Die Wege der Spammer sind unergründlich

Ervaar alle spellen voordat u gaat spelen met echt geld

Das ist die Betreffzeile einer Spam-Mail, die mich gerade erreicht hat. Ich möchte zu gern wissen, wie die Spammer es schaffen, ihre Mails immer an meine aktuelle Lebenssituation anzupassen. Ich weiß noch, daß ich kurz nachdem ich einen Spanisch-Kurs an der Uni belegt hatte, plötzlich spanischsprachigen Spam erhielt. Und jetzt dies. Vermutlich hat Google meine Daten verkauft. Sind die nicht zur Zeit an allem schuld?

Best Tagline ever: “An epic of epic epicness”

Heute mal wieder ein Beitrag aus der Reihe externes Gedächtnis.

Die heiß erwartete Comicverfilmung Scott Pilgrim vs. the World läuft in Deutschland erst im Januar 2011 an. Zum Glück wohne ich an der Grenze zu den Niederlanden, in denen der Film bereits in gut sechs Wochen am 16. September anläuft. Diese Daten habe ich von den Fünf Filmfreunden, bei denen diese offensichtlich nicht besonders clevere Entscheidung des Verleihers Universal eine heftige Pro-Piracy-Diskussion losgetreten hat. Warum ich den Film so heiß erwarte erzähle ich (hoffentlich noch vor dem Filmstart) in einem separaten Beitrag sobald der sechste und letzte Band der Comic-Vorlage bei mir eingetroffen und gelesen worden ist.

Bonus-Aufgabe für die Syntaktiker unter Euch: Der letzte Satz hat ein Konjunktionsproblem. Warum und wie hätte ich es vermeiden können?

Ein Sack voll Links – Loveparade

19 Tote und hunderte Verletzte bei der Loveparade. Was nehmen wir mit?

  • Die Medien berichten jede Kleinigkeit und produzieren einen Information Overkill (siehe auch die Menge an Links, die ich hier zusammegetragen habe).
  • Das öffentlich-rechtliche Fernsehen, entblödet sich nach wie vor nicht, in einem Beitrag “live” auf Twitter nach “loveparade” zu suchen und einige Tweets vorzulesen. Hoffentlich hört diese Art der “Berichterstattung bald mal auf.
  • Viele, viele Leute haben irgendeine Art der Katastrophe kommen sehen. Umso schlimmer, daß all die Warner ignoriert wurden.
  • Politik und Verwaltung der Stadt Duisburg nehmen sich (bisher) nichts von all dem an. Sauerland möchte erst die Untersuchung abwarten und man kann nur hoffen, daß diese unabhängig und zügig vonstatten geht, damit die Verantwortlichen schnell zur Rechenschaft gezogen werden und nicht noch mehr Unheil anrichten können.

Okay, nun der Linksack. Kurzer Kommentar zur Entstehung: Alle aufgeführten Links kommen aus meinem Twitter-Feed, also von Twitter-Nutzern, denen ich folge. Das erklärt, die starke Konzentration auf bestimmte Medien bzw. Blogger, zeigt aber auch, daß Twitter für aktuelle Informationen problem den RSS-Feedreader ersetzen kann (der seinerseits vor einiger Zeit die Tageszeitungen ersetzt hat).

Tagesschau.de

Interview [mit dem Psychotherapeuten Dr. Christian Lüdke] zum Trauma nach der Loveparade

Bilder der Massenpanik

Staatsanwaltschaft ermittelt nach der Tragödie

Pottblog

Jens bloggt wie immer sehr eifrig. Der ständig ergänzte Übersichtsartikel ist der erste dieser drei

Scheisse: Mehr als 10 Tote bei der Loveparade in Duisburg, viele Verletzte aufgrund einer Massenpanik

Loveparade 2011 in Gelsenkirchen abgesagt / Ist das Ruhrgebiet doch keine Metropole Ruhr?

Unglück bei der Loveparade 2010 in Duisburg: Gesammelte Links

Ruhrbarone

Ruhrpilot zur Loveparade

NRW-Innenminister Ralf Jäger zum Duisburger Loveparade-Desaster

Loveparade: Zurücktreten wegen Vertuschungsgefahr

DerWesten

Duisburger Loveparade war die letzte

OB Sauerland will sich der Verantwortung stellen

Politiker fordern Rücktritt – OB Sauerland bleibt

Treten Sie zurück, Herr Sauerland

Rückblick: 21 Jahre Loveparade

taz

Augenzeugenbericht aus Duisburg

Das Ende der Giga-Party

Netzgemeinde warnte vor Katastrophe

Der OB der Loveparade

Interview mit DJ Hell

Trommeln fürs Revier

wdr.de

der heutzutage übliche Liveticker

heute.de

User wollen bei Aufklärung helfen

Titanic

Die Titanic trifft wie immer mitten ins Schwarze: Sendeverbot

Blogosphere

Loveparade 2010 – Mein Gedächtnisprotokoll (Twitgeridoo!)

Polizeiversagen bei der Duisburger Loveparade-Katastrophe 2010 aus Teilnehmer-Sicht (Randolf Jorberg)

Tod auf der Rampe (Spiegelfechter)

Vermischtes

Loveparade-Berichterstattung:
Rund 115 Beschwerden beim Presserat (kress.de)

Interview mit Panikforscher Dirk Helbing bei Zeit online

Abgedrehte Bonus-Sektion

Eine kuriose Randerscheinung der medialen Berichterstattung sind die Kommentare von Eva Herman, in denen sie einen neuen möglichen Schuldigen ins Spiel bringt, da sie die Loveparade mit Sodom und Gomorrha vergleicht.

ursprünglicher Kommentar

Reaktion auf Leserreaktionen

Kommentar der taz

Kommentar von Thomas Knüwer

Die Kopflosigkeit hat ein Ende

So, nach einem langen, rekordverdächtigen Wahltag hat Deutschland nun endlich wieder ein Staatsoberhaupt. Zeit wurd’s. Ich hab mich schon ganz komisch gefühlt so oben ohne. Fast wie ein Belgier. Aber bei denen fehlt ja nur die Regierung.

Geworden ist es, für niemanden überraschend, Christian Wulff, der “Mann ohne Eigenschaften”, wie er oft genannt wird. Da der Bundespräsident ja auch gern als Grüßaugust bezeichnet wird, paßt es eigentlich ganz gut, daß jemand vom Typ Schwiegersohn die Wahl gewonnen hat. Mal sehen wie er sich so in seinem neuen Amt macht.

Ich fand es übrigens erstaunlich zu welch einem Großereignis diese Wahl hochstilisiert worden ist. Mal ganz abgesehen vom von den konventionellen Medien völlig überschätzten Internetengagement für Gauck. Der Hype in Print und Fernsehen war aber schon beachtlich. Mit ARD, ZDF und Phoenix haben gleich drei Sender mehr oder weniger die gesamten neun Stunden live übertragen. Die ARD hat sogar eine Videowand vor den Reichstag gestellt, Public Viewing ist ja gerade im Trend.

Einerseits ist es sicher begrüßenswert, daß auch mal eine politische Veranstaltung solchen Raum im Fernsehprogramm bekommt und nicht immer nur die Fußball-WM. Aber ich frage mich doch sehr, ob man sich hier das richtige Ereignis ausgesucht hat. Richtig interessant sind ja eigentlich nur die Momente, wenn das Ergebnis bekannt gegeben wird. Und ein paar hundert Leuten dabei zuzusehen, wie sie einen Wahlzettel in eine Urne werfen, ist auch nicht gerade abendfüllend. Um es interessanter zu machen, hätte man ja vielleicht noch das Auszählen selbst übertragen können, aber das scheint nicht möglich gewesen zu sein. Heißt das, daß die Auszählung nicht öffentlich ist wie z.B. bei einer Bundestagswahl? Vielleicht weiß es ja einer meiner Leser genauer.

Die Politikjournalisten standen jedenfalls vor dem großen Problem die immer länger werdenden Pausen zwischen den Wahlgängen irgendwie zu füllen. Joachim Löw hat leider nicht pausenlos Pressekonferenzen geben können und so griff man zum altbewährten Mittel des Interviews. Eine ganze Schar von Reportern griff sich jedes Mitglied der Bundesversammlung, das nicht schnell genug weglaufen konnte, und stellte die immer gleichen Fragen. Fragen, die schon seit Wochen um diesen Tag kreisen, und bei denen man die entsprechende Antwort am Parteibuch des Antwortenden ablesen kann, noch bevor er den Mund aufmacht.

Gut war dies natürlich für die Abgeordneten von SPD und Grünen. Sie konnten sich im Erfolg ihres Kandidaten sonnen, der Wulff in einen dritten Wahlgang zwang. Und zugleich konnte man mal wieder schön auf der Linkspartei herumhacken. Die Linke sei nicht kompromißfähig heißt es, weil sie den Kandidaten, den Rot-Grün ihr ohne jegliche Absprache vorgesetzt haben, nicht brav abnickt, sondern sich erdreistet, eine eigene Meinung zu haben.

Weiter heißt es nun, der Linken sei es nicht gelungen, sich von der DDR-Vergangenheit zu lösen. Das altbekannte Totschlagargument, mit dem ja auch schon Rot-Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen erfolgreich verhindert wurde, zieht auch hier. Denn auch wenn die Linke sagt, daß sie einen neoliberalen Konservativen, der den Krieg in Afghanistan nicht so schlimm und den Sozialstaat nicht so richtig super findet, und der Schröders Agenda 2010 für eine gute Idee hält; daß sie also einen solchen Mann nicht wählen kann, ohne sich vom eigenen Parteiprogramm zu distanzieren und einen Großteil ihrer Wähler zu verärgern, dann ist das für SPD und Grüne natürlich nur ein vorgeschobenes Argument. In Wirklichkeit sehnen sich die Abgeordneten der Linkspartei alle nach der guten alten DDR zurück.

Gegen Ende haben sogar eigentlich intelligente Menschen wie Thomas Knüwer, Julia Seeliger oder Sven Giegold über Twitter verlauten lassen, daß Wulff nur wegen der Linken zum Bundespräsidenten gewählt wurde. Daß er im letzten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen bekommen hat, scheint ihnen entgangen zu sein. Es war klar, daß die “Abweichler” von Union und FDP im wesentlichen ihren Parteioberen einen Denkzettel verpassen wollten. Wenn sie Gauck tatsächlich für die bessere Wahl gehalten hätten, hätte es ja keinen Grund gegeben, im dritten Wahlgang plötzlich anders zu stimmen

Was haben wir also heute gelernt? Solange sowohl SPD als auch die Grünen mit einer solchen Arroganz auftreten, rückt eine rot-rot-grüne Verständigung immer weiter in die Ferne. Vielleicht sollte man in diesen Parteien noch mal das Wort Kompromiß im Wörterbuch nachschlagen. Früher bedeutete das mal, daß sich beide Seiten bewegen.