The Silence of the Vuvuzelas

Na, fehlt Euch nicht auch was?

Um die akustische Leere in Eurem Leben zu füllen, gibt es zum Glück ein ganz einfaches Mittel. Einfach beim Surfen alle Webseiten durch diesen schmucken Vuvuzela-Filter anschauen. Auch denjenigen, denen ein einfaches Trööt zu proletarisch ist, kann mittlerweile geholfen werden. Sowohl Coffee and TV (renommiertes Popkulturblog) als auch die Zeit (renommierte Wochenzeitung) zeigen, was man mit diesem unterschätzten Musikinstrument so alles anstellen kann, wenn man nur will. Viel Spaß!

Die Welt zu Gast bei Imkern

Die erste Hälfte des ersten Spieltags der ersten Fußball-WM auf dem afrikanischen Kontinent ist erstmal vorbei. Und die Zeit, wo ich alle Spiele komplett ansehen kann, ist wohl auch vorbei. Ach die seligen Zeiten der letzten WM als ich noch arbeitslos war…

Jedenfalls ist jetzt Zeit für ein kurzes Zwischenfazit. Und so wenig ich es auch erwartet hätte, tatsächlich ist die deutsche Mannschaft bisher die einzige, die eine wirklich überzeugende Vorstellung abgeliefert hat. Da man vor dem Halbfinale nur auf Mannschaften aus den ersten vier Gruppen treffen kann, sollte das Erreichen desselben auf dem Papier eigentlich gar kein Problem sein. Aber im Fußball ist ja alles möglich. Ein Thema bei der WM scheint übrigens “peinliche Torwartfehler” zu sein. Wil Wheaton hat dazu schönes Anschauungsmaterial gepostet.

Den Titel dieses Beitrags habe ich gestern oder vorgestern auf Twitter herumschwirren sehen. Leider weiß ich nicht mehr von wem er stammt. Aber er faßt schön die ganz eigene afrikanische Stimmung zusammen. Ich muß ja sagen, daß mir die Vuvuzelas nicht annähernd so auf den Sack gehen wie scheinbar allen anderen. Auf Twitter machen schon technische Lösungen die Runde. Aber irgendwie ist das doch Teil des kulturellen Gesamteindrucks dieser WM. Mich stört das nicht. Wenn die Vuvuzela direkt neben mir geblasen würde, sähe das allerdings ganz anders aus. Ich weiß das so genau, weil selbst hier auffem Dorf ein paar Deppen mit den Dingern rumlaufen. Das muß nun wirklich nicht sein.

Stadtrundfahrt einmal anders

Erst las ich es gestern bei den Ruhr-Nachrichten und dann stolpere ich heute im Pottblog schon wieder darüber als ich über die neue Ruhrgebiets-Tourismus-Webseite lese.

Bevor ich sage, was ich eigentlich meine, noch kurz eine Bemerkung zu letzterer Seite. Im Angesicht des herandräuenden 2010 - das Jahr in dem wir Kulturhauptstadt werden, wurde es ja auch höchste Zeit das die “Metropole Ruhr” endlich mal anfängt sich als Einheit zu präsentieren (und vermarkten). Jetzt muß die Seite nur noch mit (mehr) Inhalt gefüllt werden und dann wird es vielleicht doch noch etwas mit der Ruhrstadt.

Aber zurück zum Thema: Die aufgeweckten Leute beim Dortmunder Stadtmarketing haben sich gedacht “Was Paris kann, können wir schon lange” und so bietet man seit neuestem Stadtführungen per Segway an. Das klingt nach einem Riesenspaß und ich plane jetzt schon, da auch demnächst einmal mitzumachen.

Die beiden oben verlinkten Quellen sind sich allerdings noch nicht so ganz über den Preis einig. Bei Dortmund Tourismus selbst findet man noch einmal etwas andere Zahlen – vermutlich hängt es wirklich stark davon ab, mit wievielen man anrückt, bzw. ob man mit den vorgegebenen Terminen vorlieb nehmen möchte.

Frohes neues

Das neue Jahr ist knapp 24 Stunden alt und schon melden sich die Gedankenblasen zurück aus der viel zu langen Funkstille. Mein guter Vorsatz lautet daher: Ab jetzt gibt es jede Woche mindestens zwei neue Beiträge hier. Call me on it! Damit wird die Geduld meiner drei(?) verbliebenen Stammleser nun doch noch belohnt. Und vielleicht wird ja 2009 das Jahr, in dem ich endlich mal Leser dazugewinne, anstatt sie zu verlieren.

Über das Linkblog sage ich ürigens nichts Vergleichbares, weil die Post-Frequenz dort sehr stark davon abhängt, auf wie viele interessante und/oder lustige Sachen ich (oder Captain Smollett) in den Weiten des Internet(s?) stoße.

Hier jedenfalls jetzt erst einmal ein kurzer Rückblick auf das abgelaufene Jahr und eine noch kürzere Vorausschau auf die kommenden 12 Monate. Sowohl Rückblick als auch Vorausschau sind durch mein sprichwörtlich schlechtes Gedächtnis in ihrer Ausführlichkeit beschränkt, d.h. es ist gut möglich (und sogar wahrscheinlich), daß ich diverse durchaus wichtige Ereignisse komplett vergesse. Aber ich gehe darüber einfach mit einem fröhlichen “Was soll’s” hinweg.

Okay, 2008. Woran kann ich mich noch erinnern?

Medien:

Es gab eine neue Staffel von Türkisch für Anfänger. Ich kann den Hype, der um diese Serie gemacht wird, nach wie vor nicht recht nachvollziehen. Sie ist ganz nett, vor allem für eine deutsche Serie, aber an vielen Stellen geht sie eben doch den billigen Sitcom-Weg mit dem abstrusen Mißverständnis. Immerhin war diese dritte Staffel besser als die zweite.

Uri Geller war live im Fernsehen auf der Suche nach Außerirdischen. Und ich hab’s verpaßt! ProSieben will offenbar gar nicht mehr ernst genommen werden. Sie sind auf einem guten Weg.

Die Kino-Kracher (lies: großes Budget, Mainstream und trotzdem gut) des Jahres waren für mich The Dark Knight und Iron Man. Ich finde auch jetzt, nach einigen Monaten, letzteren immer noch besser, weil er nicht so verzweifelt versucht, mehr als nur ein Superheldenfilm zu sein. Damit will ich nicht sagen, daß Dark Knight schlecht ist, allein die schauspielerische Leistung des leider viel zu früh verstorbenen Heath Ledger macht ihn zu einem guten Film. Aber mir persönlich gefiel Iron Man trotzdem besser.

Weitere gute Filme, dich ich in diesem Jahr gesehen habe (in der Reihenfolge, in der sie mir einfallen): Brügge sehen… und sterben?; Happy-Go-Lucky; Cassandras Traum; Vicky, Cristina, Barcelona (zwei Woody-Allen-Filme im selben Jahr); Burn After Reading; Darjeeling Limited (Lieblingszitat: “I love you, but I got to mace you in the face”); Juno; No Country for old Men (war das im letzten Jahr?); Sweeney Todd (und der? Egal, der war jedenfalls super!)

Ich habe nur zwei CDs gekauft/gehört, von denen ich mit Sicherheit weiß, daß sie 2008 erschienen sind: Das neue Thomas-D-Album Kennzeichen D gefällt mir auch nach häufigem Hören noch sehr gut. Noch nicht so häufig gehört habe ich Everything is Borrowed von The Streets, aber auch dieses Album gefällt mir schon sehr. Beides empfehlenswert für den Hip-Hop-Freund.

Neil Gaiman hat das Graveyard Book geschrieben. Ich habe es bisher weder gekauft, noch gelesen. Ich weiß auch nicht, warum nicht. Zu meiner Entschuldigung: Ich hatte in letzter Zeit viel um die Ohren und das Buch ist erst seit einigen Monaten auf dem Markt.

Wil Wheaton hat The Happiest Days of our Lives geschrieben. Seit einigen Tagen gibt es ein Audiobook, das ich mittlerweile gekauft und heruntergeladen habe und vermutlich auf meinen vielen länglichen Fahrten zwischen altem und neuem Wohnort hören werde.

Politik:

Hessen hat ordentlich Anlauf genommen und möchte gern das Belgien Deutschlands werden. Nach einem Jahr ohne Regierung versuchen es die Leute dort in gut zwei Wochen noch einmal. Hierzu und zu dem ganzen Drama um das Projekt 18 der SPD wird es bald noch einen separaten Eintrag geben.

Die Italiener haben gezeigt, daß sie nichts aus ihren Fehlern lernen, und den Duce wieder in die Regierung gewählt. Vaffanculo!

Die US-Amerikaner haben es besser und allen Kabarettisten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotz des unbestreitbar hohen Unterhaltungswertes einer Sarah Palin bin ich doch erleichtert, daß man die Chance genutzt hat, jemanden ins höchste Amt des Landes zu wählen, der tatsächlich zu wissen scheint, wovon er redet und was man sinnvollerweise tun sollte, um die USA und insbesondere deren angeschlagenes Image in der Welt wieder aufzupäppeln. Auch hierzu später noch etwas mehr. (Ich weiß, daß ich das schon seit zwei Monaten verspreche, diesmal meine ich es aber ernst.)

Die Iren haben überraschenderweise (überraschend jedenfalls für den Europäischen Rat und Anhang, nicht aber für Leute, die sich im Vorhinein ein wenig Gedanken gemacht haben) den Lissabon-Vertrag abgelehnt. Dann passierte ein halbes Jahr nichts (auch kein Artikel zum Thema in diesem Blog) und jetzt sieht es so aus, als wolle man eine kleine Passage ändern und die Iren dann erneut abstimmen lassen. Abstrus. Und ein ausführlicher Artikel wird auch hierzu folgen.

Persönliches:

Ich habe auf Anregung einer Freundin und (ehemaligen?) Blogleserin eine neue Erwerbsarbeit aufgenommen und bin jetzt dabei auch den Wohnort zu wechseln. Auch hierzu – wen wundert’s – ganz bald mindestens ein eigener Artikel. (Mein Gott, wann schreib ich die bloß alle???)

Ich habe ein neues Blog begonnen und nach wenigen Monaten wieder beerdigt. Dabei ist auch gleich Blog Nummer drei über den Jordan gegangen und jetzt gibt es nur noch übersichtliche zwei aktive Blogs (und die anderen beiden dümpeln noch als lebende Tote umher, bis ich endlich die Muße finde, sie zurück in den trunk zu mergen (um mal den Sprachduktus meiner ehemaligen Arbeitsstätte noch einmal aufleben zu lassen).

Sonstiges:
Es gab eine Fußball-EM. Deutschland hat nur ein überzeugendes Spiel gemacht und dabei meinen Favoriten Portugal nach Hause geschickt. Hohn und Spott meiner Arbeits- (und Tipp-)Kollegen waren mir sicher.

Es gab eine Olympiade. Kurz zuvor fiel der Weltöffentlichkeit plötzlich auf, daß es in China ein Problem mit den Menschenrechten gibt. Das Problem wurde zum Glück schnell gelöst und die Spiele konnten wie geplant stattfinden. Ich habe nur das Basketball-Turnier gesehen und hier hat die deutsche Mannschaft eine noch jämmerlichere Figur gemacht als bei der Fußball-EM. Dirk Nowitzki soll beim Ausscheiden sogar geweint haben. Dafür haben die NBA-Jungs endlich mal wieder allen gezeigt, wo der Hammer hängt. Ein wahrer Augenschmaus.

Blick voraus ins frisch angebrochene Jahr:

Zu Feierndes:
100 Jahre BVB
70 Jahre Marvel Comics
60 Jahre BRD, 20 Jahre Gesamtdeutschland
Das Internationale Jahr der Astronomie.
Mit der Slowakei sind es nun 16 Euro-Staaten. Ich habe bisher noch nicht mal Geld aus Slowenien zu Gesicht bekommen. Und die sind schon seit 2007 dabei.
Kulturhauptstädte sind Linz und Vilnius. Der Pott ist dann nächstes Jahr dran.

Januar: Obama tritt seinen neuen Job an. TSG rockt Hessen. Ich unterschreibe einen Mietvertrag für eine neue Wohnung und beginne umzuziehen.

Februar: Ich schließe meinen Umzug (hoffentlich!) erfolgreich ab.

März: Die DGFS-Jahrestagung findet statt. Möglicherweise nehme ich wieder teil.

Frühling: Das noch namenlose Blood-Bowl-Turnier findet statt und ich bin höchstwahrscheinlich dabei.

Mai: Der Profi mit Herz hört auf. Ich bin aber sowieso nicht mehr wahlberechtigt.

September: Wenn der Trend sich fortsetzt, erreichen sowohl Kanzlerkandidatin Merkel als auch Vizekanzlerkandidat Steinmeier ihr Wahlziel und koalieren fröhlich weiter groß. Ich werde meine Stimme lauthals dagegen werfen. Mögen es mir möglichst viele nachtun.

Oktober: Ich fahre endlich mit dem “Fern”verkehr (Entfernung 2008: ca. 40km, Entfernung 2009: ca. 90km) zur alljährlichen Spielemesse. Einige Punkte stehen schon jetzt auf meiner Liste.

Viva España

So, nach einer (auch für mich überraschenden (und überraschend langen)) EM-Pause sind die Gedankenblasen jetzt – endlich – offiziell wieder zurück.

Aus für mich nicht so recht nachvollziehbaren Gründen habe ich ja vor zwei Jahren angefangen, internationale Fußballturniere am Bildschirm zu verfolgen (“live on tape” kann man das auf Persistent Illusions mitverfolgen). Das setzte sich auch mit der EM in diesem Jahr fort. Einige Gedanken dazu:

Wenn man zur arbeitenden Bevölkerung gehört, fällt es sehr viel schwerer, alle Spiele live im Fernsehen zu verfolgen und trotzdem noch alle anderen Dinge zu erledigen, die so anfallen. So erklärt sich die Blogfunkstille. Trotzdem habe ich es auch diesmal geschafft, fast alle Spiele zu sehen.

Diesmal habe ich mich einer Tipprunde angeschlossen, was zu einem interessanten Effekt geführt hat. Mir ist es oft so ergangen, daß ich beim Verfolgen eines Spieles hin- und hergerissen war zwischen meinen Sympathien und meinem getippten Ergebnis. Irgendwie kann man sich in keinem Fall so richtig über ein Ergebnis freuen. Außer Tip und Sympathie fallen zufällig zusammen und da ich einerseits gewinnen wollte (es blieb übrigens beim Wollen) und andererseits oft mit dem Underdog sympathisiere, war das nicht oft der Fall.

Als ich vor dem Beginn der EM auf Rußland als Europameister getippt habe, haben mich alle meine Mittipper ausgelacht. Im Laufe des Turniers verstummte das Lachen dann allerdings. Die Russen hatten sportlich gesehen ein starkes erstes Halbjahr (Eishockey-WM, UEFA-Cup, Aussie-Millions, Grand-Prix), aber das zweite Halbjahr scheint Spanien zu gehören. Erst die EM und nur wenige Wochen später Wimbledon. Das läßt einiges für die olympischen Spiele erwarten – bei denen mich eigentlich nur der Basketball so richtig interessiert. Immerhin haben sich die Deutschen gestern in letzter Sekunde doch noch qualifiziert. Also besteht die Chance, daß man wenigstens einige Partien im Fernsehen gezeigt bekommt. Und Spanien geht immerhin als amtierender Weltmeister nach Peking.

Die EM hat mir deutlich besser gefallen als die WM, weil diesmal fast immer die bessere Mannschaft gewonnen hat. Das heißt es gab wenig Siege der italienischen Art, a la “Wir stellen alles hinten rein und hoffen auf ein Glückstor oder auf’s Elfmeterschießen”. Die Italiener haben das zwar versucht und sind dank niederländischen Mitleids (oder Fairness) auch unverdientermaßen über die Gruppenphase hinaus gekommen, wurden aber da glücklicherweise von den Spaniern gestoppt.

Die Spanier haben sich nach dem Erreichen des Viertelfinales so gefreut, daß ich ihnen auch den Gesamtsieg gönne. Im Radio hat jemand nach dem Viertelfinale eine Art Presseschau gemacht. In einer spanischen Zeitung fing der Artikel über das Spiel gegen Italien wohl so an “Eigentlich wollte ich meinen Bericht ja folgendermaßen beginnen: So ein Mist!” Da muß man es ihnen doch einfach gönnen.

Ich bin froh, daß ich mich immer noch recht wenig für Sport interessiere, denn in diesem Jahr kommt es wirklich Schlag auf Schlag. Nach dem Ende der EM hätte man schon wieder Wimbledon gucken können. Momentan läuft die Tour de France (witzige Schlagzeile dazu: “Erster Dopingfall bei der Tour de France” (Hervorhebung von mir)) Und in wenigen Wochen kommt die menschenrechtsfreie Olympiade, die nun wohl doch niemand boykottieren will. Das wäre allerdings auch auf der Heuchel-Skala ziemlich weit oben gewesen. Oder will mir irgendwer erzählen, daß die Menschenrechtssituation in China bei der Vergabe der Spiele niemandem bekannt war?

Wie man sieht, bin ich wieder in Plauderlaune und habe zu allem und jedem eine Meinung. Das läßt doch für die kommenden Tage und Wochen in diesem Blog hoffen. Und nebenan, im Linkblog, habe ich ja inzwischen den Captain dabei, der mir hilft meine treuen Leser zu bespaßen.