Killerspiele – allein das Wort schon

Am gestrigen Mittwoch hat in Köln die games.com begonnen. (Mein Beileid hierzu an Leipzig.) Passend dazu gab es im Morgenecho auf WDR5 ein sehr schön unaufgeregtes und vernünftiges Interview mit Prof. Winfred Kaminski. Der Professor am Institut für Medienforschung und Medienpädagogik der FH Köln hat sich glücklicherweise vom Moderator der Sendung nicht dazu verleiten lassen, in den hysterischen Killerspiel-Chor mit einzustimmen, der einem alle paar Monate wieder aus den Medien entgegenschallt. Das Interview gibt es zum Nachhören auf der Webseite von WDR5.

Schon vor einigen Tagen hat mein Lieblingspädagoge auf seinem Pädblog ebenfalls einen sehr lesenswerten und (wie eigentlich immer dort) gut recherchierten Artikel zum Thema Computerspiele verfaßt. Hier geht es allerdings eher um die pädagogische Bewertung von Computerspielen und nicht um die Killerspieldiskussion selbst. Trotzdem lesenswert.

Ich denke, der allergrößte Teil der Menschen meiner Generation oder jünger hat schon Erfahrungen mit Ego-Shootern oder Multiplayer-Rollenspielen wie WOW (das ja immer wieder gern in diesem Zusammenhang genannt wird – vermutlich weil es das einzige Spiel ist, dessen Namen auch Nichtspieler schon gehört haben) gesammelt. Der oftmals nach Amokläufen herbeigeschriebene Zusammenhang zwischen Spielen wie Counterstrike und dem Erschießen von Mitmenschen läßt sich mit derselben post-hoc-ergo-propter-hoc-Argumentation sicher auch zwischen dem Essen von Brot und dem Erschießen von Mitmenschen sehen. Wenn man nur die richtigen Mittelchen nimmt. Und wie wir seit kurzem wissen geht Amoklauf matürlich auch ohne den Einfluß von Computerspielen ganz gut.

Niemand hat vor Brot zu verbieten, nur weil alle Amokläufer der letzten Jahre nachweislich vor ihren schrecklichen Taten welches gegessen haben. Dieselbe, ich sage mal Unschuldsvermutung, sollte selbstverständlich auch für Computerspiele gelten. Die E-Petition gegen ein Verbot von Action-Computerspielen, die genau dies fordert, hat über 70.000 Mitzeichner gefunden. Jetzt kann man nur hoffen, daß diese Menschen vom Deutschen Bundestag ernster genommen werden als die Zensursula-Gegner, denen man ja bekanntlich das Zensurgesetz direkt vor der Nase beschlossen hat, ohne sie auch nur anzuhören.

Globetrotter Flash Game

Über Twitter hat mich jemand auf dieses süchtig machende Flash-Spielchen aufmerksam gemacht. Es geht darum auf einer Weltkarte bestimmte vorgegebene Orte mit der Maus anzuklicken. Je näher am Ziel und je schneller man dabei ist, desto mehr Punkte gibt es. Es gibt 10 Level und in jedem Level bekommt man eine bestimmte Anzahl von Zielen, mit denen man eine bestimmte Punktzahl erreichen muß, um in den nächsten Level vorzustoßen. Ich habe es bisher bis Level 6 geschafft. Meine Schwächen liegen – wie erwartet – auf dem afrikanischen Kontinent. Aber auch Australien ist viel zu groß und unübersichtlich. Um so mehr freut man sich, wenn mal Talinn kommt. Da muß man nur das Land treffen.

Sehr unterhaltsam, aber Vorsicht falls Ihr eine suchtgefährdete Persönlichkeit habt oder sehr kompetetiv veranlagt seid.

Everyone starts with the best intentions…

Then things start to get cramped. Then you notice your neighbour has more oil than you. Before long, war is waged, nukes are dropped, revolutions are fought and terrorists are doing your dirty work, before turning on you…

Was ist das? Es ist:

War on Terror – the board game“.

Ein Spiel, das seine Teilnahme an der SPIEL verspielte.

Statetris

Hey, endlich kann ich auch mal einen coolen Link von der Arbeit mitbringen. Okay, eigentlich hatte mir ja gestern nur jemand einen Link zu einem Video geschickt, das mal wieder die fast schon sprichwörtliche Dummheit der Amerikaner vorführt (fiese Aufgabe: Nennen Sie ein Land das mit “U” beginnt. Fiese Frage: Wieviele Seiten hat ein Dreieck?). Den Link dazu habe ich schon wieder vergessen, aber von dort bin ich zu diesem tollen Spiel gelangt. Statetris. Man muss eine Landkarte mit den passenden Staaten füllen. Und diese fallen wie Tetrisklötzchen von oben herab. Ich hab es bis jetzt nur einmal auf “Medium” gespielt und festgestellt, daß ich meine größten Schwächen bei den Nicht-EU-Ländern auf dem Balkan habe. Zeit daß die mal langsam beitreten, damit sich meine Geographiekenntnisse verbessern.