Spaß am Dienstag: Heldentage

Nachdem ich letztes Mal ein wenig ausgeschweift habe, fasse ich mich diesmal etwas kürzer.

Heldentage ist ein Tagebuchcomic von Flix. Flix ist vielen sicher durch seine grandiose Diplomarbeit Held bekannt. Nun, irgendwann hat eben jener Flix sich auf eine Wette eingelassen, daß er es nicht schaffen würde, jeden Tag einen Comicstrip zu zeichnen. Er nahm an und seitdem veröffentlicht er jeden Tag einen neuen Strip auf seiner Homepage. Seit einiger Zeit ist auch ein Archiv älterer Strips zugänglich. Zu Beginn reichte das allerdings nur 30 Tage zurück. Ich weiß nicht, ob das immer noch so ist oder ob mittlerweile alle alten Comics zugänglich sind. Das erste Jahr an Strips ist allerdings mittlerweile in Buchform erschienen und für 18 Euro beim Buch- oder Comichändler Eures Vertrauen oder im Internet zu erstehen.

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Wie man sieht, ist der Strip manchmal sogar richtig witzig. An anderen Tagen nimmt uns Flix ähnlich wie in Held mit in seine Psyche.

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Aber das Los des tagebuchartigen Strips manifestiert in zwei für den Leser unschönen Problemen.

1) Es passiert einfach nicht jeden Tag etwas, das es zu erzählen lohnt. Dies resultiert in einer Menge von Strips, die eigentlich keinen wirklichen Inhalt haben und manchmal sogar nur dem Seitenfüllen dienen.

2) Andererseits passiert an manchen Tagen unglaublich viel, das man gar nicht alles in einen Strip packen kann. Das führt dazu, daß der Leser in solchen Situationen in der Luft hängen gelassen wird. Jede Menge Fragen bleiben offen, die sich niemals aufklären. Zum Beispiel hat sich Flix gegen Ende des letzten Jahres von seiner Freundin getrennt. Das hat sich zwar in den Strips niedergeschlagen, es hat aber eine ganze Zeit gedauert bis ich mir diesen Hintergrund zusammengebastelt (und per Google bestätigt) hatte.

So ist Heldentage nur bedingt zu empfehlen. Wenn man die zwei Minuten erübrigen kann, kann es nicht schaden, eben kurz bei Flix vorbeizuschauen. Manchmal ist der Comic wirklich witzig oder liefert tiefere Einsichten in die menschliche Seele oder die Gesellschaft. Und an den Tagen, an denen das nicht so ist, hat man auch nur zwei kleine Minuten verloren.

(Administrative Randbemerkung: Eigentlich bin ich gerade im Urlaub und somit einige Tage afk, aber wenn ich alles richtig gemacht habe, müßte dieser Beitrag trotzdem pünktlich am Dienstag veröffentlicht werden. Bin schon gespannt, ob das klappt.)

Spaß am Dienstag: f8d

Der heutige Comic ist noch recht jung. f8d (gesprochen: “Fated”) existiert noch kein ganzes Jahr.

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F8d erinnert ein bißchen an xkcd, weil er zeichnerisch sehr sparsam ist. Es gibt (mit sehr wenigen Ausnahmen wie z.B. dem Strip oben) nur zwei Charaktere, f8d und d8z (gesprochen: “Daisy”), die beide nur etwas mehr als Strichmännchen sind (der weibliche Charakter trägt ein Kleid). Und Hintergründe gibt es nur, wenn sie für das Verstehen des Comics nötig sind; meistens also nicht.

Auch ist der Humor von f8d sehr eigen. Es gibt nur selten wirklich offensichtliche Gags und wenn dann sind sie mindestens geeky, wenn nicht gar völlig obskur oder so abstrus wie dieser Gag hier (den ich verdammt witzig finde, aber mein Humor ist auch ziemlich abwegig).

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Und manchmal ist der Comic absichtlich überhaupt nicht witzig, sondern philosophiert über das Leben, den Sinn der Existenz oder anderes.

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Und natürlich kann man Philosophisches und Geek-Humor auch kombinieren, wie in diesem sehr gelungenen Comic von vor einigen Wochen:

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Eine Reihe von Features machen f8d allerdings in meinen Augen zu etwas Besonderem unter den Webcomics.

1) Immer wieder gibt es Comics, die weder lustig sind, noch eine philosophische Botschaft tragen. Stattdessen sind diese Comics einfach Rätsel. Und verdammt schwere noch dazu.

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In den Foren zum Comic wird über die Lösung diskutiert und das Erstellen von Prüfhashes aus Sprechblasentexten gehört noch zu den einfachen und offensichtlichen Schritten. Als ich vor einigen Monaten zum letzten Mal dort vorbeigeschaut habe, war einer der Comics noch immer nicht gelöst und bei den anderen war die Lösung mir trotz all der Hinweise, die dort gegeben wurden, auch nicht klar.

2) Da es auf der Seite nur den Comic gibt und keine News-Seite oder ein Blog, wird der Comic immer wieder mal  auch zum Transport von Metainformationen verwendet. So wurde die Einrichtung der Foren im Comic angekündigt und auch dieser Comic fällt in diese Rubrik:

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Und damit sind wir auch direkt bei

3) F8d tritt als multilinguales Projekt an. Ich habe mich noch nicht in den entsprechenden Foren umgeschaut, wie das ganze koordiniert wird und so richtig in Gang sind die Übersetzungen bisher nicht gekommen. Aber einige Comics gibt es inzwischen immerhin neben dem ursprüunglichen Englisch in sieben weiteren Sprachen. Darunter solche Exoten wie Norwegisch.

4) Und schließlich gibt es auch noch die Chance, den Comic zu bewerten. Allerdings gibt es nur die Möglichkeit für oder gegen den Comic zu stimmen. Und ob der Zweck der Bewertung nun ist die Vorlieben des Publikums bei späteren Comics zu berücksichtigen oder ob demnächst eine Navigationsmöglichkeit eingebaut wird, die die Comics nach Beliebtheit sortiert, ist mir auch noch nicht ganz klar.

F8d, so das Fazit, ist wohl nichts für jeden, aber es steckt so viel Überlegung und Innovation dahinter, daß ich jedem nur empfehlen kann, sich mal ein wenig in den Archiven umzusehen. Der Comic erscheint täglich mit Ausnahme von Freitag.

Spaß am Dienstag: Bug Bash

Und weiter geht es mit unserem Streifzug durch die Welt der Webcomics.

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Der heutige Vertreter ist Bug Bash, ein Comic, der aus dem Innenleben einer Softwarefirma berichtet. Da ich mich ja überraschenderweise inzwischen selbst innerhalb einer Softwarefirma befinde, ist mir die Thematik inzwischen etwas näher.

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Trotzdem finde ich mich in den Gags von Bug Bash nur bedingt wieder, weshalb er nicht zu meinen allerliebsten Strips gehört. Es ist zudem ein recht untypischer Comic Strip, da es keinerlei wiederkehrendes Personal gibt. Dies ist sonst bei Comic Strips dermaßen üblich, daß ich es fast als ein definierendes Charakteristikum ansehe. Selbst Comics, die keinerlei laufende Storyline haben, wie z.B. xkcd haben mittlerweile so etwas wie wiederkehrende Personen entwickelt – eine echte Leistung, wenn man bedenkt, daß hier nur Strichmännchen auftreten. Das fehlt mir, wie gesagt, etwas bei Bug Bash.

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Aber der Strip ist oft wirklich sehr treffend und Menschen, die in der Softwarebranche arbeiten (also letztlich diselbe Zielgruppe wie für Dilbert oder UserFriendly) dürften ihren Spaß damit haben. Der Comic erscheint regelmäßig jeden Montag.

Spaß am Dienstag: Real Life

Wißt Ihr was diesem Blog dringend fehlt, damit es etwas weniger zerfahren wirkt?

Richtig. Eine regelmäßige Rubrik. Dies ist sie.

Es gibt mittlerweile unzählige Webcomics (und noch viel mehr, die sich noch im Entwicklungsstadium befinden) und darunter sind auch jede Menge wirklich gute. Da sich nicht jeder so intensiv (ganz leise vermeine ich “obsessiv”-Zwischenrufe zu vernehmen) mit diesem Medium auseinandersetzt wie ich stelle ich meiner geneigten Leserschaft jetzt jeden Dienstag einen lesenswerten Webcomic vor. Den Anfang macht Real Life.

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In diesem Comic beschreibt Greg Dean seit nunmehr fast acht Jahren sein eigentlich ganz normales Leben. Aber wie man an diesem Beispiel sieht, gibt es auch im Alltagsleben jede Menge Seltsamkeiten, die man nur ein ganz klein wenig umbiegen muß um einen guten Gag daraus zu zimmern.

Das Setting wird auch dadurch aufgepeppt, daß einer der Nebencharaktere des Comics den Plan hat, die Welt zu erobern und momentan auf einer Orbitalstation wohnt. Und manchmal tritt auch der Comiczeichner höchstpersönlich auf und liefert so die Gelegenheit für den besten Humor überhaupt – Metahumor.

Es gibt in der Regel an jeden Werktag (Mo-Fr) einen neuen Real Life-Comic. Diese Regel ist zwischenzeitlich schon mal etwas unregelmäßiger geworden, aber mit mindestens vier neuen Comics pro Woche kann man eigentlich schon rechnen.

Seit ein paar Tagen ist der Comic auch auf Deutsch verfügbar, ein Unterfangen das machbar erscheint, da dieser Comic für seine Pointen sehr selten auf Wortspiele zurückgreift. Noch ist zwar nicht das komplette Archiv übersetzt worden, aber die deutsche Seite sieht so professionell aus, daß dies vermutlich nur noch eine Frage der Zeit ist.

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