The Silence of the Vuvuzelas

Na, fehlt Euch nicht auch was?

Um die akustische Leere in Eurem Leben zu füllen, gibt es zum Glück ein ganz einfaches Mittel. Einfach beim Surfen alle Webseiten durch diesen schmucken Vuvuzela-Filter anschauen. Auch denjenigen, denen ein einfaches Trööt zu proletarisch ist, kann mittlerweile geholfen werden. Sowohl Coffee and TV (renommiertes Popkulturblog) als auch die Zeit (renommierte Wochenzeitung) zeigen, was man mit diesem unterschätzten Musikinstrument so alles anstellen kann, wenn man nur will. Viel Spaß!

Wie funktionieren eigentlich Amazon-Links?

Vor ein paar Tagen habe ich im Gespräch mit einer Freundin festgestellt, daß gar nicht jeder, der öfter mal bei Amazon kauft, weiß wie die Links des freundlichen Buch-Oligopolisten funktionieren. Nun, das ganze ist eigentlich ganz einfach. Nehmen wir an, Ihr surft fröhlich durch die US-Blogosphäre und landet plötzlich bei einem von Scalzis Big Idea-Artikeln, zum Beispiel diesem über den brillianten Jasper Fforde. Okay, Ihr lest den Artikel, denkt “Cool, das muß ich haben” und klickt auf den Amazon-Link, den John Scalzi freundlicherweise bereitstellt. Doch natürlich landet man auf der amerikanischen Amazon-Seite, aber man wäre ja schön bescheuert, das dort zu bestellen und das immense Porto zu zahlen und wochenlang auf die Lieferung zu warten. Das Buch gibt es doch mit Sicherheit auch im deutschen Amazon-Ableger oder wenigstens im britischen, was Porto und Lieferzeit zumindest ein wenig drücken sollte. Man kann nun natürlich zu den lokalen Amazon-Seiten gehen und dort die Suchfunktion bemühen, aber da Amazon überall das gleiche Datenbanksystem einsetzt, geht das noch viel einfacher. Amazon versieht jeden Artikel mit einer eindeutigen Nummer. Bei Büchern in der Regel die ISBN. Und das macht es einfach, zwischen den diversen lokalen Seiten hin- und herzuhüpfen.

Okay, wenn man einem ordentlichen Link gefolgt ist, hat man in der Regel so was in der Adressleiste des Browsers stehen

http://www.amazon.com/Shades-Grey-Novel-Jasper-Fforde/dp/0670019631

Wichtig ist die Nummer am Ende, da die den Artikel eindeutig identifiziert. Im Prinzip reicht es jetzt, in dieser Adresse einfach das com durch de oder co.uk oder fr zu ersetzen, um denselben Artikel bei der jeweiligen lokalen Amazonseite angezeigt zu bekommen.

Der Text zwischen amazon.com und dp ist übrigens völlig belanglos und soll nur Google beim Indizieren der Seiten helfen. Da kann man beliebigen Text eintragen oder den Krempel auch ganz weglassen und so zu einer angenehm kurzen URL kommen (praktisch für Twitter oder umbruchwütige Mail-Programme). In diesem Fall http://www.amazon.com/dp/0670019631

Manchmal stolpert man auch noch über Links, die nach einem älteren Schema funktionieren oder zusätzliche Informationen enthalten. So verlinkt Brian Cronin von Comics Should Be Good sein empfehlenswertes Buch über Comic-Legenden zum Beispiel mit diesem Link:

http://www.amazon.com/gp/product/0452295327?ie=UTF8&tag=legenrevea-20&linkCode=as2&camp=1789&creative=9325&creativeASIN=0452295327

Aber Amazon hat sein System mittlerweile so weit harmonisiert, daß selbst dieser ellenlange Link problemlos auf die deutsche Amazon-Seite führt, wenn man einfach nur das com durch de ersetzt. Und falls gewünscht, kann man auch hier wieder eine kurze URL bauen: http://www.amazon.com/dp/0452295327

Einfach, oder?

Die Füchse vom Hamburger Abendblatt und die Freibiermentalität

Beim Hamburger Abendblatt ist man nicht auf den Kopf gefallen. Dort weiß man wie der Web-2.0-Hase läuft und stellt sich als Speerspitze des Fortschritts der Freibiermentalität des gemeinen Surfers entgegen. Der stellvertretende Chefredakteur Matthias Iken erklärt das neuartige Geschäftsmodell (Kurzfassung: Wer weiterlesen will, zahlt monatlich 8 Euro) in seinem Editorial (bis jetzt noch kostenlos zugänglich). Kostenlos zugänglich sind übrigens – wie Carta berichtet – auch alle anderen Artikel, wenn man nicht wie ein Anfänger durch die Vordertür hereinkommt. Ganz großes Kino eben und zurecht schlagen die Herren Niggemeier und Knüwer die Hände über dem Kopf zusammen ob so penetranter Ewiggestrigkeit. Wer sich fragt, warum die Zeitungen eigentlich langsam aber sicher aussterben, kann im genannten Editorial von Iken nachlesen, daß es mal wieder an Managementfehlern liegt. Denn in der Begründung für die neue Abo-Strategie wird kein Klischee ausgelassen. Nicht die Freibiermentalität der Nutzer, noch das bisherige Mutter-Theresa-Gebaren der Zeitungsmacher (die ihre Artikel aus reiner Herzensgüte kostenlos ins Netz gestellt haben) und natürlich auch nicht der Klassiker schlechthin: was nichts kostet, ist auch nichts wert. Die ewige Wahrheit dieser Aussage verfolgt einen als Computernutzer auf Schritt und Tritt, ob man nun etwas sucht, in einer Enzyklopädie nachschlägt oder einfach nur E-Mail oder das WWW benutzt. In allen Bereichen kosten die besten Programme richtig Asche. Gut, daß die Zeitungsleute das jetzt auch endlich erkannt haben.

Die Titanic hat dieselbe Tirade in einen kurzen knackigen Satz gepackt.

Spannendes Dortmund

Als Exil-Dortmunder verfolge ich die momentanen politischen Verwerfungen im Rat der Stadt Dortmund mit besonderem Interesse. Selten war die Lokalpolitik in der Stadt mit dem U so spannend wie zurzeit. Erst gab es einen sogenannten Wahlbetrug der amtierenden SPD-Führung, der für eine lokalpolitische Meldung extrem hohe Wellen geschlagen hat. Ob es denn nun tatsächlich ein Wahlbetrug war oder nicht, wird derzeit von einem Experten geklärt, der vom Rat mit der Erstellung eines Rechtsgutachtens beauftragt wurde. Und als wäre eine Ansammlung von hunderten von Einsprüchen gegen die Kommunalwahl und dutzende bitterböser Kommentare auf den einschlägigen Internetseiten (lies: Kommentare unter Artikeln bei DerWesten) der SPD noch deutlich zu langweilig hat man (scheinbar) ohne Not so lange gegen den (ehemaligen?) Koalitionspartner, die Grünen, gestichelt, bis diese eigentlich gar nicht mehr anders konnten als die Zusammenarbeit (zumindest vorerst) für beendet zu erklären. Momentan überbieten die Grünen und die Genossen sich darin, sich gegenseitig heimliche Gespräche mit der CDU vorzuwerfen.

Und das ist noch nicht alles. Da es beim ursprünglichen Skandal ja um ein immenses Haushaltsloch in der Stadtkasse ging, gibt es parallel zu den politischen und persönlichen Befindlichkeiten der Ratsmitglieder und anderen politischen Entscheidungsträger und Meinungsführer noch ein viel dringenderes Problem. “Wo soll all das Geld herkommen, das wir eigentlich in den nächsten Monaten und Jahren ausgeben wollten?” Seit einiger Zeit macht die sogenannte Horrorliste die Runde, in der eine Reihe von einschneidenden möglichen Einsparungen aufgelistet sind. Da viele Punkte auf dieser Liste direkt die Lebensqualität der Dortmunder Bürger betreffen (Schließung von öffentlichen Schwimmbädern, Jugendfreizeitstätten, Schulen oder die Abschaffung des Sozialtickets), gab es erwartungsgemäß einen Aufschrei (oder eine Reihe von Aufschreien) in der Bevölkerung.

Ich bin ein bißchen betrübt, daß ich in dieser vermutlich politisch heißesten Phase der jüngeren Geschichte meiner Heimatstadt nicht vor Ort bin (jedenfalls nicht so oft), bin aber andererseits froh darum, daß ich nicht nur inzwischen einen Insider persönlich kenne, der mich immer wieder bereitwillig an seinen Erfahrungen und Eindrücken teilhaben läßt. Außerdem lebe ich zum Glück auch in der Zukunft, so daß ich dank des Internet und der ganz ansehnlichen Lokalberichterstattung der zwei großen Ruhrgebietsregionalzeitungen auf dem Laufenden bleiben kann. Zum Abschluß also hier mal die entsprechenden Links:

DerWesten.de: Portal Dortmund, direkter RSS-Link, Twitterstream Dortmund

Ruhrnachrichten: Portal Dortmund, direkter RSS-Link, Twitterstream Dortmund

Ungefähr jetzt müßte die Sitzung des Rates zum Nachtragshaushalt beginnen. Beide Redaktionen halten das für so wichtig, daß man Liveticker eingerichtet hat. Hier sind sie: Liveticker RN, Liveticker DerWesten. Ich schaue mir das dann mal an.

And everybody goes “Yeah!”

In London kam es vor kurzem eine Twitter-Konferenz (also zum Thema Twitter, nicht mit Twitter als einzigem Kommunikationsmedium) namens 140 character conference. Johnny Haeusler, bekannt aus dem Berliner Gemeinschaftsblog Spreeblick, hat dort einen 5-Minuten-Vortrag über das “Und alle so yeah”-Mem gehalten, das hierzulande kurz vor der Bundestagswahl die Runde gemacht hat. Das Interessante an diesem Mem war, daß es innerhalb von nur wenigen Tagen von der Blogosphäre bis in die wirkliche Welt und über diesem Umweg dann auch in die etablierten Medien schwappte, in diesem Fall in die Tagesthemen.

Nebenbei bemerkt finde ich die Idee dieser Mini-Vorträge ganz gut, glaube ich. Als ich vor zwei Wochen auf der LTC in Poznań war, habe ich gemerkt wie lang sich 15 Minuten (so lang waren die Vorträge dort) manchmal hinziehen können.

Bevor ich jetzt das Video des Vortrags einbette, nutze ich die Gelegenheit, noch kurz auf den ultimativen Und-alle-so-yeah-Song von Lukas “Coffee and TV” Heinser zu verlinken. Aber Vorsicht, das ist ein Ohrwurm.

So, und hier nun das Video:

Es gibt für alles einen Tag

Na, heute schon gegoogelt?

Wenn nicht, wird es allerhöchste Zeit, denn am heutigen 14. September ist Google Appreciation Day.

Die Idee dahinter ist ganz nett, finde ich:

Google Appreciation Day is not about a specific day in and of itself, but rather it is about reminding us that most aspects of our life are within our individual control and that they can be changed if one so chooses. So, every time the 14th of September rolls around, use it as an opportunity to learn something useful.

Also, einen schönen Google-Wertschätzungstag noch.

Interessanter Podcast zur Vorratsdatenspeicherung

Habe endlich den Netzpolitik-Podcast zum Thema Vorratsdatenspeicherung gehört. Das ca. 45 Minuten lange Interview mit Frank Rieger vom Chaos Computer Club, der an der Erstellung eines Gutachtens zur Vorratsdatenspeicherung für das Bundesverfassungsgericht beteiligt war, ist sehr interessant und leider auch sehr erschreckend. Wie erwartet öffnet die Vorratsdatenspeicherung einer extensiven Überwachung der Bürger durch den Staat Tür und Tor. Hoffentlich schreitet das Bundesverfassungsgericht endlich mal ein.

Globetrotter Flash Game

Über Twitter hat mich jemand auf dieses süchtig machende Flash-Spielchen aufmerksam gemacht. Es geht darum auf einer Weltkarte bestimmte vorgegebene Orte mit der Maus anzuklicken. Je näher am Ziel und je schneller man dabei ist, desto mehr Punkte gibt es. Es gibt 10 Level und in jedem Level bekommt man eine bestimmte Anzahl von Zielen, mit denen man eine bestimmte Punktzahl erreichen muß, um in den nächsten Level vorzustoßen. Ich habe es bisher bis Level 6 geschafft. Meine Schwächen liegen – wie erwartet – auf dem afrikanischen Kontinent. Aber auch Australien ist viel zu groß und unübersichtlich. Um so mehr freut man sich, wenn mal Talinn kommt. Da muß man nur das Land treffen.

Sehr unterhaltsam, aber Vorsicht falls Ihr eine suchtgefährdete Persönlichkeit habt oder sehr kompetetiv veranlagt seid.

Hoffnung für das Sechs-Tage-Rennen?

Wie die meisten Dortmunder vermutlich wissen, steht das alteingesessene Sechs-Tage-Rennen in diesem Jahr auf der Kippe, weil Rewe sich das Sponsoring nicht mehr leisten kann/will. Für alle, denen das weniger egal ist als mir, gibt es jetzt die Möglichkeit sich dafür einzusetzen, daß es doch noch stattfindet. Auf dieser Seite kann man einen finanziellen Beitrag dazu leisten. Das Konzept mit der Pixelwand und dem Pixelkauf erschließt sich mir nicht so ganz, aber so schwierig wird das schon nicht sein. Aber: Eile ist geboten. Bis zum Ende der Sommerferien will man die angestrebten 250.000 Euro zusammen haben. Als ich gestern auf der Seite war, waren es gerade 600 Euro. Es bleibt also noch viel zu tun.

(via Ruhr Digital)

Noch ein Betriebssystem?

Irgendwas mache ich falsch, wenn ich die neuesten technischen Entwicklungen jetzt schon dem Internetangebot des Westens entnehmen muß. Jedenfalls las ich dort, daß Google jetzt den nächsten Schritt im Kampf gegen die Marktdominanz von Microsoft gehen will. Das Ziel ist ein eigenes Betriebssystem namens Chrome OS. Die gute Nachricht: Es basiert auf Linux und ist Open Source.

Die Grundidee ist typisch Google. Wie schon der eigene Browser soll auch das eigene Betriebssystem darauf ausgelegt sein, den Nutzer möglichst schnell ins Internet (und damit auf die Angebote von Google) zu bringen. Dementsprechend wird es das neue OS auch erst einmal nur für Netbooks geben. Und auch erst in der zweiten Jahreshälfte 2010. Mal abwarten.