aufenthaltsort der verbleibenden Horkruxe, und vor allem natürlich dazu, welche der Handlungsträger es lebendig bis zum Ende des siebten Buches schaffen und welche vorher das Zeitliche segnen müssen. Einige meiner eigenen Theorien sehen sich nun durch das Buch bestätigt, während andere sich als völlig haltlos erwiesen. Genau wie es sein sollte.

Für mich hat sich das Buch beim Lesen in zwei Teile geteilt. Der erste, etwas längere, hat mir noch einmal all das vor Augen geführt, was mich schon beim erneuten Lesen der letzten Bände immer wieder gestört hat. Wenn ich einen Roman lese, dann brauche ich in der Regel eine Identifikationsfigur, jemanden, auf dessen Seite ich stehe, dessen Meinungen ich (größtenteils) teilen oder wenigstens verstehen kann. So jemanden in den Harry-Potter-Büchern zu finden, ist mir zwischenzeitlich immer wieder sehr schwer gefallen. Denn über kurz oder lang verhalten sich alle wichtigen Handlungsträger auf die eine oder andere Art wie Deppen. Insbesondere Harry stürmt immer wieder ohne Nachzudenken und nur seinem Zorn oder ähnlichen Gefühlen folgend blindlings voran, er ist egoistisch, egozentrisch, rechthaberisch und uneinsichtig. Es fällt mir schwer für so jemanden Partei zu ergreifen. Und auch Ron und Hermi(o)ne gehen mir mit ihren ständigen lächerlichen Streitereien ziemlich auf die Nerven. Ich weiß, daß das für Teenager wohl als normales Verhalten durchgeht, aber trotzdem macht es mir keinen Spaß das zu lesen und ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich den Figuren “Jetzt krieg dich wieder ein” zuschreie.

Dieses nervige Verhalten (das sich überraschenderweise auch bei Dumbledore findet, der oft blindes Vertrauen erwartet, ohne die Hintergründe zu erklären) hemmt meine Lesefreude, zumindest in den Passagen, in denen es besonders massiert zu finden ist. Die erste Hälfte dieses siebten Potter-Bandes ist voll von solchen Passagen und der Grund ist, daß – ähnlich wie in Band fünf, der mir trotz der wundervoll-seltsamen Luna am wenigsten gefallen hat – lange Zeit über kaum etwas passiert. So ist es ja auch im Leben, wenn man darauf wartet, daß etwas passiert und das kommt und kommt nicht, wird man ungehalten, nervös und reizbar. Und so reagieren eben auch Rowlings Protagonisten; verständlich, aber trotzdem kein Lesegenuß für mich.

Doch wenn die Handlung ab der Mitte des Buches endlich so richtig ins Rollen kommt und wir unaufhaltsam auf das große Finale zusteuern, legt sich das zum Glück und ab dann hat mir das Buch auch wieder richtig Spaß gemacht. Hier ist es voller spannender Abenteuer, mutiger Heldentaten, abscheulicher Untaten und vor allem immer wieder auch überraschender Wendungen. Und hier kann ich auch wieder verstehen, warum diesen Bücher so ein großer Erfolg beschieden ist, denn das ist wirklich feinste Unterhaltung. Und trotz aller Graustufen ist die Harry-Potter-Saga eben letztlich und endlich doch nichts anderes ein klassisches Beispiel des großen Kampfes Gut gegen Böse, etwas das die Menschen seit jeher tief in ihrem Inneren anzusprechen scheint. Und so ein Kampf gehört, wenn er – wie hier – gut erzählt wird, zu den Geschichten die man in leichten Variationen immer wieder hören kann.

Alles in allem bin ich also zufrieden mit diesem Buch. Es rundet die Geschichte um Harry Potter sehr gelungen ab und Rowling hat mich nicht enttäuscht, wie ich es zwischenzeitlich ein wenig befürchtet hatte.

Um die Tabelle zu sehen, einfach auf “Den ganzen Beitrag lesen” klicken.

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(Rezension) Ed Brubaker / Steve Epting – Captain America

(genauer, Captain America, Vol. 5 # 1-9,11-21 und das 65th Anniversary Special; # 10 war Teil des Mega-Crossovers House of M und hat mit der regulären Storyline nichts zu tun; das Special hat den Status eines Annuals, das heißt, es erzählt eine komplette Geschichte, die man nicht notwendigerweise gelesen haben muß, um der Handlung der regulären Reihe folgen zu können, die aber einige interessante Details zum Hintergrund eben jener Handlung beiträgt: Brubaker ist für alle Hefte als Autor verantwortlich, wohingegen Epting zum einen die Flashback-Szenen in allen Heften Michael Lark überläßt und sich auch einige Auszeiten beim Zeichnen genommen hat, während derer er von Mike Perkins vertreten wurde)

Man merkt schon am Namen, daß Captain America der wohl amerikanischste aller Superhelden ist. Und das ist vielleicht auch sein größtes Problem. Mehr noch als Superman wird er oft als der ultimative Pfadfinder porträtiert, der für Großmutters Apfelkuchen und den ursprünglichen, unverfälschten amerikanischen Traum steht. Und das ist zwar schön und gut, hat aber oft dazu geführt, daß die Geschichten um ihn ins Langweilige oder ins unangenehm Moralische abgleiten. Der Ansatz funktioniert deutlich besser im Zusammenspiel mit anderen Figuren, weswegen diese Interpretation des Captains in einer Team-Serie wie zum Beispiel den Rächern weniger unangenehm auffällt. Aber in seiner Soloserie tat man sich damit schwerer. Ein Problem ist es auch, daß Cap ja mit seiner Uniform, seinem Namen und auch aufgrund seiner Entstehungsgeschichte sozusagen der Oberpatriot ist, es aber in der Geschichte der USA immer wieder auch Phasen gab, in denen z.B. die Regierung einen bedingungslosen Patriotismus gar nicht verdient hat. Die Captain-America-Comics haben auf solche Situationen zum Beispiel damit reagiert, daß Cap seinen Job als Aushängeschild der Regierung hingeschmissen hat und fortan als Nomad durch die Gegend zog. Aber das kann natürlich kein Dauerzustand sein und so ist man früher oder später wieder demselben Problem ausgesetzt.

Die Pfadfinder-Mentalität, die Cap oft an den Tag legt, ist auch deshalb problematisch, weil sie so gar nicht zu seiner Entstehungsgeschichte passen will. Cap war ursprünglich Soldat und sollte also eine deutlich pragmatischere Einstellung zum Töten der Bösen™ haben.

In letzter Zeit hat man daher versucht, die Figur des Captain America zu modernisieren. Im ultimativen Ableger des Marvel-Universums hat man einen deutlich pragmatischeren, gewalttätigeren Captain America geschaffen, der gut in das zynische Geflecht von Mark Millars Ultimates paßt, aber kaum noch als die Figur zu erkennen ist, die jahrelange Fans kennen und lieben. Als gescheitert kann sicherlich der Versuch gewertet werden, Cap in einer Post-9-11-Welt plötzlich gegen (natürlich muslimische) Terroristen antreten zu lassen und dabei allzu politisch zu werden. Generell kann ein allzu politischer Captain America wohl nicht funktionieren. Schon gar nicht wenn er scheinbar ohne eigenen Willen als Instrument der Regierung dient, und noch dazu dieser Regierung, die ja gerade alles dafür tut, um als die unbeliebteste US-Regierung aller Zeiten in die Geschichte einzugehen.

Umso erfreulicher ist es, daß es dem überaus begabten Ed Brubaker tatsächlich gelungen ist, mit der aktuellen Captain-America-Serie zu einem funktionierenden Konzept zu finden, das all die wesentlichen Punkte Captain Americas vereint und zudem noch sehr interessant und spannend ist. Die von Brubaker geschriebenen Ausgaben sind eine gelungene Mischung aus der Tradition des Weltkriegshelden und der Modernität eines Jack Bauer. So sind in das aktuelle Geschehen um Terroranschläge und Waffenschieber immer wieder Rückblenden eingebaut, die Cap und seinen Partner Bucky während des Zweiten Weltkriegs zeigen. Brubaker nutzt geschickt die reiche Vergangenheit des Charakters. So spielen Sharon Carter, der kosmische Würfel und natürlich auch der Red Skull eine wichtige Rolle in der von Brubaker erzählten Geschichte. Gleichzeitig ist aber die Umgebung, in der die Figuren agieren, offensichtlich modern. Dies und die starke Rolle, welche die Superagententruppe SHIELD spielt, machen aus der Serie fast einen Agententhriller. Zwar gibt es immer mal wieder auch die für Superheldencomics obligatorischen Prügeleien, aber der große Oberbösewicht ist eben nicht in ein schillerndes Kostüm gekleidet, sondern leitet einen Megakonzern und läßt die Schmutzarbeit irgendwelche Handlanger erledigen.

Wie gut diese Serie unter der Feder Brubakers geworden ist, zeigt Ausgabe 7, die vollkommen der tragischen Geschichte einer Nebenfigur gewidmet ist und in der der Titelcharakter überhaupt nicht vorkommt, die aber trotzdem in ihrer Konsequenz und Detailliertheit sicher zu den Highlights der Serie zählt.

Ab Ausgabe 22 erreicht diese Serie allerdings, wie auch das komplette restliche Marvel-Universum, das Mega-Crossover Civil War, und auch wenn der Einfluß des Civil-War-Hauptplots hier nicht so stark zu spüren ist wie z.B. in Amazing Spider-Man, so ist Captain America nun einmal einer der beiden wichtigsten Handlungsträger von Civil War und so kann diese Serie bzw. deren Ereignisse leider nicht ignorieren. Ab diesem Punkt ist Captain America daher mit Vorsicht zu genießen, wobei die Qualität der Serie an sich bisher nach wie vor konstant hoch geblieben ist, ein wenig stören nur all die Dinge, die im Hintergrund in diversen anderen Serien passieren und die leider eben oft von weniger talentierten Autoren geschrieben werden.

Da wir glücklicherweise inzwischen im Zeitalter des Tradepaperbacks leben, kann man die hier rezensierten Hefte nach wie vor bequem in diesen vier schmucken Sammelbänden kaufen.

Winter Soldier Vol. 1
Winter Soldier Vol. 2
Red Menace Vol. 1
Red Menace Vol. 2

Also, erst diese vier Bände bestellen und dann alle zusammen:

When Captain America throws his mighty shield,
All those who chose oppose his shield must yield.

If he’s lead to a fight and a duel is due,
Then the red and white and the blue’ll come through.

When Captain America throws his mighty shield.