Music and Coffee and TV

Lukas von Coffee & TV ist, glaube ich, momentan mein Lieblingsblogger. Neben politischen und gesellschaftlichen Anmerkungen und Beobachtungen nimmt die sogenannte Popkultur in seinem Blog einen großen Raum ein. Und von dieser Popkultur insbesondere die Musik. So hat er sich – mir nichts dir nichts – zu einem meiner größten musikalischen Einflüsse entwickelt, auch wenn sein Geschmack mir etwas zu sehr auf der Sarah-Kuttner-Indie-Schiene liegt. Aber trotzdem höre ich oft in seine Anspieltipps hinein und oft entdeckte ich dabei auch ganz nette musikalische Schmankerl. So auch in seinem gestrigen Beitrag über das Mini-Festival Rock im Saal. In diesem verlinkt Lukas die Mypsace-Seiten (*schauder*) von Enno Bunger, den Kilians und Gisbert zu Knyphausen. Die beiden ersteren finde ich ganz nett, aber beim ersten kurzen Reinhören fand ich letzteren mit Abstand am interessantesten. Vielleicht liegt das daran, daß ich im Gegensatz zu Lukas den Begriff Liedermacher nicht für verbrannt halte. Aber ich höre ja auch freiwillig Reinhard Mey und Wolf Maahn.

Literal Music Video

Vor Monaten hatte Stefan Niggemeier ein wunderbares Video verlinkt. Ich wollte damals unbedingt darauf hinweisen, habe es dann aber aus irgendeinem Grund vergessen. Jetzt bin ich durch Zufall wieder darauf gestoßen und wollte die Verlinkung nachholen. Leider steht statt des Videos im verlinkten Beitrag von Niggemeier nun nur noch dieser Satz:

This video is no longer available due to a copyright claim by WMG.

Ich finde, das ist ein schönes Beispiel dafür, daß mit der momentanen Copyright-Gesetzgebung so einiges im Argen liegt, wenn es kreativen Output so mir nichts dir nichts aus dem Netz verdrängt. Zum Glück, wie einer der Kommentatoren bei Niggemeier bemerkt, vergißt das Netz aber nichts und so ist das Video an anderer Stelle nach wie vor online und kann somit von mir hier eingebettet werden.

Also: Was wäre, wenn der Text des Liedes die Vorgänge im Musikvideo beschriebe. Dank der Leute von Dustfilms kann man das nun sehen:

Endlich

Wie man überall (zum Beispiel auch hier bei heise) lesen kann, hat Apple endlich dem Verlangen der Kunden nachgegeben und will ab April bei iTunes nur noch Musik anbieten, die nicht mehr kopiergeschützt ist. Einen Großteil der Titel hat man schon jetzt vom lästigen DRM befreit.

Das trifft sich gut, weil ich schon länger vorhabe, auch mit dem zeitgemäßen Download von Musik anzufangen. Und bisher war ich immer noch nicht sicher, an welchen der zahlreichen Shops ich mich wenden sollte. Jetzt, da der größte von ihnen endlich freie Musik anbietet, fällt mir die Wahl nicht mehr schwer. Praktisch.

Frohes neues

Das neue Jahr ist knapp 24 Stunden alt und schon melden sich die Gedankenblasen zurück aus der viel zu langen Funkstille. Mein guter Vorsatz lautet daher: Ab jetzt gibt es jede Woche mindestens zwei neue Beiträge hier. Call me on it! Damit wird die Geduld meiner drei(?) verbliebenen Stammleser nun doch noch belohnt. Und vielleicht wird ja 2009 das Jahr, in dem ich endlich mal Leser dazugewinne, anstatt sie zu verlieren.

Über das Linkblog sage ich ürigens nichts Vergleichbares, weil die Post-Frequenz dort sehr stark davon abhängt, auf wie viele interessante und/oder lustige Sachen ich (oder Captain Smollett) in den Weiten des Internet(s?) stoße.

Hier jedenfalls jetzt erst einmal ein kurzer Rückblick auf das abgelaufene Jahr und eine noch kürzere Vorausschau auf die kommenden 12 Monate. Sowohl Rückblick als auch Vorausschau sind durch mein sprichwörtlich schlechtes Gedächtnis in ihrer Ausführlichkeit beschränkt, d.h. es ist gut möglich (und sogar wahrscheinlich), daß ich diverse durchaus wichtige Ereignisse komplett vergesse. Aber ich gehe darüber einfach mit einem fröhlichen “Was soll’s” hinweg.

Okay, 2008. Woran kann ich mich noch erinnern?

Medien:

Es gab eine neue Staffel von Türkisch für Anfänger. Ich kann den Hype, der um diese Serie gemacht wird, nach wie vor nicht recht nachvollziehen. Sie ist ganz nett, vor allem für eine deutsche Serie, aber an vielen Stellen geht sie eben doch den billigen Sitcom-Weg mit dem abstrusen Mißverständnis. Immerhin war diese dritte Staffel besser als die zweite.

Uri Geller war live im Fernsehen auf der Suche nach Außerirdischen. Und ich hab’s verpaßt! ProSieben will offenbar gar nicht mehr ernst genommen werden. Sie sind auf einem guten Weg.

Die Kino-Kracher (lies: großes Budget, Mainstream und trotzdem gut) des Jahres waren für mich The Dark Knight und Iron Man. Ich finde auch jetzt, nach einigen Monaten, letzteren immer noch besser, weil er nicht so verzweifelt versucht, mehr als nur ein Superheldenfilm zu sein. Damit will ich nicht sagen, daß Dark Knight schlecht ist, allein die schauspielerische Leistung des leider viel zu früh verstorbenen Heath Ledger macht ihn zu einem guten Film. Aber mir persönlich gefiel Iron Man trotzdem besser.

Weitere gute Filme, dich ich in diesem Jahr gesehen habe (in der Reihenfolge, in der sie mir einfallen): Brügge sehen… und sterben?; Happy-Go-Lucky; Cassandras Traum; Vicky, Cristina, Barcelona (zwei Woody-Allen-Filme im selben Jahr); Burn After Reading; Darjeeling Limited (Lieblingszitat: “I love you, but I got to mace you in the face”); Juno; No Country for old Men (war das im letzten Jahr?); Sweeney Todd (und der? Egal, der war jedenfalls super!)

Ich habe nur zwei CDs gekauft/gehört, von denen ich mit Sicherheit weiß, daß sie 2008 erschienen sind: Das neue Thomas-D-Album Kennzeichen D gefällt mir auch nach häufigem Hören noch sehr gut. Noch nicht so häufig gehört habe ich Everything is Borrowed von The Streets, aber auch dieses Album gefällt mir schon sehr. Beides empfehlenswert für den Hip-Hop-Freund.

Neil Gaiman hat das Graveyard Book geschrieben. Ich habe es bisher weder gekauft, noch gelesen. Ich weiß auch nicht, warum nicht. Zu meiner Entschuldigung: Ich hatte in letzter Zeit viel um die Ohren und das Buch ist erst seit einigen Monaten auf dem Markt.

Wil Wheaton hat The Happiest Days of our Lives geschrieben. Seit einigen Tagen gibt es ein Audiobook, das ich mittlerweile gekauft und heruntergeladen habe und vermutlich auf meinen vielen länglichen Fahrten zwischen altem und neuem Wohnort hören werde.

Politik:

Hessen hat ordentlich Anlauf genommen und möchte gern das Belgien Deutschlands werden. Nach einem Jahr ohne Regierung versuchen es die Leute dort in gut zwei Wochen noch einmal. Hierzu und zu dem ganzen Drama um das Projekt 18 der SPD wird es bald noch einen separaten Eintrag geben.

Die Italiener haben gezeigt, daß sie nichts aus ihren Fehlern lernen, und den Duce wieder in die Regierung gewählt. Vaffanculo!

Die US-Amerikaner haben es besser und allen Kabarettisten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotz des unbestreitbar hohen Unterhaltungswertes einer Sarah Palin bin ich doch erleichtert, daß man die Chance genutzt hat, jemanden ins höchste Amt des Landes zu wählen, der tatsächlich zu wissen scheint, wovon er redet und was man sinnvollerweise tun sollte, um die USA und insbesondere deren angeschlagenes Image in der Welt wieder aufzupäppeln. Auch hierzu später noch etwas mehr. (Ich weiß, daß ich das schon seit zwei Monaten verspreche, diesmal meine ich es aber ernst.)

Die Iren haben überraschenderweise (überraschend jedenfalls für den Europäischen Rat und Anhang, nicht aber für Leute, die sich im Vorhinein ein wenig Gedanken gemacht haben) den Lissabon-Vertrag abgelehnt. Dann passierte ein halbes Jahr nichts (auch kein Artikel zum Thema in diesem Blog) und jetzt sieht es so aus, als wolle man eine kleine Passage ändern und die Iren dann erneut abstimmen lassen. Abstrus. Und ein ausführlicher Artikel wird auch hierzu folgen.

Persönliches:

Ich habe auf Anregung einer Freundin und (ehemaligen?) Blogleserin eine neue Erwerbsarbeit aufgenommen und bin jetzt dabei auch den Wohnort zu wechseln. Auch hierzu – wen wundert’s – ganz bald mindestens ein eigener Artikel. (Mein Gott, wann schreib ich die bloß alle???)

Ich habe ein neues Blog begonnen und nach wenigen Monaten wieder beerdigt. Dabei ist auch gleich Blog Nummer drei über den Jordan gegangen und jetzt gibt es nur noch übersichtliche zwei aktive Blogs (und die anderen beiden dümpeln noch als lebende Tote umher, bis ich endlich die Muße finde, sie zurück in den trunk zu mergen (um mal den Sprachduktus meiner ehemaligen Arbeitsstätte noch einmal aufleben zu lassen).

Sonstiges:
Es gab eine Fußball-EM. Deutschland hat nur ein überzeugendes Spiel gemacht und dabei meinen Favoriten Portugal nach Hause geschickt. Hohn und Spott meiner Arbeits- (und Tipp-)Kollegen waren mir sicher.

Es gab eine Olympiade. Kurz zuvor fiel der Weltöffentlichkeit plötzlich auf, daß es in China ein Problem mit den Menschenrechten gibt. Das Problem wurde zum Glück schnell gelöst und die Spiele konnten wie geplant stattfinden. Ich habe nur das Basketball-Turnier gesehen und hier hat die deutsche Mannschaft eine noch jämmerlichere Figur gemacht als bei der Fußball-EM. Dirk Nowitzki soll beim Ausscheiden sogar geweint haben. Dafür haben die NBA-Jungs endlich mal wieder allen gezeigt, wo der Hammer hängt. Ein wahrer Augenschmaus.

Blick voraus ins frisch angebrochene Jahr:

Zu Feierndes:
100 Jahre BVB
70 Jahre Marvel Comics
60 Jahre BRD, 20 Jahre Gesamtdeutschland
Das Internationale Jahr der Astronomie.
Mit der Slowakei sind es nun 16 Euro-Staaten. Ich habe bisher noch nicht mal Geld aus Slowenien zu Gesicht bekommen. Und die sind schon seit 2007 dabei.
Kulturhauptstädte sind Linz und Vilnius. Der Pott ist dann nächstes Jahr dran.

Januar: Obama tritt seinen neuen Job an. TSG rockt Hessen. Ich unterschreibe einen Mietvertrag für eine neue Wohnung und beginne umzuziehen.

Februar: Ich schließe meinen Umzug (hoffentlich!) erfolgreich ab.

März: Die DGFS-Jahrestagung findet statt. Möglicherweise nehme ich wieder teil.

Frühling: Das noch namenlose Blood-Bowl-Turnier findet statt und ich bin höchstwahrscheinlich dabei.

Mai: Der Profi mit Herz hört auf. Ich bin aber sowieso nicht mehr wahlberechtigt.

September: Wenn der Trend sich fortsetzt, erreichen sowohl Kanzlerkandidatin Merkel als auch Vizekanzlerkandidat Steinmeier ihr Wahlziel und koalieren fröhlich weiter groß. Ich werde meine Stimme lauthals dagegen werfen. Mögen es mir möglichst viele nachtun.

Oktober: Ich fahre endlich mit dem “Fern”verkehr (Entfernung 2008: ca. 40km, Entfernung 2009: ca. 90km) zur alljährlichen Spielemesse. Einige Punkte stehen schon jetzt auf meiner Liste.

“A Günther trend”

Wer eine Reminiszenz an durch “Dancefloor” verhagelte Jugendjahre wünscht und kurzfristig darüber hinweg sehen kann, dass Frauen dabei weitestgehend als Sexualobjekte dargestellt werden, kommt bei Günther auf seine Kosten.

Das meint Günther über sich selbst:

Günther has always been in the entertainment industry and now he feels it is time to change the attitude of the world to do something better. Günther wants to change the worlds look at the sexual way of thinking, so he have started a new trend to sexualise it more in the world. “A Günther trend”.

Und weiter:

The four main things in Günthers life are Champagne, Glamour, Sex and Respect!

Auf verschieden frei zugänglichen Portalen können Günthers Videoerzeugnisse rezipiert werden, die Titel wie Teeny Weeny String Bikini oder Tutti Frutti Summerlove tragen.

Eurovision 2008

Letzten Samstag war es wieder so weit: Das Fernseh-Highlight des Jahres – und vielleicht bald der einzige Grund, überhaupt noch einen Fernseher zu haben – der Grand Prix. Ja, ich weiß, es heißt inzwischen Eurovision Song Contest, aber zur großen Verwunderung der Anglizismenjäger vom vds scheint sich diese neue Bezeichnung nicht durchzusetzen. Soll mir nur recht sein. Die Konnotation “große alberne Spaßveranstaltung” klappt bei mir jedenfalls auch besser mit “Grand Prix”, also bleibe ich auch dabei.

In schöner Tradition habe ich den ESC mit meinen Veganer-Freunden angeschaut und wie eigentlich immer hatten wir jede Menge Spaß dabei. Es gab viel zu lachen, man konnte sich über einige der “Darbietungen” wunderbar aufregen, und es war sogar das eine oder andere wirklich ansehnliche Lied (entschuldigt die Synästhesie) mit dabei. Bevor ich zu meinen Lieblingsbeiträgen komme, aber noch einige allgemeine Worte.

Wie so oft sagt Paul O’Brien es viel besser als ich es könnte, aber ich möchte seinen wichtigsten Punkt hier noch einmal kurz wiederholen. Das Problem, das der Grand Prix momentan hat, sind die vielen neuen Teilnehmerländer. Keine Sorge, ich möchte nicht auf die vielzitierte Ostblockmafia hinaus. Aber seit einiger Zeit ist es so, daß sich die Teilnehmer grob in zwei Gruppen einteilen lassen: diejenigen, die das ganze als reine Spaßveranstaltung sehen und versuchen sich mit möglichst abstrusen Beiträgen zu übertreffen, und diejenigen, die den Wettbewerb als Musikveranstaltung ernst nehmen und ihr bestes geben, um zu gewinnen. Um mal kurz Paul zu zitieren, der über den türkischen Beitrag folgendes sagt:

According to Wikipedia, these guys have been around for twelve years, and they’re very big in Turkey. Heaven only knows what they’re doing in Eurovision, but I approve of any country entering a band they actually like. Perhaps we should try it some time.

Und auch wir haben beim Schauen sofort gesagt “Hey, die haben aus Versehen echte Musiker geschickt.”

Leider fallen viele der neuen Teilnehmer aus Osteuropa in die zweite Kategorie und das hat zwei Folgen: Viele von ihnen schicken belanglosen Pop ins Rennen und viele von ihnen stimmen auch für belanglosen Pop, exemplifiziert durch die Top 3 dieses Jahres. Deutschland wollte eigentlich auch belanglosen Pop schicken, hat aber aus Versehen belanglosen schlechten Pop geschickt und ist deshalb nicht wirklich unverdient auf dem letzten Platz gelandet, gemeinsam mit Polen (deren Beitrag so belanglos war, daß ich ihn schon wieder vergessen habe) und dem Vereinigten Königreich (dessen Beitrag diesmal eigentlich ganz okay war). Den Sieg haben sich die Russen mit einer – wie Stefan Niggemeier so schön formuliert – wahren Materialschlacht erkauft. Die taz zählt es noch einmal auf: Ein Superstar-Sänger, ein Stargeiger mit Stradivari, ein Olympiasieger im Eiskunstlauf und das ganze Lied noch schön vom Starproduzenten Timbaland abmischen lassen. Da konnte nicht mehr viel schieflaufen und so war der Sieg auch entsprechend souverän. Rußland scheint einen Lauf zu haben, nach dem UEFA-Cup und der Eishockey-WM ist dies schon der dritte internationale Erfolg innerhalb weniger Wochen. Wettete ich auf den Ausgang der Fußball-EM, setzte ich mein Geld auf die Russen – ob es nun am Können liegt, am vielzitierten Momentum oder ob Väterchen Putin hinter den Kulissen den einen oder anderen Geldkoffer unbeaufsichtigt gelassen hat, die Russen scheinen zur Zeit nur schwer zu stoppen zu sein.

Wie jedes Jahr hatte der Veranstalter auch dieses Mal vor dem Beginn an alle Teilnehmer ein geheimes Motto ausgegeben, das in die Performance mit eingebaut werden mußte. Mottos vergangener Jahre waren z.B. “Trommeln” oder “Tücher”. Diesmal hat man den Teilnehmern die Wahl gelassen, wie genau sie das doch sehr freie Motto “künstliche Menschen” interpretieren. Letztlich haben sich aber zwei Interpretationen durchgesetzt. Zum einen künstliche Frauen – oftmals konnte man den Menschen unter all dem Silikon gar nicht mehr erkennen. Sieger in dieser Kategorie ist mit Sicherheit die schwedische Sängerin, deren Alien-Gesicht mich bis in meine Alpträume verfolgt hat. Die zweite Interpretation, der Robotertanz, war nicht so beliebt, hat es aber bei den Spaniern immerhin sogar bis in den Text des Liedes (“Tres, el robocop”) geschafft.

Seit einiger Zeit hat der Grand Prix so viele Teilnehmer, daß man sich erst einmal in einem von zwei Halbfinals für die große Show qualifizieren muß (außer man ist Gast- oder Geldgeber – diesen fünf bleibt die Qualifikation erspart). Das ist kaum anders machbar – auch mit 25 Teilnehmern dauert der ganze Spaß schon locker drei Stunden – hat aber den Nachteil, daß man entweder nicht alle Lieder zu sehen bekommt (wenn man die Halbfinals ausläßt – so haben wir es gemacht) oder fast alle Lieder doppelt sehen muß (und dann ist das Finale nichts besonderes mehr, weil man fast alles schon kennt). Dies ist ein echtes Dilemma, aus dem ich auch keinen rechten Ausweg weiß, das mich aber in diesem Jahr zum Beispiel um den verrückten irischen Truthahn gebracht hat.

Egal, jetzt zu meinen Favoriten.

Kroatien

Hatten mit Abstand den größten Lacherfolg auf ihrer Seite, weil sie unter anderem mit einem 75-jährigen Rapper antraten: Sein Name “75 Cents”. Auch jetzt könnte ich noch stundenlang über diesen billigen Witz lachen. Aber davon abgesehen war der kroatische Beitrag musikalisch interessant und die Show wirkte rund und individuell und verbreitete – ebenso wie die Musik – ein angenehm mediterranes Flair. Italien ist ja scheinbar zu feige, beim Grand Prix anzutreten, und da haben sich die Kroaten wohl gedacht, jemand muß für sie in die Bresche bringen.

Bosnien & Herzegovina

Zuerst auffällig wegen der abgedrehten Show. Der Sänger springt zu Beginn aus einem Wäschekorb. Seine Partnerin trägt ein Apfelkleid mit (teilweise) echten Äpfeln. Und im Hintergrund wippen strickende Bräute im Takt. Aber je häufiger ich es höre, desto besser gefällt mir auch das Lied an sich. Vermutlich der beste Beitrag dieses Jahr.

Frankreich

Frankreich hat mit Sébastien Tellier einen ernsthaften Musiker geschickt, der dennoch eine ziemlich alberne Show abliefert – im Hintergrund diesmal eine Reihe bärtiger Ladies und der Künstler be”tritt” die Bühne in einem Golfwagen. Ich war nachgerade schockiert, daß Frankreich tatsächlich mit einem englischsprachigen Lied antritt. Und das Lied ist auch nicht übel, aber nicht so richtig Eurovision, weil man es eben auch im Radio hören könnte, ohne daß es groß auffiele.

Spanien

Spanien hat diesmal einen Komiker geschickt – ähnlich wie Deutschland damals mit Stefan Raab. Die Kunstfigur Rodolfo Chikilicuatre trat mit einer Art Macarena-Satire an. Textprobe: Y el Chiki Chiki se baila así / Uno: el brikindans / Dos: el crusaíto / Tres: el Maiquelyason / Cuatro: el Robocop
(Und so tanzt man den Chiki Chiki / Eins: der Breakdance / Zwei: gekreuzte Beine / Drei: der Michael Jackson / Vier: der Robocop)

Aserbaidschan

Die Neulinge aus Asien zeigen gleich mit ihrem Debüt, daß die das Konzept Eurovision verstanden haben. Sie verbinden einen relativ durchschnittlichen Song mit einer abgefahrenen Show voll mit Engeln und Teufeln und dem guten, alten Kostümtrick. Dafür wurden sie völlig zu recht mit einem Platz unter den Top Ten belohnt.

Die Türkei

Wie ich oben schon schrieb sind die Türken wieder einmal mit echten Musikern angetreten, genauer mit der in der Türkei sehr erfolgreichen Rockband Mor ve Ötesi. Entsprechend ist das Lied auch recht gut und rockig, aber eigentlich kein Grand-Prix-Material. Umso mehr hat mich der siebte Platz überrascht, den sie damit eingefahren haben. Wie schon mit Athena im Jahr 2004 zeigen die Türken einmal mehr, daß sie Eurovision nicht verstanden haben, da ihr Beitrag weder besonders abgedreht ist, noch viel mit dem generischen Weichspülpop der meisten anderen Länder gemeinsam hat. Aber dafür zeigt der Beitrag auch, daß man sich vielleicht mal etwas intensiver mit der türkischen Musik-Szene beschäftigen sollte.

Links zum Thema:

Where to find new music

Ein weiterer guter Grund, warum es sich lohnt, regelmäßig bei If Destroyed vorbei zu schauen. Paul O’Brien ist ein Musikliebhaber und postet häufiger mal darüber, z.B kommentiert er seit Anfang des Jahres die Lieder, die an Platz Eins der UK-Hitparade sind. Im letzten dieser Postings war auch das Video zu The Age of the Understatement von The Last Shadow Puppets zu sehen.

Und wie immer ist auch der witzige Kommentar von O’Brien eigentlich schon allein den Besuch wert.

Their debut single, “The Age of the Understatement”, got to number 9; the album entered at number one today. And it’s good stuff; the Scott Walker-style orchestral backings really bring out another side of their songs. The single sounds like a sixties pop band doing a western theme, so naturally the video has them wandering around Moscow in the snow… No, I don’t quite get it either. But it works, doesn’t it?

Ich war jedenfalls letzte Woche bei Saturn und wollte mir eigentlich den Akte-X-Film kaufen. Den gab es aber nicht (und laut amazon scheint er nicht so ohne weiteres verfügbar zu sein – Warum eigentlich, wo doch bald schon ein neuer ins Kino kommt?). Stattdessen habe ich mich zu einem Impulskauf des besagten Albums The Age of the Understatement hinreißen lassen. Ich habe es jetzt einige Male gehört und es gefällt mir ziemlich gut – auch wenn ich immer noch nicht so ganz sicher bin, worum es im Titelstück eigentlich genau geht.