Nordstadt + Südpark

Boris Gott ist nicht nur ein guter Musiker, dessen Lieder oft durchdachte Texte haben, und ein schamloser Selbstdarsteller und Lokalpatriot. Er hat außerdem die neuen Medien verstanden. So benutzt er Twitter und seine Homepage um über aktuelle Termine zu informieren. Außerdem hat er einen eigenen Youtube-Channel, auf dem man den Großteil seines musikalischen Schaffens findet. Dort gibt es auch diese Perle, in der Der Winsel das Lied Nordstadt mit Material aus South Park bebildert. Großartig!

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Ab heute kann man das neue Album von Boris Gott “Es ist nicht leicht ein Mensch zu sein” käuflich erwerben. Am einfachsten direkt bei Nordmarkt Records.

Zurück im Pott?

Gute Neuigkeiten für mich. Jens hat im Pottblog herausgefunden, daß ich doch noch im Ruhrgebiet wohne.

Aus der Liste der Twitter-Accounts von Museen habe ich mir mal [...] die Museen herausgesucht, die aus dem Ruhrgebiet stammen, als da wären:

* Duisburg: LehmbruckMuseum
* Essen: schaubude (Schaustellermuseum)
* Kleve: museumkurhaus
* Hattingen: MuseumHattingen
* Herne: LWLMuseumArchae (LWL-Museum für Archäologie)

Danke, Jens. Okay, Zeit für eine Party!

Spannendes Dortmund

Als Exil-Dortmunder verfolge ich die momentanen politischen Verwerfungen im Rat der Stadt Dortmund mit besonderem Interesse. Selten war die Lokalpolitik in der Stadt mit dem U so spannend wie zurzeit. Erst gab es einen sogenannten Wahlbetrug der amtierenden SPD-Führung, der für eine lokalpolitische Meldung extrem hohe Wellen geschlagen hat. Ob es denn nun tatsächlich ein Wahlbetrug war oder nicht, wird derzeit von einem Experten geklärt, der vom Rat mit der Erstellung eines Rechtsgutachtens beauftragt wurde. Und als wäre eine Ansammlung von hunderten von Einsprüchen gegen die Kommunalwahl und dutzende bitterböser Kommentare auf den einschlägigen Internetseiten (lies: Kommentare unter Artikeln bei DerWesten) der SPD noch deutlich zu langweilig hat man (scheinbar) ohne Not so lange gegen den (ehemaligen?) Koalitionspartner, die Grünen, gestichelt, bis diese eigentlich gar nicht mehr anders konnten als die Zusammenarbeit (zumindest vorerst) für beendet zu erklären. Momentan überbieten die Grünen und die Genossen sich darin, sich gegenseitig heimliche Gespräche mit der CDU vorzuwerfen.

Und das ist noch nicht alles. Da es beim ursprünglichen Skandal ja um ein immenses Haushaltsloch in der Stadtkasse ging, gibt es parallel zu den politischen und persönlichen Befindlichkeiten der Ratsmitglieder und anderen politischen Entscheidungsträger und Meinungsführer noch ein viel dringenderes Problem. “Wo soll all das Geld herkommen, das wir eigentlich in den nächsten Monaten und Jahren ausgeben wollten?” Seit einiger Zeit macht die sogenannte Horrorliste die Runde, in der eine Reihe von einschneidenden möglichen Einsparungen aufgelistet sind. Da viele Punkte auf dieser Liste direkt die Lebensqualität der Dortmunder Bürger betreffen (Schließung von öffentlichen Schwimmbädern, Jugendfreizeitstätten, Schulen oder die Abschaffung des Sozialtickets), gab es erwartungsgemäß einen Aufschrei (oder eine Reihe von Aufschreien) in der Bevölkerung.

Ich bin ein bißchen betrübt, daß ich in dieser vermutlich politisch heißesten Phase der jüngeren Geschichte meiner Heimatstadt nicht vor Ort bin (jedenfalls nicht so oft), bin aber andererseits froh darum, daß ich nicht nur inzwischen einen Insider persönlich kenne, der mich immer wieder bereitwillig an seinen Erfahrungen und Eindrücken teilhaben läßt. Außerdem lebe ich zum Glück auch in der Zukunft, so daß ich dank des Internet und der ganz ansehnlichen Lokalberichterstattung der zwei großen Ruhrgebietsregionalzeitungen auf dem Laufenden bleiben kann. Zum Abschluß also hier mal die entsprechenden Links:

DerWesten.de: Portal Dortmund, direkter RSS-Link, Twitterstream Dortmund

Ruhrnachrichten: Portal Dortmund, direkter RSS-Link, Twitterstream Dortmund

Ungefähr jetzt müßte die Sitzung des Rates zum Nachtragshaushalt beginnen. Beide Redaktionen halten das für so wichtig, daß man Liveticker eingerichtet hat. Hier sind sie: Liveticker RN, Liveticker DerWesten. Ich schaue mir das dann mal an.

Hoffnung für das Sechs-Tage-Rennen?

Wie die meisten Dortmunder vermutlich wissen, steht das alteingesessene Sechs-Tage-Rennen in diesem Jahr auf der Kippe, weil Rewe sich das Sponsoring nicht mehr leisten kann/will. Für alle, denen das weniger egal ist als mir, gibt es jetzt die Möglichkeit sich dafür einzusetzen, daß es doch noch stattfindet. Auf dieser Seite kann man einen finanziellen Beitrag dazu leisten. Das Konzept mit der Pixelwand und dem Pixelkauf erschließt sich mir nicht so ganz, aber so schwierig wird das schon nicht sein. Aber: Eile ist geboten. Bis zum Ende der Sommerferien will man die angestrebten 250.000 Euro zusammen haben. Als ich gestern auf der Seite war, waren es gerade 600 Euro. Es bleibt also noch viel zu tun.

(via Ruhr Digital)

ruhrgebietlicher ÖPNV

Bekanntermaßen bin ich ja ein großer Freund des Konzepts Ruhrstadt. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wäre die Koordination des Nahverkehrs der Ruhrgebietsstädte. Vor einigen Wochen haben die Verkehrsbetriebe der Städte Essen, Duisburg und Mülheim zusammengeschlossen. Vielleicht hat dieser Schritt Signalwirkung für die gesamte Region. Am vergangenen Montag fand hierzu der sogenannte Verkehrsgipfel Ruhr statt. Bei den Ruhrbaronen gibt es ein sehr interessantes Interview mit Uwe Knüpfer, Sprecher der Bürgerschaftlichen Initiative Stadt Ruhr und einer der Initiatoren des Gipfels. Sein Ziel ist eine engmaschige Verknüpfung des ÖPNV von Dortmund bis Duisburg. Seine Forderungen orientieren sich an Berlin und lassen sich (neben niedrigeren Tarifen) auf die griffige Formel 10-10-60 bringen, d.h. man soll innerhalb von 10 Minuten die nächste Haltestelle erreichen können, maximal 10 Minuten auf den nächsten Bus oder die nächste Bahn warten müssen und dann in 60 Minuten jedes Ziel innerhalb der Region erreichen können. Ein ambitioniertes Ziel, vor allem wenn man den Ist-Zustand einmal hieran mißt. Aber auch ein wichtiges Ziel. Als ich noch in Dortmund gearbeitet habe, hatte ich Kollegen, die von überall aus dem Revier zur Arbeit pendelten. Sei es Mülheim, Duisburg, Essen oder Recklinghausen. Man sieht also: der Bedarf an einer die Stadtgrenzen überschreitenden Lösung ist längst da.

Nun noch ein paar mediale Anmerkungen: Erfahren habe ich von diesem Verkehrsgipfel am Montag-Morgen im Regionalfenster der WDR-Radionachrichten. Da ich zu dieser Zeit noch im Halbschlaf und die Meldung auch (gefühlt) nur drei Sätze lang war, wollte ich mich, auf der Arbeit angekommen, im Netz weitergehend informieren. Das war aber nicht gerade einfach. Googeln nach Begriffen wie “Verkehrsgipfel” brachte mich auf Anhieb nicht weiter und förderte höchstens veraltete Seiten (zu einem vorhergehenden Verkehrsgipfel) zu Tage.

Meine nächste Station war naheliegenderweise die Webseite des WDR, wo ich ja davon gehört hatte. Der WDR sammelt die regionalen Meldungen auf einer RSS-Feed-artigen Seite (die man auf der Webseite auch erst mal finden muß). Aber weitergehende Informationen auf den Seiten des WDR? Fehlanzeige. Und auch die Meldungen auf der genannten Seite bleiben dort nicht ewig, sondern werden nach einiger Zeit von neueren verdrängt. Immerhin gibt es eine Suche, die die letzten drei Monate abdeckt. Verlinken kann ich die Meldung hier aber trotzdem nicht.

Das Nachrichtenangebot auf den Seiten des WDR ist eh etwas spärlich und wird ja in Zukunft wohl noch mehr beschnitten werden. Aber kein Problem, dachte ich mir, wozu gibt es zwei regionale Zeitungen? Das bittere Ergebnis: selbst eine Suche (nach “Verkehrsgipfel”) förderte weder auf derwesten.de noch auf ruhrnachrichten.de irgendein auch nur ansatzweise relevantes Ergebnis zutage. Ein Armutszeugnis für die lokale Presse. DerWesten hat inzwischen immerhin einen Artikel veröffentlicht, der die Ziele und Ergebnisse des Gipfels rückblickend beleuchtet. Allerdings scheint der Autor nicht vor Ort gewesen zu sein, sondern stützt sich auf ein Redemanuskript. Hier zeigen sich womöglich erste Ergebnisse der rigiden Einsparmaßnahmen der WAZ-Gruppe.

Im Vergleich zum desolaten Ergebnis der herkömmlichen Presse schneidet das Web 2.0 deutlich besser ab. Schon am Montag um kurz nach 10 hat mir dieser Artikel bei den Ruhrbaronen alles gesagt, was ich (zu diesem Zeitpunkt) wissen wollte. Und nach Ende des Gipfels gab es noch wie oben bereits erwähnt, ein in die Tiefe gehendes Interview mit einem der Initiatoren des Gipfels. Dieser Punkt geht also ganz klar an die Blogosphäre.

Stadtrundfahrt einmal anders

Erst las ich es gestern bei den Ruhr-Nachrichten und dann stolpere ich heute im Pottblog schon wieder darüber als ich über die neue Ruhrgebiets-Tourismus-Webseite lese.

Bevor ich sage, was ich eigentlich meine, noch kurz eine Bemerkung zu letzterer Seite. Im Angesicht des herandräuenden 2010 - das Jahr in dem wir Kulturhauptstadt werden, wurde es ja auch höchste Zeit das die “Metropole Ruhr” endlich mal anfängt sich als Einheit zu präsentieren (und vermarkten). Jetzt muß die Seite nur noch mit (mehr) Inhalt gefüllt werden und dann wird es vielleicht doch noch etwas mit der Ruhrstadt.

Aber zurück zum Thema: Die aufgeweckten Leute beim Dortmunder Stadtmarketing haben sich gedacht “Was Paris kann, können wir schon lange” und so bietet man seit neuestem Stadtführungen per Segway an. Das klingt nach einem Riesenspaß und ich plane jetzt schon, da auch demnächst einmal mitzumachen.

Die beiden oben verlinkten Quellen sind sich allerdings noch nicht so ganz über den Preis einig. Bei Dortmund Tourismus selbst findet man noch einmal etwas andere Zahlen – vermutlich hängt es wirklich stark davon ab, mit wievielen man anrückt, bzw. ob man mit den vorgegebenen Terminen vorlieb nehmen möchte.

Die WAZ auf dem Weg ins Abseits

Ich habe ja, nicht zuletzt dank der häufigen Plädoyers von Captain Smollett, inzwischen eingesehen, wie wichtige lokale Tageszeitungen für die kommunale, und insbesondere vielleicht für die kommunalpolitische Berichterstattung sind. So habe ich in letzter Zeit, wenn ich mal die Zeit für eine Tageszeitung gefunden, häufiger mal auch zur WAZ gegriffen und nicht zu einer überregionalen Zeitung wie z.B. der taz. Und gerade jetzt, wo ich meine Heimat Richtung Niederrhein verlassen habe, nutze ich gern die Möglichkeit daß man sowohl beim Westen als auch bei den Ruhr-Nachrichten spezielle lokale RSS-Feeds abonnieren kann.

Umso bedenklicher stimmen mich die radikalen Einsparungsmaßnahmen, welche die WAZ-Gruppe gerade in den Lokalredaktionen vorzunehmen gedenkt. Jens vom Pottblog berichtet schon seit einiger Zeit aufopferungsvoll und sehr detailliert über die WAZ-Krise. In seinem neusten Beitrag meldet sich einer der betroffenen Lokalredakteure selbst zu Wort. Der Titel des Beitrags sagt eigentlich schon alles (aber ich empfehle, ihn trotzdem zu lesen):

WAZ-Betriebsversammlung: Was für eine Scheiße! 

Coffee & TV

Lukas Heinser studiert nicht nur in Bochum, und hat somit in seinem Blog Coffee & TV immer wieder mal Interessantes aus dem Pott zu vermelden, sein Blog ist auch sonst meistens sehr lesenswert. Wie zum Beweis hat er nun auch noch den Golden Blogger 2008 verliehen bekommen. Stefan Niggemeier nutzt die Gelegenheit um ihm in seinem eigenen Blog zu gratulieren und spendiert gleich noch ein abstruses Howard-Carpendale-Youtube-Video.

Also, wenn Ihr noch auf der Suche nach einem Blog seid, das lesenswerter ist als dieses momentan, dann schaut doch mal bei Lukas vorbei. Es lohnt sich.