How I Spent My Weekend (for generously large values of “weekend”)

Freitag: Auf der Hochzeit eines Arbeitskollegen. Obwohl in den Niederlanden und zwischen zwei Nichteuropäern fügte sich diese Hochzeit ziemlich problemlos in die Reihe der letzten Hochzeiten ein, bei denen ich eingeladen war. Einziger Unterschied – es gab keine Hochzeitsspiele.

Samstag: Es war Gratis-Comic-Tag und ich daher – erst allein, dann mit einem Freund – bei meinem friendly local comic shop in der Dortmunder Kaiserstraße. Sobald ich die erbeuteten Hefte gelesen und von meinem Comic Book Guy Feedback zum Erfolg des ganzen bekommen habe, schreibe ich hier eine längere Nachbetrachtung. Abends war ich dann in Iron Man 2. Rezi kommt später heute oder morgen.

Sonntag: Dortmund übernahm den Staffelstab des Local Hero der Kulturhauptstadt Europas und ich war bei den Eröffnungsfeierlichkeiten. Fazit: Das U sieht noch ziemlich nach Großbaustelle aus. Die Ausstellung war ganz nett, aber etwas mager – ich glaube die sorgenvollen Schilder, die auf die Maximalkapazität von 199 Personen hinwiesen, waren übertrieben optimistisch. Das Drumherum war so eine Art Mini-Volksfest. Die Eröffnungsreden waren recht kurz, fransten aber für meinen Geschmack am Ende zu sehr aus – eben ohne richtiges Ende. Das Info-Center für Kulturtouristen war ebenfalls geöffnet und wirkte freundlich und professionell – mal abgesehen von den technischen Spielereien, bei denen die Touchscreens alle etwas buggy wirkten. Mehr gibt’s bei DerWesten (Artikel, Fotostrecke)

Montag: So müssen sich die Wichtigen dieser Welt fühlen. Ich wurde für einen Workshop über die Nachhaltigkeit Linguistischer Daten extra nach Berlin eingeflogen. Der Nachteil des Morgens-hin-abends-zurück-Prinzips: Aufstehen um 4 (vier!) Uhr. Lustiges Detail am Rande: In Berlin gibt es tatsächlich mindestens eine Privatbahn. Die fährt ganz normal auf den Bahnstrecken dort und der ahnungslose Auswärtige wird nicht wirklich darauf hingewiesen, daß seine VBB-Tickets hier keinen Pfifferling wert sind. Zum Glück hatte die freundliche Schaffnerin Mitleid und ließ uns umsonst an der nächsten Haltestelle wieder aussteigen. Für mich ein klares Argument gegen die Privatisierung des öffentlichen Personennahverkehrs.

Was war. Was wird.*

In der letzten Woche hat mich eine relativ hartnäckige Erkältung (oder doch die mexikanische Grippe, wie meine Arbeitskollegen mutmaßten?) mit einem ganz schön fies klingenden Husten ziemlich angeschlagen, so daß ich bei meinen Internetaktivitäten Abstriche machen mußte. Aber jetzt bin ich wieder so weit fit, daß das Bloggen weitergeht. Nachdem sich in zwei Umfragen jeweils hundert Prozent dafür ausgesprochen haben (es lebe schlampig ausgeführte Statistik), werde ich das Linkblog nun doch mittelfristig wieder mit diesem verschmelzen. Wer den Verschmelzungsvorgang meines Resteblogs verfolgt hat, weiß, daß dies kein Grund zur Naherwartung ist, aber da ich jetzt auch beruflich viel mit WordPress hantiere (mehr dazu demnächst), sollte ich eigentlich langsam mal genug Know How angesammelt haben, um den Schritt zu wagen. Die direkte Konsequenz ist erst einmal nur, daß ich drüben nicht mehr poste und im Gegenzug hier der Prozentsatz der Beiträge nach dem Motto “Guck mal hier, wie lustig. Link.” stark ansteigen wird.

An alle Leser, denen dieser Schritt nicht gefällt: Ich hoffe, das ist Euch eine Lehre in Sachen Nichtwählertum. Da in wenigen Monaten mal wieder eine dieser immer häufiger werdenden Richtungswahlen (mancherorts liest man auch schon “Schicksalswahl”) ansteht, hoffe ich, daß sich die Lektion in einem verbesserten Wahlergebnis niederschlägt. In einer leichten Abwandlung meines Spruchs zur Bundestagswahl: Jeder Nichtwähler mehr an der Urne, vergrößert die Chance, daß die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert. Und das ist mein heimlicher Wunschtraum für diese Wahl. Ich verspreche, daß ich den ganzen 10. Mai lang dreckig lachen werde, wenn es so weit kommt.

* Der Titel dieses Beitrags ist eine intertextuelle Allusion auf die gleichnamige Rubrik bei heise online. Anders ausgedrückt: Ich habe ihn gehegemannt.

Zurück im Pott?

Gute Neuigkeiten für mich. Jens hat im Pottblog herausgefunden, daß ich doch noch im Ruhrgebiet wohne.

Aus der Liste der Twitter-Accounts von Museen habe ich mir mal [...] die Museen herausgesucht, die aus dem Ruhrgebiet stammen, als da wären:

* Duisburg: LehmbruckMuseum
* Essen: schaubude (Schaustellermuseum)
* Kleve: museumkurhaus
* Hattingen: MuseumHattingen
* Herne: LWLMuseumArchae (LWL-Museum für Archäologie)

Danke, Jens. Okay, Zeit für eine Party!

2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen

Ja, ich weiß, ich bin beileibe nicht der erste. Aber vielleicht der letzte, der damit eine Jahresvorschau aufmacht. Wobei, immerhin scheint es in dieser Woche auch noch nicht zu spät für einen Neujahrsempfang zu sein. Aber ich schweife ab.

Noch ganz kurz ein Blick zurück ins letzte Jahr. Ja, wir sind alle froh, daß es vorbei ist, aber trotzdem. Es geht um das Wort des Jahres.

Die diversen in- und ausländischen Medien haben als Wort des Jahres Dinge anzubieten wie tweet, Abwrackprämie oder ontvrienden (unfriend). Unwort des Jahres ist in Deutschland betriebsratverseucht geworden, das ich persönlich vorher noch nie gehört habe. Klingt aber asozial genug um die Auszeichnung zu verdien. Aber egal. Mein Wort des Jahres 2009 habe ich erst relativ spät für mich entdeckt. Ich glaube es war im November oder zu Beginn des Dezembers in einem Kommentar im (inzwischen eingestellten/umgezogenen) Bremer Sprachblog. Ich würde jetzt gern dorthin verlinken und denjenigen Kommentator lobend erwähnen, der mir dieses Wort näher gebracht hat, aber leider bin ich nicht in der Lage, den entsprechenden Kommentar wiederzufinden. Egal. Mein Wort des Jahres 2009 lautet Gesichtspalme.

So, nun zum aktuellen Jahr. Seit ich meinen Hauptwohnsitz im äußersten Westen der Republik habe, wo man abends die Bürgersteige hochklappt und ansonsten tagein, tagaus den Erlöser preist, verreise ich noch lieber als ohnehin schon. Inzwischen auch ab und zu mal aus beruflichem Anlaß. Abseits des beruflichen gibt es in diesem Jahr eine Reihe interessanter Veranstaltungen, bei denen ich eine Teilnahme erwäge. Hier eine kurze Liste derjenigen davon, die ich momentan auf dem Radar habe.

Was Wo Wann Link
dGfS-Jahrestagung Berlin 23.-26. Februar www2.hu-berlin.de/dgfs/
PolitCamp10 Berlin 20./21. März politcamp.org
re:publica 2010 Berlin 14.16. April re-publica.de
Franz-Sigel-Trophäe 2010 Dortmund 22. Mai blutiges-gemetzel.de
14. Internationaler Comic-Salon Erlangen 3.-6. Juni comic-salon.de
Spiel Essen Ende Oktober merz-verlag.com/spiel
27C3 Berlin 27.-30. Dezember events.ccc.de/congress
Ruhr2010 Ruhrstadt 2010 ruhr2010.de

Für die DGfS-Tagung bin ich bereits angemeldet. Die Spielemesse ist natürlich Pflichtprogramm. Und bei der Franz-Sigel-Trophäe bin ich sogar die Turnierleitung. Der Comic-Salon steht schon länger auf meiner Liste und ich hoffe, daß es dieses Jahr endlich klappt. Besonders freuen würde es mich, wenn vielleicht einer meiner comic-lesenden Leser Lust hat, mich zu begleiten. Na, Alpman, Captain Smollett? Wie wär’s?

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich darauf kam, aber vor kurzem bin ich über alte Geschäftskorrespondenz gestolpert und dabei festgestellt, daß Blutiges Gemetzel inzwischen in seinem zehnten Jahr ist. Mehr als die Hälfte dieser Zeit habe ich hier mehr oder minder regelmäßig in die Welt hinausgeblogt. Ich denke, dieses Jubiläum sollte Anlaß genug sein, endlich das zu machen, was ich schon länger vorhabe, nämlich die Seite mal ein bißchen aufmöbeln. Ich muß sagen, daß mir der klare, aufgeräumte Stil eigentlich immer noch ganz gut gefällt, die optischen Änderungen werden sich also vermutlich in Grenzen halten. Dafür wird aber zum Beispiel der hoffnungslos veraltete “Über mich”-Text endlich mal auf den neuesten Stand gebracht werden. Hier in den Gedankenblasen könnt Ihr Euch auf eine ganze Reihe neuer Rubriken freuen. Zwei sind schon fertig konzipiert und kommen schon sehr bald. Zudem trage ich mich mit dem Gedanken, hier auch mal Fachliches aufzuarbeiten. Ähnlich wie es der Kollege Ströver nebenan immer wieder mal macht.

Und schließlich muß ich mir auch wieder einmal die Frage stellen: Zwei Blogs oder eines? Ich finde die Zweiteilung zwar im Prinzip recht sinnvoll, ertappe mich aber dennoch immer wieder mal dabei, daß ich einen Beitrag in dem einen Blog anfange und ihn dann doch noch ins andere schiebe. Oder mich im Nachhinein frage, ob das jetzt nicht doch besser ins andere Blog gepaßt hätte. Vielleicht haben ja meine restlichen Leser (also außer Captain Smollett, der schon beim letzten Mal als diese Frage aufkam für 1 gestimmt hat) inzwischen Präferenzen in die eine oder andere Richtung entwickelt, die ich in meine Überlegungen miteinbeziehen kann.

@kreetrapper on Twitter

Einigen habe ich es schon persönlich erzählt, seit einigen Tagen twittere ich auch. Die Idee dahinter war folgende: Wenn Leute wie Neil oder Wil Twitter so super finden, daß sie es immer wieder erwähnen und tatsächlich exzessiv nutzen, dann muß da doch irgendwas dran sein. Um herauszufinden was das ist, habe ich beschlossen, einfach mal damit anzufangen, weil man so vermutlich am ehesten dahinter kommt.

Meine erste Entdeckug: man kann auch Twitter problemlos dazu verwenden, um Kunst oder besser: Literatur zu erzeugen. Als Beweis führe ich den Twitterstream von Brent Spiner an, der extrem unterhaltsam ist.

Und noch etwas zur Technik: Wie es scheint, gibt es die populärsten Twitter-Clients wohl nur für Mac und/oder Windows. Ich werde wahrscheinlich demnächst anfangen, Twitterfox zu nutzen. Momentan bin ich aber noch bei einem simplen Web-Interface, allerdings nicht dem doch sehr spartanischen von Twitter, sondern dem etwas komfortableren Tweetree. Hier werden direkte Antworten baumartig gruppiert und zudem werden Links, die z.B. auf Bilder oder Videos zeigen ebenfalls direkt in den Twitterstream eingebunden.

Ihr könnt meiner Twitterei hier folgen.

Zum Einstieg in die Materie habe ich hier noch ein paar interessante Links zum Thema für Euch.

Die Origin-Story: How Twitter was born

Scalzi über Twitter

Lifehacker-Tips zur sinnvollen Twitternutzung

“hochwertige Dienstleistung” my ass!

Ich las gerade bei den Ruhr-Nachrichten einen Artikel über das Problem mit der ARGE (daß nämlich die Neuordnung der Zuständigkeiten bzw. die Anpassung der bestehenden Gesetzeslage in der großen Koalition vorerst gescheitert ist). Als ich zu diesem Satz kam, mußte ich mich bemühen, nicht laut loszulachen:

“[es wird] eine hochwertige Dienstleistung aus einer Hand ohne Not in Gefahr gebracht“, kritisiert der sozialpolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion und Mitglied im Trägerausschuss der JobCenter ARGE Dortmund, Michael Taranczewski.”

Wer jemals persönlich mit der ARGE zu tun gehabt hat, kann meine Erheiterung ob der Formulierung “hochwertige Dienstleistung”  sicher nachvollziehen.

Allen, die bisher davon verschont geblieben sind, kann ich meine gesammelten Essays zum Thema empfehlen.