Frohes neues

Das neue Jahr ist knapp 24 Stunden alt und schon melden sich die Gedankenblasen zurück aus der viel zu langen Funkstille. Mein guter Vorsatz lautet daher: Ab jetzt gibt es jede Woche mindestens zwei neue Beiträge hier. Call me on it! Damit wird die Geduld meiner drei(?) verbliebenen Stammleser nun doch noch belohnt. Und vielleicht wird ja 2009 das Jahr, in dem ich endlich mal Leser dazugewinne, anstatt sie zu verlieren.

Über das Linkblog sage ich ürigens nichts Vergleichbares, weil die Post-Frequenz dort sehr stark davon abhängt, auf wie viele interessante und/oder lustige Sachen ich (oder Captain Smollett) in den Weiten des Internet(s?) stoße.

Hier jedenfalls jetzt erst einmal ein kurzer Rückblick auf das abgelaufene Jahr und eine noch kürzere Vorausschau auf die kommenden 12 Monate. Sowohl Rückblick als auch Vorausschau sind durch mein sprichwörtlich schlechtes Gedächtnis in ihrer Ausführlichkeit beschränkt, d.h. es ist gut möglich (und sogar wahrscheinlich), daß ich diverse durchaus wichtige Ereignisse komplett vergesse. Aber ich gehe darüber einfach mit einem fröhlichen “Was soll’s” hinweg.

Okay, 2008. Woran kann ich mich noch erinnern?

Medien:

Es gab eine neue Staffel von Türkisch für Anfänger. Ich kann den Hype, der um diese Serie gemacht wird, nach wie vor nicht recht nachvollziehen. Sie ist ganz nett, vor allem für eine deutsche Serie, aber an vielen Stellen geht sie eben doch den billigen Sitcom-Weg mit dem abstrusen Mißverständnis. Immerhin war diese dritte Staffel besser als die zweite.

Uri Geller war live im Fernsehen auf der Suche nach Außerirdischen. Und ich hab’s verpaßt! ProSieben will offenbar gar nicht mehr ernst genommen werden. Sie sind auf einem guten Weg.

Die Kino-Kracher (lies: großes Budget, Mainstream und trotzdem gut) des Jahres waren für mich The Dark Knight und Iron Man. Ich finde auch jetzt, nach einigen Monaten, letzteren immer noch besser, weil er nicht so verzweifelt versucht, mehr als nur ein Superheldenfilm zu sein. Damit will ich nicht sagen, daß Dark Knight schlecht ist, allein die schauspielerische Leistung des leider viel zu früh verstorbenen Heath Ledger macht ihn zu einem guten Film. Aber mir persönlich gefiel Iron Man trotzdem besser.

Weitere gute Filme, dich ich in diesem Jahr gesehen habe (in der Reihenfolge, in der sie mir einfallen): Brügge sehen… und sterben?; Happy-Go-Lucky; Cassandras Traum; Vicky, Cristina, Barcelona (zwei Woody-Allen-Filme im selben Jahr); Burn After Reading; Darjeeling Limited (Lieblingszitat: “I love you, but I got to mace you in the face”); Juno; No Country for old Men (war das im letzten Jahr?); Sweeney Todd (und der? Egal, der war jedenfalls super!)

Ich habe nur zwei CDs gekauft/gehört, von denen ich mit Sicherheit weiß, daß sie 2008 erschienen sind: Das neue Thomas-D-Album Kennzeichen D gefällt mir auch nach häufigem Hören noch sehr gut. Noch nicht so häufig gehört habe ich Everything is Borrowed von The Streets, aber auch dieses Album gefällt mir schon sehr. Beides empfehlenswert für den Hip-Hop-Freund.

Neil Gaiman hat das Graveyard Book geschrieben. Ich habe es bisher weder gekauft, noch gelesen. Ich weiß auch nicht, warum nicht. Zu meiner Entschuldigung: Ich hatte in letzter Zeit viel um die Ohren und das Buch ist erst seit einigen Monaten auf dem Markt.

Wil Wheaton hat The Happiest Days of our Lives geschrieben. Seit einigen Tagen gibt es ein Audiobook, das ich mittlerweile gekauft und heruntergeladen habe und vermutlich auf meinen vielen länglichen Fahrten zwischen altem und neuem Wohnort hören werde.

Politik:

Hessen hat ordentlich Anlauf genommen und möchte gern das Belgien Deutschlands werden. Nach einem Jahr ohne Regierung versuchen es die Leute dort in gut zwei Wochen noch einmal. Hierzu und zu dem ganzen Drama um das Projekt 18 der SPD wird es bald noch einen separaten Eintrag geben.

Die Italiener haben gezeigt, daß sie nichts aus ihren Fehlern lernen, und den Duce wieder in die Regierung gewählt. Vaffanculo!

Die US-Amerikaner haben es besser und allen Kabarettisten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotz des unbestreitbar hohen Unterhaltungswertes einer Sarah Palin bin ich doch erleichtert, daß man die Chance genutzt hat, jemanden ins höchste Amt des Landes zu wählen, der tatsächlich zu wissen scheint, wovon er redet und was man sinnvollerweise tun sollte, um die USA und insbesondere deren angeschlagenes Image in der Welt wieder aufzupäppeln. Auch hierzu später noch etwas mehr. (Ich weiß, daß ich das schon seit zwei Monaten verspreche, diesmal meine ich es aber ernst.)

Die Iren haben überraschenderweise (überraschend jedenfalls für den Europäischen Rat und Anhang, nicht aber für Leute, die sich im Vorhinein ein wenig Gedanken gemacht haben) den Lissabon-Vertrag abgelehnt. Dann passierte ein halbes Jahr nichts (auch kein Artikel zum Thema in diesem Blog) und jetzt sieht es so aus, als wolle man eine kleine Passage ändern und die Iren dann erneut abstimmen lassen. Abstrus. Und ein ausführlicher Artikel wird auch hierzu folgen.

Persönliches:

Ich habe auf Anregung einer Freundin und (ehemaligen?) Blogleserin eine neue Erwerbsarbeit aufgenommen und bin jetzt dabei auch den Wohnort zu wechseln. Auch hierzu – wen wundert’s – ganz bald mindestens ein eigener Artikel. (Mein Gott, wann schreib ich die bloß alle???)

Ich habe ein neues Blog begonnen und nach wenigen Monaten wieder beerdigt. Dabei ist auch gleich Blog Nummer drei über den Jordan gegangen und jetzt gibt es nur noch übersichtliche zwei aktive Blogs (und die anderen beiden dümpeln noch als lebende Tote umher, bis ich endlich die Muße finde, sie zurück in den trunk zu mergen (um mal den Sprachduktus meiner ehemaligen Arbeitsstätte noch einmal aufleben zu lassen).

Sonstiges:
Es gab eine Fußball-EM. Deutschland hat nur ein überzeugendes Spiel gemacht und dabei meinen Favoriten Portugal nach Hause geschickt. Hohn und Spott meiner Arbeits- (und Tipp-)Kollegen waren mir sicher.

Es gab eine Olympiade. Kurz zuvor fiel der Weltöffentlichkeit plötzlich auf, daß es in China ein Problem mit den Menschenrechten gibt. Das Problem wurde zum Glück schnell gelöst und die Spiele konnten wie geplant stattfinden. Ich habe nur das Basketball-Turnier gesehen und hier hat die deutsche Mannschaft eine noch jämmerlichere Figur gemacht als bei der Fußball-EM. Dirk Nowitzki soll beim Ausscheiden sogar geweint haben. Dafür haben die NBA-Jungs endlich mal wieder allen gezeigt, wo der Hammer hängt. Ein wahrer Augenschmaus.

Blick voraus ins frisch angebrochene Jahr:

Zu Feierndes:
100 Jahre BVB
70 Jahre Marvel Comics
60 Jahre BRD, 20 Jahre Gesamtdeutschland
Das Internationale Jahr der Astronomie.
Mit der Slowakei sind es nun 16 Euro-Staaten. Ich habe bisher noch nicht mal Geld aus Slowenien zu Gesicht bekommen. Und die sind schon seit 2007 dabei.
Kulturhauptstädte sind Linz und Vilnius. Der Pott ist dann nächstes Jahr dran.

Januar: Obama tritt seinen neuen Job an. TSG rockt Hessen. Ich unterschreibe einen Mietvertrag für eine neue Wohnung und beginne umzuziehen.

Februar: Ich schließe meinen Umzug (hoffentlich!) erfolgreich ab.

März: Die DGFS-Jahrestagung findet statt. Möglicherweise nehme ich wieder teil.

Frühling: Das noch namenlose Blood-Bowl-Turnier findet statt und ich bin höchstwahrscheinlich dabei.

Mai: Der Profi mit Herz hört auf. Ich bin aber sowieso nicht mehr wahlberechtigt.

September: Wenn der Trend sich fortsetzt, erreichen sowohl Kanzlerkandidatin Merkel als auch Vizekanzlerkandidat Steinmeier ihr Wahlziel und koalieren fröhlich weiter groß. Ich werde meine Stimme lauthals dagegen werfen. Mögen es mir möglichst viele nachtun.

Oktober: Ich fahre endlich mit dem “Fern”verkehr (Entfernung 2008: ca. 40km, Entfernung 2009: ca. 90km) zur alljährlichen Spielemesse. Einige Punkte stehen schon jetzt auf meiner Liste.

“Wir müssen uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren”

Okay, wir sind uns wohl alle einig, daß sich das Silvio-Konzept für Blutiges Gemetzel nicht bewährt hat. Wie man an den eifrigen Umstrukturierungsarbeiten drüben in den diversen Pädblogs sehen kann, wird selbst dort die Bloganzahl mittlerweile drastisch reduziert. Und dem schließe ich mich jetzt auch an. Es wird so ablaufen:

Das Reziblog habe ich aus verschiedenen Gründen eigentlich nie richtig gepflegt – einer dieser Gründe ist, daß ich einfach zu ganz vielen Filmen, Büchern oder Comics nicht so wahnsinnig viel Gehaltvolles zu sagen habe. So beschränke ich mich lieber darauf, nur dann Rezensionen zu veröffentlichen, wenn ich das Gefühl habe, daß sich das auch lohnt. Und das wird dann hier in den Gedankenblasen geschehen – wie ja auch schon bevor ich das in ein separates Blog auszulagern versucht habe. Das Reziblog selbst wird noch eine Weile so bestehen bleiben, bis ich mir darüber klar bin, ob die Texte dort in irgendeiner Art archivierenswert sind und wenn ja wie.

Das Resteblog war von Anfang an eine schlechte Idee. Die Handvoll Einträge dort werde ich in den nächsten Tagen und Wochen hierher in die Gedankenblasen transferieren und dann dort den Stecker ziehen.

Was mit dem Linkblog geschehen soll, weiß ich hingegen noch nicht so genau. Ich finde die Idee nach wie vor sehr reizvoll, alle Webfundstücke an einem separaten Ort – abseits vom Hauptblog – abzulegen. Außerdem habe ich dort ja sogar schon einen Mitstreiter gefunden. Vorerst werde ich “Talent Copies – Genius Steals” also weiter als Nebenblog betreiben und den Fokus dort noch mehr auf spaßige und absurde Netzfundstücke legen.

Nachdem ich diese Entscheidung nun endlich getroffen habe, wird es mir hoffentlich auch leichter fallen, endlich wieder regelmäßig in den Gedankenblasen zu schreiben, so daß sich der Besuch für meine verbliebeben Leser (so es solche gibt) wieder lohnt.

Und noch habe ich auch das Vorhaben nicht aufgegeben die ganze Domain noch in diesem Jahr umzugestalten. Die Zeit wird zunehmend knapper, vor allem, weil ich immer noch nicht ganz genau weiß, wohin es designmäßig mit Blutiges Gemetzel gehen soll. Momentan plane ich, die Seite noch mehr um dieses Blog herum auszurichten.

In diesem Zusammenhang der Aufruf an alle Leser: Wenn Ihr gute Ideen für die Zukunft des Gemetzels (inklusive der anhängigen Blogs) habt – oder von mir aus auch schlechte, ich hör mir alles an – dann zögert nicht und hinterlaßt sie mir hier in den Kommentaren.

Viva España

So, nach einer (auch für mich überraschenden (und überraschend langen)) EM-Pause sind die Gedankenblasen jetzt – endlich – offiziell wieder zurück.

Aus für mich nicht so recht nachvollziehbaren Gründen habe ich ja vor zwei Jahren angefangen, internationale Fußballturniere am Bildschirm zu verfolgen (“live on tape” kann man das auf Persistent Illusions mitverfolgen). Das setzte sich auch mit der EM in diesem Jahr fort. Einige Gedanken dazu:

Wenn man zur arbeitenden Bevölkerung gehört, fällt es sehr viel schwerer, alle Spiele live im Fernsehen zu verfolgen und trotzdem noch alle anderen Dinge zu erledigen, die so anfallen. So erklärt sich die Blogfunkstille. Trotzdem habe ich es auch diesmal geschafft, fast alle Spiele zu sehen.

Diesmal habe ich mich einer Tipprunde angeschlossen, was zu einem interessanten Effekt geführt hat. Mir ist es oft so ergangen, daß ich beim Verfolgen eines Spieles hin- und hergerissen war zwischen meinen Sympathien und meinem getippten Ergebnis. Irgendwie kann man sich in keinem Fall so richtig über ein Ergebnis freuen. Außer Tip und Sympathie fallen zufällig zusammen und da ich einerseits gewinnen wollte (es blieb übrigens beim Wollen) und andererseits oft mit dem Underdog sympathisiere, war das nicht oft der Fall.

Als ich vor dem Beginn der EM auf Rußland als Europameister getippt habe, haben mich alle meine Mittipper ausgelacht. Im Laufe des Turniers verstummte das Lachen dann allerdings. Die Russen hatten sportlich gesehen ein starkes erstes Halbjahr (Eishockey-WM, UEFA-Cup, Aussie-Millions, Grand-Prix), aber das zweite Halbjahr scheint Spanien zu gehören. Erst die EM und nur wenige Wochen später Wimbledon. Das läßt einiges für die olympischen Spiele erwarten – bei denen mich eigentlich nur der Basketball so richtig interessiert. Immerhin haben sich die Deutschen gestern in letzter Sekunde doch noch qualifiziert. Also besteht die Chance, daß man wenigstens einige Partien im Fernsehen gezeigt bekommt. Und Spanien geht immerhin als amtierender Weltmeister nach Peking.

Die EM hat mir deutlich besser gefallen als die WM, weil diesmal fast immer die bessere Mannschaft gewonnen hat. Das heißt es gab wenig Siege der italienischen Art, a la “Wir stellen alles hinten rein und hoffen auf ein Glückstor oder auf’s Elfmeterschießen”. Die Italiener haben das zwar versucht und sind dank niederländischen Mitleids (oder Fairness) auch unverdientermaßen über die Gruppenphase hinaus gekommen, wurden aber da glücklicherweise von den Spaniern gestoppt.

Die Spanier haben sich nach dem Erreichen des Viertelfinales so gefreut, daß ich ihnen auch den Gesamtsieg gönne. Im Radio hat jemand nach dem Viertelfinale eine Art Presseschau gemacht. In einer spanischen Zeitung fing der Artikel über das Spiel gegen Italien wohl so an “Eigentlich wollte ich meinen Bericht ja folgendermaßen beginnen: So ein Mist!” Da muß man es ihnen doch einfach gönnen.

Ich bin froh, daß ich mich immer noch recht wenig für Sport interessiere, denn in diesem Jahr kommt es wirklich Schlag auf Schlag. Nach dem Ende der EM hätte man schon wieder Wimbledon gucken können. Momentan läuft die Tour de France (witzige Schlagzeile dazu: “Erster Dopingfall bei der Tour de France” (Hervorhebung von mir)) Und in wenigen Wochen kommt die menschenrechtsfreie Olympiade, die nun wohl doch niemand boykottieren will. Das wäre allerdings auch auf der Heuchel-Skala ziemlich weit oben gewesen. Oder will mir irgendwer erzählen, daß die Menschenrechtssituation in China bei der Vergabe der Spiele niemandem bekannt war?

Wie man sieht, bin ich wieder in Plauderlaune und habe zu allem und jedem eine Meinung. Das läßt doch für die kommenden Tage und Wochen in diesem Blog hoffen. Und nebenan, im Linkblog, habe ich ja inzwischen den Captain dabei, der mir hilft meine treuen Leser zu bespaßen.

Audi! Quattro!

Was ich mit diesem schäbigen Mix aus Latein und Italienisch sagen möchte, wird deutlich, wenn man ihn übersetzt: Horch! Vier!

Ja, ich werde weiterhin zusehends silvioesker und habe jetzt ein viertes Blog in Betrieb genommen. Die Ankündigung erfolgt hier, weil dieses Blog das erste neue war und die Chance, daß jemand, der nicht sowieso per Feed mitliest, hier vorbeischaut, tendenziell größer ist als beim Linkblog oder beim Resteblog. Ob ich die physische Separation zwischen diesen drei Blogs auf lange Sicht aufrecht erhalten werde oder nicht, ist weiterhin fraglich. Vielleicht möchtet Ihr als meine Leser ja mit Feedback dazu beitragen, daß ich mich endlich für Hü oder Hott entscheide.

Dieses neue, vierte Blog erfüllt aber meiner Meinung nach eine klar definierte Funktion, die seine Existenz rechtfertigt. Denn es ist ein Reziblog, also ein ganzes Blog, in dem nichts anderes gepostet wird als Rezensionen. Das Blog ist als eine Art Wiederbelebung der guten alten Rasenden Rezis in meinem Altblog gedacht.

Zum Einstieg lest Ihr am besten das About, in dem ich den Sinn und Zweck des Reziblogs darlege, erkläre, wie ich darauf gekommen bin, und beschreibe, welche Form das Blog annehmen soll.

Und ehe ihr euch wundert, warum da schon so viele Einträge sind, zitiere ich am besten einen Absatz aus diesem About hier schon mal:

Die Rezensionen erscheinen jetzt zeitnah [in der Regel spätestens eine Woche nach der Rezeption], was besonders bei Kinofilmen einen echten Gewinn für den Leser bringt. Zum Einstieg, damit es hier nicht so kahl aussieht, lade ich gleich mal einen Batzen an Rezensionen hoch, die ich in den letzten paar Monaten geschrieben habe. Das Projekt “Ich rezensiere alles, was nicht niet- und nagelfest ist” beginnt damit retroaktiv am 1. November 2007.

Am Anfang des Massenpostens habe ich noch versucht, die Post-Daten in etwa dem anzupassen, wann ich das entsprechende Medium tatsächlich konsumiert hatte, habe dann aber schnell die Lust daran verloren. So genau wußte ich es bei den meisten Sachen eh nicht mehr. Ernst nehmen kann man die Post-Zeiten also eigentlich erst ab heute.

Aller toten Dinge sind drei

Ganz im Sinne des Überbloggers Silvio kündige ich hiermit den Beginn eines dritten Blogs an.

Nein, ich weiß auch nicht, wohin mich das noch führen wird. Es kann auch gut sein, daß diese Vielblogigkeit nur eine Phase meiner Web-2.0-Karriere ist und ich bald schon wieder mit nur einem Blog zufrieden bin. Wir werden sehen.

Ich dachte mir eben, warum soll man zwei Weblogs haben, in denen man keinen neuen Content produziert, wenn man auch drei Weblogs haben kann, in denen man keinen Content produziert.

Der aktuelle Anlaß ist die zweite Auflage des SSSJPII, über das alle Interessierten nun in diesem Eintrag diskutieren können.

Für die Zukunft schwebt mir die inhaltliche Trennung zwischen den Blogs so vor.

Gedankenblasen: Längere, gehaltvolle Texte. Nich nur über Politik, aber eben kein sinnloses Geschwurbel und auch nichts, was sehr kurz ist.

Talent Copies – Genius Steals: Zeug, das eigentlich im wesentlichen nur aus Links oder Content anderer Menschen besteht.

Der schäbige Rest: Alles, was nicht in die anderen beiden Blogs paßt. Also insbesondere kurze Gedanken, oder jetzt eben auch die Pokerdiskussion.

PS: Kennt sich zufällig einer meiner Leser mit Subdomains und Redirects aus? Ich habe nämlich ein seltsames Problem dabei das neue Blog ebenso wie die beiden alten in einer Subdomain unterbringen.

Problem – Lösung

Altleser von Persistent Illusions werden sich vermutlich noch an die dortige Rubrik des “Verrückten Freitags” erinnern. Eine solche Rubrik hat in den Gedankenblasen eigentlich keinen Platz, aber irgendwie fehlt mir diese Möglichkeit trotzdem. Nun stand ich also vor dem Dilemma, daß ich immer wieder über lustige, interessante oder einfach nur bizarre Dinge im Netz (oder ganz selten auch mal IRL) stolpere, die ich gern mit meiner Leserschaft teilen möchte (und die sich außerdem in einem Blog geradezu vortrefflich archivieren lassen). Andererseits wollte ich aber nur noch gehaltvolle Dinge in dieses schöne neue Blog schreiben. Was also tun?

Die Lösung ist ebenso einfach wie genial: Ein Zweitblog. Hier findet ihr es und ich habe schon mal angefangen, es mit Zeugs zu füllen.

Have a lot of fun.

Vorsicht, frisch gestrichen

Wie man sieht, ist dieses neue Blog noch nicht völlig zuende designt. Das wird aber im Laufe der nächsten Tage und Wochen nachgeholt und auch die Sidebar wird sich nach und nach mit Leben (und vor allem Links) füllen.

Mir war es jedoch – wie schon im Mission Statement geschrieben – vor allem wichtig Inhalt zu produzieren. Die Form ist da momentan zweitrangig, d.h. ich widme mich ihr, wenn ich die Zeit dazu finde, nehme mir diese aber nicht extra.

Trotzdem hoffe ich natürlich, daß es schon bald etwas wohnlicher hier aussehen wird.

Mission Statement

Hallo zusammen!

Bis vor einigen Monaten habe ich mehr oder weniger regelmäßig ein Blog namens Persistent Illusions geführt.

Während meiner Abwesenheit von der Blogosphäre (zumindest als aktiver Teilnehmer) ist eine Menge passiert und einiges davon hat mich davon überzeugt zurückzukommen. In der Quintessenz kann ich meine Beweggründe in zwei Zitaten von Personen zusammenfassen, die während meiner Sendepause leider von uns gegangen sind.

“Man kann nicht nicht kommunizieren.”

“We are here to help each other through this thing, whatever it is”

Wie das erste Zitat zeigt, habe ich auch durch mein Nicht-Bloggen etwas gesagt. Und zwar, daß ich mich aus Faulheit oder Defätismus oder was auch immer aus meiner Verantwortung stehlen möchte. Welche Verantwortung das ist, sagt das zweite Zitat. Auch wenn der Einfluß dieses bescheidenen kleinen Blogs auf die große böse Welt nur sehr begrenzt ist, so möchte ich doch durch meine Texte etwas dazu beitragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Zum Beispiel, indem ich besonders eklatante Schlechtigkeiten anprangere. Und wie die letzten Wochen und Monate gezeigt haben, ist das bitter nötig. Erst wenige Wochen ist es her, daß wieder einmal Millionen von Steuergeldern verpulvert wurden, nur damit ein paar Leute, die sich besonders wichtig vorkommen, ein Kaffeekränzchen hinter einem formschönen Zaun abhalten konnten. Und damit sie sich auch wirklich ganz sicher fühlen konnten, hat man schon mal damit angefangen, den Bürger auf der Straße stärker zu überwachen. Denn dem ist ja bekanntlich alles zuzutrauen. Dann gab es Wahlen in Belgien und Frankreich, und leider geht der Trend nicht in eine Richtung, die einen hoffnungsfroh stimmt.

Frankreich rückt nach rechts

Frankreich rückt nach rechts (ergoogeltes Stillbild aus der Harald-Schmidt-Show, die es in dieser Form inzwischen nicht mehr gibt)

Und im Inland sieht es auch nicht wirklich rosig aus. Die Gruppen an Ewiggestrigen werden wieder größer und vor allem lauter. Vermutlich schlußfolgert man in deren Kreisen, da sich ja auch der Kapitalismus zu seinen Frühformen zurückentwickelt, könne das auch der deutsche Staat mal wieder tun. Die Arbeitslosenzahlen stützen diese These, ebenso wie die nach wie vor immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich, an der auch die lautstarke Instanziierung einer neuen Partei links von der SPD (und da ist ja auch nun wirklich mittlerweile genug Platz geschaffen worden) nicht viel ändern wird.

Seit einiger Zeit lese ich mit Begeisterung zwei (relativ) neue Blogs, die zeigen, daß die deutschsprachige Blogosphäre doch nicht so trostlos ist, wie sie mir immer vorkam (vor allem im Gegensatz zur englischen und französischen). Zum Einstieg empfehle ich Euch diesen Beitrag von Stefan Niggemeier und diesen oder diesen vom Spiegelfechter.

Altleser von Persistent Illusions möchte ich aber an dieser Stelle doch beruhigen. Trotz dieses neugefundenen Fokus auf Relevantes opfere ich meine anderen Interessen nicht völlig dem Politischen. Es wird auch weiterhin Beiträge über Linguistik, Astrophysik und natürlich Comics geben. Auch Rezensionen werden es immer wieder einmal in dieses neue Blog schaffen. Aber nicht zwanghaft zu allem und jedem, sondern nur, wenn ich meine, tatsächlich etwas zu sagen zu haben. Auch in diesen Bereichen gilt also: Content is King!

Schließen möchte ich diesen ersten Eintrag einer neuen Ära mit den inspirierenden Worten von Angel:

“Nothing in the world is the way it ought to be. It’s harsh and cruel.
But that’s why there’s us — champions. Doesn’t matter where we come from,
what we’ve done or suffered or even if we make a difference.
We live as though the world were as it should be — to show it what it can be.”
(Angel to Connor in Deep Down)